Ich finde es nicht schön, aber lustig. Sprache ist was wunderbares, Dialekte sind es erst recht. Auch für Beleidigungen:
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Ich schwöre …
Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass ich mit der Hochzeit ein sicher nicht gerade unwichtiges Versprechen gegeben habe – noch dazu eines, bei dem mehr als bei allen anderen stets unklar ist, ob man es halten können wird. Dennoch habe ich am gestrigen Abend ein weiteres abgeben müssen, ebenfalls Ozie gegenüber. Wir nennen es
Das heilige Handschuh-Versprechen
Ich muss gestehen: Ich kann Handschuhe nicht sonderlich gut leiden. Ich erkenne ihre Nützlichkeit an, aber meist ertrage ich lieber ein wenig Leid, als sie zu tragen. Schnee zum Beispiel! Wie oft wurde mir in meinem Leben gesagt, ich solle doch Handschuhe anziehen, wenn es schneit. Aber die perfekten Schneebälle, die man seinem Bruder ins Gesicht schmeißt, bauen sich nunmal ohne Schutz!
Und wenn wir an Hygiene denken, dann sollte ich am Besten im Taxi Handschuhe tragen. Ich weiß selber, wie gerne ich in der Nase popel, was weiß ich da, welche Körperöffnungen die Hände präferieren, die mir mein Geld geben?
Die einschneidendsten Erfahrungen aber – und da kommen wir langsam zum eigentlichen Thema dieses Artikels – hab ich diesbezüglich mit Chilis gemacht. Als ich frische Habaneros zum Einfrieren kleingeschnitten habe, tat ich dies ohne Handschuhe. Mal abgesehen davon, dass nach dieser Entscheidung zwangsweise jedes Sexleben (ausgenommen eines mit Handschuhen) erlischt, wurde meine linke Hand bei diesem Experiment taub und dieser Zustand hielt rund einen Monat an. Ich habe nicht einmal eine Ahnung, wie das biologisch möglich war, aber es war eine beeindruckende Erfahrung. Ich bin da bei Chilis ja ganz relaxt. Unvergessen auch der Moment, in dem ich in eine Habi gebissen habe, um der Verkäuferin im KaDeWe zu beweisen, dass diese mitnichten so scharf sind, wie es sich gehört.*
Aber Ozie baut ja gerade für uns beide jede Menge Chilis an.
Die bislang ertragreichsten sind die Fuegos (siehe Foto), eine NuMex Suave ist fast abgeerntet und die Habaneros kommen so langsam. Aber wir denken über die nächsten Generationen nach. Und aus reinem Ehrgeiz – einfach um behaupten zu können, wir hätten das mal gemacht – wollen wir uns auch an die Bhut Jolokia wagen. Und die erfordert dann vielleicht doch etwas mehr Vorsicht als mein Draufgängertum im capsaicinhaltigen Universum normalerweise vorsieht …
Und deswegen hat Ozie mir im Gegenzug zur in Aussicht gestellten Aufzucht das Versprechen abgerungen, dass ich die Jolokia ausschließlich mit Handschuhen anfassen werde. Heiliges Handschuh-Versprechen eben. Ich werde es überleben – vermutlich genau wegen der Handschuhe 😉
*für eine Habanero war sie tatsächlich mild. Es hat keine halbe Stunde gedauert, bis nichts mehr brannte. Ich hatte mich dennoch etwas verschätzt, weil ich zuvor nur an der Außenseite der Frucht probiert hatte und Chilis das meiste Capsaicin nunmal rund um die Scheidewände speichern.
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Fruchtalarm!
Wer nach dieser Überschrift ein schreiendes Kind im Kopf hat, hat vor 10 Jahren zu viel beschissene Werbung im Fernsehen angeschaut. Um irgendwelche Quatschprodukte geht es mir heute auch gar nicht – ich wollte nur ein wenig davon schwärmen, dass unsere Chilis hier zu Hause Fortschritte machen. Sehr vorzeigbar sind derzeit diese Kandidaten:
Der ein oder andere Chili-Freund wird jetzt wohl leuchtende Augen bekommen, aber nein: Es sind keine normalen Habaneros, sondern NuMex Suave. (Da wir beides gepflanzt haben, wussten wir das auch erst mit letzter Sicherheit, als wir eine davon mal probiert haben 😉 )
Die schmecken zwar fast identisch, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Sie sind im Vergleich zu den höllenscharfen normalen Habaneros extrem mild – fast schon auf Paprika-Niveau. So gesehen sind es quasi die Schwebfliegen unter den Chilis – verdammt gute Mimikry!
