Category Archives: Haushalt

Alles hat ein Ende …

… und auch mein Zeh ha … lassen wir das.

Obwohl mir meine Ärztin eine außergewöhnlich großzügige AU gegeben hat, sind die Tage des Schlendrians jetzt wohl vorbei. Leider, tatsächlich. Nicht weil ich nicht arbeiten will, ich freue mich sehr darauf, ganz ehrlich. Aber das mit der zweiten Erkrankung war kein Witz und während ich gerade zugeben muss, dass Homeoffice schon machbar sein wird, liegt jetzt das Spätzle mit Halsschmerzen und großer Erkältung absolut darnieder. Er ist vorher vor 19 Uhr ins Bett gegangen, das passiert ausschließlich an so richtig schlimmen Tagen und ich glaube, ich übertreibe nicht, wenn ich da so einen Wert von einem bis zwei Tagen im Jahr nenne. Zwei kommt mir sogar ein bisschen viel vor.

Naja, jedenfalls hab ich meine letzten „freien“ Tage jetzt mit dem Hüten des kranken Spätzles verbracht und er wird weiter zuhause sein … das ist kein guter Start in die Arbeit, leider. Aber es wird schon. Ich freue mich auf die Kollegen, jetzt erstmal digital, aber hoffentlich bald dann wieder in persona.

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Fäden und so

So, da wären wir wieder.

Sorry, unser Internet spinnt gerade und ich dachte schon, ich käme mal wieder wie in den guten alten Zeiten unseres ersten Jahres in Berlin dazu, in Open Office zu schreiben, um es dann später als Blog zu veröffentlichen. Aber ganz so schlimm ist es dann offenbar nicht.

Ich war heute bei meiner Hausärztin und damit sind dann auch die Fäden raus aus der Amputationswunde. Eine weitere Kontrolle ist erstmal nicht geplant, die Heilung verläuft auch über alle Maßen gut. Das mit den Phantomgefühlen wird noch nicht wirklich weniger, aber es ist inzwischen alles sehr beherrschbar, insbesondere da mein Fuß keine großen Probleme damit hat, sich gegen irgendwas gegendrücken zu lassen, was wie im letzten Beitrag geschrieben das Gefühl verschwinden lässt.
Ich würde gerne sagen, dass ich gar keine Schmerzen habe und so im Alltag ist das auch richtig. Erstaunlicherweise. Aber keine Regel ohne Ausnahme und tatsächlich ist über dem oberen Rand der Wunde irgendwas dermaßen gereizt, dass es wirklich ernsthaft unfassbare Schmerzen bereitet. Ich hab das immer wieder beim Abziehen des Pflasters gemerkt und jetzt eben beim Ziehen der Fäden. Ich persönlich tippe ja darauf, dass da irgendein Nerv nicht so begeistert davon ist, dass er abgeschnitten wurde, aber ich bin kein Mediziner. Es passt halt vom Schmerz. Beim Zahnarzt ohne Betäubung bohren – genau das ist das Gefühl. Aber wenn ich da künftig keine Pflaster brauche und keine Fäden mehr gezogen werden müssen, dann mache ich mir da erstmal keine Sorgen. War nur eine Herausforderung heute, man möchte ja nicht der Patient sein, der aus irgendeinem Behandlungszimmer die ganze Praxis zusammenschreit und damit die anderen Besucher derselben erschreckt und vergrault.

Ansonsten wird es langsam. Ich schlafe noch schlecht, bin insgesamt ziemlich platt, aber eigentlich geht es stetig bergauf.

Mein Arbeitgeber hat mir Blumen gesendet, was für jemanden, dem nie jemand Blumen sendet, erst mal ein bisschen gruselig war, aber gefreut habe ich mich trotzdem. Auch wenn ich im Normalfall viel davon halte, die Art der Erkrankung für sich zu behalten – schon um Kollegen nicht in Zugzwang zu bringen, die ihre eigene ungern teilen wollen – habe ich dieses Mal in meiner Dankesmail trotzdem fallen lassen, was gerade Sache ist, damit ein paar der Kollegen sich schon mal gute Witze überlegen können.

