
- Meine Artikel durch wordle gejagt…
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Spielerei mit künstlerischem Anspruch: wordle.net
Welt-AIDS-Tag
Heute ist Welt-Aids-Tag, und von meiner Seite aus ein ernst gemeintes Beileid an alle Betroffenen! Es sind so viele Jahre ins Land gezogen, seit Aids bekannt ist. Traurigerweise liest und hört man in der vergangenen Zeit immer wieder davon, dass es gerade jetzt um die Aufklärung schlecht bestimmt ist. Ich weiss das nicht einzuschätzen, denn meine Kindheit und Pubertät ist stark beeinflusst von dem „Hype“ um Aids. Inzwischen scheint das Bewusstsein dafür nachzulassen – zumindest hierzulande – was mich ein wenig erschaudern lässt.
Zwar kann man eine Infektion eigentlich recht gut verhindern, aber das heisst noch lange nicht, dass man nicht solidarisch sein sollte mit den Leuten, die einen Fehler gemacht haben. Aber: Was der gesunde Menschenverstand gebietet, gilt natürlich noch lange nicht für bild.de. Kotz!
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Die Welt, einfach wie bei Wagner…
Franz Josef Wagner, mein persönlicher Liebling bei der Bild, richtet seinen aktuellen Brief an – eher weniger aktuell – Mahatma Gandhi. Seine Verarbeitung der Geschehnisse in Bombay besteht aus einem Text, der Gandhi mitteilt, dass er mit seiner Einstellung als erster draufgegangen wäre in der bösen heutigen Welt. Dass es etwas schwer wird, ausgerasteten Psychopathen mit einem weisen Lächeln zu begegnen, das glaube ich auch. Interessant ist seine Argumentation dann aber doch:
„Die Terroristen von heute verstehen die Sprache der Liebe nicht, die Sprache von Jesus, die Sprache Gandhis.“
Das ist witzigerweise doch genau die Argumentation, die Terroristen verwenden, um ihre Taten zu rechtfertigen:
„Anders verstehen die das ja nicht…“
Ich gebe zu, dass ich für mich persönlich ein bisschen ein Problem mit der Gewaltfrage habe, aber man sollte vielleicht zu bedenken geben, dass Wagner inzwischen offenbar Gewalt als Allheilmittel sieht. Zumindest, wenn es um die Dinge geht, die ihn nerven.
Manchmal frage ich mich, was es eigentlich für ein Gefühl ist, der Evolution ständig nur von außen zuzusehen…
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Hilfe, ein Türke!
Bild hat ein Problem: Cem Özdemir ist jetzt „Grünen-Chef“. Und Türke. Schlimmer ja eigentlich noch: Muslim. Irgendwas müssen sie in der Redaktion machen, um das anzuprangern. bildblog hat gestern schon berichtet, wie falsch der Bild-Titel mit dem geforderten Türkisch-Unterricht war, und wie falsch auch die erste Meldung an diverse Agenturen war.
Ich möchte hier aber gerne noch einmal auf den geforderten Türkisch-Unterricht eingehen. Gestern war die Headline der Bild ja wortwörtlich: „Grünen-Chef Özdemir fordert Türkisch-Unterricht an deutschen Schulen!“ Dass das für viele, die so oder so „zu viele Kanaken in Deutschland“ sehen, ein rotes Tuch ist, das kann man sich vorstellen. Es wirkt sogar für den ein oder anderen liberaleren Menschen skuril. Hier der entsprechende Ausschnitt aus dem Interview:

- Was so alles als Forderung durchgeht…
Ich hab jetzt kein Studium hinter mir, sondern nur Leistungskurs Deutsch gehabt, aber ich glaube, eine Forderung sieht ein wenig anders aus. Dabei sollte man vor allem anmerken, dass schon die Frage eine deutliche Antwort provoziert hat. Mal ganz gleich, was Özdemir will oder nicht will: Er hat die Klippe eigentlich gut umfahren, denn er ordnet Türkisch nicht nur „neben Englisch, Französisch, Spanisch und Russisch“ als eine von vielen Sprachen ein – noch dazu in fragender Form – nein, er sagt auch ganz klar: „Deutsch muss für Kinder, die hier leben und aufwachsen, immer die wichtigste Sprache sein.“ Das ist ja schon fast O-Ton der „Leitkultur“-Pleite der CDU vor Jahren. Nun weiss ich nicht, ob die Bild-Schreiberlinge einfach nach dem „Auf jeden Fall.“ einfach nicht weitergelesen haben, was sich irgendein Praktikant da von Özdemir erzählen lassen hat, oder ob sie es nicht wahrhaben wollten, dass der Innbegriff des undeutschen Politikers (Hey, Türke, Schwabe, Muslim, Vegetarier – wenn Özdemir auch noch schwul wäre, wäre der Skandal doch perfekt!) sich als eigentlich ganz netter und gar nicht so schlimm ausländischer Mensch zeigt.
