Das legendäre Sommerloch hat uns eingeholt, und vor allem bild.de weiss ja ganz gut damit umzugehen. Im Notfall werden eben Geburtstage von irgendwelchen Promis wichtig, Nacktaufnahmen oder ähnliches. Wenn alles gut läuft, dann passiert eben doch noch was tolles – zum Beispiel ein Flugzeugabsturz.
Am 20. August ist der Spanair-Flug 5022 beim Start in Madrid abgestürzt. Dabei wurden 154 Menschen getötet. Bei bild.de ist diese Tragödie inzwischen zu mindestens 9 Artikeln verarbeitet worden, dazu kommt noch das Geschwurbel von Wagner am Freitag, der das „tote Flugzeug“ (anstelle der Passagiere…) verantwortlich macht.
Nun hat die Öffentlichkeit natürlich ein Interesse daran, zu erfahren, was passiert ist, was die Ursache war für dieses Unglück. Es ist auch ok, über Ungereimtheiten zu beríchten, wenngleich ich bei bild.de immer die Vermutung habe, es handelt sich dabei um wilde Gerüchte aus der letzten Redaktionssitzung.
Was aber definitiv zum Kotzen ist, ist unter fast jeden Artikel eine tolle – der Seite Werbeeinnahmen durch Klicks bringende – Bildergalerie einzublenden, auf der die Opfer des Absturzes gezeigt werden. Deswegen habe ich bis auf Wagner (bei dessen Kolumne sie sich diese Frechheit erspart haben) keinen Artikel verlinkt und ich kann nur hoffen, dass niemand diese Geschmacklosigkeit unterstützt.
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Absturz ins Sommerloch
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Sex und Blut am Himmel!
Man könnte das eine reisserische Überschrift nennen. Denn eigentlich geht es in keinster Weise um Sex. Selbst um Blut geht es nur in übertragenem Sinne.
Ehrlich gesagt geht es nur um die Mondfinsternis am heutigen Abend. Im Allgemeinen haben Mondfinsternisse zurecht den Ruf, relativ unspektakuläre Himmelsereignisse zu sein. Der Mond wird dunkler, verfärbt sich rötlich, und all das passiert auch noch weit häufiger als Sonnenfinsternisse zum Beispiel.
Aber bild.de kann das natürlich nicht davon abhalten, einen Quatsch sondersgleichen zu verbreiten:

Screenshot: bild.de
Vielleicht ist es ja meine Skepsis gegenüber Astrologen und mein Interesse für Astronomie, die mich daran zweifeln lassen, was „Star-Astrologe Michael Allgeier“ erzählt: „Bei einer Finsternis dominieren triebbetonte Seelenkräfte. Menschen lassen sich gehen.“ Da stimmt es mich auch nicht um, dass Allgeier „Partnerschafts- und Karmaastrolgie“ als Spezialgebiet hat.
Wer am heutigen Abend also verstärkt das Bedürfnis zum Kopulieren hat, der kann gerne versuchen, mich davon zu überzeugen, dass der Mond hier die Hormone besiegt hat, aber ansonsten rate ich allen einfach dazu, gelegentlich am Abend mal nach dem Mond zu schauen, um dieses Ereignis nicht zu verpassen.
Daten zur Mondfinsternis:
(MESZ=Mitteleuropäische Sommerzeit, alle Zeiten nach 0:00 Uhr = 17.8.2008)
Beginn der Finsternis: 20:23 Uhr MESZ
Eintritt in den Kernschatten: 21:35 Uhr MESZ
Maximum der Finsternis: 23:10 Uhr MESZ
Austritt aus dem Kernschatten: 0:44 Uhr MESZ
Ende der Finsternis: 01:57 Uhr MESZ
Zur Warnung für alle, die jetzt etwas voll tolles erwarten: Die Finsternis ist nicht einmal total, sondern partiell (81,2%).
Aber wen interessiert das? Die bild.de-Leser sicher nicht…
Schreckfrei wohnen
Wie einige Leser des Blogs sicher wissen werden, hausen ich und meine WG in einem Plattenbau in Marzahn, und Vermieter ist eine Wohnungsbaugesellschaft. Diese nennt sich degewo, und falls es jemanden interessiert: Ich bin bisher eigentlich sehr zufrieden mit denen.
