Vielleicht bin ich feige. Das kann schon sein. Nun erst habe ich festgestellt, dass ich Angst vor Siegern habe. Zumindest verängstigt mich das, was bild.de zum „Siegerblick“ erklärt:

Quelle: bild.de
Vielleicht bin ich feige. Das kann schon sein. Nun erst habe ich festgestellt, dass ich Angst vor Siegern habe. Zumindest verängstigt mich das, was bild.de zum „Siegerblick“ erklärt:

Quelle: bild.de
Ich hacke ja gerne auf der Bild rum, aber verschiedene andere Medien mögen bisweilen sogar Klatschblatt Nummer 1 überbieten. Das Onlineangebot jenes Magazins, dass uns dereinst die Hitler-Tagebücher geschenkt hat, weiß mal wieder sensationell gefährliches zu berichten.
Die Überschrift des Artikels lautet: Wenn schwarze Löcher die Erde fressen.
Sie haben Chaosforscher Otto Rössler interviewt, der vermutet, dass es bei den bald geplanten Experimenten im Teilchenbeschleuniger des CERN bei Genf zur Entstehung von schwarzen Mini-Löchern kommen könnte. Das selbst ist schon umstritten, wenn es doch passieren sollte, dann – so sagen fast alle Wissenschaftler – werden sie wegen der Hawking-Strahlung schnell zerfallen. Hier geht es fast nur um theoretische Physik, nachgewiesen ist weder das eine, noch das andere. Insofern sind Warnungen sicher nicht schlecht, allerdings entsteht ein bisschen der Eindruck, dass das alles recht sicher passiert. Dazu muss man sich vor Augen halten, dass all das auf einer Berechnung Rösslers fußt, mit der er die Hawking-Strahlung widerlegt hat. Das ist erst letzten September gewesen, und die wenigsten Wissenschaftler haben das bisher überprüft.
Rössler geht also davon aus, dass die schwarzen Mini-Löcher nicht nur entstehen, sondern auch bestehen bleiben und in manchen Fällen nicht ins All entfleuchen, sondern durch die Erde wabern und sie auffressen. Klingt spannend. Zur Imagepflege verweist das CERN auf seiner Website darauf, dass solche schwarzen Löcher längst auf natürlichem Wege entstanden wären, wenn man sie dort erzeugen könnte.
Es gibt angeblich Schätzungen, dass ein solches schwarzes Mini-Loch die Erde erst in fünf Milliarden Jahren vernichtet hätte. Dann gibt es einen Wissenschaftler, der 50 Millionen Jahre berechnet, was BBC Horizon zu einer ebenso niedlichen wie dämlichen Umfrage inspiriert zu haben scheint:

Rössler selbst sieht die Sache natürlich noch einmal ein kleines Bisschen enger, bleibt bei der schönen 5 in der Zahl und kommt so auf 50 Monate. Ich nehme an, da wären dann sogar 95% der BBC Horizon-User dagegen. Deswegen steht dem CERN ja offenbar auch eine Klage ins Haus. Ich bin gespannt wie die Sache ausgeht, aber ernstlich Sorgen darüber, dass ich bald von einem schweizer Loch, äh.. einem schwarzen Dings aufgefressen werde, mache ich mir nicht. Obwohl ich die von Rössler erwarteten Phänomene, wie zum Beispiel die Strahlen aus dem Gestein sehr interessant fände. Naja, soll sich jeder seine eigene Meinung bilden.
Ach wie schön, dass es bild.de gibt. Sonst könnte sich ja niemand mehr darüber aufregen, dass „die Polen“ im Vorfeld der Fußball-EM gegen „uns Deutsche“ wettern und unfairerweise Vergleiche zur unrühmlichen Vergangenheit unseres Landes ziehen. Natürlich ist es nicht nett, wie „unsere Jungs“ da so präsentiert werden, muss man ja nicht machen. Interessant wird die Beschwerde seitens bild.de (und Bild natürlich auch) in Anbetracht der Tatsache, dass sie da gar keinen Wind machen müssten, sondern einfach ihrem Verlag auf die Finger klopfen. Wie bildblog nämlich bereits schrieb, ist zumindest die Zeitung „Fakt“, die Michael Ballack mit Pickelhaube zeigt, ein Springer-Blatt wie Bild auch. Ich bin auch völlig dagegen, deutsche Fußballer in die Nazi-Ecke zu stellen.
Ich würde zum Beispiel nie einen Menschen wie Schweinsteiger auf allen Vieren zeigen, und ihm den Namen des Hundes von Hitler geben! Immerhin: Auf diese Idee sind nicht die Polen gekommen, sondern ganz alleine bild.de:

Wuff! Quelle: bild.de
Bild und bild.de haben sich ja seit geraumer Zeit ein bisschen eingeschossen auf den „Brückenteufel“, den „Holzklotzkiller“, wie immer man den jungen Mann nennen mag, der zu Ostern einen Holzklotz von einer Brücke in ein fahrendes Auto warf, und dabei eine Frau tötete. Drei kleine Impressionen von der bild.de-Seite:
Die Überschrift mit Klärungsbedarf:

