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Yeaahh!

Vier kleine Worte haben gereicht, um die inländische Medienlandschaft zumindest ansatzweise umzugraben: „Und alle so: Yeaahh“

Ich kann mir kaum vorstellen, dass irgendein Leser meines Blogs noch nicht über diese Worte gestolpert ist in den letzten Tagen, aber das ist wieder mal so ein Thema, von dem ich die Finger nicht lassen kann. Falls der ein oder andere doch noch nicht wissen sollte, worum es geht, fange ich mal ganz von vorne an:

Seit der Geburt des Internets, und mehr noch seit der langsamen Etablierung des sogenannten Web 2.0, sind immer mal wieder Memen aufgetaucht. Memen sind, um den etwas arg theoretischen Wikipedia-Artikel zusammenzufassen  Informationseinheiten, die in einem gewissen Kontext Verbreitung finden. Zumeist handelt es sich hierbei um schlicht witzige Dinge, und wer sich die nicht uninteressante Liste von Internet-Memen (englisch) durchsieht, wird feststellen, dass er das ein oder andere Video oder Bild kennt und vielleicht selber mal kommentiert, beworben oder weitergeschickt hat. Ist ja auch erstmal egal, ob es dazu einen Namen gibt oder nicht.

Naja, die „Yeaahh“-Geschichte:

Es war wohl in Hamburg, als ein Unbekannter (der sich jetzt wahrscheinlich in den Arsch beisst, weil er de facto eine Sachbeschädigung begangen hat und sich damit wohl kaum noch melden können wird) ein CDU-Plakat „verschönerte“, indem er hinter die markigen Worte „DIE KANZLERIN KOMMT“ eben folgendes schrieb:

„Und alle so: Yeaahh“

Das fand ein anderer (nehme ich zumindest mal an) so witzig, dass er es fotografierte und bei Flickr online stellte. Ab da schlug das Web 2.0 zu: Das Bild wurde weiterverbreitet, ging über Nerdcore zu Spreeblick, wo es auch umgehend zu einem eigenen Song verarbeitet wurde. Den Rücksprung in die reale Welt schaffte die Geschichte dann wiederrum in Hamburg, wo bei einer Rede von Angela Merkel während einer Art Flashmob auch zu den unsinnigsten Sätzen wiederholt und laut „Yeaahh“ gerufen wurde. Im Netz selbst bloggte nun auch Lukas von coffeeandtv.de über die Sache und steuerte einen eigenen Song bei, und nun verselbstständigen sich auch die Flashmobs, sodass nach Hamburg Mainz und Wuppertal an der Reihe waren und der Abschluss wohl an diesem Samstag bei der Kundgebung hier in Berlin stattfinden wird. Dass ein Wahlkampfauftritt mal gestört oder kreativ mitgestaltet wird, ist nicht zu selten – wovon insbesondere Kleinparteien schärferen Profils sicher ein Lied singen können. Diese „Yeaahh“-Geschichte aber schaffte es immerhin bis in die Tagesthemen und ist meines Erachtens nach fast schon eine neue Dimension dieser Form der Vernetzung.

Der sicher nicht unkritisch gedachte Kommentar auf dem Wahlplakat führt nun über zig Umwege tatsächlich zu einer öffentlichkeitswirksamen Kampagne, in die sich noch dazu alles reininterpretieren lässt, außer einer Unterstützung für die Union.

Anhänger der Piratenpartei greifen das Geschehen als Thema für sich auf, und Angela Merkel reagiert (zumindest laut den Tagesthemen) immerhin mit der nötigen Coolness und spricht von „meinen Freunden aus dem Internet“, was aber bei aller verständlichen Klippenumschiffung in diesem Fall nur einmal mehr die Unwählbarkeit dieser Frau zeigt. Jemand, der immer noch glaubt, es gebe „das Internet“, das – trotz dieses eindeutigen Gegenbeweises – scheinbar nichts mit der restlichen Welt zu tun hat, gehört nicht auf irgendeine Bühne der Zeitgeschichte in diesem Jahrzehnt! Und schon gar nicht auf eine des nächsten…

Im Übrigen ein schöner Anlass, hier noch mal eine 28minütige Berg- und Talfahrt in Form eines haarsträubenden und zugleich irre komischen „Gesprächs“ zwischen Schumacher, Tiedje und Lobo zu verlinken, die mich letzte Woche an meinem Verstand zweifeln ließ, weil hier nicht nur das Internet plötzlich eine einzelne Gruppe ist, sondern diese auch noch von Sascha Lobo regiert sein soll, was ich bei allem Respekt für seine sprachlich gewandten Konter in diesem Gespräch und gewissen tragbaren Grundeinstellungen für eine ganz und gar nicht gute Idee halten würde.

Die Diskussion darüber, ob man auch mit ganz offensichtlich (und nicht nur unterschwellig wie immer) sinnlosen Phrasen Wahlkampf betreiben oder mitgestalten sollte, ist sicher schon in vollem Gange, auch wenn ich das nicht sicher sagen kann, da mir die inzwischen 45.600 Google-Ergebnisse zu „und alle so yeaahh“ ein wenig zu viel zum Durchlesen waren.

Und diese Fragen sind natürlich berechtigt, da die Bundestagswahl – bei allen Kritikpunkten an ihrer Praxis oder gar ihres Sinns – zur Zeit zumindest die wichtigste Form der politischen Mitbestimmung in diesem Land ist. Darf man hier einen auf gaga machen?

Meine Meinung dazu ist eindeutig: Ja!

Denn selbst die Kommunikation einer ablehnenden Haltung ist immer noch ein politisches Statement, und dass auch ein gewisser Humor immer seinen Platz in der Politik gehabt hat, ist nicht  zu verleugnen. Klar stösst das dem einen oder anderen bitter auf, aber andere würden sich sonst gar nicht für Politik interessieren, und das einzig traurige ist, dass am Ende dieser erheiternden Episode deutscher Wahlkampfidiotie wahrscheinlich wieder das Internet für die Verflachung des Niveaus herhalten muss, obwohl hier nur Inhalte transportiert werden, die nach wie vor von Menschen aus Fleisch und Blut erschaffen, diskutiert und auch aufgenommen werden.