Nun flatterte uns derletzt etwas ins Haus, das sich „stadtleben“ nennt und „das neue Magazin für alle Mieter der degewo“ sein soll, wenngleich dieses „neue“ Magazin bereits in der dritten Ausgabe vorliegt und nur vier mal jährlich erscheint. Insgesamt geht alles rund ums Thema Miete, der Inhalt schwankt zwischen richtiger Werbung und als redaktioneller Inhalt verklärte Werbung – was mich bei einem firmeneigenen Magazin mal nicht stören will.
Auf Seite 20/21 gibt es einen Artikel über kleine Wohnungen an der Alboinstraße in Tempelhof. Diese werden gerade von der degewo saniert, und für potenzielle Mieter der offenbar häufigen Zweizimmerwohnungen wird gezeigt, wie man diese kleinen Räumlichkeiten schön und sinnig einrichtet. Dabei bin ich auf folgendes – nicht unsinniges, aber lustiges – Kleinod gestoßen:

Quelle: stadtleben, Ausgabe 3 / 2008, S. 20 (eigener Scan)
Olympia 2008 – knallharte Recherche bei bild.de
Was zeichnet Qualitätsmedien zur Zeit aus? Eben: Sie berichten über Olympia, Doping, die chinesische Menschenrechtspolitik, aber zumindest über Smog. Ja, der Sash tut das nicht – ihr seht, qualitativ kann ich nicht mithalten mit den Großen der Welt.
Aber wenn wir gerade bei den Großen sind. Was sind wohl die meistgelesenen Olympia-Artikel auf bild.de? Laut dem Ranking auf der Seite selbst (die alle News umfasst) ergeben sich diese beiden Sieger.
Platz 1:

Screenshot: bild.de
Platz 2:

Screenshot: bild.de
Womit wohl bewiesen wäre, was an Olympia am reizvollsten ist: Sex und Seesterne, Huren und Hunger, Poppen und Probieren, Koitieren und Knabbern, Schnackseln und Schlemmen (um nur ein paar Ausdrücke zu verwenden). Wenn’s also nur darum geht, kann ich auch aus meinem Privatleben schreiben, oder? 😉
Die vorderhinteren Symbolräder
Ich bin gerade bei Bild auf einer der üblichen Klickstrecken gelandet. Diese ist zwar schon älter, aber das hab ich im Nachhinein erst bemerkt. Diese beiden Bilder fand ich irgendwie seltsam kommentiert:

Screenshot: bild.de

Screenshot: bild.de
Dass man manches Mal auf Symbolfotos zurückgreift, ist ja völlig in Ordnung. Warum aber die Hinterräder zeigen und etwas von Vorderrädern schreiben (die auf dem vorherigen Foto – oben – bereits zu sehen waren)? Ganz einfach: Weil es niemanden interessiert!
Das ist einfach mal für die, die zum Beispiel der Meinung sind, dass „der Sport-Teil der Bild aber gut“ sei. Hey, ich poste hier nichts über Sport in der Bild, weil ich mich da nicht auskenne und es mich zudem nicht interessiert. Aber eine Zeitung, der es egal ist, ob man Vorderräder oder Hinterräder abbildet… (vervollständigt den Satz in Gedanken selbst!)
Made in Hartzachtistan (Wagner)
Ach, der Herr Wagner lässt uns heute an dem Schmerz teilhaben, der ihn offenbar ereilt hat, als der Achter beim olympischen Rudern weit abgeschlagen die Ziellinie überquerte. Hier kriegt ihr mal wieder eine kommentierte Fassung:
„Lieber Deutschland-Achter,“
Jo, lass doch den Quatsch mal!
„als ich Dich hoffnungslos abgeschlagen als Letzten über die Ziellinie kriechen sah“
Trotz des garantiert weltweit bedauerten Desasters möchte ich mal anmerken, dass „kriechen“ schon ein bisschen hart klingt.
„– Deine Ruderer weidenschlaff und leblos –“
Aber mindestens!
„da war ich verdammt nah am Heulen.“
Ich glaube, sie waren weiter.
„Der Deutschland-Achter ist nicht irgendein Boot.“
Ach nee?
„Er ist unser National-Boot.“
Unser National-Boot? Ja, stimmt. Da hab ich mal von gehört (ich halte ihn nur hin, nicht wundern!).