Ihr seht: Verzweiflung steht jetzt gerade nicht ganz oben auf der Liste der Gefühle.

Die Ruhe der Krankschreibung tut gerade wirklich noch gut, aber dafür ist sie ja da. So langsam freue ich mich aber auch wieder darauf, ein bisschen Normalität einkehren zu lassen.

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Zurück aus dem Krankenhaus

So, da bin ich wieder!

Bislang scheint sich zu bestätigen, was ich im letzten Eintrag schon irgendwie vermutet hatte: So eine Zehenamputation ist machbar.

Nein, versteht mich nicht falsch: Das war ja kein Wunsch von mir, sondern eine pragmatische weil sinnvolle Entscheidung. Zumindest laut den Ärzten. Und ich weiß, dass das gerade psychisch einige andere Menschen nicht so leicht wegstecken würden, da hab ich sicher auch einen kleinen Bonus. Tatsächlich hat mir ausgerechnet die Anästhesistin auf dem Weg in den OP-Saal gesagt, dass sie persönlich es damals schon als traumatisch empfunden hätte, als ihr der Blinddarm entfernt worden war, weil das für sie irgendwie die Komplettheit oder Unversehrtheit ihres Körpers auf einen Schlag beendet, bzw. in Frage gestellt hätte. Ich kann das an sich ganz gut nachvollziehen, aber das ist sowas, das auf dem Weg mit chronischen Krankheiten irgendwie verloren geht. Oder zumindest bei mir verloren gegangen ist.

Ja, gerade sieht das total furchtbar aus mit der fetten Naht auf der Oberseite meines Fußes und dann die unnatürliche Lücke, die da auch bleiben wird … aber tatsächlich hat der Zeh zuvor schon immer an den Schuh gedrückt und war gebogen und mit viel Hornhaut versehen, ich war ohnehin in podologischer Behandlung. Ich hab da jetzt keinen normschönen Fuß eingebüßt und jeder, der sich im Schwimmbad vor meinem Körper ekeln will, kann das seit 4 Jahrzehnten an überdurchschnittlich viel Fett oder irgendwelchen Pickeln tun. Ich glaube, ich werde da einfach nicht viel fühlen, wenn es mal soweit ist, dass ich den Nicht-Zeh unfreiwillig anderen Menschen zeigen muss. Und es wird auch nie mehr so schlimm aussehen wie jetzt, wo die Fäden noch drin sind.

Spannend ist, dass es trotzdem erstmal eine Heilung wie aus dem Bilderbuch ist: Am Mittwoch Mittag die OP, am Donnerstag Nachmittag (nachdem das fast 26 Stunden wirkende Betäubungsmittel abgeklungen war) bin ich bereits alleine aufs Klo, am Folgetag für eine kalte Cola runter zum Kiosk gelaufen. Ohne Hilfsmittel. Da war es dann eigentlich gar nicht so überraschend, dass ich doch noch jetzt am Ende der Woche, am Sonntag Mittag rausgekommen bin aus dem Krankenhaus. Was sehr schön ist, denn wenn man mal die ganzen kleinen Verpeilungen dort hochaddiert, war es eigentlich ein veritables Desaster. Hat sich nicht so angefühlt, aber ich hab die ersten 20 Stunden aus Verpeilung keine Medis gekriegt, ich bin in nur 5 Tagen mindestens sechsmal mit falschem Essen beliefert oder vergessen worden. Da hat die linke Hand nicht gewusst, was die rechte tut und wie gesagt: hat sich insgesamt eher wie mein bester KH-Aufenthalt angefühlt, aber war grotesk.

Ganz gut geht’s mir aber noch nicht, muss ich ehrlich sagen. Ich weiß nicht, ob es die Infektion ist, die mir nachhängt, das einwöchige Rumliegen oder die Kombination aus beidem – ich bin jedenfalls brotfertig, ohne irgendwie viel gemacht zu haben. Selbst die Hand auf der Tastatur fühlt sich enorm schwer an. Morgen muss ich dann eine AU holen, sehen ob ich schon wieder Autofahren kann, und dann darf der Tag meinetwegen schon wieder enden. Allerdings freuen sich die Kids sehr, dass ich wieder da bin und das ist ganz ehrlich einfach total toll, so sehr es mich gerade noch anstrengt.

