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Raubtier

Als Erstlingsvater habe ich bestimmt noch einen riesigen Haufen an falschen Vorstellungen über das Wesen von Kindern, als es mir bisher bewusst ist. Allerdings bin ich derzeit schon ganz gut beschäftigt mit den Fehleinschätzungen, die sich bisher als solche entlarvt haben.

Zum Beispiel die, dass zumindest mal Babys bis zu einem Jahr recht harmlose Gesellen sind.

Also nicht falsch verstehen: Lieb im herkömmlichen Sinne ist unser Spätzle durchaus. Er ist auch faszinierend frustfrei bei all seinen Entdeckungsuntersuchungen, er weint eigentlich nur bei einem der vier Baby-Apokalypsen:

  1. Hunger
  2. Müdigkeit
  3. Schmerzen
  4. Mama oder Papa gehen aus dem Zimmer

Das Problem ist bloß, dass er in all seiner Begeisterung, die er über die Anwesenheit von mir und Sophie hegt, etwas überambitioniert zupackt.

Die Phase, in der er uns liebevoll in die Nase gebissen hat, scheint langsam aufzuhören, allerdings ist er nicht in der Lage, mit seinen kleinen Händchen sowas wie Streichel- oder Tatsch-Bewegungen zu machen, er zieht und zerrt an allem oder haut hemmungslos drauf. Letztes ist wirklich so harmlos, wie es sich anhört, aber das Festkrallen klingt nur lustig, bis ich Körperstellen wie Nase, Augenlider oder Bauchnäbel nenne, nicht wahr?

Seit ich den Stöpsel bei seinen Ambitionen öfter abblocke, geht es wieder, aber vor einer Woche sah meine Nase noch aus, als hätte ich ’ne Bruchlandung in einem Schaufenster gemacht.

Immerhin freut sich das Baby schön, wenn man blutend und weinend im Eck liegt.

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Plottwist: Es ist drei Jahre später!

Wir schreiben das Jahr 2019, ich habe ein Kind, habe zugunsten des Hausmanndaseins mit meinem Hauptjob Taxifahren aufgehört und alles was ich dafür bekomme, sind grenzdebile Tiraden des unterirdischsten US-Präsidenten aller Zeiten auf Twitter. Definitiv ein Zeitpunkt, um einen unspezifischen Blog aus der Taufe zu heben, wenn alles andere im letzten Jahr nicht geklappt hat.

Und da ich mit Sashs Blog schon mal einen hatte … es ist ja nicht pures Geschichtsbewusstsein, das einen die Domain und den Webspace weiter bezahlen lässt.

Wie immer kann ich nicht sagen, wohin die Reise gehen wird. Im schlimmsten Fall schläft das hier jetzt abermals ein wie so vieles vorher. Ich hab nicht viel Zeit gerade, denn ich habe ein sehr sehr anhängliches kleines Spätzle an der Backe und einen Haushalt wenigstens rudimentär zu wuppen. Aber auch wenn selbst diese Worte gerade von meinem Schlaf abgehen: Nicht mehr bloggen ist einfach auch keine Lösung, ich bin halt noch Web 2.0.

Da hier noch Einträge aus der WG-Zeit stehen und dafür die letzten Jahre eher nicht bis überhaupt nicht vorkamen, werde ich sicher noch ein paar Anpassungen machen – und auch einige Texte löschen – müssen. Aber ich finde es immer noch ehrlicher, als jetzt pseudotheatralisch bei null anzufangen. Ich war halt auch bisher schon einmal in diesem Internet.

Ob das jetzt ein Hausmann-Tagebuchblog oder ein politischer Elternblog wird, weiß ich noch nicht. Das Schöne ist: Im Moment ist mir das auch egal und ausnahmsweise brauche ich diese Haltung auch. Ich wollte gerne einen anspruchsvollen Elternblog starten, aber meine eigene Erwartung hat mich gelähmt. Nach einem langen Tag ist einem oft nicht mehr nach Recherche, Balance und einer Agenda. Deswegen werde ich hier sicher keinen rechten antifeministischen Scheiß posten, das ist hoffentlich allen klar. Aber es kann schon sein, dass meine persönliche Erfahrung hier doch eher mehr das Zentrum bildet – um das ich leidenschaftlich zu diskutieren bereit bin!

Und da liegt überhaupt vieles drin: Ich hab mal wieder Bock auf Kommentare, Widerworte. Spaß und Stress im Netz! Mit Euch! Ich hoffe, Ihr gebt meinem bescheidenen Neuanfang auch eine Chance.

Mit extraflauschigen Grüßen,

Sash

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