„Er ist der Mercedes auf dem Wasser.“
Die meisten Mercedes werden, wenn sie sie ins Wasser stellen… ach lassen wir das! Wo waren wir?
„Er ist der allgültige Schlüssel für „Made in Germany.“
Ich mag Metaphern, aber ich hab keine Ahnung, was sie meinen könnten.
„Präzision, Kraft, Wille.“
Ach so. Naja, jetzt eher nicht mehr, was?
„Wenn man sich auf eine Medaille verlassen konnte, dann war es die vom Deutschland-Achter.“
…und Omas Kuchen hat auch immer am besten geschmeckt!
„Dreimal Gold. Immer im Finale. Achtmal Weltmeister.“
Gut, ich geb’s ja zu – die Ruderer waren dieses Mal nicht so gut!
„Der Deutschland-Achter ist nun Letzter – das ist wie der Abstieg in die Sozialhilfe. Das ist wie gestrandet auf Hartz 8.“
Hoffentlich blamieren sich nicht alle Athleten so, sonst gibt es bald Hartz 438…
„Ich verstehe die Ruderer von heute nicht.“
Ich auch nicht, was soll’s?
„Früher ruderten wir ums Überleben.“
Ich stelle mir jetzt mal bildlich vor, wie der Herr Wagner ums Überleben rudert… afk lachen
„Die Wahrheit des Desasters von heute ist, dass wir um nichts mehr rudern müssen.“
Vor allem nicht ums Überleben!
„Es gibt Mutterschaftshilfen,“
Hä? Moooment! Was soll das denn jetzt?
„Urlaubshilfen,“
Was sind denn bitte Urlaubshilfen?
„Nachstundehilfen,“
Da ist wohl was durcheinandergekommen, oder?
„Erziehungshilfen,“
Ja, damit der Papi rudern kann!
„Strom- und Heizungshilfen,“
Was ist eine Stromhilfe? Bitte erklären sie mir das!
„Computerhilfen,“
Ja…
„Diäthilfen,“
Ja…
„Depressionshilfen,“
Kommst du mal auf den Punkt?
„Selbstmordhilfen.“
Wie auch immer das gemeint war.
„All dies haben wir, aber wir rudern nicht mehr.“
Ja, das wird der Grund sein (der hat doch einen an der Klatsche, oder?)
„Herzlichst…“
Jaja, ist ja gut jetzt!
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Macht der Spiegel das Internet dumm?
„Macht das Internet doof?“ So provokativ und ein bisschen boulevardesk titelt das Nachrichtenmagazin Spiegel diese Woche. Mit Erfolg: Es war seit sicher gut einem Jahr das erste Mal, dass ich im Spiegel die Titelgeschichte als erstes gelesen habe – vom Hohlspiegel mal abgesehen.
Dementsprechend ist auch meine Überschrift (mit leichten Anleihen, zugegeben!) in diesem Format gehalten, denn es spricht offenbar Leute wie mich an 😉 Inhaltlich will ich diese Frage nicht wirklich erörtern…
Angefangen wird die Story mit Schnipseln aus der Welt der Manager, die es sich nicht erlauben können, auch nur mal ein paar Stunden ihre Handys ruhen zu lassen, mit Menschen, die abhängig sind vom Internet. Eine dramatische Geschichte, und irgendwie passt die Überschrift im Heft auf Seite 80 (Die Daten-Sucht) auch besser hierzu als die plakative Überschrift auf dem Cover.
Das dort erwähnte „Von-Link-zu-Link-Hasten“ kann ich bei mir selbst bisweilen auch feststellen. Die wenigsten werden es glauben, aber ich verbringe durchschnittlich sicher 2 Stunden täglich für diesen Blog am PC zu – und das Schreiben nimmt meist keine Viertelstunde in Anspruch.
Natürlich ist – wie der Spiegel treffend bemerkt – die Informationsflut im Netz (zu) gewaltig. Das erkennen seriöser Quellen ist schwer, da gibt es nichts daran zu rütteln. Ob man sich in der Fülle an Daten verirrt, liegt aber meines Erachtens nach mehr denn je an einem selbst – natürlich unter Einbezug der Bildung, Vorbelastung und schlicht dem individuellen Grad der Verblödung.
