Author Archives: Sash

Brüderle und die Atomkraftwerkle

Da wacht man noch vor dem Wecker auf und nutzt die Zeit, um mal wieder bei Twitter in die Timeline zu sehen. Und alle schreiben sie von Brüderle und einem Wahlkampf-Patzer…

Nun musste ich kurz mal nachsehen – das hab ich dann der Übersichtlichkeit bei Spiegel Online gemacht. Und siehe da!

Ich muss ja sagen, dass mich die Tatsache nicht überrascht, dass das AKW-Moratorium den Wahlkämpfen geschuldet ist. Im Grunde ist mir dieser Gedanke noch lieber als die Option, dass die Kraftwerke tatsächlich akut eine größere Gefahr darstellen als sie es ohnehin tun. Ich hab ja neulich schon mal was dazu geschrieben. Wobei sich die beiden Optionen immer noch nicht ausschließen müssen 🙁

Aber man darf es doch wohl eine Frechheit sondersgleichen nennen, was Brüderle da von sich gegeben hat. Einfach mal auf einem Treffen mit der Wirtschaftselite zu sagen, dass sie sich schon keine Sorgen machen müssten, die Entscheidungen der Regierung sei wegen des Drucks der Wahlen auch mal irrational – das hat das berühmte „Gschmäckle“ und kann ja böswillig auch so gelesen werden, dass dieses ganze „Wir handeln verantwortungsvoll“ doch nur Lügen fürs blöde Volk sind.

Immerhin hat Brüderle sich damit selbst einen Ausweg geschaffen: Jetzt wo man weiss, dass er die Wahrheit je nach Publikum verdreht, kann er ja immer wieder behaupten, er habe doch die andere Seite belogen und nicht die aktuellen Zuhörer.

Respekt, Schwarz-Gelb! Ihr seid nicht zufällig Entlaufene aus einem Monty-Python-Film, die sich bei der Kreuzigung vordrängeln wollen, oder?

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WG-Dialoge

Ozie zu Sash (bezüglich des Kommentars von Karin):

„Du brauchst vielleicht ’ne Menge zum Bloggen: Deine Ruhe, deinen Schreibtisch, Zigaretten und eine Cola. Aber ein Thema brauchst du nicht!“

Da hat sie wohl Recht 🙂

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Lekker Laberbacken

„Dämliche Vertreter sind bloggenswert.“

Das ist die kleine und keineswegs ausreichende Entschuldigung dafür gewesen, dass ich Ozie eben zur Tür geschickt habe. Wir haben extra einen Aufkleber unseres Stromanbieters an der Wohnungstüre hängen, um nervige Schwatzer gleich abzuschrecken. Bis vor ein paar Wochen (Japan, anyone?) war es ja eigentlich schon ein Zeichen, dass man sich was dabei gedacht hat, wenn man zu einem Ökostromanbieter gewechselt hat.

Natürlich gilt das immer nur soweit, wie man von der nächsten Idiotenquelle entfernt wohnt.

„Sind sie noch bei Naturstrom?“

„Ja, und ich bin sehr zufrieden.“

Das ist so der Punkt, wo man sich als potenzieller Kunde noch ein ok denkt und die Grenze zum potenziellen Mörder noch weit entfernt liegt. Wenn dann aber weiterhin seltsame Argumente kommen wie

„auch atomfrei und so“

oder ganz besonders gut

„nee, wir machen des jetzt im ganzen Haus!“

dann kann man schon mal ein wenig sauer werden. Nachdem sie sich noch ein bisschen uneinig über die neue Grundgebühr für den Strom waren, wollten sie uns gleich noch neues Internet aufdrängen.

Internet ist bei uns ja ein spezielles Thema. Jedes Mal, wenn an dieser Leitung irgendwie versucht wird, die Geschwindigkeit (die ja mies ist, keine Frage!) zu erhöhen, bedeutet das für uns nicht nur die Verabschiedung von jeglicher Kommunikation, sondern damit einhergehend eine deutlich verkürzte Lebenserwartung, Panikattacken und ausgerissene Haare. Die beiden Jungs, die so gerne im ganzen Haus den Strom umstellen („Für 5,90 €.“ „Nee, 5,80!“) wussten aber völlig selbstverständlich:

„Ja beim Nachbarn ist auch Alice!“

Ozies Abschlusssatz kann ich allen nur empfehlen:

„Jungs, ihr habt doch keinen Plan!“

Für Vertreter dieser Qualität kann ich nur auf Lehrmaterial verlinken.

