>100k

OK, das war eine Clickbait-Überschrift. Ganz über 100 sind wir nicht, und es geht auch nicht wie man vielleicht meinen könnte um Geld. Es ist nicht so, dass sich das legendäre VG-Wort-Jahr 2019 wiederholt. Schade, aber um ehrlich zu sein melde ich der VG Wort all das hier auch gar nicht mehr, die Zugriffszahlen geben das nicht her und die goldene Zeit wird nicht wiederkommen.

Aber genug von dem, was die Überschrift NICHT sagt. Was sind denn 100k? 100 Klogänge. Auf jeden Fall gefühlt.

Was das Trockenwerden von Kindern angeht, klafft ja auch eine riesige Lücke zwischen den alten Generationen und der heutigen Zeit. Wenn ich jetzt schreibe, dass das Knöpfle noch nicht trocken ist, dann hab ich die Hater-Kommentare darüber, wie sie selbst als Kinder mit anderthalb in der Kinderkrippe trocken geworden sind, ja schon vor Augen. Ändert nichts daran, dass man das heute nicht mehr für einen sinnvollen Weg hält. Klar sind viele Kinder früh trocken und natürlich ist das für Eltern toll, wer will da nach ein paar Jahren Windelwechseln nicht auch hin, aber es herrscht ein relativ breiter Konsens, dass man das nicht mehr so erzwingt, sondern den Kindern neben allerlei Nudging im Wesentlichen ihr eigenes Tempo lässt – was im Gegenzug halt für wesentlich weniger Stress bei den Kindern inklusive einer unnötig langen Phase mit regelmäßigem Einnässen führt.

Und ja, was die Kinderlotterie angeht, haben wir halt nicht die Turbostöpsel gezogen, sondern eher zwei Exemplare, die das Konzept ziemlich lange nicht wirklich auf sich selbst bezogen haben. Das Spätzle mit seinen ganz eigenen Problemen hatte den Zahlenraum bis 100 definitiv schneller im Überblick als den Inhalt seiner Unterhose und bei so einem Vorbild fällt der Apfel halt nicht weit vom Pferd und das Knöpfle wackelt gerade mit dicker Windel am Hintern seinem fünften Geburtstag entgegen. Aber wie gesagt: Auch wenn einige das mit Blick auf früher ungläubig lesen: Das ist nicht mehr völlig out of range, die Kita sagt da z.B. auch gar nichts. Man bietet an, stupst mal ein bisschen, aber im Wesentlichen wartet man halt.

Jetzt haben wir mal wieder einen Tag ohne Windel probiert und meine Güte, das ist der vollste Vollzeitjob gewesen, den man sich vorstellen kann. Das Knöpfle hatte noch vor 9 Uhr acht Unterhosen verschlissen. Mit Bodenwischen und allem. Völlig ohne jedes Gefühl dafür, dass sich irgendwas ändern müsste, ist das Kind einfach permanent ausgelaufen. Unsere pure Verzweiflung am späten Vormittag hat dann dazu geführt, dass er erst einmal gar keine Hose mehr bekommen hat und seit da ist er dann mal mehr und mal weniger freiwillig aufs Klo, was natürlich ein riesiger Erfolg ist. Wirklich! Ich will das nicht kleinreden.

Aber wenn ich schreibe, dass er durchschnittlich alle 10 Minuten aufs Klo ist, dann ist das eine sehr konservative Schätzung. Im Ernst. Keine Übertreibung. Den ganzen Tag lang.

Und natürlich muss man jedes Mal zumindest grob gucken, ob der Boden sauber ist, ob die Hände nach dem Waschen noch seifig sind … wie gesagt: Vollzeitjob.

Ich hätte davor ja schon geschworen, Klos nicht mehr öfter sehen zu müssen als bisher, aber seit heute … vielleicht gehe ich einfach selber nicht mehr.

Leave a Comment

Filed under Familie, Haushalt, Vermischtes

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert