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Ein Herz für Bildunterschriften

Ich bin ja manchmal auch ein wenig albern bei Bildunterschriften, ich mag das. In bebilderten Texten ist das mitunter ein Platz, wo kleine Scherze gut aufgehoben sind und sie nicht jeder gleich sieht – manche auch gar nicht.

Ein Meisterwerk dieser kleinen Kunst für nebenher hat die taz in ihrem Artikel zum eigenen juristischen Sieg über Thilo Sarrazin untergebracht:

Häme in Reinkultur ;)

Resignierter Troll mit Brille wird verhöhnt. Quelle: taz.de, Bild: dpa

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Rennfahrer-Psychologe

Das Internet: Undendliche Weiten …

Es ist schon irgendwie wie mit dem Weltraum. Selbst wenn wir die interstellare Raumfahrt entwickelt hätten, würden wir wahrscheinlich stets an den Sternen und den ihnen zugehörigen Planeten vorbeirauschen, die wirklich interessant sind. Ebenso warten im Netz sicher haufenweise verdammt spannende Seiten, wenn man selbst unterwegs ist, findet man indes meist Datenmüll.

Neben all den von mir hobbymäßig verfolgten Idiotenseiten zocke ich auch gelegentlich mal online. Nein, nicht World of Warcraft, Minecraft und all die anderen hippen Spiele! Als Taxifahrer und Freund des guten alten Rennspiels bin ich hauptsächlich noch bei Trackmania online unterwegs. Inzwischen habe ich sogar TM 2 – Canyon erworben.

Und weil ich mich da auf Servern zum Zocken und nicht zum Schreiben herumtreibe, nervt mich die Chat-Funktion meistens. Man kämpft um neue Bestzeiten und irgendein Idiot will mal wieder nicht verstehen, weswegen man in der begrenzten Zeit nicht unbedingt auf sein in die Runde geworfenes „Hi @all“ antwortet.

Schlimmer aber: Auch in so begrenzten „Foren“ gibt es Trolls. Als ich vor einer halben Stunde ein wenig am Zocken war, nervte ein Penner aus Österreich damit, dass er ständig behauptete, die Strecken seien alle Scheiße und wir sollten doch auf seinen Server wechseln. Lame, keine Frage.

Nach der zigtausendfachsten Erwähnung hab ich ihm einfach mal gesagt, er solle sich verziehen und uns nicht nerven. Zu Recht, wie ich finde. Das Seltsame war der Dialog daraufhin. Zunächst beschimpfte er mich folgenlos, dann schrieb er den traurigen Satz:

„Du bist bei mir eh nicht erwünscht. Auf meinem Server nur Freunde!“

Fidel und angriffslustig wie ich war, hab ich einfach gefragt:

„Ach so? Und nur, weil Du keine Freunde hast, nervst Du uns jetzt? Echt, ey …“

Dieser Satz – den ich für relativ kontraproduktiv und provokant gehalten habe, scheint der Schlüssel zum Herzen dieses weinerlichen Schluchtenscheißers gewesen zu sein. Denn während ich versuchte, mit den restlichen Spielern halbwegs mitzuhalten, übergoss sich der arme Tropf mit Selbstmitleid und schilderte Beziehungsprobleme, äußerte seine Angst, dass er im Alter keine Frau mehr findet, und und und …

Dass man als Taxifahrer oft auch unfreiwillig Psychologe ist – ok! Hab ich akzeptiert. Und immerhin sind unsere Stundenpreise verglichen mit der Kompetenz auch halbwegs fair. Aber muss das jetzt echt auch auf Autorennspiele übergreifen?

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Wenigstens was zum Lachen

Wie schon gesagt: Ich komme hier gerade nicht viel zum Bloggen. Zu wenig los, keine Inspiration, anderes zu tun – ich denke, jeder der selbst mal geschrieben hat, kennt das.  Ein bisschen Spaß muss aber bekanntlich sein, deswegen wollte ich noch schnell ein Video verlinken, damit ihr wenigstens etwas was zu lachen habt.

Eure Vorlieben kenne ich nicht, aber Comedy ist eigentlich nicht mehr mein Ding. Wenn ich mir heute die Sachen anhöre, die ich vor 15 Jahren witzig fand, dann finde ich sie meistens platt und/oder schon nervig. Ich bin wahrscheinlich doch eher der Kabarett-Typ. Auf der anderen Seite: Wenn ich mal flachere Dinge lustig finde, dann sind es ja meist skurille und simple Alltagsgeschichten. So sollte es kaum verwundern, dass ich durchaus auf gut gemachte Scherze mit versteckter Kamera stehe. Wäre ich irgendwie schauspielerisch begabt oder interessiert, dann könnte ich mir sogar vorstellen, selbst die Leute in die zu Irre führen.