Nachtrag:

Beim Schreiben dieses Blogeintrags klingelte unvermittelt mitten der Nacht (zumindest für mich) das Telefon. Zitat Ozie:

„Jetzt bist du dran!“

Gehe ich so ran, und es meldet sich jemand mit den Worten:

„Hallo, mein Name ist Garfelbretz Güllenwurm und ich arbeite für den technischen Support von…“

Die drei Punkte am Satzende sind keinesfalls eine Verfremdung meinerseits (wie z.B. der hierzulande sicher eher seltene Name). Er sagte tatsächlich, er arbeite beim Technischen Support Vom. Ende der Übertragung.

„Könnte ich bitte Herrn Felix sprechen?“

Meine Reaktion war folgende:

„Vergessen sie es!“

Dann hab ich aufgelegt. Insbesondere neue Leser werden das nicht verstehen, deswegen hier kurz eine Erklärung:
Das ist der Name meines Ex-Mitbewohners aus Stuttgart, der anderthalb Jahre vor meinem Umzug nach Berlin aus der WG ausgezogen ist, unter der natürlich neuen Nummer in Berlin niemals erreichbar war und nur durch einen fehlerhaften Telefonbucheintrag von Arcor überhaupt mit diesem Anschluss in Verbindung zu bringen ist. Ergo: Jeder, der hier anruft und nach dieser Person verlangt, erklärt damit gleichzeitig, dass er seine Daten nicht nur illegal aus dem Telefonbuch bezieht, sondern zudem auch noch zu geizig ist, wenigstens ein aktuelles zu verwenden. Mit derartigen Vögeln brauche ich nun wirklich nicht zu reden.

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Brief, überfrankiert

Das Finanzamt ist jetzt nicht gerade die Einrichtung, mit der ich eine innige Liebesbeziehung führe. Gar nicht mal, weil wir irgendwie Stress miteinander haben. Ich zahle meine paar Euro Steuern und sie verlangen dafür eines der schönsten deutschen Formulare überhaupt, die Steuererklärung. Natürlich ist das Ausfüllen derselben nicht halb so schlimm, wie man sich jedes Mal beim Anblick dieses Papierberges denkt, aber Spaß macht es auch nicht.

Man sollte sie eigentlich mal mit Einband zurückschicken. Mit einem Cover von einem Sachbuch über die Finanzkrise…

Naja, gelegentlich muss also mal ein Briefchen geschickt werden – insbesondere wenn man nebenher Flattr laufen hat – dafür revanchieren sie sich dann auch mit Anrufen kurz vor dem Geburtstag. Ist ja doch auch eine nette Sache. Da aber weder irgendeines der adretten Gebäude dieser Institution, noch die erotische Ausstrahlung der telefonierenden Sachbearbeiter bisher die Flammen der Liebe in mir zum Lodern gebracht hat, gebe ich mir nicht viel Mühe mit der Konversation. Da müssen dann eben auch mal Restbriefmarken aufgebraucht werden – die ich unweigerlich immer erhalte, weil dieser blöde Automat keine Geldrückgabe bietet… *grummel*

Das passt zwar nicht immer auf den Cent genau, aber dafür verleiht es der gegenseitigen Wertschätzung doch ein besonderes Gewicht:

Wenn es ums Geld geht, nehmen die alles! Quelle: Sash

Wenn es ums Geld geht, nehmen die alles! Quelle: Sash

Die Post freut sich, und das Amt findet es bestimmt auch toll. Schließlich ist jede Menge Papierkram drin 🙂

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G(r)imme more!

Ich hab es jetzt all die Tage vergessen, während die ganzen Berichte der anderen Blogger eingetrudelt sind…

Auch GNIT ist für den Grimme Online Award vorgeschlagen. Dazu bedurfte es jemandem, der die Seite vorschlägt, und diesem Jemand möchte ich einfach mal danken.