Und wenn ich so über meinen Artikel zum Brief von Frank-Walter Steinmeier nachdenke:

„Und alle so: Yeaahh“ hätte als Kommentar eigentlich völlig gereicht.

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Frankie schreibt mir!

Ach, Langeweile am frühen Morgen…

Wahrscheinlich hat so ziemlich jeder letzte Woche den Brief „von Frank-Walter Steinmeier“ bekommen. Von dem Mann, bei dem ich immer versucht bin, noch einen Bindestrich vor den Nachnamen zu packen. Das aber nur nebenbei als sinnfreie Zusatzinformation um den Datenmüllgehalt im Netz nicht drastisch zu senken.

Wobei ich mir bei diesem Eintrag keine Sorgen machen muss, denn ich fand den Brief erbärmlich. Ich habe bisher nichts darüber geschrieben, weil ich mir sicher war, dass ich dazu gar nichts schreiben könnte. Kunststück, werden solche Briefe ja auch auf alles abgeklopft, was irgendwo anecken könnte. Weichspüler ist ein verharmlosender Ausdruck für das Verfahren, das die Ursprungsvariante dieses Briefes wahrscheinlich erdulden musste.

Hey ok, ich bin kein SPD-Fan! Das beeinträchtigt meine Meinung sicherlich, aber ich muss zu meiner Schande – und gegen alle politischen Überzeugungen – immerhin gestehen, dass ich den Steinmeier so vom Auftreten teilweise gar nicht so unsympathisch finde. Das trifft aber wie gesagt nicht auf die transportierten Inhalte zu. Und insofern hat mich der Brief auch nicht wirklich überzeugen können.

Da mir – wie eingangs erwähnt – gerade langweilig ist, und ich aus Gemütlichkeitsgründen keine Autos anzünden will, schreibe ich hier nun ein paar unreflektierte Gedanken zu Frankies Brief nieder. Ich hab Verständnis für alle, die keinen Bock drauf haben, und ich kann – ohne dass ich ein Konzept habe – jetzt schon sagen, dass ich keine Antworten finden werde, nicht allzu niveauvoll sein werde und nur ein bisschen genervt sein möchte (was ich gerade trotz bevorstehender Wahl und der Überzeugung, die Intelligenzverweigerer gewinnen einmal mehr gar nicht bin). Also gibt es alles in allem gar keinen Grund, diesen Text zu lesen.

Es sei denn, euch ist auch langweilig…

Liebe Leserin, lieber Leser,

Dieser Part ist in gedruckter Handschrift gehalten. In einem Blauton, der nicht einmal so wirkt, als wolle er vorgeben, echte Tinte zu sein. Naja, ist inzwischen Usus, und ich kann es auch niemandem verübeln, dass er keine 5 Millionen Briefe unterschreibt. Obwohl das manchen Politiker davon abhalten würde, sich auch noch im Fernsehen zum Löffel zu machen…

danke, dass Sie sich Zeit nehmen für meinen Brief.

Wie gesagt: Mir ist langweilig.

Am 27. September ist Bundestagswahl.

Das wird aber auch jedes Jahr früher! Ganz im Ernst: Wer bis jetzt den Wahltermin noch nicht im Kopf hat, der wird nicht wählen gehen. Vielleicht hat er dafür Gründe, vielleicht ist er bescheuert. Ob diese Kandidaten allerdings die sind, die solche Briefe ernstlich lesen… wer erstellt bei ihnen die Prognosen fürs Wahlverhalten?

Dann werden Sie entscheiden, welcher politischen Kraft Sie in den nächsten vier Jahren den Auftrag zum Regieren geben wollen.

Jaja, ich werd entscheiden, was ich will. Soweit ist mir das klar. Aber um ihrer Bitte vorwegzugreifen: Bekomme ich wieder die Merkel als Kanzlerin, wenn ich SPD wähle?

Bei dieser Wahl geht es um eine Richtungsentscheidung für unser Land.

Komischerweise müsste ihre Richtung dann theoretisch die Beibehaltung des Kurses sein, oder?

Es geht aber auch um Ihre eigene Zukunft.

Ich sag’s ganz frei raus: Ich find egoistisches Wählen asozial!

Darum möchte ich Ihnen einige Gedanken mit auf den Weg geben und beschreiben, worum es an diesem Wahltag nach meiner festen Überzeugung gehen sollte.

Kurzes Lob an die Redenschreiber: Es ist elegant, hier nicht auf die alte Floskel „meiner Meinung nach“ zurückzugreifen. Dennoch: Taschenspielertricks auf Deutsch-LK-Niveau!

Die vergangenen Jahre waren nicht einfach und wir leben auch jetzt nicht in einfachen Zeiten.

Oh!? Mir geht’s eigentlich gut. Soll ich dann nicht kommen?

Die Krise in der Wirtschaft ist noch nicht endgültig überwunden.

Oha! „Die Wirtschaft“! Das klingt erstaunlich distanziert für einen Politiker, der eine Menge Geld in „die Wirtschaft“ pumpt. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Mir sind die Auswirkungen der Wirtschaft aufs Leben bewusst. Aber zu schreiben, dass die Krise nicht nur „die Wirtschaft“ trifft, sondern auch den Rest der Bevölkerung, scheint dann doch ein wenig zu gewagt, nicht wahr?

Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Lehren aus der Krise zu ziehen.

Wieso? Die meisten Banken verdienen wieder gutes Geld, der Aktienmarkt zieht an. „Vorzeigeunternehmen“ werden vom Staat gerettet und ein grundsätzliches Problem haben wir doch gar nicht, es braucht halt etwas Zeit. Das meinen sie doch mit „Lehren“.

Wir brauchen klare Grenzen, mehr Kontrolle und bessere Aufsicht auf den Finanzmärkten.

Kleiner Tipp am Rande: Sie sitzen jetzt seit einem Jahr zusammen mit der Wirtschaftskrise und dieser Schwarzgeld-Partei-Braut in der Regierung!

Es darf keinen Zweifel geben: Die Wirtschaft ist für die Menschen da.