Der Grund für den Kauf war, das wunderbare Aroma der Habaneros auch mal mit etwas weniger Schärfe genießen zu können. Es kann, bzw. soll ja nicht jedes Essen gleich zum Feuerspucken animieren.
Aber – wie man im Hintergrund erkennt: Das sind nicht die einzigen Pflanzen bei uns. Die Habis blühen, bzw. fruchten noch nicht – umso mehr tun es allerdings die Lingua di Fuoco:
Der Farbe wegen sind sie ein wenig schwerer zu erkennen, aber wenn man mal realisiert hat, dass sie nach oben wachsen, stellt man fest, dass unsere Pflanzen ganz schön ertragreich sind …
Ich sehe meine Zunge in nächster Zeit auf eine harte Probe gestellt. 😉
Ein Herz für Bildunterschriften
Ich bin ja manchmal auch ein wenig albern bei Bildunterschriften, ich mag das. In bebilderten Texten ist das mitunter ein Platz, wo kleine Scherze gut aufgehoben sind und sie nicht jeder gleich sieht – manche auch gar nicht.
Ein Meisterwerk dieser kleinen Kunst für nebenher hat die taz in ihrem Artikel zum eigenen juristischen Sieg über Thilo Sarrazin untergebracht:
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Ohne Titel
Ich fand das Motiv einfach geil. Mehr gibt es eigentlich nicht dazu zu sagen.
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Weg mit!
Ich würde sagen, dass es immer schön ist, wenn sich Menschen für Politik interessieren und ihre Meinung kundtun. Auch wenn es mal unter seltsamen Umständen ist. Aber mal ehrlich: Grafisch waren wir schon mal weiter!
Von Kuskus und Ersatzverkehr
Wie ein nachtaktiver Sash tagsüber loszog, um ins Radio zu kommen
Seien wir mal ehrlich: Es ist nicht schwer, ins Radio zu kommen. Von Weg durchs gleichnamige Gerät direkt kann ich abraten, ich habe mich selbst für den langwierigen Weg über komische Hobbies, jahrelanges Drauf-Warten und einen komischen Gesichtsausdruck auf allen Profilfotos entschieden. Na und anlässlich von bestimmt irgendwas wurde ich dann irgendwann von DRadio Wissen zum Online-Talk eingeladen. Daraufhin versagte meine Stimme und ich ging nicht hin.
Der einäugige Zopfflechter in den Höllen irgendeiner pakistanischen Frisörbude, der sich nebenbei um Schicksalsverflechtungen kümmert, sorgte aber dafür, dass ich nochmal kommen durfte. Vielleicht lag es auch daran, dass Konstantin Zurawski mich weiterhin für einen interessanten Blogger hielt. Wie das beim Schicksal so ist: Wir sollten die Wahrheit besser nie erfahren!
Die wesentlichen Infos zum Termin im Studio hatte ich mir im Vorfeld gemerkt, einen Teil davon auf dem Stück Papier, das raschelnd für ein bisschen Kamin-Atmosphäre während der Live-Sendung sorgen sollte.
Aber zunächst musste ich ja zum Studio gelangen. Ob meiner plötzlichen Berühmtheit zwar nicht unbedeutend eingebildet, hatte ich es nämlich unterlassen, den Sender anzufragen, ob sie das Studio nicht einfach bei mir zuhause aufbauen würde. Außerdem wollte ich ja auch gar nicht aufräumen. Der Termin indes sprach für ein Bett-Interview, wobei die Rechte für dieses Format wahrscheinlich ohnehin noch bei Yoko Ono liegen. Dennoch eher Tagschicht-Zeit: 11 bis 12 Uhr am gestrigen Samstag (9.6.2012) und dank echter Livität auch nur bedingt zu verschieben. Also packte ich meinen schmucklosen Jutebeutel mit den Schichtutensilien und beschloss, mein sauer verdientes Trinkgeld umgehend der örtlichen Gastronomie zuzuführen. Mehr als eine gemütlich Stunde verbrachte ich in der Nähe der lieblichen Atmosphäre des Ostkreuzes:
Der postmoderne Name „Bäckerei 2000“ lockte mich mit meinem Drang nach morbider Komik an, statt auf was besonders abenteuerliches zu stoßen, hab ich dort aber einen wirklich leckeren Couscous-Salat bekommen. Gut, sie schrieben „Kuskus“, aber wahrscheinlich sind das ein paar bildungsunwillige Ausländer gewesen, die kein Deutsch lernen wollten.
