Eigentlich habe ich gerade nur keine Taxiartikel mehr übrig. Das nötigt mich dazu, irgendwas anderes zu schreiben. Nur was? Die Idee, meine Erfahrungen mit der Polizei öffentlich zu machen, ist nicht neu. Grundsätzlich halte ich Öffentlichkeit ja für die Beste Möglichkeit, Dinge an und für sich zu behandeln – warum also nicht auch die Erlebnisse mit der Polizei.
Ich habe zugegeben ein Problem mit den Ordnungshütern in Grün (oder neuerdings blau). Meine Sozialisierung aus der linken Ecke heraus hat zum einen dafür gesorgt, dass ich im staatlichen Gewaltmonopol nicht immer nur gutes gesehen habe (und es auch bis heute nicht tue), zum anderen dazu beigetragen, dass ich – welche böse Eigenschaft! – jedes Auftreten der Polizei nicht als naturgegeben hinnehme, sondern sie nach den selben Kriterien bewerte, wie ich anderes auch bewerte: Grundsätzlich kritisch und mit einem vor Lachen tränennassen Auge bei ungefährlichen Patzern und unnötigen Aktionen.
Grundsätzlich habe ich nicht viel zu erzählen. Meine Begegnungen mit der Ordnungsmacht waren stets für mich folgenlos, ich bin (zu Recht, wie ich denke) niemals angezeigt worden, geschweige denn verurteilt.
Das heisst aber nicht, dass ich nicht dennoch einiges zu berichten hätte. Seien es Verkehrskontrollen, WG-Besuche oder Erlebnisse auf Demonstrationen.
Ich weiss, dass das ein heikles Thema ist. Die Trolle werden nach Vergeltung schreien und anprangern, wie böse ich ja dennoch war. Das aber lasse ich links liegen und freue mich auf ein paar unterhaltsame Einträge und vielleicht sogar die ein oder andere interessante Diskussion. Und zwar jeden Freitag ab jetzt. Wie viele Geschichten es werden, weiss ich noch nicht, aber es könnte sein, dass es bis Ende des Jahres reicht…
Da dieser Text nun schon ziemlich lang ist, sei hier zum Ende hin nur eine kurze Geschichte untergebracht:
Die Geschichte der kürzesten Kontrolle aller Zeiten
Ich habe damals noch im Behindertenfahrdienst gearbeitet und war mit einem Sprinter mit Rolli-Plätzen unterwegs. In Stuttgart war gerade Volksfest, was sowas ähnliches ist wie die Wies’n in München, nur nicht ganz so groß. Aber das Volksfest ist ebenfalls für überbordenden Alkoholkonsum bekannt, und eigentlich sollte so ziemlich jedem klar sein, dass die Polizei zu diesem Anlass Kontrollen durchführt.
Schon runde 200 Meter nach den letzten Ausläufern des Wasens (des Festplatzes) stand der Verkehr und ich sah einen Mann in leuchtender Warnweste auf dem Mittelstreifen der Fahrbahn stehen. Na klasse! Ich hatte eine Tour zu erledigen, ich sollte 15 Minuten später beim Kunden sein. Was also wird das jetzt?
Ich rücke in der Schlange auf und irgendwann stehe ich dann vor ihm und es ergibt sich folgender, hier ungekürzt wiedergegebener Dialog:
Polizist: „Guten Abend. Haben sie Getränke alkoholischer Zusammensetzung konsumiert?“
Sash: „Nein, ich arbeite!“
Polizist: „Schön. Arbeiten sie weiter!“
Und das war es. Kein Aussteigen, kein Blasen, kein Garnichts. Ich will ja nicht unangemessen über die Statistik mutmaßen, die eine solche Aktion für sinnig erklärt hat… aber ich hätte das auch nach 5 Bier geschafft!