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Ich bin dann mal weg.

OK, weg nicht ganz. Eigentlich nur in Bad Kreuznach und das ist ja ums Eck.

Ausgerechnet der Zeh, der mir vor Jahren schon mal das Leben schwer gemacht hat, ist jetzt – offenbar – enorm entzündet, ungefähr auf die doppelte Größe angeschwollen (die Ärzte schreiben 4x) und fühlt sich so angenehm an wie sich das anhört. Ich könnte ja Fotos posten, aber meine Güte, ich kann nur stark hoffen, ihr habt irgendwelche akzeptierteren Fetische. Gummipelikane und indische Kleinwagen zum Beispiel.

Naja, ich hab Schmerzen, war heute in drei verschiedenen Notaufnahmen, weil ich immer weitergeschickt wurde, und am Ende stand halt ein

„Naja, wenn es wirklich so wichtig ist, was sie davor noch erledigen müssen, dann kommen sie morgen wieder.“

Und da sind wir jetzt. Ich hab angefangen mit Packen, wir haben unsere Woche geplant und morgen fahre ich das Knöpfle noch wegen eines eigenen Facharzttermins nach Mainz. Irgendwann später lass ich mich dann irgendwie zurück in die Klinik gurken und warte mal, ob die schnippeln oder sonstwas machen. Parallel dazu nehme ich gerade schon Antibiotika und halte die Füße in kaltes Wasser, vielleicht hilft das ja auch schon.

Wie der Plan aussieht, wisst ihr jetzt. Was dann wirklich passiert … ich sag mal so: Ich hoffe wenigstens, ich kann am Ende nicht ein Foto vom Zeh ohne Fuß posten.

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Sommerferien

… also ich meine nicht Sommerferien, sondern Ferien vom Sommer. Muss jetzt mal, wird jetzt mal.

Wenn ich an einen Rekordsommer denke, dann war der Platz nunmehr wirklich seit zwei Jahrzehnten reserviert für 2003. Das war das erste Mal in meinem Leben, in dem ich den 40°C irgendwie nahe gekommen bin, es ist damals aber in meinen Medien bei weitem nicht so viel mit Zahlen um sich geworfen worden wie das heute der Fall ist. Ob ich die 40 damals erlebt habe, weiß ich folglich nicht so genau, aber ich war in einer sehr warmen Gegend in Deutschland unterwegs und die Marke ist vereinzelt geknackt worden. Darüber hinaus hab ich damals den heißesten Tag mit ungefähr 80 Anderen so verbracht, wie man das heute mit ein bisschen Verantwortungsgefühl auf gar keinen Fall mehr machen würde: Wir haben während einer Kinderfreizeit eine Wanderung gemacht.
Ich möchte uns trotz unseres jugendlichen Leichtsinns und der Tatsache, dass ein normaler Tag damals ungefähr zwei Flaschen Wein und zwei Kannen Kaffee bei vier Stunden Schlaf bedeutet hat, attestieren, dass wir uns Sorgen gemacht und behutsam abgewogen haben, ob wir uns und den Kids das zumuten können. Ich erinnere mich an die Planung mit den vielen Zwischenstationen, wo es frisches Wasser gibt, wie wir die Route möglichst schattig planen etc. pp. Ganz irre waren wir auch nicht. In einem Brief an eine Freundin fasse ich das dann allerdings sehr kurz zusammen:

„Samstag, 9. August 2003, Mittag ca. 13 Uhr.
Mindestens 35°C und ein paar Kilometer Wanderung liegen hinter mir. War aber locker. Das Wasser hier im See hat offenbar 26°C (!) Damit Du dir vorstellen kannst, wie warm es ist. Trotzdem gibt es kaum Gemecker, wir sind super-schnell gelaufen. Keine drei Stunden – mit Kids. Ist echt ok.“

Der Rest des Textes handelt dann im Wesentlichen noch von Wespen und Liebeskummer. Das Fass brauchen wir jetzt nicht auch noch aufmachen.