Aber ich bin bei Scherzen immer der Mensch, der vorher schon lachen muss und dem deswegen die Blase drückt, bevor die Pointe gezündet hat – also eine eher schlechte Besetzung für sowas. 😉

Lustige Sachen findet man auch zuhauf im Netz, aber manches fällt dann schon positiv auf. Das Video ist ein Zusammenschnitt der besten „Just for Laughs Gags“ und zumindest ich mag die total. Auf der einen Seite sind sie so unglaublich einfach, auf der anderen Seite professionell gemacht. Und – etwas, das man in der heutigen Medienwelt mal positiv erwähnen muss! – obwohl sie so sacklustig sind, führen sie die reingelegten Leute nicht wirklich vor und machen sie lächerlich. Ich hab immer das Gefühl, die Späße sind darauf ausgelegt, dass sie auch die „Opfer“ zum Lachen animieren sollen und nicht nur das TV-Publikum. Auch schön, dass sie komplett ohne Sprache auskommen und eigentlich überall verstanden werden können.

Naja, genug gelabert. Eigentlich wollte ich ja nur das Video zeigen. Aber Achtung: Es ist über eine Stunde lang!

(man kann es sich aber problemlos in kleinen Häppchen ansehen)


Und wenn ihr meine Favoriten wissen wollt:

Der kleine Dieb, der die Wand hochgeht, der „erschossene“ Polizist und die Foto-Jokes (Autorenlesung, Puzzle etc.)

Und ich freue mich über Vorschläge für andere lustige Videos in den Kommentaren. Ich verspreche nicht, sie alle anzusehen, aber es ist immer schön, mal von anderen Empfehlungen zu kriegen. Darf auch gern was ganz anderes sein.

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Kleine Buchempfehlung

Wegen gnadenlos guter Rezensionen hat sich vor einiger Zeit „Das viktorianische Internet“ von Tom Standage auf meinen Amazon-Wunschzettel verlaufen. Vor kurzer Zeit hat ein lieber Leser mir dieses Buch dann tatsächlich gekauft und ich hab es trotz vielfältiger anderer Beschäftigungen binnen dreier Tage durchgelesen.

Und ich muss einfach mal sagen: Wow!

Ich bin ein geschichtlich und technisch interessierter Mensch, allerdings mit dem fatalen Hang zu guten Texten. Ich finde Geschichtsbücher unsagbar öde, selbst wenn sie spannende Zeiten beschreiben. Und ich denke, ich bin da nicht alleine. Es ist einfach viel schöner und nachvollziehbarer, wenn Geschichte anhand einzelner Geschichten oder Dinge erzählt wird und nicht als bloße Abhandlung von vermeintlich wichtigen Fakten. So ermüden mich all die Dokus übers dritte Reich trotz enormem Interesse stets, die Tagebücher von Victor Klemperer haben mir den alltäglichen Wahnsinn jedoch nahebringen können.

Nun, worum geht es im „viktorianischen Internet“?

Eigentlich nur um die Geschichte der Telegraphie, bzw. des Telegraphen. Tom Standage nutzt als Aufhänger die Gemeinsamkeiten der damals revolutionären Technologie mit dem heutigen Internet, beschreibt letzten Endes aber einfach sehr packend, was selbige in ihrer Zeit bedeutete. Er erzählt spannend vom technologischen Fortschritt, den damit einhergehenden gesellschaftlichen Entwicklungen und nebenbei auch von den wichtigen Wegbereitern und ihren Intentionen. Mit rund 240 Seiten ist es kein opulentes Werk, sondern eher eine kurze populärwissenschaftliche Lektüre, die man auch mal nebenher lesen kann – und dabei dennoch unglaublich viel lernen.

Ich weiß nicht, wie es euch Lesern geht: Sind da Telegraphie-Experten dabei? Die brauchen das Buch sicher nicht. Aber wer gerne ohne sich zu langweilen interessante Geschichten von vor 200 Jahren liest und sich nebenbei über eine der wichtigsten Errungenschaften der Menschheit (das war der Telegraph tatsächlich!) informieren will, der sollte das Buch kaufen. Ehrlich!

Ich jedenfalls hab ein paar kurzweilige Stunden damit verbracht und bin jetzt um einiges klüger. Arg viel mehr kann man von einem Buch nicht erwarten, oder?

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Glückwunsch, Titanic!