Denn trotz des gestrigen Null-Auswurfs macht bild.de heute munter weiter. „Lob und Tadel für Özdemir-Vorschlag“ (schaut euch mal die url an: wofür es Lob und Tadel gibt…) gibt es heute auf meiner Lieblingsseite. Und da liest sich dann z.B. folgendes:

- Irgendwoher kenne ich die Forderung… stimmt ja: Von Özdemir
Quelle aller Screenshots: bild.de
Maria Böhmer fordert „allerdings“, dass Deutschunterricht Vorrang habe, will heißen: Sie widerspricht, bzw. sie erlegt dem von Özdemir Gesagten Forderungen auf. Und welche? Richtig: Die selben, die Özdemir himself angesprochen hat.
Ich will ehrlich sein: Das ist kein „Skandal“, kein Verbrechen. Es zeigt nur einmal mehr, wie Bild versucht, Stimmung zu machen. Hier wird – auch wenn das Interview verlinkt ist – suggeriert, dass Özdemir etwas gesagt hat, bei dem alle widersprechen müssen, obwohl das gar nicht der Fall war. Schon die gestrige Schlagzeile: „An deutschen Schulen!“ Ja, wo denn sonst? Der Kerl ist bei den Grünen in Deutschland, und das mit dem Türkisch-Unterricht ist auch nix wirklich neues. Denn natürlich kann man an deutschen Schulen schon jetzt türkisch lernen – aber eben nicht an allen. Und Özdemir fordert nicht Türkisch als erste Fremdsprache, und schon gar nicht als Ersatz für Deutsch.
Alles, was diese Artikel bei Bild und bild.de zeigen sollen, ist, dass Özdemir komische Sachen plant, die bisher keiner geplant hat. Schließlich ist er der erste Türke an einer Parteispitze, der erste Muslim, und wenn Hitler nicht Vegetarier gewesen wäre, dann würde ich keinen Cent daruf verwetten, dass Bild Özdemir da nicht auch zum ersten gemacht hätte. Und irgendwie ist das eklig.
PS: Bei allen zum Teil sehr wohlwollenden Ausführungen hier: Das ist keine Wahlwerbung für den Herrn Özdemir, nur dass wir uns da verstehen.
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Drews am Herd
Eine Firma, die seltsame nudelähnliche Dinger herstellt (ich vergesse den Namen der Teile immer) wird sich seit gestern wirklich ärgern. Da tauchte Jürgen Drews, seines Zeichens Werbe-Aushängeschild jener Firma in der Promi-Ausgabe der Kocharena auf Vox auf.
Jetzt werden sich alle hier fragend umsehen und verstört und leise fragen: „So einen SCHEISS guckst du?“ Ehrlich gesagt: Es hat sich so ergeben, und ich konnte da nicht wegschalten, ehrlich. Ich mag Kochsendungen eigentlich gar nicht. Danach bin ich immer hungrig, und in aller Regel betreibe ich den dort gebotenen Aufwand auch nicht gerne in der Küche. Dass der Sinngehalt dieser Sendungen selbst negative Kritik beinahe unmöglich macht, muss ich natürlich auch noch am Rande erwähnen, um meinen fiesen Ruf nicht zu verlieren…
Aber dieses Chaotenpack!
Von den anderen vier Promis kannte ich nur noch Martin Semmelrogge beim Namen, und wenn man mich fragen würde, was dessen Popularität ausmacht, müsste ich ehrlich auch auf „Is halt’n Ex-Promi“ ausweichen…). Also nicht so der Hit, die üblichen B- bis X-Promis des deutschen Fernsehens halt. Machte aber nix. Denn wenn die fünfe irgendwas vereint hat, dann die Überforderung, gegen den Profikoch anzutreten. Was von all dem gestellt war, weiss wahrscheinlich nicht mal der Senderchef, aber spätestens bei der Bewertung von Drews Paella habe ich Tränen gelacht.