Naja, wenn man es aber genau betrachtet, dann war das gegen dieses Jahr ein lächerlicher Sommer, denn die Temperaturen um 35°C und höher haben soweit ich mich erinnere nur diese eine Woche so extrem gehalten. Dieses Jahr hab ich mich öfter mal erwischt, es herunterzuspielen, wenn ich vom Hochtragen des Einkaufs fertig war, wo es „heute doch nur 33 Grad“ hatte.

Wenn meine Wetterapp mich nicht komplett verarscht, dann wird es in den nächsten zwei Wochen aller Voraussicht nach nicht mehr über 30°C haben. Öfter sogar in der Spitze deutlich weniger. Und da merkt man dann doch: Moment mal! 25 Grad war doch eigentlich immer ein völlig guter Sommer und jetzt freue ich mich darauf, dass das die kalten Temperaturen sind? Ob der Rhein hier vor der Tür die nächsten Tage schiffbar bleibt, ist noch ungewiss und die Zahl der Hitzetoten wird sicher noch ein bisschen nach oben korrigiert werden wegen der letzten paar Tage. Ich bin keiner davon, das ist schon mal gut, aber krass war das schon. Ich kann 2003 gedanklich mal langsam abhaken.

Außer wegen der Sache mit den Wespen. Das war aber auch wirklich krass.

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Tolle Überschrift mit Sixt drin

Ziemlich genau 6 Tage lang habe ich von Sixt nichts mehr gehört. Das hab ich schon so ein bisschen als Worst Case betrachtet, denn um ehrlich zu sein, hatte ich nie Bock drauf, ernsthaft Stress zu machen. 550 € sind natürlich ein hoher Schaden, der uns entstanden ist, aber ein sehr geringer Streitwert, um sich dazu Leute ins Boot zu holen, die das als Stundenlohn haben. Ich tat dann gestern abend, was jeder vernünftige Mensch tun würde: Ich schrieb eine E-Mail mit wahnsinnig vielen Schimpfworten und hab diese Schimpfworte dann entfernt, bevor ich sie versendet habe.

Also die Mail. Ich hab nicht die Schimpfworte gesondert versandt.

Ich denke, man kann meine Stimmung aber auch hinterher noch ungefähr erahnen:

Guten Tag.

Ich würde es als professionell empfinden, wenn Sie auf meine letzte Mail antworten würden. Sie können mir auch gerne eine andere Kontaktmöglichkeit nennen.
Sollten Sie in der Zwischenzeit überwiesen haben, dürfen Sie diese Mail gerne als gegenstandslos betrachten.
Auch wenn es nicht eben um einen Kleinbetrag geht, wäre es mir lieber und sicher für alle von uns Beteiligten ein kleines bisschen einfacher, wenn nicht wir noch unsere Rechtsschutzversicherung und Sie ihre Anwälte in die Sache einbeziehen müssen, meinen Sie nicht?

Ich freue mich auf ihre Antwort,

Sascha Bors

Hab ich mir Hoffnung gemacht? Nur so mittel.

Was ich definitiv nicht erwartet hatte, war, dass ich daraufhin einen halben Tag später – heute um 16 Uhr rum – binnen einer halben Stunde sechs Mails von Sixt bekommen würde. Ich hab dann anhand der Mails live mitansehen können, wie jemand den Fall abarbeitet. Und zwar offensichtlich nicht fehlerfrei, aber in unserem Interesse:

Mail 1: Stornierung der großen 1.022€-Rechnung
Mail 2: Aktualisierung der Rechnung auf 713€
Mail 3: Stornierung der 713€-Rechung
Mail 4: Aktualisierung der Rechnung auf 682€
Mail 5: Stornierung der zusätzlichen 196€-Rechnung für den letzten Tag
Mail 6: Entschuldigungsschreiben mit der Bestätigung, dass sie meiner Forderung vollumfänglich nachkommen

Wow.

