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Ringkampf

Reisen, Röcheln, Riesenkraken 7

Das mit den Ringen ist ja auch so eine Sache. Beim Standesamt war es schlicht und ergreifend eine nette und schöne Tradition mit dem Ringtausch. Dieser Satz aber beinhaltet Adjektive, die weder Ozie noch ich so in einem Satz über das Tragen von Ringen verwenden würden. Die naheliegendste Lösung mit den Halsketten scheitert daran, dass sie zumindest für mich ähnlich… naja… ganz frei raus: eklig zu tragen sind. Ich mag keinen Schmuck, Ozie eigentlich auch nicht. Unsere Lösung fanden die meisten überzeugend:

Schlüssel-Bund, Quelle: Sash

Unser Gedanke dazu war recht einfach: Da nerven die Ringe nicht und man hat sie dennoch symbolisch immer bei sich. Die wirklich krönende Interpretation hat dann allerdings der Schwob, seines Zeichens mein Bruder, anlässlich der Hochzeit geliefert:

„Passt doch: Wenn de’n Ring verliersch, brauchsch au gar ned erschd hoim komme!“

😀

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Heimat in der Heimat

Reisen, Röcheln, Riesenkraken 2

Der Vorteil daran, in der eigenen Heimatstadt zu heiraten, liegt auch und vielleicht vor allem darin, zu wissen, wo man unterkommt. Das kann bei uns nicht wirklich als Grund gewertet werden. Im Vorfeld und damit im Rahmen der Planung der ganzen Hochzeit haben wir uns erstmals dem ungewöhnlichen Gedanken gestellt, mal nicht auf einer WG-Couch zu übernachten. Die sicher üblichen Überlegungen bezüglich der Hochzeitsnacht haben dabei nur bedingt eine Rolle gespielt und der weitere Verlauf der Geschichte wird zeigen, dass Ozie und ich diese Nacht ohnehin getrennt verbracht haben.

Naja, sachma war nicht gerade begeistert, dass wir sein Raumangebot ausgeschlagen haben, aber wir haben uns mit unserer ganz eigenen Prioritätensetzung entschieden, dieses Mal ein Hostel zu nehmen. Für ein Hotel waren wir gedanklich wohl schon zu sehr in Stuttgart (schwäbisch = geizig, für alle die unter Vorurteilsarmut leiden), aber was „eigenes“ zum Abschließen war irgendwie einer unserer Wünsche.

Und das war gut! So leid es mir für das Ego von sachma tut (ich nehme aber an, er hat das ausgeglichen, indem er einen signifikanten Teil der 53 Whiskys auf der Party-Rechnung zu verantworten hat), uns ging es im Hostel echt prima. Es handelte sich um das Alex 30 Hostel, das in verblüffender Weise unseren Anforderungen entsprach. Klein, gemütlich, familiär im Umgangston, daneben preislich in Ordnung, sauber und gut gelegen. Wirklich schlimm war nur, dass die Zimmer im zweiten Stock lagen. Aber vor unserer Abreise war uns auch noch nicht bewusst, dass meine harmlose Erkältung sich zu einem Fieber-Asthma-Overkill entwickeln würde.

Auf jeden Fall war die Bude gepflegt und anfangs waren wir wohl sogar alleine auf dem Stockwerk, sodass wir uns nicht einmal über die Bad- oder Toiletten-Nutzung beschweren konnten. Als ganz dicken Bonus bot unser Zimmer dann einen Ausblick auf den Ort meiner ersten polizeilichen Durchsuchung:

Es ist etwas leer und trist, aber es ist mein Leben. Quelle: Sash

Aber das ist ohnehin eine Geschichte, die zu ganz anderer Zeit erzählt werden muss. Auf jeden Fall sind wir dort ganz gut untergekommen. Und kurz nachdem wir uns in der Lobby zufällig übers Ja-Sagen unterhalten haben, hatten wir eine Flasche Sekt auf dem Zimmer stehen. Sehr sympathisch, kann ich nur sagen!

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Nebenwirkungen

So eine Hochzeit ist was Tolles. Sagt ja der Name bereits: Hoch-Zeit. Das ist aber natürlich nicht alles. Im Grunde ist es wie Weihnachten auch eine schöne Zeit zum Feiern und eine gute Gelegenheit, sich beschenken zu lassen. Zudem darf man nun auch endlich öffentlich knutschen und irgendwie wartet man ja seit der Pubertät darauf, dass sich auch die Eltern positiv darüber äußern, dass man offenbar einen Weg gefunden hat, mit seiner Sexualität klarzukommen. Nüchtern betrachtet ist eine Hochzeit ja auch heute noch das öffentliche Eingeständnis, miteinander zu schlafen, da kann uns die hinterlistige Mafia aus Hollywoodregisseuren, Süßwarenherstellern und Brautkleiddesignern sonstnochwas erzählen…

Aber neben all diesen schönen Einblicken in sich selbst, seine Familie und die Gesellschaft bieten Hochzeiten natürlich auch das ein oder andere Tief. Man beschäftigt sich auch als Pärchen, das bis dato dachte, irgendwie reicht es zum Leben schon, sich gut zu verstehen, mit obskuren Dingen. Zum Beispiel entdeckt man plötzlich, dass es neben Hosen-, Hemden und Hubraum-Größen auch noch Ringgrößen gibt. Notgedrungen beschäftigt man sich mit Hochzeitsbräuchen – schon um sicher zu gehen, nicht findigen entfernten Angehörigen mit Theologie-Studium neue Nahrung für die Theorie zu geben, man müsste ja eigentlich doch kirchlich heiraten, weil sich die ein oder andere nette Sitte ja sowas von eindeutig an diesem oder jenem Buch des Lebens orientiert…

Außerdem gibt es psychisch wirklich bedenkliche Auswirkungen. Als erklärter Bürokratie-Gegner finde ich mich seit Monaten beispielsweise in der misslichen Lage, mich auf einen Amtstermin zu freuen. Und während man die Beziehung möglichst heimlich am Rande einer Party begonnen hat, stellt man sich plötzlich bei einer solchen ins Rampenlicht. Man muss sich mitunter daran gewöhnen oder einfach hoffen, dass man das irgendwie hinkriegt.

Das alles ist aber nichts gegen die Aufgabe des eigenen Namens, so man diese Option wählt. So kann es dann kommen, dass einem ein paar Tage vor dem fraglichen Termin plötzlich aufgeht, dass man ja in naher Zukunft eine neue Unterschrift braucht. Mit viel Glück erwischt es dann nicht die Tapete, sondern nur einen Block…

Muss alles geübt sein… Quelle: Sash

 Aber wie man sieht: Die Vorbereitungen erreichen nun langsam auch die letzten Winkel… 🙂

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Vermehrung

Die Anzahl der Bildschirme auf meinem Schreibtisch wächst stetig. Im Laufe des nächsten Jahres gilt es dann, herauszufinden, ob es sich um ein lineares oder exponentielles Wachstum handelt. Für letzteres bräuchte ich zweifelsohne mehr Platz…

Media Overflow, Quelle: Sash

Aber wir wissen ja: Wenn sich zwei Monitore ganz doll liebhaben und sich nahe sind, dann wird das ganz ganz unanständig und deswegen schreit irgendwer: „Iiih!“ Und darum heißen die kleinen Netbooks auch…

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Gebrannte Kinder

Irgendwie keine gute Idee:

Sieht brennend sicher gut aus, ABER… Quelle: Sash

Gibt einem doch zu denken, wenn im Hausflur neben dem einzigen Ausgang Feuer gelegt wird. Ich tippe zwar mal auf ein paar zündelnde Kinder, aber es ist auch nicht so, dass das die Sache irgendwie besser macht…

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Rücksendung

„Mach mal das Paket auf!“

„OK.“

Woher hätte ich denn bitte wissen sollen, dass Ozie es für die Rücksendung nochmal brauchen könnte?

"Bisschen Panzertape, dann geht das wieder!" Quelle: Sash

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Unter Beschuss

Ein paar Tage sind nun vergangen, seit ich hätte verkünden können, dass ich nun schon 4 Jahre in Berlin lebe. Und wie immer wieder erwähnt wäre auch dieses Mal das Fazit wohl gewesen, dass ich gerne in Berlin lebe, ja sogar gerne in Marzahn wohne.

Ich kenne die Stadt zwar – also eher: sogar! – hauptsächlich von ihrer nächtlichen Seite aus, unheimlich war sie mir dennoch nie. Das unheimlichste, was mir hier in 4 Jahren passiert ist, hat wahrscheinlich irgendwas mit den Inhaltsstoffen meines Essens zu tun. Bis jetzt. Gestern hat diese Fassade der relaxten Coolness leichte Risse bekommen.

Das Leben in einem Plattenbau-Wohnsilo wie unserem ist bis auf gelegentliche eher sparsame Interaktion mit einigen Nachbarn durchaus anonym. Nicht, dass bei uns Nachts das Licht flackert und täglich Regisseure vorbeischauen, um neue dystopische Endzeit-Thriller hier zu drehen, aber wenn man Nachts im kahlen Hausflur steht und das Brummen des Aufzugs die einzige Geräuschquelle ist, kann es einem durchaus einmal wohlig schaudern.

Ebenso wie ich sicher für den ein oder anderen ein wenig unheimlich bin, wenn ich nachts durchs Treppenhaus schlurfe, sind mir manche Gestalten ja durchaus auch suspekt. Aber im Zweifelsfall geht man sich aus dem Weg oder hält im Fahrstuhl die Luft an, um den Zombies nicht zu signalisieren, dass durch die eigenen Venen noch uninfiziertes Blut fließt.

Zurück zum Thema: Persönlichen Angriffen habe ich bis jetzt schon durch meinen Körperbau nur selten begegnen müssen. Die meisten Angreifer halten sich fern und jahrelanges Shooter-Zocken hat mir beigebracht, dass es gesünder ist, sich im Schatten der Bäume und Hausmauern zu bewegen. Mit der Zeit fühlt man sich sicher, in meinem, unseren Fall wohl zu sehr. Schließlich hilft das alles gegen körperlichen Schaden, lässt einen vielleicht überleben – psychischen Angriffen geht man damit kaum aus dem Weg. Und sie treffen um so härter, wenn man sich in Sicherheit wiegt.

Gestern haben wir dann festgestellt, dass uns, insbesondere Ozie, tatsächlich jemand auf dem Kieker hat. Natürlich hat niemand geklingelt um uns das mitzuteilen oder uns eine Postkarte geschickt. Auch wer jetzt tote Tiere vor der Türe vermutet, liegt falsch. Die beängstigende Botschaft, die wahrscheinlich der Grund war, warum ich während meiner ganzen Nachtschicht kein Auge zugetan habe, wurde direkt neben unserer Tür für alle sichtbar (!) folgendermaßen angebracht:

„Pirk ist doff“ Quelle: Sash

Falls jemand sich mit Sprengfallen auskennt, kann er mir ja in den Kommentaren Bescheid geben. Wir werden kämpfen bis zuletzt!

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