Category Archives: Vermischtes

Verachtung in schönen Worten

eMails, die man mal geschrieben haben muss (1)

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich hätte eine Nachfrage, deren telefonische Erörterung mir dank meiner Arbeits- und ihrer großzügigen Sprechzeiten leider nicht möglich ist.

Ich möchte meine Verlobte Ende des Jahres außerhalb Berlins ehelichen. Wohnhaft sind wir beide in Marzahn. Am 26.7.11 ist der Termin mit dem Bürgeramt anberaumt, in dessen Folge wir im Besitz aller nötiger Unterlagen zur Anmeldung einer Eheschließung sein werden.
Da die Auszüge aus dem Melderegister höchstens 14 Tage Gültigkeit haben, haben wir vor, die Anmeldung bis Anfang August vorzunehmen. Eine Terminvereinbarung zu diesem Zwecke scheint online nicht möglich, deswegen folgende Fragen meinerseits:

Ist es möglich, im genannten Zeitraum stets zu den Öffnungszeiten eine Eheschließung anzumelden?
Ist mit längerer Wartezeit zu rechnen?
Sind Gebühren für eine Eheschließung außerhalb Berlins zu bezahlen, und wenn ja in welcher Höhe?

Mit freundlichen Grüßen,
Sascha Bors

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Aktion und Reaktion

Gestern bin ich nach dem Einkaufen in der Fußgängerzone mal wieder von einem grüngewandeten Weltenretter angesprochen worden:

„Na, sind sie auch ein Tierfreund?“

An dieser Stelle wollte ich eigentlich schon antworten, dass ich jegliches Getier hasse, abgesehen von den wohlschmeckenden Arten. Hab ich natürlich nicht gemacht.

Ich hab weder was gegen Tiere, noch gegen Tierschutz-Organisationen. Im Grunde kann mich jeder anquatschen und fragen, ob ich einen Euro für ihre Arbeit übrig habe. Und je nach persönlicher Situation oder dem Anliegen gebe ich dann viel, ein Bisschen was oder gar nix.

Was mich nervt, ist das Emotionalisieren!

Die Leute wollen Geld oder eine Unterschrift. Bitte, kann man drüber reden. Aber diese billigen Versuche, Menschen mit Fragen wie der obigen unter Druck zu setzen, kann ich nicht leiden! Und nichts anderes ist es, wenn man genötigt wird, eine völlig selbstverständliche Frage in Hinblick auf den zu erwartenden Gesprächsverlauf unangemessen zu beantworten.
Denn weswegen soll man sich wie ein Arschloch fühlen, nur weil man dem sechsten Verein in diesem Monat nix geben will oder kann?

Es ist eine traurige Sache, dass Menschen oder gemeinnützige Vereine überhaupt aufs Betteln angewiesen sind. In irgendeiner Form hilft man ja eigentlich jedes Mal, wenn man einer Anfrage positiv entspricht. Und natürlich ist diese Form der Beeinflussung erfolgreich. Bei mir aber nicht!
Wenn jemand Geld von mir haben will, dann soll er mich fragen, ob er Geld haben kann. Der Profi gestern ist nach der Tierfreund-Frage fortgefahren, indem er sagte, er möchte mich nicht zulabern…

Dann tu es nicht!

Unterschreiben sie eine Petition gegen Tierquälerei? Das ist eine Frage! Dann ich ja ggf. nachfragen, wenn mich interessiert, wie der Verein heisst und was sie sonst so machen. Oder mir Bilder von gequälten Tieren ansehen. Und wenn ich mit Nein antworte, bleibt mehr Zeit für den Nächsten…

Das soll echt nicht so rüberkommen, als ob ich was gegen Bettelei habe. Angenehm ist es fraglos weder für die Bettler wie auch die Geldgeber, aber eine Frage nach einem Euro oder einer Zigarette ist nun wirklich kein Problem. Der Platz für die ganze Lebensgeschichte oder die Vereinstradition ist hingegen bei einem tiefergehenden Folgegespräch besser untergebracht. Und wer das ganze systematisch betreibt, verdient so oder so ein wenig Skepsis. Deswegen gebe ich der ruhigen Obdachlosen-Zeitungs-Verkäuferin vor dem Kaiser’s hier gelegentlich etwas Geld ohne das Blatt zu kaufen, lass aber so manchen Tierschützer stehen und reagiere abweisend auf Frauen, die mir am Ku’damm ihre Kinder vor die Nase setzen, um zu beweisen, wie arm sie sind.

Ich hab ein soziales Gewissen und ich weiss, dass ich als arbeitender Mensch mit einem gewissen Wohlstand priviligiert bin. Aber ich werde jetzt sicher kein schlechtes Gewissen haben, weil ich den Typen (vom übrigens per se eher zwielichtigen Verein aktion tier) abgewimmelt hab. Und ich glaub nicht, dass das in deren Interesse liegt…

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Anmache im Aufzug?

Nein, das wird kein Eintrag zum Elevatorgate, sondern ein kurzer Erfahrungsbericht. Es gibt ein paar rote Fäden in meinem Leben, die sich aus meiner Größe ergeben. Dass es im Einzelhandel keine passenden Hemden für mich gibt, ist einer. Dass ich niemals Schuhe im Schlussverkauf finde, ein anderer. Ebenso bedeutend aber: Niemand verwechselt mich.