Zweifel darf es immer geben, und das nennt sich dann Demokratie. Aber ich finde es auch ganz dolle böse, dass die niedliche kleine Wirtschaft das alles nicht wahrhaben will…

Wir brauchen auch in Zukunft sozialen Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke.

Also wenn sie mich fragen: Ich brauch zwar auch ein paar Euro, aber „wirtschaftliche Stärke“? Und was den sozialen Zusammenhalt angeht: Ihre Partei ist jetzt seit 1998, also seit 11 Jahren, an der Regierung beteiligt. Da sie – wie leider die meisten Spitzenpolitiker mit bedrucktem Toilettenpapier wie der Bild kooperieren, sollten sie eigentlich mal gelesen haben, woraus hierzulande bisher der soziale Zusammenhalt besteht. Für die Zukunft würde ich mir einiges mehr davon wünschen, dann kann auch gern die wirtschaftliche Stärke irgendwo in der Ecke hocken bleiben, sich die Eier lecken und lieb gucken.

Das ist Deutschlands Erfolgsrezept.

Na dann Prost Mahlzeit. Das ist so innovativ, dass ich die Befürchtung habe, es könnten einige Beraterverträge über siebenstellige Euro-Beträge nötig gewesen sein, um das herauszufinden.

Gut ausgebildete Arbeitnehmer und verantwortungsbewusste Unternehmer sind auch in Zukunft die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg.

Mal davon abgesehen, dass ich mir vorstellen kann, wie die Schreiber hier geflucht haben, weil „Arbeitnehmer“ und „Unternehmer“ diesen Satz phonetisch zu Quark werden lassen, sie es aber nicht ändern konnten, weil es kaum adäquate Ausweichmöglichkeiten gab: Haben sie jemals einen verantwortungsvollen Unternehmer getroffen? Ich will nicht in Abrede stellen, dass es sie gibt. Ich kenne solche Leute, denn ich hab arbeite gelegentlich in solchen Umfeldern. Traurigerweise sind es nicht gerade diejenigen, die sie hofieren oder denen sie in irgendeiner Form Hilfe zukommen lassen. Der „wirtschaftliche Erfolg“ stellt sich – und das ist ein offenes Geheimnis – doch eher auf anderem Wege ein.

Sie entscheiden darüber, ob diese Grundlage weiter bestehen wird.

Ich fasse mal zusammen: Sie sind in der Regierung, die Zeiten sind hart, die Wirtschaft ist am Ende, und ich soll mich jetzt dafür entscheiden, dass es so weitergeht? Ich denke, da besteht noch Diskussionsbedarf…

Dazu gehören soziale Arbeitnehmerrechte, Mitbestimmung, Kündigungsschutz, Mindestlöhne und eine Steuerpolitik, die dafür sorgt, dass starke Schultern mehr tragen als schwache.

Es ist aber nicht nett, dass das Wörtchen „soziale“ hier nicht mehr zu den fetten gehören darf. Das macht keinen guten Eindruck. Ich will es mir jetzt nicht so einfach machen, aber im Großen und Ganzen plädieren sie wieder dafür, dass alles bleibt wie es ist und stellen in Aussicht, dass ihre Partei diese Grundpfeiler der Gesellschaft (sorry für den überheblichen Ton, mir war gerade nach was monumentalem) nicht weiter einreissen wird?

Der soziale Fortschritt ist nicht selbstverständlich.

Ja, nicht wenn man die ganze Zeit nach der Wirtschaft schielt. Aber es wäre schonmal ein Anfang, das Wort „sozial“ konsequent fett zu drucken!

Ich will ihn bewahren.

Sie wollen was? Fortschritt bewahren? Einen nicht selbstverständlichen dazu. Ich habe die Befürchtung, sie meinen das ernst.

Und Sie können mit Ihrer Stimme mithelfen, dass es in unserem Land sozial und gerecht zugeht.

Puh… ja. Vielleicht. Warum ich das aber ausgerechnet tue, wenn ich ihre Partei wähle, das will mir immer noch nicht so ganz in den Kopf.

Mein wichtigstes Ziel: Ich will mit aller Kraft die Arbeitslosigkeit bekämpfen.

Na das ist ja eine Überraschung! Ich kann mich nun seit meiner Kindheit nicht zurückerinnern, dass das jemals ein Kanzlerkandidat nicht gewollt hätte. Also als Alleinstellungsmerkmal taugt das nun wirklich nicht mehr.

Ohne Arbeit gibt es keinen Wohlstand und keine Sicherheit.

Das behaupten sie jetzt aber auch, ohne das Gegenteil ausprobiert zu haben! Aber wenn wir uns mal an ihr niedliches Weltbild mit Lohnarbeit und Vollbeschäftigung als Ziel halten wollen, dann empfehle ich dringend, ein „gut bezahlte“ vor das Wörtchen Arbeit zu stellen. Sonst ist zumindest nix mit Sicherheit. Und gerade von ihrer Partei erwarte ich noch einige Rezepte, wie z.B. Zeitarbeit mit 7 € Brutto-Stundenlohn bei 35 Wochenstunden das leisten soll.

Aber zukunftsfähige Arbeit braucht gut ausgebildete junge Menschen.

Erlauben sie mir, das umzudrehen, damit es den Kern der Tatsachen noch ein wenig mehr trifft: „Gut ausgebildete junge Menschen brauchen zukunftsfähige Arbeit.“ Und wenn ich mit gutem Gewissen jemanden in dieser Gesellschaft wählen will, dann erwarte ich zumindest ein Nachdenken darüber, was wäre, wenn – welch unglaublich futuristische Idee! – nicht genug Arbeit da ist. Oder um es klarzustellen: Wenn über Nacht alle Leute hier Abitur, Studium, Ausbildung, Berufserfahrung und ein völlig grün-weißes Führungszeugnis vorweisen können, dann haben wir noch keinen Arbeitslosen weniger. Darüber sollte sich mal jemand Gedanken machen!

Wir können gemeinsam erreichen, dass unsere Kinder eine erstklassige Ausbildung bekommen, und zwar unabhängig vom Einkommen der Eltern.

So wie ich sie inzwischen einschätze, denken sie, dass Studiengebühren dieses Ziel vereinfachen…
Und wen interessiert denn das Einkommen, wo doch in SPD-Deutschland alle so sozial und solidarisch sind?