Damit es auch jeder weiss, Quelle: bild.de
Eigentlich sollte man es ja positiv bewerten, dass Bild nicht gleich „Selbst das Verhör stand der Rauschgiftsüchtige nur mit Drogen durch!“ schreibt. Dafür bekommt man diese Info im Artikel selbst. Wenn man aber seiner Zielgruppe nicht zutraut, zu wissen, was Methadon ist, dann muss man es ja nun wirklich nicht gleich in der Überschrift herausposaunen.
Der pure Horror:

Welch Drama! Quelle: bild.de
Wahrscheinlich wäre es der Bild-Redaktion recht gewesen, wenn der junge Mann Blut an den Wänden, Kinderpornographie auf dem Rechner und eine Leiche im Keller gehabt hätte. Aber so musste der arme Garten herhalten für den unheimlichen Lebenswandel.
Die Scheinverbrechen:

Der war aber clever…, Quelle: bild.de
Alle Screenshots: bild.de
Bild ist in der Vergangenheit unter anderem immer wieder dadurch aufgefallen, dass Angeklagte schon im Vorfeld zu Verbrechern gemacht wurden, wenn es nur ins Konzept der jeweiligen Kampagne gepasst hat. Ausgerechnet bei Taten, die offenbar (nicht nachgeprüft!) von einem Gericht bereits geahndet wurden, schreibt bild.de nun „angeblich“. Als wäre ein Holzklotzkiller der Fahrrad-Hehlerei nicht würdig. Aber klar: Wahrscheinlich hat er diese Diebstähle und Verkäufe nur vorgetäuscht, um harmloser zu wirken!
Es ist ja seit einiger Zeit so, dass sich Nazis der Symbole der linken Szene bemächtigen. Sie verändern sie in ihrem Sinne, und alles was dabei herauskommt, ist in der Regel billiger Abklatsch. Inzwischen gibt es „Autonome Nationalisten“, die sich in ebenso schickes Schwarz hüllen wie der berüchtigte schwarze Block. Es gibt Nazis, die sich eine Ideologie zurechtgezimmert haben, die es ihnen erlaubt, Ché-Guevara-T-Shirts (natürlich T-Hemden, sorry!) zu tragen, und auch sonst findet sich einiges skuriles.
Das alles ist wirklich kein Grund zu lachen, aber an gewissen Punkten kommt man nicht umhin. Ich bin vorher in einem Blog gelandet, den ich hier bewusst weder verlinken, noch sonstwie bewerben will, und dessen Stiftführer hat sich entschieden, dem Grundgedanken nachzuhängen, dass verschiedene Völker ja schon irgendwie ok sind, wenn sie nur bleiben, wo sie waren. Das ist ein alter Gedanke der so genannten „Neuen Rechten“, damit also noch nicht erwähnenswert. Idiotisch wird diese Ansicht aber insbesondere bei Gehirnakrobaten wie dem von mir gefundenen Töffel, der die Völker da haben will, wo sie schon immer (?) waren, aber den israelischen Staat (seit wann besteht dieser Staat nochmal?) bedingungslos anerkennen. Das mag widersprüchlich sein, aber man muss es ja nicht so genau nehmen. Dabei kann man sich mal eben rasch vom Vorwurf des Antisemitismus befreien, moderner wirken, und… ein neues Logo basteln:

Demnächst: Nazis gegen Hitler! Quelle: Nazi-Seite
Ich muss gestehen, dass mich das irgendwie an die „Nazis gegen Rechts“-Postkarte erinnert, die bei uns im Flur hängt. Ganz ganz ehrlich: Welch geistig unterpriviligierter Vollpfosten muss man sein, um mit etwas derartigem hausieren zu gehen?
Ja, ich gebe es zu: Ich bin kein Fan von Tokio-Hotel. Nicht nur, weil es in ist, kein Fan zu sein, sondern weil ich kein Freund davon bin, wenn Star-Rummel und Äußerlichkeiten über der Musik angesiedelt werden. Insofern begeistern mich Tokio-Hotel genauso viel wie Lordi – gar nicht. Obwohl man beiden nicht mal unterstellen kann, es wäre keine Musik, was sie machen. Aber gut!
Mit verblüffender Ratlosigkeit sah ich mich gerade einer Überschrift bei bild.de über dieses Nicht-Idol Bill gegenüber. Denn so sieht sie aus:

Quelle: bild.de
Im Artikel selbst wird darauf hingewiesen, dass die beiden eine Menge gemeinsam haben. Zum Beispiel legt sich Michael Jackson ja gerne mal unters Messer für sein… äh… makelloses Aussehen. Ebenso Bill! Naja, genau genommen schminkt er sich gerne. Wenn das nicht fast das selbe ist. Und beide waren sie verdammt jung, als sie entdeckt wurden und ihre Karriere begannen. Na, da muss ich doch eingestehen: Bill ist vielleicht sogar der bessere Michael Jackson. Donnerwetter! Wieder was gelernt!