Ansonsten bedeutet der Vorschlag noch nichts, und ich glaube nicht, dass ich auch nur nominiert werde. Das sage ich jetzt gar nicht, um ein bisschen mit meiner Bescheidenheit anzugeben. Der Grimme Online Award ist eine Auszeichnung von wirklich abenteuerlicher Güte, und er wird für wirklich sehr hochwertige Seiten vergeben. Selbst wenn es ein „Jobblog“ schaffen sollte, einen der begehrten 8 Preise abzuräumen, dann glaube ich nicht, dass ausgerechnet ich das sein sollte. Gerade die hochkarätige „Konkurrenz“ wie das Bestatterweblog oder die ebenfalls hochinformative und dennoch nette Seite von Pharmama sind da meiner Meinung nach die besseren Kandidaten.

Aber ganz ehrlich: Toll wäre es natürlich schon 😉

Also ich freue mich über jeden Vorschlag bei irgendwelchen Wettbewerben. Ich denke aber, dass der Grimme zumindest noch ein paar Jahre warten muss…

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Astrofotografie (2)

Jetzt hab ich mich neulich daran versucht, den Erdtrabanten auf ein Foto zu bannen, was mir wirklich nicht gerade auf hohem Niveau gelungen ist. Aber da ich mich nicht damit zufrieden geben wollte, und meiner Kamera eine zweite Chance gönnte, hab ich es dann abermals versucht, obwohl ich eigentlich nach wie vor nichts besonders wichtiges daran finde, wie tausende andere Menschen den Mond zu fotografieren.

Aber trotzdem:

"Der Mond ist aufgegangen." "Dann mach ihn wieder zu." Quelle: Sash

"Der Mond ist aufgegangen." "Dann mach ihn wieder zu." Quelle: Sash

So sonderlich kontrastreich und scharf ist es zwar immer noch nicht, aber gerade die Schärfe lässt sich vielleicht damit entschuldigen, dass ich das Foto ohne Stativ mit 29-fachem Zoom gemacht habe. Also auch noch Digitalzoom…
Auch wenn mir meine alte Ixus der Handlichkeit noch manchmal fehlt: Im Grunde bin ich mit dem Teil hier echt zufrieden. Und – so viel Werbung muss sein! – vor allem für den Preis ist das eigentlich der Hammer!

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Gewaltig einen an der Klatsche

hat ja scheinbar die ganze Welt.

Ich hab mir all die Tage gedacht, ich sollte nochmal was zu den Ereignissen in Japan schreiben. Was heisst schon: „sollte“? Die ganze Welt schreibt darüber. Die Folgen von Erdbeben und Tsunami, das Leid der Leute, die nicht so recht unter Kontrolle zu bringenden Reaktoren und die Reaktionen darauf. Also nicht die physikalischen Reaktionen auf die bisher ausgetretene Strahlung, sondern die politischen Konsequenzen in Punkto Kernenergie… aber ich musste einfach!

In Deutschland sind die ersten Meiler bereits vom Netz gegangen. Das ist meiner Meinung nach eine großartige Sache und lässt für die Zukunft hoffen. Aber auch wenn mir das Ergebnis prinzipiell gefällt, muss ich doch mal unserer Regierung – allen voran der Kanzlerin – attestieren, dass sie in in Sachen Argumentation sowas von [Überschrift] hat.

Ich hab einen gewissen Respekt vor den Leuten da oben. Nicht explizit wegen ihrer Stellung, sondern weil sie einen beschissenen Job haben, den ich sicher nicht machen wollte.

Aber so langsam frage ich mich, wo eigentlich diese verdammt bekloppten Islamisten bleiben, wenn man sie einmal für einen Anschlag brauchen könnte. Ich bin schlicht zu feige dafür, so viel Ehrlichkeit muss sein. An moralischen Bedenken liegt es wirklich nicht mehr, dass ich mein Auto nicht mit C4 bepacke, statt mit Fahrgästen…

Wie kann sich jemand mit ein bisschen mehr im Kopf als einem Hohlraum jetzt hinstellen und sagen, man müsse deutsche Kernkraftwerke überprüfen?