Wir Sozialdemokraten stehen für sichere Renten ein.

Also zumindest für die nächsten vier Jahre.

Und dafür, dass Gesundheit bezahlbar bleibt.

Sagen sie mal, hat ihnen ihre Deutschlehrerin nicht auch noch erzählt, dass es nicht schön ist, einen Satz mit „und“ zu beginnen. Ich mache das auch ständig, aber es interessiert mich einfach, ob diese Regel inzwischen überholt ist. Ich denke, sie als fortschrittlicher Sozialdemokrat wissen das sicherlich.
Und (sic) was den Inhalt angeht: Die Praxisgebühr wird also nicht erhöht? Super! Die Krankenkassen kosten in Zukunft weniger? Super! Wie wollen sie das eigentlich machen?

Die soziale Gerechtigkeit der Menschen braucht Verlässlichkeit und die Solidarität aller.

Meine Kontonummer lautet…

Gehen Sie bitte am 27. September zur Wahl.

Mache ich gerne. Aber es wird sie nicht wirklich erfreuen, was ich wähle…

Überlassen Sie die Zukunft nicht anderen.

Ähm… das war die Sache mit der Demokratie. Seien sie mal ehrlich, Frankie: Wir haben beide verschissen, wenn die Welt wie befürchtet aus Abermillionen Idioten besteht.

Vor allem: Überlassen Sie Ihre Zukunft nicht anderen.

Moooment mal! Wer sülzt mir hier ein unschuldiges Blatt Papier voll, dass ich ihm meine Zukunft anvertrauen soll?

Mit Ihrer Stimme für die SPD helfen Sie ganz persönlich mit, dass wir gemeinsam eine soziale und erfolgreiche Zukunft haben.

So langsam finde ich es im Übrigen unheimlich, dass sie keine Ausrufezeichen verwenden. Und nehmen sie es mir nicht übel, aber über eine gemeinsame Zukunft mit ihnen möchte ich nach dem ersten Brief wirklich noch nicht nachdenken.

Ich verspreche Ihnen, dass ich hart für Sie und unser Land arbeiten werde.

Wissen sie was: Geschenkt! Ich mache meine Arbeit gerne alleine – sie macht mir nämlich Spaß – und die Arbeit für unser Land: Sie hatten ihre Chance!

Es grüßt Sie herzlich Ihr Frank-Walter Steinmeier

Gruß zurück und nichts für ungut!

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Dinge, die ich schon immer mal installieren wollte

Klingt ja nicht schlecht soweit, Screenshot: Sashs Admin-Bereich

Klingt ja nicht schlecht soweit, Screenshot: Sashs Admin-Bereich

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Nackte Panik, Sucht und gute Software

Boah, was für ein schrecklicher Abend. Diesmal hat mir niemand ins Auto gekotzt oder so – schlimmer: Ich hatte frei. Wenn ich frei habe, gibt es nur wenige Dinge, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eintreten, die mich verzweifeln lassen. Da eine Beziehungskatastrophe gerade eher unwahrscheinlich ist und ich die gesundheitlichen Folgen meiner Nikotinsucht erst in ferner Zukunft verorte, betreffen solche Horrorszenarien meistens meinen PC. Eigentlich noch eher meinen Blog.

Der PC ist gerade eher zweitrangig. Zwar habe ich jetzt nicht irgendwie im Übermaß Geld, aber so ziemlich jedes Teil, dass es irgendwie zu ersetzen gelten würde, bin ich in der Lage mir zu organisieren.

Der Blog dagegen… wenn der weg ist, dann ist er weg.

Weg war er gar nicht mal – das sollten zumindest einige Leser bemerkt haben – aber ich konnte schlicht nichts daran machen. Der Admin-Bereich war nicht zugänglich und WordPress kommentierte das süffisant damit, ich hätte „nicht ausreichend Rechte“. Das tut weh. Ich gebe es ja zu: Ernsthafte Panik ist was anderes, denn ich wusste natürlich, dass das höchstens ein Problem auf Zeit ist – aber wenn man so viel Zeit an seinem Blog verbringt wie ich, dann schränkt es doch ein.

Naja, was war das Problem?

So genau weiss ich das immer noch nicht, aber die Vermutungen gehen in eine eindeutige Richtung. Eine Tabelle in der WordPress-Datenbank war kaputt. Eine nicht allzu wichtige offenbar, die wp_usermeta um genau zu sein. Darauf hat mich einmal mehr Ozie gebracht. Eine intensive Fehleranalyse ist da ehrlich gesagt nicht meine Stärke. Also vor allem bei Datenbanken. Die sind für mich wirklich nur nötiger Kram, der funktionieren sollte. Faszinierend finde ich sie zwar schon irgendwie – aber Ahnung davon habe ich eher so auf dem Niveau eines Erstklässlers, der gerade stolz das erste A gemalt hat.

OK, meinen Stolz kann ich gerade noch so zügeln 😉

Aber – in diesem Fall – war ich auch einmal glücklich, dass ein Programm auch für Dummies geschrieben wurde und sowas wie eine automatische Repair-Funktion hat. Und alles funktioniert. Puh!

Allen WordPress-Nutzern empfehle ich vorsichtshalber zu vermeiden, was offensichtlich den korrupten Tabelleneintrag verursacht hat: Den Browser schließen, während WordPress an der Veröffentlichung eines Artikels arbeitet…

Sollte man selbst drauf kommen – aber wenn der Browser hängt und man gerne das Betriebssystem wechseln will, macht man auch mal dumme Sachen…

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Böses böses Internet

Das Internet. Unendliche Weiten…

Puh! Seit etwa 15 Jahren weiss die Menschheit, dass das Internet ganz toll und einzigartig ist, und seit rund 2 bis 5 Jahren zudem noch, dass es total böse und schlimm ist. Ich schreibe hier eigentlich immer frisch von der Leber weg, und das in dem Wissen, dass das Netz nicht vergisst. Auch ich hab schon Sachen gelöscht, weil sie mir im Nachhinein dann doch zu privat waren und andere nicht, obwohl viele denken, ich sollte es vielleicht.