Selbst betrügen kann man mit dem Internet, stellt der Spiegel fest. Insgesamt eine komplette Doppelseite des 13-seitigen Titelthemas beschäftigt sich mit runtergeladenen, bzw. kopierten Hausarbeiten und dergleichen, wichtige Dinge wie Phishing, Kreditkartenbetrug, Abzocke und das Erstellen von Pages, die wegen blinkender Smilies zu sofortiger Erblindung führen, werden natürlich nicht angesprochen.
Meine Meinung zu diesem Thema ist recht klar: Natürlich macht das Internet das Kopieren fremder Inhalte einfacher, bequemer. Man muss nicht mehr in die Bibliothek, man kann von Zuhause aus klauen. Dafür ist es – wenn die Lehrer und Professoren konsequent wären – auch viel viel leichter, dies zu erkennen.
Die billige Copy&Paste-Variante sollte heute nicht mehr funktionieren dürfen. Bei allen anderen Online-Beschaffungsmaßnahmen verhält es sich doch wie mit klassischen Lehrbüchern und Diplomarbeiten, die man auswertet, um seine eigene Arbeit zu untermauern oder zu ergänzen. Weswegen der Trubel?
Die leider thematisch nur angeschnittene Thematik mit der Selektivität der Suchmaschinen indes halte ich für ein erwähnenswertes Diskussionsthema. Für die meisten Normal-User hört das Netz jenseits der Google-Spitzenplätze auf – und das ist bedenklich.
Ich (ganz der Daten-Junkie) würde mich über alternative Suchmaschinen hermachen, die die Ergebnisse völlig anders gewichten als Google und co, aber ich gebe zu, dass ich mich mit dem Thema nicht einmal auseinandergesetzt habe, weil man natürlich meisr die größten und damit vermeintlich glaubwürdigsten Quellen zu Rate ziehen möchte. Den meisten scheint aber dieses Schaudern fremd zu sein, das mich erfasst, wenn man zu einem Thema bei Google zunächst nur Ergebnisse von Bild und Spiegel findet.
Dann wird zurückgegriffen auf Nicholas Carr, offenbar ein Kritiker, der seit seiner Zeit im Internet (wo man erstaunlich wenig von ihm findet) nicht mehr so ausschweifend lesen kann wie früher. Wahrscheinlich ändert sich das Leseverhalten wirklich. Natürlich lese ich Blogs (meistens) anders als einen guten Roman, ich werte das aber eher als gute Anpassung meines Gehirns an die neue Darreichungsform der Information.
Der „E-Mail-Bankrott“ wird kurz thematisiert. Spam überflutet Postfächer, und dank Zeitmangel wird dann lieber die Adresse als die einzelnen Mails gelöscht. Hey, Spam ist Mist! Der angesprochene Aspekt aber ist doch eigentlich eine famose Neuerung. Ich kann mit gutem Gewissen eine Mailadresse löschen. Binnen Sekunden. Dann brauche ich ein paar wenige Minuten, um eine neue zu erstellen und allen Leuten mitzuteilen, dass sie mir die Nachrichten künftig woanders hinschicken sollen. Ist das nicht prinzipiell genial? Na gut, ich hätte auch gerne die Wahl, ob ich Werbung bekomme oder nicht. Ist es nicht dennoch bezeichnend, dass sich hier bereits für das neue Problem eine bis dato gänzlich unbekannte Lösung gefunden hat? Was zeigt mehr, dass der Mensch dabei ist, sich mit dem Netz anzufreunden, zu lernen, damit umzugehen?
Etwas absurd finde ich, dem Netz anzulasten, dass Filmregisseure inzwischen ihre Plots vielfach nicht mehr chronologisch zeigen. Der Film ist auch noch ein gestamtkulturell gesehen junges Medium, und derartige Einflüsse sind mit Sicherheit auch der Verbreitung von Musikclips und der Suche nach Neuem beim Publikum, sowie – man mag es gar nicht aussprechen – der Kreativität einiger Köpfe zu verdanken. Überhaupt: Muss man noch kreativ und originell sein im Web 2.0? Kopiert man da nicht einfach nur voneinander?
Vielfach ja. Das kann und muss man so sagen. Viele Online-Angebote, gerade Blogs, setzen auf die Verbreitung von Fremdinhalten. Aber eben nicht nur. Wäre das, was im Internet gang und gäbe ist – das Aufnehmen von Information, die dann weiterverarbeitet und als etwas neues ausgegeben wird – tatsächlich so unkreativ, dann sollte man sich in der Schule vom Erstellen von Collagen abwenden, denn hierum handelt es sich meistens. Das Niveau mag bisweilen erschreckend flach sein, aber das dem Medium zuzuschreiben, ist für mich ein wenig zu oberflächlich.
