Author Archives: Sash

Ungleichmäßig

Habe ich schonmal gesagt, dass ich meine Kamera liebe?

Unbearbeitetes Foto aus meinem Zimmer, Quelle: Sash

Unbearbeitetes Foto aus meinem Zimmer, Quelle: Sash

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Unsortierter Zwischenstand

Die letzten Tage sind stets mehrere Stunden davon in Beschlag genommen worden, den Schriftsatz an das Gericht zu erstellen. Es kann sein, dass das die letzte und entscheidende Möglichkeit ist, sich zum Sachverhalt zu äußern – wenn man nicht permanent ungefragt Zeug einsenden will – und so haben wir uns dazu entschieden, eine ganze Menge Äußerungen zu tätigen.

Denn auch wenn die Ergebnisse der mündlichen Verhandlung recht knapp zu umschreiben sind: Ich bin wirklich nicht alles losgeworden, was ich zu sagen gedachte und ich bin mir bewusst, dass der Eindruck, den die Richterin hat, gerade nicht viel mit der Realität zu tun hat. Das hat nicht nur mit den wiederholten Lügen seitens der Gegenseite zu tun, sondern natürlich auch damit, dass ich selbst nicht sonderlich darauf erpicht war, unsachgemäße Beiträge vorzubringen.

In unserem Fall ist das jedoch gar nicht so unangebracht.

Denn es hat vielleicht nicht viel mit der Rechtsfindung  zu tun, dass Dieter aus der ihm auch sonst anzulastenden Verpeilung keinen Mietvertrag aufgesetzt hat – wenn es aber darum geht, dass die Richterin denkt, ihm sei zu Unrecht irgendwelcher Schaden entstanden… dann habe ich doch vor, diesen Eindruck zu korrigieren.

Es ist klar, momentan ist da ein gemütlicher Vermieter, der aufgrund von Schäden die Kaution nicht auszahlen will und ein Vertreter dieser WG, der davon angepisst ist und sie einklagt. Wenn ich auf dem Wissensstand sachlich entscheiden müsste, würde ich wahrscheinlich auch denken: „Och je, der Arme Vermieter!“

Was bisher aber viel zu wenig zur Sprache gekommen ist, ist zum Beispiel, dass ich gar keine Wahl hatte, ihn zu verklagen. Bei Dieters normalem Verhalten konnte ich ja nicht einmal ausschliessen, dass er die Auszahlung nicht einfach verpennt. Im Gegensatz zur Richterin weiss ich ja, dass Dieter mir niemals gesagt hat, dass er die Kaution wegen Schäden nicht auszahlt. Die Info habe ich – nach einer Fristverlängerung! – erst mit der Klagebegründung erhalten. Bei einem normalen Mietverhältnis könnte man ja wenigstens damit argumentieren, dass das zu erwarten war. Das ist es hier aber nicht mal.

Klar, den dicken Pluspunkt, dass er nachweislich gelogen hat vor Gericht, den hab ich jetzt.

Aber wenn das nicht reicht? Rein rechtlich ist die Sache eigentlich klarer als je zuvor, weil sie die Schäden eingestanden haben und ich das Mietverhältnis – jetzt nachweislich – 2007 neu begonnen habe. Dafür, dass Dieter versucht hat, sich die Sache einfach zu machen, in dem er davon ausgeht, ich hätte das Mietverhältnis übernommen, kann ich nichts. Wir hatten im Vorfeld das erste mal eine Wohnungsbegehung und auch sonst habe ich mich um vieles bemüht. Die Miete für beide Wohnungen kam erstmals gesammelt und nicht getrennt bei ihm an. Seit meiner Übernahme der Wohnung kamen keine Bullen mehr zu unseren Parties, weil wir darauf geachtet haben, dass wenigstens die Fenster zu sind. Vor dem Auszug hab ich extra mehrfach in Erfahrung bringen wollen, was wir alles reparieren sollen. Wenn all das nicht fruchtet, dann kann ich mir da wirklich keine Vorwürfe mehr machen!

Aber all das ist mehr oder weniger untergegangen in der Verhandlung – ebenso wie die Tatsache, dass die Bude abbruchreif ist.

Wir haben diesen Rechtsstreit bisher auf einer wirklich freundlichen Ebene geführt: Wir haben uns an die Wahrheit gehalten, was die Gegenseite nicht getan hat. Das weden wir natürlich auch weiterhin tun. Wir haben es nicht darauf angelegt, Dieter und Petra unglaubwürdig zu machen oder sie persönlich anzugreifen. Zumindest letzteres ist natürlich von der Gegenseite nicht ausgeblieben.

Wir haben uns einfach nur auf geltendes Recht berufen und die Wahrheit erzählt.

Unser diese Woche noch rausgehendes Schreiben mischt unsere Grundsätze ein wenig auf. Obwohl noch etliche Mails ausstehen, haben wir schon jetzt mehr als doppelt so viele Zeugen wie die Gegenseite aufgeführt. Damit nicht genug: Wir behaupten auch – wahrheitsgemäß – dass die Zeugen der Gegenseite nutzlos sind. Außerdem muss Dieter jetzt eben damit leben, dass zur Sprache kommt, dass die Wohnung eine Bruchbude war und er seinen Pflichten als Vermieter nicht einmal ansatzweise nachgekommen ist.
Wir werden nebenbei den horrenden Mietpreis beziffern, und dabei auf Zahlen zurückgreifen, die er selbst wahrscheinlich noch nicht kennt. Natürlich fehlt auch nicht eine Einstreuung der besten Petra-Zitate, wie beispielsweise das, das die Schäden am Küchenboden auf Kickboxen zurückführt oder das mit dem angeblichen schriftlichen Mietvertrag.
Wir stellen nun eben einen Antrag auf Abrechnung der Kautionszinsen, was sie wahrscheinlich schon in Bedrängnis bringt, weil sie das Geld sicher nicht wie vorgeschrieben gesondert angelegt haben. Wir reiten darauf rum, dass sie eine falsche Kautionssumme bestätigt haben, obwohl in Svens Vertrag eine andere steht.
Dass wir beantragen, sie für den Fall, die Beweise reichen nicht aus, auch noch zu vernehmen, wo ihr Exemplar von Svens Kündigung jetzt ist, ist da nur noch Gestichel nebenher.

Zu all dem kommen natürlich noch Fotos von der Wohnung in eben jenem „neuwertigen“ Zustand, in dem Sven sie angeblich bekommen hat.

Schade, dass man das scheinbar nur auf Kindergarten-Niveau klären kann.

Aber was soll man machen, wenn der gegnerische Anwalt die Nase in den Himmel streckt und über ein Dokument, das mir jetzt vorliegt, sagt: „Na, die wird er ja wohl kaum haben!“

Das wird sicher ziemlich lustig, und ich finde es schade, das Gesicht jenes Anwaltes nicht zu sehen, wenn er den Schrieb liest.

Aber gut, wo war ich eigentlich? Wir haben nun also fast eine Woche gebraucht, um das Ganze so zu formulieren und auszuarbeiten, dass es Gerichtskompatibel ist und sich nicht so liest wie eine 14-seitige Aneinanderreihung von Beleidigungen und „Lügner! Lügner!“-Rufen. Ist anstrengend, aber auch nicht unwitzig. Ausformuliert ist jetzt alles und bis auf die sich noch ständig erweiternde Zeugenliste bleibt hauptsächlich Handwerksarbeit in Form von Kopien und Fotoalbum-Zusammenstellung übrig. Recht so!

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Sau-Sicher!

So langsam kann ich wohl behaupten, ich hatte die Schweinegrippe schon. Also war sie nervig und zeitintensiv, aber nicht schlimm.

Wie ich darauf komme?

Am Donnerstag habe ich einen Ex-Kollegen in meiner alten Stammkneipe getroffen. Der arbeitet noch immer beim KBV und hatte einen Tag zuvor Kontakt zu einem offenbar amtlich nachgewiesenen Sauseuchen-Patienten. Gut dazu gepasst hat, dass er sich – abgesehen vom Alkoholpegel – mies gefühlt hat und sich selbst schon Fieber attestierte.

Wir haben uns die Hand gegeben und sicher eine halbe Stunde redenderweise nebeneinander verbracht. Wenn die Sauseuche so ansteckend ist, wie alle behaupten, dann hatte sie eine faire Chance. Ich nehme aber eben eher an, dass meine Grippe bereits H1/N1-mäßig war und ich jetzt nicht mehr viel zu befürchten habe.

Dann kann ich auch auf eine Impfung verzichten. Glücklicherweise. Nicht nur, dass ich denke, Spritzen sollte man als Werkzeug nur akzeptieren, um sich interessante Drogen zu verabreichen:

Nein, auch Ozie hat aus… ähm, ja… vertrauenserweckender… Quelle einige hochbrisante Details zur Impfung erfahren. Als sie nämlich – lieb wie sie ist! – im Bus in Stuttgart den Platz neben sich für andere Fahrgäste freigemacht hat, setzte sich eine Frau zu ihr und fing an, sie bezüglich der Impfung zu warnen.

Grundsätzlich klang das alles sehr plausibel, und deswegen will ich dieses Geheimnis auch nicht für mich behalten 😉

Die Impfung ist eigentlich natürlich nur ein Vorwand von IHNEN!

Also im Grunde gibt es drei Stufen der Impfung. Zunächst freiwillig, dann wird – wie jetzt ja derzeit – durch die Medien suggeriert, dass man sich impfen lassen sollte, und zuletzt steht eine Zwangsimpfung auf dem Programm. Und spätestens dann werden mit dem Impfstoff Nanopartikel gespritzt, die uns zu Zombies machen.

So, folglich kann ich nur empfehlen:

Bei Kollegen anstecken, Impfung verweigern und Ohren auf Durchzug stellen!

🙂 🙂 🙂

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Zeugen gesucht!

Für den Verfall der Wohnung in der Teichstr. 6 im Zeitraum 2003 – 2006 werden dringend Augenzeugen gesucht. Für sachdienliche Hinweise wird eine Siegesparty in Aussicht gestellt. Die Polizei Stuttgart…

…hat diesmal ihre Finger nicht im Spiel.

Also liebe Ex-Mitbewohner und Besucher der heiligen Hallen der Chaoze-WG:

Das Verfahren um die Kaution ist ja am Laufen, wie ihr – die ihr hier mitlest – wisst. Wie ihr sicher auch wisst, ist ein entscheidender Punkt grundsätzlich der Zustand der Wohnung zum Zeitpunkt, als ich sie 2007 gemietet habe. Dieter wird sicher versuchen, nachzuweisen, dass die Bude top in Schuss war und ich das Gegenteil. Ihr seht also, dass es da einen Interessenkonflikt gibt.

Da ja einige Leute die WG zwischen Einweihungsparty und Svens Auszug besucht und bewohnt haben, hoffe ich doch, dass es Zeugen dafür gibt, wie es wirklich in der Wohnung aussah.

Wer kann wahrheitsgemäß  (notfalls ganz in echt vor Gericht) bezeugen, dass ein oder mehrere der gleich angeführten relevanten Schäden bereits vor Januar 2007 bestanden:

  • Die Balkontüre bei Sven im Zimmer war kaputt
  • Den Zustand des Holzbodens im oberen Stockwerk
  • Die Beschädigung an Svens Zimmertüre
  • Das Loch in der Wand über Svens Bett
  • Ein Wasserschaden am und ums Badfenster
  • Die kaputte Duschabtrennung im Bad
  • Die LAN-Verkabelung, -Dosen in der Wohnung inkl. Kabelkanäle
  • Die Deckenbeleuchtung in der Küche
  • Die Window-Colors auf den Badfliesen (blaue Wellen)

Zudem gibt es noch einen kniffligen Fall: Ist irgendjemand vielleicht aufgefallen, dass es irgendwelche Beschädigungen am Küchenboden gab? 😉

Also:

  • Beschädigung der Küchenbodenfliesen

Wir gehen davon aus, dass eine Aussage nicht nötig sein wird, wir brauchen dennoch eine gültige Adresse für den Fall, dass ihr uns helfen wollt, und natürlich die Bereitschaft, im Ernstfall auch wirklich dort anzutanzen. Die Kosten werden in so einem Fall natürlich erstattet.

Ihr könnt mir Bestätigungen gerne per Mail (bigsash81[Moppel-Et]gmx.de) schicken (Bitte mit Adresse, das ist wichtig!) oder auch nachfragen, was im einzelnen vielleicht relevant ist etc.

Bitte schickt diesen Text, einen Link darauf oder einen Hinweis an alle, die sich vielleicht auch noch erinnern können!

Ich hab gerade kaum Mail-Adressen vorliegen.

Und jetzt kommt noch ein Haken: Ich bräuchte die Infos bis Mitte der nun kommenden Woche!

Danke schonmal!

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Von der Heimat zurück in der Heimat

Nach 12 Stunden Fahrt wieder in Berlin, Quelle: Sash

Nach 12 Stunden Fahrt wieder in Berlin, Quelle: Sash

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Das Lichtlein von irgendwoher

…kommt ja angeblich immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr.