Ja, das Netz ist ein großer Kinderspielplatz, dessen ganzer Nutzen – sowie dessen Gefährlichkeit – sich einem aber erst als „Erwachsener“ erschließt. Kein Spiegel-Artikel zum Thema lässt ja die ahnungslosen Kinder aus, die sich nackt und betrunken bei Facebook zeigen, und dann Blogeinträge über die Kreditkartennummer ihrer Eltern schreiben. Oder so ähnlich. Das sind jetzt eher die Ecken des Netzes, in denen ich mich nicht herumtreibe, aber durch einen aberwitzigen Zufall (über die Suchanfragen hier in meinem Blog) bin ich gerade beim Vollspaten des Jahres gelandet.

Der werte Fridolin (Name geändert) hat nämlich einen Blog aufgemacht. Nicht irgendeinen, sondern den „Fridolin-liebt-Gudrun-Blog“. Gudrun heisst natürlich auch anders. Das Prinzip sollte allerdings klar sein.

Da ich – Generation Scheidungskinder lässt grüßen – trotz anhaltender guter Erfahrungen nur begrenztes Vertrauen in die Haltbarkeit von Beziehungen habe, lässt sowas bei mir fast alle Alarmglocken klingeln und reizt irgendwelche Rezeptoren in meinem Hirn, die veranlassen, dass ich spontan ein mildtätiges Grinsen aufsetze und in mich hereinflüstere: „Sie an, ein Idiot…“ Ozie kennt das auch – von ihrer Arbeit im Callcenter. Sobald jemand schnuckelhase_und_manuel@freeweb.com als Email-Adresse hat – und die auch noch angibt! – fällt es einem einfach schwer, sich vernünftig zu unterhalten. So viel sollte man über das Netz inzwischen gelernt haben.

Aber gut, wir waren bei Fridolin. Ich konnte nicht anders und musste hinschauen. Wie das eben auch bei Autounfällen ist. Was soll ich sagen? Grandios. Als erstes fiel mir in diesem völlig dahingerotzten Freehost-Blog ein Text auf, aus dem ersichtlich wurde, warum der Blog nicht „Fridolin-und-Gudrun-lieben-sich-gegenseitig“ heisst. Eine Ex-Freundin also! Fridolin, in meinen Augen noch ein tapferer Recke gegen das Machotum, schrieb den Inhalt seines kompletten Gehirns aus Kopf und Hose und beweinte das Dahinscheiden seiner Beziehung mit Gudrun. Inklusive „Mir ist so schlecht, dass ich ständig kotzen muss“ und all dem, was man früher höchstens privat in ein Tagebuch schrieb, das mit 2 Vorhängeschlössern gesichert und mit Totenköpfen bemalt war.

Ihr wisst schon – der eine Band, der nach zwei Monaten und 58 Einträgen in Romanlänge feierlich auf einer Waldlichtung dem Feuer übergeben wurde, während man die andere Hand in der Hose der nächsten Holden hatte und ihr was vorlog von wegen da stünden nur Dinge über einen „guten Freund“ drin, der nun leider entschlossen hat, die eigene Mutter zu schwängern und auf Adolf Hitlers Rückkehr via Ufo zu warten.

„OK, mutig!“, dachte ich mir.

„OK, völlig bekloppt!“ war dann ohne Übergang der nächste Gedanke, denn ich war auf der Profilseite des tapferen Recken, und dort fand sich nicht nur seine dörfliche Adresse, sondern auch ein verpixeltes Webcam-Foto, dessen Qualität leider gut genug war, um einen groben Überblick über die Akne-Plantage unterhalb der Brille des tapferen Fridolon zu geben. Das Alter war auch angegeben: 15.

Eigentlich hätte ich an dieser Stelle die Seite verlassen müssen, und irgendwas vernünftiges lesen. Irgendwas weniger peinliches. Meinetwegen den nächsten yoursweetpinkbunnyknuddelsstuff-Blog, einen Wikipedia-Eintrag über Zuckerrüben oder einen Briefwechsel zwischen Atheisten und dem Papst. Tat ich aber nicht. Ich kann nicht verleugnen, dass mein Voyeurismus auch zu solch früher Stunde schon hellwach ist. Wacher als ich selbst offenbar.

In der Hoffnung, dass es sich um einen alten toten Blog handelt, habe ich auf Archiv geklickt und mit ehrlichem Mitleid festgestellt, dass der Blog erst vor einem Monat begonnen wurde. Aua! Die anderen Einträge schienen nicht weniger theatralisch und aus irgendwelchen – sicher tief in meiner Psyche verankerten – Gründen habe ich einen zweiten Eintrag aufgemacht. Dort förderten dann die Kommentare das ganze Ausmaß der Katastrophe zutage. Denn: Gudrun kennt diesen Blog und kommentiert auch darin!

9 Monate waren die beiden zusammen. Wow! Das hätte ich nun nicht unbedingt erwartet, da die durchschnittliche Halbwertszeit einer Beziehung in diesen jungen Jahren doch weit mehr gegen Null strebt als gegen 4 Monate. Für einen kurzen Moment streifte mich einmal mehr ehrliches Mitleid, doch mit meiner nächsten Entdeckung starb es. Endgültig.

„Ja, ich hätte vorher schon schreiben können, dass es eine Fernbeziehung war“, lässt Fridolin wissen. Man habe sich auch nur einmal gesehen – via Webcam versteht sich.

In diesem Moment wusste ich, dass ich darüber schreiben muss. Als therapeuthische Maßnahme. Aus Notwehr. Gefahr im Verzug!

Dass sie sich nie getroffen haben, weiss Fridolin auch zu erklären. Schließlich zerbrach das junge Glück bereits vor den Sommerferien, und folglich hatte er – nicht wie der neue Lover Mopsi (Name auch geändert) – die Möglichkeit, einfach mal zu ihr zu fahren. Zumal der neue schließlich nur knapp eine Stunde zu ihr fahren müsste, er jedoch fünf. Das ist natürlich eine tragische Geschichte, und es ist nur zu logisch, dass er seiner Flamme, der holden Gudrun, ausrichten ließ, sie solle Mopsi doch bitte nicht küssen, weil ihn das in den Selbstmord treiben würde.