(Bitte beachten Sie, dass dieser blödsinnige und geschmacklose Gag nur hier steht, damit er mittels Urheberrecht aus dem nächsten Buch von Sarrazin wieder herausgeklagt werden kann!)
Mittels Schienenersatzverkehr (in anderen Städten: S-Bahn) bin ich dann auch ungefähr nach Schöneberg gelangt und hab spontan vergessen, welche Straße nun nochmal direkt zum Hans-Rosenthal-Platz führt. Aber kein Wunder: Es war 9 Uhr morgens und die Sonne brezelte bereits mit mehr Watt vom Himmel, als ich Worte in diesen Text schreibe.
Also setzte ich mich spontan in ein Eiscafé und überlegte, ob es nun von Vorteil oder von Nachteil wäre, mich der Behinderten-Gruppe anzuschließen. Wie an jeder Supermarktkasse traf ich die falsche Wahl:
„Müssense warten! Erst die Gruppe!“
Es ist schwer zu beschreiben, in welchen Intervallen die Kellnerin mich Dinge fragte und mir Karte und Cola brachte. Jedenfalls bin ich nach insgesamt ziemlich genau einer Stunde dort an die Theke, hab mein Getränk bezahlt und mein Eis auf selbiges gelegt, weil ich nun langsam los musste. Anschließend suchte ich weiter. Nein, ich wusste bis auf den Namen der Straße sehr genau, wo ich hinmusste. Da tauchten Details aus der Ortskundeprüfung wieder auf … aber ein bisschen wurde ich daran erinnert, dass ich mit manch geschichtlicher Stätte in Berlin eben nicht so viel verbinde wie die Einheimischen. Ich orientierte mich aber mal grob am protzigsten Haus und hatte Recht:
Die erste Begegnung mit dem Deutschlandradio in Natura war eher nicht so doll. Die Typen an der Pforte waren nicht nur wortkarg, sondern haben es nahezu darauf angelegt, dass ich die 10 Minuten bis zum vereinbarten Termin noch vor der Türe verbringe. War jetzt für mich als Nikotinjunkie mit semi-debilem Lampenfieber sicher nicht die schlechteste Idee, aber trotzdem! Und: An den Jungs vorbeirennen wäre zwar sicher dringewesen, aber im Aufzug wäre man dann der Arsch vom Dienst, denn die Beschriftungen sind, nun ja, eher nur für Insider brauchbar:
Der Gang im entsprechenden Stockwerk war mit Portraits großer deutscher Entertainer und Journalisten behängt, ich hab das Fotografieren aber unterlassen, da ich Angst hatte, eines der Bilder von Ulrich Wickert würde sich erschrecken.
Am Studio begrüßte mich recht locker ein Mensch aus einer meiner beiden Nachbargenerationen und binnen weniger Sekunden war ich mit Philipp auf Du. Er bestätigte meine hoffnungsfrohesten Vermutungen: Nicht nur müsste ich aktiv nichts tun außer quasseln, nein es bestand auch kaum eine Möglichkeit, dass ich mit irgendeiner Aktion etwas falsch mache. Ein paar Kleinigkeiten gab es noch zu regeln, aber all das lief zwangloser ab als das Singen und Klatschen im ersten Halbjahr des Kindergartens. Und dann hatte ich plötzlich für eine Stunde einen neuen „Arbeitsplatz“:
Meine Müdigkeit hielt sich vornehm zurück, ich mich nicht wirklich. Wenn ich den Leserkommentaren auf allen möglichen Kanälen glauben kann, dann war es eine gute Sendung – und das ist die Hauptsache!
Ich hab mir natürlich schon auch mal gedacht: Mist, hätteste da mal eher das und hier dies … aber egal! Sashy im Radio und so!
Und für alles, was dort nicht gesagt wurde, gibt es ja GNIT.
Anhören kann man die Sendung direkt hier bei DRadio Wissen (Link zum mp3)
Folgen des Ganzen: Mein Tagesrhythmus ist mal wieder total hinüber (weswegen ich jetzt auch Mittags wach bin), weniger Umsatz, dies und jenes … also ganz ehrlich: ich würde es nicht dauernd machen wollen. Aber das eine Mal jetzt war trotzdem geil und hat Spaß gemacht.
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