Wenn mich jemand verwechselt, dann ist das einen roten Eintrag im Kalender, bzw. einen Blogpost wert. So auch heute.

Der alte Mann verhielt sich nicht sonderlich auffällig, als er mir in den Aufzug an der S-Bahn-Station Storkower Straße folgte. Ich hab mich von ihm abgewendet und in der Hosentasche nach einer Zigarette gesucht. Dann schallt es plötzlich in mein Ohr:

„Na, wohnste noch in Kreuzberg?“

Ganz ehrlich: Ich als kommunikativer Mensch mag ja Unterhaltungen. Aber im Aufzug ist es dann doch eher so, wie Michael Mittermeier es damals postuliert hat: Luft anhalten und schweigen!

Aber gut, das Missverständnis war schnell aus dem Weg geräumt und diesmal klang die Verwechslung wesentlich weniger irritierend, als damals, als mich in Stuttgart eine fremde Frau angelabert hat, ich wäre doch der Besitzer einer Kölner Sauna…

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Nun sind sie da…

Nachdem ich (ausgerechnet ich!) zu doof war, die richtige Größe anzugeben, und es deswegen noch eine Umtauschaktion gab, sind meine Schuhe (die IHR gezahlt habt) nun endlich da!

Was ich alter Sack für unpassende Elbkähne trage, das erfahrt ihr aus dem Link auf „meine Schuhe“, aber ein Beweisfoto wollte ich doch auch mal gerne einstellen. Falls ihr vielleicht denkt, ich rede nur so blöd daher bezüglich meiner Größe, weil ich sonst nix besseres zu tun hab, dann schaut das hier an:

Sashs neue Boras
Innenleben meiner (noch) neuen Schuhe

Also noch mal vielen Dank an die fleißigen Flattrer! Ich konnte die Teile echt gebrauchen und mein Konto war leer!

Aus dem Fahren mit neuen Schuhen ergeben sich zwar hier und da mal Gefahrensituationen während der ersten 2 Kilometer, aber auch die hab ich heute schon hundertfach hinter mich gebracht – also ist alles in bester Ordnung 😀

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Mode: on

Fashion Week in Berlin. Wenn ich einen anderen Job machen würde, gäbe es wahrscheinlich nichts, was mir egaler sein könnte. Ich finde zwar durchaus Gefallen an Design, ja ich finde auch schöne Klamotten ok – aber die Modewelt ist was, was mir bisher und wahrscheinlich dauerhaft vollständig und mit gutem Gewissen am Arsch vorbei geht. Ich hab nicht mal vor, den Sinn hinter dem ganzen Trubel zu verstehen und es gibt auch sonst nichts, was mich daran reizen könnte.

Die Protagonisten dieser Szene, von den Models bis zu den Designern und Label-Inhabern, sind mir bislang eigentlich nur durch übertriebene Egozentrik und nervige Theatralik aufgefallen. Da ist es schon richtig angenehm, wenn ein paar junge Leute ins Taxi fallen und meinen:

„Ach, wir sind ja auch nur so Mode-Fuzzis. Tut uns echt leid. Verdienen sie wenigstens gut an der Fashion Week?“

Und ja: Das tue ich.

Dafür muss man aber auch mal sagen, dass dank der Modeszene gerade überall Parties in Berlin sind. Ich hab mich ja bisher auch nicht an Parties gestört, nur weil ich sie nicht besuchen würde, also werde ich das sicher nicht tun, nur weil ich den Grund noch seltsamer finde. Es ist einfach auch schön fürs Stadtbild, gerade Nachts, wenn Berlin sich von seiner angenehmen Wochenend-Seite zeigt. Allerorten stehen die Leute vor den Clubs und Bars und es ist einfach Leben auf der Straße.

Da stört dann auch der ein oder andere Muffel nicht mehr, der wegen eines verlorenen Wettbewerbs vor sich hin brodelt. Und solange sich nicht alle Gespräche um Styling und Kollektionen drehen in dieser Stadt, kann man ja mal ein Auge zudrücken. Ich werf mich dann nachher wieder in den Kampf und sammel die ganzen Leute ein und bring sie von hip nach stylisch und von crazy zurück zu sleepy. Meinetwegen.

„Ach neeehee, Eric… das kannste so nicht sagen. Wenn das stimmen würde, dann wäre das ja alles völlig egal und belanglos…“

Viel Spaß in Berlin, ihr Vögel! 🙂

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Geniale Methode

…hab ich mir neulich bei der Arbeit gedacht, als ich zwei Cops am Bahnhof dabei zugesehen hab, wie sie ein Fahrradschloss geknackt haben. Daneben stand ein Typ und hat sich sichtlich über die Hilfe gefreut.
Klar, es ist davon auszugehen, dass es sich um den rechtmäßigen Eigentümer handelt! Aber die Vorstellung, bei den Cops zu klopfen, und sie darum zu bitten, kurz mal mit einer ordentlichen Zange dabei zu helfen, ein Fahrrad zu bekommen ist schon nett 😀

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Spam di dam di dam…

Ich mag Spambots ja irgendwie. Solange sie blöd genug sind, um aufgehalten zu werden, tun sie mir nicht weh. Heute frage ich mich allerdings mal wieder, was die eigentlich wollen:

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Mein erster Gedanke war: Spielen die Spambots jetzt zusammen Bingo in meinem Junk-Ordner?

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