Ganz so schlimm sieht es hier nicht aus. Aber auch mit der festen Überzeugung, beim Prozess gegen meinen Ex-Vermieter zu gewinnen, müssen wir die Kosten ja erst einmal vorstrecken. Mit anderen Worten: Die Reise nach Stuttgart hat ein ganz schönes Loch in die Haushaltskasse gerissen. An einem „Wir können das nicht bezahlen“-Punkt waren wir nicht, aber immerhin haben wir Anfang des Monats die Miete nicht überwiesen, weil es sonst zu knapp werden könnte. Das hätte sich mit zwei Wochen Verspätung geklärt und da Spaß ja bekanntlich auch sein muss, können wir damit leben.

Ums bitterbös auszudrücken: Wir wohnen in einem Plattenbau in Berlin-Marzahn. Die haben hier ständig Leerstand und werden wegen ein paar Euro niemanden rausschmeissen. Das wissen wir. Aus Erfahrung…

Es ist aber dennoch eine verdammt geile Geschichte, wenn man – in dem Fall Ozie – beim Wiedereinkehren in die zweite Heimatstadt einen Brief von der Wohnungsbaugesellschaft findet.

Mahnung? Ärger? Panik?

Weit gefehlt: Nebenkostenabrechnung. 390 € haben wir dieses Jahr zu viel bezahlt und das wird mit der Miete verrechnet. Das Minus schrumpft also von 570 € auf 180 €. Ohne was getan zu haben.

Naja, der Rausschmiss von Ralf macht sich halt bezahlt. Letztes Jahr haben wir nur 80 € rausbekommen…

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Königlich versorgt

Es gibt von meiner Seite aus natürlich nicht nur gerichtliches aus Stuttgart. Auch mit Gerichten zu tun hat zwar folgende Geschichte, dennoch handelt sie vom Dienstleistungsgewerbe.

Vor dem besagten Gerichtstermin waren Ozie und ich schon drei Stunden zu früh vor Ort. Mit Grund. Schließlich wollten wir uns noch wegen der Beistands-Geschichte erkundigen. Außerdem war es eine Möglichkeit, noch schnell zu checken, ob sich Termin oder Ort verändert haben und zu sehen, wo der Saal überhaupt ist.

Das haben wir hinter uns gebracht, und nun wollten wir bis zur Verhandlung noch „Mittagessen und nochmal alles durchsprechen“. Wo wir genau hingehen, wussten wir nicht, aber da sich ums Gericht in einem Kilometer Umkreis sicher mindestens 15 Restaurants befinden, waren wir frohen Mutes, etwas zu finden, das uns zusagt.

Unsere Ansprüche waren nicht hoch, wir wollten nur irgendwas essen – natürlich möglichst nicht für 200 € – und einen Platz für 3 Stunden Planung haben. Den haben wir gefunden.

Zwei Pizzerien lagen zuerst auf dem Weg, und bei der Zweiten waren wir eigentlich schon kurz vor dem Reingehen. Wir haben aber beschlossen, dass wir noch einen Blick auf das Lokal nebenan werfen. Glücklicherweise! Sonst hättet ihr jetzt nichts zu lesen 🙂

Die Karte, die an der Gaststätte „Kronprinz“ aushing, war nicht überwältigend, aber immerhin preiswert. Ozie indes entdeckte den Hinweis, der unser Leben bereichern sollte:

„Separater Raucher-Bereich“

Danke! Entscheidung gefällt. Bei rund 3 Stunden Zeit, die wir dort zu verbringen gedachten, gilt das als Killer-Argument. Auf der Karte befanden sich gutbürgerliche deutsche Küche und Angebote aus dem Balkan-Gebiet – was mir als Anhänger einfachen Essens sehr entgegenkam. Wir sind also rein, und ich hab gleich ganz frech nach dem Raucherbereich gefragt.

Der Kellner wurde etwas verlegen und meinte:

„Ist aber nicht beheizt!“

„Wir schauen einfach mal!“

Also sind wir dorthin und es war tatsächlich ein paar Grad kühler, aber bei weitem nicht Außentemperatur. Also haben wir beschlossen, zu bleiben. Nachdem wir Cola bestellt hatten, hab ich Ozie bereits meine Meinung zum Kellner kundgetan:

„Hier hat aber auch irgendwer seinem bosnischen Onkel einen Job verschafft!“

Der Kerl war nett und höflich, aber er sprach nur gebrochen Deutsch und war ein wenig steif und erweckte ein wenig den Eindruck, er sähe gerade das erste Mal ein Restaurant von innen. Und im Gegensatz zu dem ziemlich heruntergekommenen Gebäude trug er Anzug und Krawatte, was irgendwie völlig deplaziert wirkte.