Rechtsstreitigkeiten hat sich das Satiremagazin Titanic in den vergangenen Jahrzehnten ja einige eingefangen. Und aus den meisten sind sie siegreich, in der Regel aber wenigstens ein bisschen populärer als zuvor herausgekommen. Das werte ich persönlich als Zeichen dafür, dass man noch nicht alle Hoffnung aufgeben muss in dieser Gesellschaft. Denn – auch wenn es manchmal ausgelutscht wirkt – am Ende halte zumindest ich es immer noch mit den Worten Tucholskys von 1919:

„Was darf die Satire? Alles.“

Gerade in einem Fall wie dem vorliegenden. Die Titanic hat dem Gewand des Papstes einen gelben Fleck verpasst und in Anspielung auf die Vatileaks-Diskussion „Die undichte Stelle ist gefunden!“ darüber getitelt. Gut, das kann man natürlich geschmacklos finden. Aber an und für sich ist es ein so billiger Witz, dass ich mit Sorge auf Papa Ratzi schaue, wenn er sich von so etwas persönlich angegriffen fühlt. Schließlich führt der Mann ein weltweit bekanntes Amt, vertritt Positionen, die von Milliarden Menschen nicht nur geteilt, sondern mindestens genauso oft eben angezweifelt, angegriffen, kritisiert, persifliert, verballhornt und lächerlich gemacht werden. Und seine Person oft genug ebenfalls. Und nun malt ihm ein für Provokationen bekanntes deutsches Käsblatt einen gelben Fleck auf die Hose und alle Würde ist hin?

Das ist – und ich sehe keinen Grund, weswegen mir da nicht sogar Katholiken zustimmen sollten – doch wohl ein schlechterer Scherz als der der Titanic selbst.

Dem Magazin wird es wie immer gut tun, einen Rüffel vom heiligen Vater persönlich fängt sich ja auch nicht jeder ein. Das ist ein PR-Erfolg, ein Ritterschlag sondersgleichen. Die Titanic spielt das Spiel lange genug und die eilige Antwort auf die Unterlassungserklärung, es handele sich bei dem Fleck um Limonade, der Papst sei schließlich bekannt als Freund von Fanta, zeigt wohl auch, dass sie sich nicht ernstlich Sorgen machen. Ich als Laie vermute auch, dass sich der Herr Ratzinger mit dieser Aktion abseits des heiligen Stuhls eher in die Nesseln setzt.

Stände dem alten Herrn gut zu Gesicht, das Diesseits nicht so ernst zu nehmen, sein Spezialgebiet ist ja ohnehin eher die andere Seite. Da darf Satire nicht alles und da wird er sich auch sicher nicht mit Titanic-Redakteuren rumschlagen müssen.

Die allerdings haben jetzt Grund zur Freude und ich persönlich gönne es ihnen. 🙂

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Des Adlers Horst

Keine langen Worte, einfach nur ein kleiner Hinweis: In Estland gibt es eine Webcam in einem Adlerhorst, über die man die (inzwischen gar nicht mehr so kleinen) drei Adlerchen rund um die Uhr beobachten kann. Also zumindest, so lange es hell ist. Habe gestern, nachdem Jo mir das gezeigt hatte, festgestellt, dass das erstaunlich hypnotisierend sein kann. Abgesehen davon lautet mein Fazit aber auch: Da ein bisschen zuzuschauen ist gelebte Entschleunigung. Trotz Internet. Sehr schöne Sache jedenfalls. Hintergrundinfos hab ich mir jetzt keine eingeholt, aber manche Dinge sind ja auch einfach nur niedlich. Zitat Jo:

„Katzencontent 2.0“

Genau.

Link zur Cam

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Sehenswertes

Das Ende des vorher beschriebenen Tages wurde letztlich sehr kurz. Gefühlt. Ähnlich wie viele von euch sich im Internet zu mir verirren, lande ich auch manchmal bei euch. Wir haben alle interessantes zu erzählen. Ein wenig peinlich ist mir nun, dass ich gar keine großen Worte über ednongs Blog verlieren kann, ich schaue zu selten rein. Da bin ich ehrlich. Ich lese so viel, dass auch einiges mal hinten überfällt. Das ist nicht immer fair. Aber ednong, den ich als treuen Leser und Kommentator immer geschätzt habe, hat mir nun eine sehr amüsante Zeit beschert. Denn er hat in seinem Blog ein Video von Volker Pispers verlinkt. Ich kenne Volker Pispers zwar schon, mag ihn und habe einiges von ihm gehört – aber das neue „bis neulich“-Programm (in dem tatsächlich quasi keine Elemente des ursprünglich unter diesem Namen veröffentlichten Programms zu finden sind) war mir bis dato unbekannt.

Und das teilte ednong hier mit der Welt.

Ich weiß nicht, was ich zu Pispers noch sagen sollte. Er hat eigentlich wie immer auf ganzer Linie Recht. Wer sich seinen Auftritt komplett angehört hat und einen entscheidenden sachlichen Fehler findet, der soll es mir gerne mitteilen. Und das meine ich ernst. Auch wenn der Mensch uns allen zwei Stunden lang das eigene Leben schlechtredet, hat er dennoch Recht. leider natürlich.

Was mich aber – um auf die Veröffentlichung des tollen Youtube-Videos-Audios zurückzukommen – noch mehr freuen würde: Kommentiert das doch besser in euren Blogs, auf euren Seiten! Und dann verlinkt das hier. Ich verspreche nichts, aber ich freue mich darauf, ein paar neue Blogs kennenzulernen und vielleicht ist mir das ja auch mal eine Empfehlung wert!

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