Gudrun selbst antwortete in den Kommentaren, dass er dies doch eh nicht mitbekommen würde, und seine Ausrede mit den Sommerferien ein wenig dünn sei, da schließlich allerlei andere Ferien den bisherigen Verlauf ihrer Beziehung gepflastert hätten. Zumal Mopsi fast drei Stunden zu ihr benötige, und Fridolin wenn es hochkommt, vier.

Wer nun glaubt, die Geschichte wäre schon auf dem Höhepunkt, wer glaubt, all dies sei die Krönung der pubertären Verirrungen eines Menschen, der sich vom Schicksal so richtig hart durchgenommen fühlt, wer glaubt, Fridolin könnte da nicht noch einen draufsetzen – der irrt!

Im letzten Beitrag, den ich zu lesen wagte – so langsam tränten mir auch die Augen vor Lachen – erfuhr ich dann, dass Fridolin derjenige war, der die Beziehung der Zeitaufwändigkeit zugunsten von Computerspielen beendet hatte, und jetzt natürlich viel schlauer sei, jetzt da seine holde Gudrun den blöden Mopsi mit den Küssen beehrt, die ihm eigentlich zuständen…

Nichts von dem wird das Netz der Netze wieder verlassen! Kein Anderer wird so nett sein, und die Namen ändern. Ja, es juckt ja geradezu in den Fingern, die Seite lokal zu speichern… wahrscheinlich ist der Selbstmord von Fridolin tatsächlich eine Option.

Wenigstens weiss ich jetzt, wo die Medien hierzulande recherchieren, wenn sie „tief im Netz“ wühlen und „ein buntes Potpourri an Perversionen“ zutage fördern, dessen einzige Schlußfolgerung sein kann: Zensieren! Ganz abschalten! Nutzer internieren!

Puh!

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Des Sashs Gezocke

Eine ganze Menge Zeit außerhalb des Autos verbringe ich ja dann auch am PC. Derzeit meist zum Bloggen, aber auch wenn ich erst als (zumindest offiziell schon) Erwachsener einen Computer mein eigen nennen durfte, so habe ich die Teile doch immer auch genutzt, um daran zu spielen. Ohne dass ich jemals ein wirklicher Hardcore-Zocker gewesen wäre, habe ich dennoch so einige Spiele hinter mir, und hab mir gedacht, ich kann hier ja mal eine Art Best-of zum Besten geben. Gleich vorweg sei erwähnt: Fast alle Spiele hier sind alt, also wirklich in keinster Weise up to Date. In den wenigsten Fällen ist das also eine Kaufempfehlung, sondern vielmehr so eine Art gesammelte Erinnerung mit netten Anekdoten. Vielleicht erinnern sich ja auch noch andere an diese oder andere Lieblingsspiele. Dachte mir, wenn ich schon tagein, tagaus am PC über mich und mein Leben schreibe, dann gehört das doch irgendwie auch dazu. Also, meine Top 10 der PC-Spiele, die mich am meisten Zeit oder Nerven kosteten oder mich am meisten beeinflusst haben. Links hab ich meistens zu Wikipedia angegeben, weil da noch mehr Infos zu haben sind. Einige der Spiele gibt es sowieso kaum noch neuwertig im Laden zu erwerben.

Age of Empires 2 (Echtzeit-Strategie)

Bis heute gibt es kein Spiel, dass ich länger am Stück gezockt habe, als „Age“. Irgendwann fand es den Weg in die ein oder andere Netzwerksession bei uns, und soweit ich mich erinnern kann, hat das längste Spiel damals 7 Stunden gedauert… Für heutige Strategiespiele ist dieser Klassiker, der noch aus den Neunzigern stammt, natürlich zu simpel aufgebaut. Das Prinzip ist dem bei „Die Siedler“ z.B. nicht unähnlich: Man muss Rohstoffe abbauen, Militär entwickeln und sein Reich schützen, und irgendwann und immer wieder kloppt man sich mit seinen Mitspielern. Trotz des begrenzt umfangreichen Spielprinzips macht das aber eine ganze Weile lang Spaß, wobei das wie bei den meisten Games vor allem dann eintritt, wenn man es mit menschlichen Gegnern zu tun hat. Großes Manko der KI ist zum Beispiel, dass sie zumeist aufgibt, bevor man den Gegner wirklich endgültig geschlagen hat. Da ist es mir dann doch lieber, wenn Ganoven wie mein Bruder ihren König mit einem Dorfbewohner auf einem Transportschiff am Rand der Karte geparkt hat, um sich was neues aufzubauen… Ich hab das Spiel neulich erst wieder eine Runde mit Ozie gespielt, leider ist es ihr zu sehr auf Militär und zu wenig auf eine (komplexe) Wirtschaft ausgerichtet.

Alühn (Premium Adventurener)

Dass dieses Spiel hier auf der Liste landet, liegt nicht einmal daran, dass ich es so ausgiebig gezockt habe. Durchgespielt ja, aber das hat keine Monate gedauert. Dem Profi fällt schon die komische Spiel-Kategorie ins Auge, und ein Auge sollte man auf dieses Spiel wirklich mal geworfen haben. Es ist eigentlich ein klassisches 2D-Point-and-Click-Adventure (wie z.B. Monkey Island), was zumindest mal bedeutet, dass die Steuerung verdammt einfach ist. Das alleine wird dem Spiel allerdings noch lange nicht gerecht. Das Spiel ist in Handarbeit von einer kleinen Nicht-Profi-Clique geschaffen worden und danach kostenlos zum Download angeboten (Der Link geht hier auch direkt zur offiziellen Seite). Dementsprechend ist die Grafik mies und die Story um so abgefahrener. Die Rätsel sind nicht nur angemessen schwierig, sondern fast durch die Bank von einer liebenswerten Beklopptheit gezeichnet. Wer sich also zum Beispiel nicht vorstellen kann, wie ein Frosch und eine irakische Playstation dazu beitragen können, Krefeld zu retten, der sollte das Spiel bis zum Ende durchspielen. Hier in der Liste steht es zudem, weil sich bei uns in der WG der Spruch „Arül – weil muss!“ als Redewendung durchgesetzt hat, wenngleich es nur eine Tankstellenwerbung im Spiel ist. Man braucht schon sonderbaren Humor, um es zu mögen – aber dann ist es großartig!