Der Raucherraum war noch um einiges liebloser gestaltet als der Rest des Restaurants. Sämtliche Tischdekorationen fehlten hier – mal abgesehen von Wachsdecken, die um die Jugendzeit meiner Eltern mal modern waren. Uns war das allerdings völlig egal.

Wir haben dann Essen bestellen wollen.

Ich habe mich für eine Gulaschsuppe als Vorspeise und  als Hauptgang Leber mit Reis, Zwiebeln und Rauchfleisch (für fantastische 5,80 €) entschieden und Ozie überlegte, ob sie Spinat und Spiegelei im Tagesangebot nehmen sollte. Da hierzu eine Tagessuppe aufgeführt wurde, wollte sie wissen, um was für eine Suppe es sich handele.

„Ich frag mal nach!“

sagte der Kellner und verschwand.

Eine Minute später tauchte er mit einer Suppe wieder auf und hielt sie Ozie unter die Nase:

„Griessuppe mit Möhren!“

Ozie war angetan davon und behielt die Suppe. Wir sind allerdings davon überzeugt, dass er sie bei Nichtgefallen auch wieder mitgenommen hätte. Kurios war es dennoch. Dann das Geschirr…

Was sicher jeder kennt, sind diese weißen Porzellan-Teller, die in einem hässlichen Rosa-Rot-Ton mit Ornamenten und Landschaftsbildern versehen sind. Sowas gab es als Untersetzer. Die Suppe selbst befand sich in einem Blechnapf. Ich hab nichts gegen Metallgeschirr einzuwenden, aber die Kombination war ein bisschen fragwürdig. Man packt ja auch in einen giftgrünen Fiat Punto keine Edelholz-Armaturen.

Aber das Essen hat geschmeckt!

Das Preis-Leistungs-Verhältnis war blendend, und ich bin auch niemand, der sich bei einem Hauptgang für unter 6 Euro darüber Gedanken macht, ob TK- oder Fertig-Ware zum Einsatz kommt. Wenn es so war, dann haben sie es gut gemacht, und witzig war’s ja auch noch 🙂

Nach dem Essen haben wir je einen Tee mit Zitrone bestellt. War ja kühl 😉

Er nahm die Bestellung so auf und verschwand. Ein paar Sekunden später stand er wieder in der Tür und fragte, was wir denn für einen Tee wünschten. Sie hätten Hagebutte, Pfefferminz, Früchte…

„Früchte!“

haben wir geantwortet. Eigentlich war es uns egal. Was warmes mit Geschmack!

Zwei Minuten später stellte er uns zwei schwarze Tee auf den Tisch. Ich ging zur Toilette und amüsierte mich bereits darüber, dass an der Wand Auszeichnungen aus den Jahren 1985 bis 1993 hingen, da ich davon ausging, dass es damals in dem Laden noch ganz anders aussah.

Als Dessert hatte ich einen Eisbecher bestellt und Ozie Vanilleeis mit heißen Himbeeren.

Während meiner Abwesenheit hat er das Eis serviert und nachdem er es hingestellt hat, zu Ozie gemeint:

„Vanilleeis war aus, ich hab ihnen eine Kugel Walnußeis gegeben.“

Und ich hab mich bei meiner Wiederkehr schon gewundert, warum in einem stinknormalen Eisbecher ausgerechnet Erdbeer- Schokolade- und Walnußeis drin ist…

Genaugenommen war es also eine Katastrophe. Aber es war der beste Laden, den wir zu diesem Zeitpunkt hätten finden können. Es war lecker, günstig, die Bedienung war immerhin nett und mir ist es lieber, es wird dilettantisch auf Kundenwünsche eingegangen als gar nicht. Uns war es egal, was wir nun genau bekommen haben und insofern denke ich, dass es auch völlig ok war, dass ich dennoch ein Trinkgeld von 10% gegeben habe – was im Übrigen bei einem Rechnungsbetrag von nicht einmal 30 € keinesfalls die Reisekasse gesprengt hat. Wir hatten in dem Raum unsere Ruhe für die Vorbereitung und haben lecker gegessen.

Für alternative Abenteuerurlauber, die noch was im Gericht zu erledigen haben, kann ich den Laden also empfehlen. Sonst sollte man es sich vielleicht überlegen.

Beim Rausgehen ist Ozie dann noch aufgefallen, dass auf jedem Tisch im regulären Bereich Werbeaufsteller für Vanilleeis mit Erdbeeren standen…

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