Ich hab das schon auf Mastodon so ähnlich geschrieben: Ich will jetzt nicht gleich ins Loben verfallen, nur weil ich jetzt mein Geld wieder habe, aber gerade nach all dem Terz finde ich es ein angenehmes Geschäftsgebahren, wenn ein Unternehmen schreibt: „Ja, ist scheiße gelaufen, Sie haben recht und der Fehler lag bei uns. Deswegen kommen wir ihrem Wunsch nach Rückerstattung nach.“ Ich bin natürlich der Erste, der sagt, dass es dafür ja auch gute Gründe gab, aber juristisch kannste dich ja um jeden Scheiß endlos kloppen. Ich hab das Auto ja „freiwillig“ nochmal neu angemietet. Und immerhin hab ich jetzt eine Woche lang den großen Passat gehabt, das ist ja schon irgendwie ein Mehrwert, da kann man schon der Meinung sein, dass ich das natürlich bezahlen müsse. Aber nein, Sixt hat sich demütig gezeigt und offensichtlich die Rückzahlung angestoßen. Und das weiß ich dann am Ende schon zu schätzen, ganz ehrlich.

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Noch 30 Stunden

Ja, noch ungefähr 30 Stunden bis wir aufbrechen.

Ich bin ein bisschen hibbelig wegen des bevorstehenden Urlaubs, aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann hauptsächlich wegen der Autofahrt. Und nicht wirklich weil ich mich sorge, bei allem Respekt vor den – laut Google – 955 km, die da vor uns liegen; sondern weil ich mich freue.

Bei aller berechtigten Kritik am Autofahren und obwohl ich auch der Meinung bin, dass wir das alles in naher Zukunft deutlich einschränken müssen, fahre ich selbst einfach sehr gern. Ihr kennt meinen Background als Berufskraftfahrer, das kam ja alles auch nicht von ungefähr. Meine Prioritäten sind sicher ein wenig anders als die der meisten, die gerne fahren: Ich war nie jemand, der unbedingt besonders schnell fahren musste, ich hatte eigentlich immer mehr Bock drauf, große Autos durch kleine Lücken zu kriegen. Aber ja, ich hab auch bei jedem Mietwagen einmal testweise die Tachonadel nach rechts unten gedrückt, aber alle, die mit mir mal gereist sind, werden mir zustimmen, wenn ich sage, dass ich da nicht den meisten Wert drauf lege …

Sven, Du schweigst! Jede Regel braucht eine Ausnahme und die 5:40 Stunden von Flensburg nach Stuttgart sind diese Ausnahme!

Natürlich kann man mir auch viel vorwerfen, wenn man’s eng sieht. Ich hab in meinem Leben auch schon ein paar hundert Euro in Außenaufnahmen meiner Fahrzeuge investieren müssen, wobei die einzige dreistellige Rechnung inzwischen aber auch fast ein Vierteljahrhundert her ist.

Warum ich da jetzt trotzdem ein paar Minuten drüber schreiben wollte – abgesehen vom Verarbeiten meiner inneren Anspannung der Fahrt wegen – ist, weil so eine Reise wie die am Samstag für mich nach all den Jahren auf Berlins Straßen, nach all dem Stau im Stuttgarter Kessel und nach all den Republikdurchquerungen für Fernbeziehung und Familienbesuche immer noch eines dieser kleinen Alltagswunder ist. Dass ich mich morgens in ein Auto setzen kann und durch ein bisschen Füßchendrücken abends am Meer in einem anderen Land sein kann und während der Fahrt die Kilometer runterrattern sehen kann auf dem Navi … das ist unglaublich schön. Ich finde das wirklich schön, es hat sowas überhaupt nicht spirituelles meditatives.

Und ja, schon klar: Ich hab die ganze Familie im Auto und kann nicht mal die Musik auf Anschlag drehen, es gäbe an dem Punkt noch Optimierungsmöglichkeiten für mich persönlich. 😉

Trotzdem ist unsere kleine Fahrgemeinschaft eigentlich eine sehr angenehme. Trotz der obligatorischen „Wann sind wir da?“-Fragen.

Wie gesagt: Ich sehe durchaus ein Ende für solche Fahrten am Horizont und vielleicht mag ich sie aber auch genau deswegen noch ein bisschen mehr. Ich werde mich am Samstag abend natürlich fragen, warum ich mir das eigentlich antue und trotzdem eine Woche später wieder ein bisschen hibbelig sein, wenn es zurück gehen soll. Menschen sind komisch und offenbar bin ich auch einer.

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