GTA 3 (3rd-Person-Shooter und Rennspiel)

Killerspiele muhaha! Noch mehr als Driver ist GTA der Innbegriff zweifelhafter Moral in Softwareform. Das Konzept ist recht simpel: Man kann seinen Protagonisten (in Version 3 erstmals in 3 D) frei durch eine Stadt bewegen und muss Geld verdienen. Dazu hat man allerdings so gut wie keine legalen Möglichkeiten. Die Aufträge, die man bei verschiedenen Mafia-Clans annehmen kann, drehen sich eigentlich immer um Transport oder Mord. Das Schöne an dem Spiel ist, dass man sich frei bewegen kann, und auch mal einfach – das ist aber nicht der Grund, weswegen ich das Spiel so mag – sich ein Taxi klauen kann, um damit sein Geld zu verdienen. Es stehen Unmengen an Fahrzeugen zur Verfügung und das Spiel verliert nicht so schnell an Spaß. Ist zwar sicher nicht gerade das Spiel, dass man zur Erziehung verwenden sollte, aber eine gute Unterhaltung ist es allemal. Außerdem muss ich den Entwicklern mal für die absurde Idee danken, dass man seine Lebensenergie (unter anderem) durch Sex mit Prostituierten wiedererlangen kann.

Need for Speed Porsche (Rennspiel)

Immer noch mein Liebling unter den NFS-Spielen. Die Grafik der Nachfolger ist zwar besser geworden, dafür mag ich das gediegene Spielambiente in dieser Version. Dass man ausschließlich Porsche fahren kann, kam vielleicht meiner Eigenschaft als Stuttgarter entgegen 😉 Bei diesem Spiel kam es insbesondere auf Genauigkeit an, und ich war froh, dass das Spiel auf meinem alten Rechner auch mit Winamp flüssig lief. Etliche Nächte meiner Zivizeit habe ich damit verbracht, hier ein paar Runden durch die Gegend zu brettern. Rennspiele dieser einfachen Kategorie haben zudem den „Vorteil“, dass eine Hand für Zigarette oder Bier frei bleiben kann. Und wenigstens ist dieses Spiel ein gutes Ventil gewesen für meine Begeisterung, Auto just dann zu fahren, wenn ich betrunken bin. Eine Begeisterung, die ich glücklicherweise inzwischen abgelegt habe. Die Stunden, die ich in den verschiedenen Modi des Spiels immer wieder verschwendet habe, lassen sich nicht mehr zählen, aber dass es über 1000 waren, ist anzunehmen. Ich sollte es mir mal wieder besorgen…

Rollercoaster Tycoon (Wirtschaftssimulation)

Von allen hier genannten Spielen reicht die Rollercoaster-Reihe am weitesten in mein Leben zurück – immerhin schon vor meine Volljährigkeit. Etliche durchzockte Nächte am Pentium 1 meines Vaters habe ich damals mit Leini zugebracht. Monatelang habe ich damals übrigens im Nebenzimmer meines Vaters geraucht, ohne dass er es mitbekommen hat (weil Leini auch geraucht hat). Etwas krude Erinnerungen also. Aber gut, bei dem Spiel geht es darum, einen funktionierenden Vergnüngungspark mit allerlei Attraktionen aufzubauen, und das ist eigentlich eine spannende Geschichte. Insbesondere die Tatsache, dass man die Achterbahnen auch selbst bauen kann, haben das Spiel spannend gemacht. Die Serie hat mich noch bis nach Berlin verfolgt, wo ich mit Ozie zusammen noch fleissig an der zweiten oder dritten Generation Spaß hatte.

Tactical Ops (Multiplayer Ego-Shooter)

TO ist vom Spielaufbau nahezu identisch mit dem wesentlich populäreren Counter-Strike. Nur dass dieses nicht auf der Half-Life-, sondern auf der Unreal-Engine basiert. Ein Rundenbasiertes Spiel, immer ein paar Cops gegen ein paar Terroristen. Wer schneller zielt und die geeigneteren Waffen für seine Taktik wählt, gewinnt durch Headshot. Einfach, aber im Netzwerk mit Freunden eine verdammt gute Unterhaltung. Bei keinem anderen Spiel habe ich jemals so viele Beleidigungen durch die Wohnung hallen hören 🙂 Im Gegensatz zu Unreal Tournament kann man bei TO durchaus mit taktischem Zusammenspiel einiges erreichen, auch wenn man vielleicht nicht der beste Schütze ist. Der Schwob weiss, was ich meine 😉 Dennoch eine sehr kurzweilige Unterhaltung. Im Gegensatz zu den meisten anderen in meinem Umfeld kann ich das Spiel aber nicht die ganze Nacht durchzocken, sondern mache eher mal Pause nach einer Stunde oder so.

Tony Hawks Pro Skater 3 (Skateboarding-Simulation)

Angefangen hat alles mit der 1er-Version auf der Playstation, und im Laufe der Zeit sind die beiden Folgeversionen auf fast allen PC’s der WG rundgelaufen. Als Multiplayer-Spiel haben wir es eigentlich nie ausgiebig benutzt, aber als Solo-Spiel war es immer mal wieder phasenweise sehr beliebt. Ich weiss eigentlich bis heute nicht, weswegen ich ausgerechnet eine Skateboard-Simulation als Spiel so interessant fand, aber das Spiel war einfach gut gemacht – es hat definitiv neue Standards bei Sportgames gesetzt. Dabei muss man sagen, dass die Umsetzung des Spiels durchaus einigen Witz enthielt, was zusätzlich zum Gieren nach Rekorden und dem durchweg hörbaren Soundtrack natürlich auch nochmal für Spielspaß gesorgt hat. Gerade die Version 3 war ein großer Entwicklungssprung bezüglich Gameplay, Levelgröße, Auswahlmöglichkeiten und Länge des Spiels.