Vor 25 Jahren haben wir hier ein nettes Einmaleins strahlender Lebensmittel gehabt, weil ein Atomkraftwerk dank technischer Schwächen und menschlicher Fehler mehr oder weniger explodiert ist. Über Jahrzehnte hinweg war die Anti-Atomkraftbewegung die lauteste Untergruppe der Naturschützer, und wenn sie nicht für Heiligendamm 2007 ein paar Polizisten mehr gebraucht hätten, um auch noch mein Auto zu verkratzen, dann wären die Castor-Transporte auf Ewig die größten Polizeieinsätze dieser Republik gewesen. Im langen Lauf der Jahre hat sich eine kleine Partei, gespeist aus einem Pool von RAF-Sympathisanten und Steinewerfern, im Namen des Umweltschutzes bis beinahe zur Unkenntlichkeit ihres Profils in der deutschen Politik hochgeschlafen, um am Gipfel, bei einer Regierungsbeteiligung, letztlich den Stein ins Rollen zu bringen, mit der Spaltung von Atomen zugunsten sauberer Energie Schluß zu machen.

Die ganze Zeit über waren die Argumente der jetzt Regierenden stets dieselben: Man könne nunmal nicht verzichten und außerdem sind die deutschen Reaktoren ja sicher.

Der „Ausstieg aus dem Ausstieg“, der kürzlich beschlossen wurde, folgte ebenfalls der einzig heranziehbaren Logik: So gefährlich ist es ja – zumindest bei uns! – nicht.

Trotz ewiger Demos, trotz Streitereien im Parlament, trotz des Ärgers um Asse, trotz der immer wieder auftauchenden Problematik, dass man nicht weiss, wohin mit dem Müll, trotz alledem war die Minimalantwort immer: Nicht aufregen, bei uns ist es ja nicht so gefährlich.

Und jetzt ist in Japan gelinde gesagt die Kacke am Dampfen. Das hat erstmal einen Scheiß mit uns hier zu tun. Unser Land ist bei weitem nicht so erdbebengefährdet, und selbst ungünstigste Prognosen sehen ernstlich kein Szenario vor, dass z.B. das Kraftwerk Biblis von einem Tsunami erwischt werden könne…

Und JETZT auf einmal ist es nicht nur möglich, zumindest ein paar Reaktoren herunterzufahren, ohne wieder in der Steinzeit zu landen, NEIN! Nun muss auch plötzlich „überprüft“ werden, ob die Teile sicher sind. Mal abgesehen davon, dass die blödsinnige Herleitung des Moratoriums über das Atomgesetz läuft und nur für Notfälle in Deutschland möglich zu sein scheint, muss man sich als Mensch mit einem halbwegs intakten Verstand doch fragen:

Was haben die bitte bisher überprüft?

Natürlich ist mir klar, dass Merkel jetzt für all die Dumpfbeutel Wahlkampf machen muss, die tatsächlich nach 30 Jahren Schimpfen auf die Ökospinner Kernkraft ausgerechnet heute für gefährlich halten – und morgen dann wieder nicht mehr. Aber selbst wenn man davon ausgeht, dass das Ganze nur dazu dient, nach 2 Landtagswahlen das Moratorium wieder einzukassieren, um dann unbeirrt weiter die Laufzeiten zu verlängern, kann man doch diese grunddumme Begründung als ausreichend erachten, die nächsten Regierungsgespräche per Dekret ins Abklingbecken von Neckarwestheim zu verlegen. Nette Planscherunde , wo Mama Merkel ihren Quietscheguido zwischen den Brennstäben durchtauchen lassen kann…

Mich nervt Pauschalschelte von Politikern immer ein bisschen, auch wenn ich selbst von den meisten nicht viel halte. Aber die Dreistigkeit dieser Parlamentsamöben hinterlässt mich momentan echt sowas von schockiert.

Hey bitte, da wird man jahrzehntelang abgefrühstückt mit einem

„Mecker nich, ich kenn mich in Physik besser aus als wie du!!!“,

und kaum kriegt Onkel Harry im Ausland eine schlechte Note, heisst es dann:

„Hmm, ich hab zwar Recht, aber ich guck besser nochmal nach…“

Da sind doch Kindergartendiskussionen auf der Basis von fliegendem Sand stichhaltiger!

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