Mark Bauerlein, ein offenbar aggressiver Englisch-Professor aus Atlanta offenbart dem Spiegel, dass die jetzt junge die dümmste Generation ist. „Sie kennen Snoop Dogg und gucken verständnislos, wenn man über das Prinzip der Gewaltenteilung spricht.
Menschen konnten aber auch vor dem Internet schon „falsche“ Prioritäten setzen. Wurde die Karriere der Beatles beendet, weil sich die Kinder lieber ihren Schulbüchern zugewendet haben? Wohl kaum.
Der erheiterndste Absatz im Spiegel ist der über die Vorwürfe heute gängiger Medien zu ihrer Neueinführung. Ob es die Einführung von Schrift, Buchdruck, Postkarte, Radio, Fernsehen oder Video ging: Immer hing ein Hauch Weltuntergangsstimmung in der Luft, immer wurde befürchtet, dass sich vieles zum Schlechten wandelt – was sich nur teilweise (z.B. Neun Live) eingestellt hat.
Es ist schwer, einem so schnellen Wandel zu folgen. Das merke ich ja sogar mit meinen bescheidenen 27 Jahren schon. Ständige Verfügbarkeit ist bei mir ein Fremdwort. Ich führe momentan etwa 0,3 Handygespräche monatlich und ICQ mache ich nur an, wenn mir wirklich langweilig ist. Verfluche ich deswegen Handys? Nein. Denn ein wenig liegt es eben in der Verantwortung des Einzelnen, ob er die Angebote nutzt.
Es ist doch in Ordnung, dass Börsenhändler gleichzeitig acht Monitore gleichzeitig überwachen. Ich zwinge sie nicht dazu.
Verschnaufpausen braucht der Mensch sicher in Zeiten der digitalen Massenmedien. Auch hier halte ich allerdings mehr von Eigeninitiative als von großangelegten Projekten. Wer erst einen Versuchsaufbau braucht um zu merken, dass ihn das ständige Kommunizieren stresst, darf meinetwegen gerne weitertelefonieren. Zweifelsohne einer der größten vom Spiegel rezitierten Befunde ist die Tatsache, dass man sich weniger aufs Fahren konzentriert, wenn einem nebenher Fragen „über den Kommunismus oder griechische Mythologie“ gestellt werden.
Im Gegensatz zu solchen Brocken verflacht die Information im Netz aber, der Mensch scheint sich daran zu gewöhnen, nicht mehr komplex denken zu können, weil bei Powerpoint ja auch alle Fakten auf eine Folie passen. Ich erinnere mich vage daran, dass in meiner Schule – fern aller Vorwürfe, es wäre schlecht für mich – Fakten mittels Overhead-Projektor an die Wand geworfen wurden.
Nun machen auch noch Pornos und E-Mails süchtig, aber selbst das war alles schon einmal da. All die Jugendlichen, die an Bravo schreiben, dass sie das Onanieren zu Tierfilmen nicht unterlassen können (ja, das gab es wirklich!) und all die Familien, deren erster Einkauf im Ausland 45 Postkarten mit dazugehörigen Marken war, um die Verwandtschaft zu informieren, dass nichts passiert. All das gab es schon, und glücklicherweise kommt selbst der Spiegel zu diesem mehr oder minder versöhnenden Schluss.
Aber schön, dass all das gelesen wird, weil man eine tolle Überschrift gewählt hat.
PS: Dieser Artikel ist nicht sachlich, da ich selbst Opfer bin.
Ich arbeite nun weiter an meiner sicher irgendwann wegweisenden Idee, alle Anwendungen zu einer zusammenzufassen, sodass man nur 10 Mausklicks braucht, um sich bei WoW Pornos anzeigen zu lassen, das folgende Gerammel der Mitspieler bei youtube inklusiver der aktuellen Börsenkurse hochzuladen, das Video mit myspace und StudiVZ zu verknüpfen, eine E-Mail an potenzielle Interessenten abzuschicken und im Blog darüber zu schreiben wie krank das gerade war. Ich bleibe am Ball 😉
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