TrackMania (Rennspiel)

Trackmania knüpft da an, wo „Stunts“ seinerzeit (also um 1990 rum) aufgehört hat: Ein Autorennspiel, das man im Multiplayermodus spielen kann, und nebenbei eigene Strecken entwerfen, die man dann ebenso gemeinsam spielen kann. Der größte Clou ist, dass bei Trackmania eine (sehr eingeschränkte) Variante des Spiels – welche im Übrigen beim ESWC (Electronic Sports World Cup) im Turnier gespielt wird – kostenlos zum Download angeboten wird. Auch wenn das Spiel weder Kollisionen, noch Schadensmodelle kennt, spiele ich es aktuell noch sehr gerne und in gewisser Weise auch erfolgreich. Durch die beinahe unendliche Streckenauswahl (dank eigener Kreationen der Spieler) bleibt das Spiel immer wieder interessant, und ich werde mich wohl noch eine Weile bemühen, mich in der Weltrangliste unter den Top 10.000 zu bewegen (bei über 3.000.000 registrierten Spielern). Ich habe natürlich inzwischen die kostenpflichtige Variante TrackMania United Forever, die noch einiges mehr bietet als die kostenlose Version. Für die Mitspieler unter den Lesern: Ich bin unter dem Nick „bigsash“ zu finden.

Unreal Tournament (Multiplayer Ego-Shooter)

UT! Eines der ersten Spiele, dass ich im Netzwerk gespielt habe. An diesem Shooter gibt es nach meiner klassischen Liste nichts, was mir gefällt. Es ist ein hektisches Spiel und die Gegner (wenngleich meist Human Player) sind nach Monster-Art aufgemacht, was mich als Gegenwarts- und Realismus-Freund mal gar nicht anspricht. Dennoch hat UT bei vielen Netzwerksessions schon spannende Spiele hervorgebracht – wobei ich insbesondere an Sniperduelle mit dem Schwob und Jörg im Level „Cranes“ denke. Die grundsätzliche Brutalität des Spiels interessierte dabei eigentlich niemanden. So sind wir auch nie auf eine aktuellere Version umgestiegen. Das Spiel ist ein Geschicklichkeitsspiel, bei dem es meines Erachtens nach nie darauf ankam, in wie viele Teile ein Gegner zerfleddert wird, wenn man ihn mit dem Raketenwerfer trifft. Aber hier gilt wie bei vielen anderen Spielen auch: Singleplayer ist recht öde – der Multiplayer-Modus macht’s!

Worms World Party (Rundenbasiertes Taktik-Spiel)

Worms gibt es schon, seit ich klein war. Insbesondere bei mir ist das schon lange Zeit her. Ich habe mit dem Spielprinzip eigentlich nie etwas anfangen können – bis ich hier in Berlin (also in den letzten 2 Jahren) mit Nico zusammen WWP gekauft habe. Das Spielprinzip ist denkbar einfach: Auf einer 2D-Karte hat jeder Spieler ein paar Würmer, die der Reihe nach mit irgendwelchen Waffen den feindlichen Schleimtierchen auf die Pelle rücken können. Dabei spielt es eine enorme Rolle, welche Taktik man anwendet, da man sich mit fast jedem Angriff in eine exponierte Position begeben muss, die dem Gegenspieler seinerseits eine Angriffsmöglichkeit bietet. Ein gegen die begrenzte KI der Computergegner ziemlich langweiliges Spiel, das gegen menschliche Gegner sehr komplex werden kann. Die Grafik mag altbacken sein, das Prinzip erfreut mich ehrlich gesagt bis heute.

Natürlich habe ich auch noch andere Spiele gerne gespielt. Ich liebe zum Beispiel spannende und realistische Point-and-Click-Adventures à la „NiBiRu“, die ich als eine Art interaktiven Film betrachte. Dazu habe ich schon online monatelang Kapiland (eine Wirtschaftssimulation) gespielt und wenn ich noch Konsolenspiele erwähnen wollte, dann müsste MarioKart64 wohl das Spiel mit der längsten Vergnügungsphase sein. Naja, das war nun mal nichts aktuelles, sondern einfach nur was, was ich immer mal schreiben wollte.

Hinweis: Ich kriege von keiner der Firmen Geld, „bewerbe“ diese Spiele also freiwillig und ohne Aufforderung. Dennoch: Das ist MEINE Meinung zu diesen Titeln, und ich möchte wirklich keine Verantwortung dafür übernehmen, dass ich hier was empfehle. Es muss jeder selbst entscheiden, ob ihm ein Spiel Geld wert ist!

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Das Internet kann sogar witzig sein

Gelegentlich kommentiere ich hier ja auch Fundstücke aus dem Netz. Wenn ich sowas mache, dann sind das in der Regel Sachen, die ich selbst gefunden hab. Ich möchte es damit auch nicht übertreiben, denn bei allem Humor möchte ich nicht die einemillionundeinste Fun-Webseite im deutschsprachigen Netz betreiben und alleine 550 Varianten von witzig-falschen Preissenkungen anbieten.

Ich treib mich dennoch gelegentlich auf solchen Seiten rum, und manchmal hab ich trotz des überwiegend sehr schwachen Niveaus das ein oder andere Schmuckstück gefunden. Naja. Lange Rede, kurzer Sinn:

Ich wollte mal eine Ausnahme machen, und ein Bild auf einer Spaßseite verlinken.

Das tue ich nicht einmal, weil ich sonst nichts zu bloggen habe, sondern weil ich das Bild gerade mal wieder gesucht hab, um mich – das mach ich bei dem Bild ernsthaft – wie alle drei Monate mal wieder kaputt zu lachen. Kann sein, dass es nicht den Humor von allen von euch trifft, aber ich hab jedes Mal Mühe, das Browserfenster wieder zu schließen vor Lachen. Das Bild ist in mindestens 4 Richtungen witzig, und wahrscheinlich versaue ich es jetzt total mit dieser hochgehypten Einleitung. Egal:

Überzeugende Gesichtserkennung

Ich hätte das Bild gerne hier in den Blog gepackt, aber da ist mir die Sache mit den Urheberrechten dann doch zu heikel.

Mich würde mal interessieren, ob ihr es auch so bekloppt lustig findet wie ich, oder ob ich da irgendwie an Niveauverirrung leide 🙂

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