Es ist jetzt ein wenig schwer: Alles wiedergeben kann und will ich auch gar nicht – aber bei youtube findet sich noch nichts dazu. Also muss ich wohl was dazu schreiben. Dass Drews beispielsweise ständig nach seinem Frauchen rufen musste, und zu guter Letzt mit ihr zusammen gekocht hat, war nur der Gag am Rande. Richtig am Feiern waren wir schon, als wir gesehen haben, wie er den rohen Reis erstmal in die Pfanne geschmissen hat…
Dann hat er das im Laufe der Zeit mit einem guten Liter Fischfond abgelöscht, was aber viel zu viel war, und dann mussten sie abschöpfen und und und. Die pure Überforderung. Und ich halte Drews für zu unbegabt, um das zu spielen.
Das Beste war nach all den Witzen über die Abschöpfaktion von zu viel Flüssigkeit, dass eines der Jury-Mitglieder eben genau dem Profi (ich weiss schon nicht mehr, wie er hieß) unterstellt hat, dass er bei seiner Paella wohl mit zu viel Flüssigkeit gearbeitet hätte.
Bei den anderen war es teilweise ähnlich kurios, aber weniger spektakulär. Wenngleich ich den Teufel tun würde, und dieser Sendung wegen nächstes Mal wieder einzuschalten, so kann ich doch sagen, dass diese völlig niveaulosen und blöden 2 Stunden am gestrigen Abend nicht verschenkt waren. Wollte ich nur mal gesagt haben. Haltet bei youtube Ausschau nach Ausschnitten – sowas lässt sich nicht beschreiben!
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Symbolfotos der Spitzenklasse (2)
Herzlichen Dank an welt online für diesen Schmu:

- Das naheliegendste Foto schlechthin… Screenshot: welt.de
Jedes Mal, wenn Stefan Niggemeier oder Lukas Heinser über welt online schreiben, denke ich mir ja, dass es so schlimm nicht sein kann. Aber schon alleine die Tatsache, dass irgendwo tatsächlich eine 333-teilige Klickstrecke online gestellt wird…
Rien, rien…
Ich möchte trotz sicher gewaltiger grundsätzlicher Meinungsverschiedenheiten die Autoren des dieswöchigen Spiegel-Titel-Artikels (Nr. 47/2008) loben. Über die Finanzkrise ist viel geschrieben worden, und zu meiner Überraschung hat es die Kapitalismuskritik zu diesem Anlass immerhin mal aus den dunklen Kammern der radikalen Linken ans Licht der Weltöffentlichkeit geschafft. Ändern wird sich wahrscheinlich wenig, aber das will ich nicht in diesem Eintrag breit treten. Ich möchte den Artikel wirklich ernstlich loben, weil er selbst für einen Spiegel-Titel lang ist (Seite 44 bis Seite 80), und anhand vieler kleiner Beispiele und einer langen Zeitspanne anschaulich bis bedrückend erklärt, was genau sich eigentlich zugetragen hat. Zwar findet sich nicht viel der meiner Meinung nach angebrachten grundsätzlichen Kritik im Verlauf des Artikels, aber die Schlußsätze haben das Zeug dazu, Geschichte zu schreiben, wenn die Voraussagen eintreffen… Also wenn mir bei einem Artikel über die Wirtschaft ein Schauer über den Rücken läuft. 🙂
Der allerletzte Absatz, den ich meine (Vorkenntnis wäre hilfreich):
„Und wie so oft in einer Krise wehren sich Notenbanken und Regierungen mit immer neuer Geldzufuhr, immer neuen Staatsgarantien, immer neuen Milliarden, mit Billionen gegen das Platzen der finanziellen Superblase. Als wäre es eine letzte Wette auf den Erhalt und gegen den Untergang der bestehenden Weltordnung.
Alles auf schwarz.
Rien ne va plus.“
(Quelle: Spiegel, Nr 47/2008, S.80)
Alles auf schwarz.
Rien ne va plus.
Rien …


