Monthly Archives: November 2012

Profi-Fehler

Nicht gerade der beste Platz, sich zu verschreiben:

„Caio, ich geh dann mal!“ Quelle: Sash

7 Comments

Filed under Bilder

Altersweisheit?

So, 31 Sonnenumrundungen hab ich schon mitgemacht. Das wichtigste – nämlich mich trotzdem jedes Jahr auf den Winter zu freuen – hab ich noch nicht verlernt, aber hier und da lässt die Unvernunft schon auch mal nach.

Wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich kein Geiz-ist-geil-Typ bin. Deswegen komme ich dennoch nicht umhin, gelegentlich nach dem Geld zu schielen. Einfach, weil’s hier nicht in großen Haufen rumliegt und ein weiteres ungelöstes Paradoxon der Gesellschaft ist, dass ausgerechnet Notenpressen sackteuer sind.

Wie so ziemlich jeder weiß, der schon mal einen Blick auf den Header dieses Blogs geworfen hat, wohnen wir hier in Marzahn recht günstig, aber die aktuellen Preisentwicklungen bei Mieten in Berlin geht selbst hier nicht an uns vorbei. Auch dieser Stadtteil entwickelt sich, es wird viel gebaut, renoviert und die Mieten steigen. Wir wohnen nun seit knapp über 5 Jahren hier und haben kürzlich unserer zweiten Mieterhöhung zugestimmt.

Nun aber zur Unvernunft. Als wir hergezogen sind, hatten wir noch einen Mitbewohner und überhaupt haben wir mit dem Umzug in die wesentlich günstigere Bude sicher manchmal wie die Axt im Walde gelebt. Das gibt sich mit der Zeit. Man wird eben etwas vernünftiger und denkt auch mal drüber nach, ob dieses oder jenes jetzt wirklich sein müsse. Und tatsächlich hat sich das gelohnt – unsere Nebenkosten sinken bislang jedes Jahr ein wenig. Ohne dass es uns gefühlt schlechter geht. Wir haben nach wie vor eine warme Wohnung, die PC’s sind schneller geworden, der Fernseher größer und es brennt immer noch nachts das Licht.

OK, der Auszug jenes Mitbewohners, der die Heizung auf 5 stellte, die Luft mittels Vorhang direkt aus dem Fenster leitete und dann in den Urlaub fuhr, hatte enormen Einfluss auf die Kostenentwicklung.

So kam es dann, dass ich zum Geburtstag nicht nur 200 € Rückzahlung bekam, sondern wir trotz gestiegener Miete den monatlichen Dauerauftrag an die degewo um 5 Euro senken konnten, womit wir unterm Strich und selbst ohne Einbeziehung der Inflation hier billiger leben als bei unserem Einzug.

Nein, Geld rechtfertigt sicher nicht alles. Aber für Vernunft mal entlohnt zu werden, schadet sicher auch nicht. Schlimm genug, dass das meistens nur im Kleinen funktioniert.

4 Comments

Filed under Haushalt, Vermischtes

Aus gegebenem Anlass …

Cool, hab in meinem Leben ein Bonus-Level erreicht, Quelle: Sash

19 Comments

Filed under Bilder, Haushalt, Vermischtes

Nettes Geburtstagsgeschenk

Hach. Dank Thomas hab ich einen Link von fefe zum Geburtstag geschenkt bekommen. Schöne Sache, die Statistiken explodieren 🙂

Natürlich liegt es mir am Herzen, die 5.000 Besucher willkommen zu heißen, aber ich weiß, dass die meisten nicht lange bleiben werden. Wer das doch sieht, kann gerne noch einen Blick auf meinen Taxi-Blog GNIT werfen.

(ich nehme an, ein Hinweis auf die Amazon-Wunschliste wären etwas dreist 😉 )

Gibt die Tage sicher noch neues, arg viele Verschwörungen werde ich aber sicher nicht haben, sorry …

9 Comments

Filed under Medien, Vermischtes

NICHTLUSTIG-Serie

Uiuiui!

NICHTLUSTIG als Trickfilmserie!

Angekündigt hat Joscha Sauer es schon lange, jetzt wird langsam Ernst daraus: auf nichtlustig.tv hat er nun bereits eine halbe Folge online gestellt und bittet zeitgleich darum, ihn zu unterstützen. Ein gewagtes Ziel von 100.000 € hat er sich gesetzt, das er via Crowdfunding für die Vollendung der ersten Folge einsammeln möchte. Und darauf wollte ich in aller Nettigkeit hinweisen.

Gerade weil ihm hier und da Gegenwind in Form ziemlich überflüssiger Debatten entgegenschlägt. 100.000 € sind ein Haufen Holz, aber ich finde, Sauer erklärt schlüssig, wieso das Geld benötigt wird – am Ende des Videos und im Blogeintrag darunter noch einmal. Ein paar Euro haben auch wir dazu beigetragen und ich empfinde es keinesfalls als geldgierig, wenn jemand versucht, sich einen Traum zu erfüllen und hier und da an finanzielle Grenzen stößt.

NICHTLUSTIG ist ja inzwischen keine Unbekannte mehr – gerade im Internet. Ich selbst hab die Cartoons abonniert und verfolge das Ganze seit zig Jahren. Ach, was heißt verfolgen! Etliche Auszüge aus den Dialogen sind bei uns zu festen Bestandteilen der Unterhaltungen geworden. „Besser als Gold.“ sage ich einmal die Woche, über „Ja, ja … der Neid frisst mich innerlich auf …“ lache ich heute noch wie am ersten Tag und wie oft stand ich schon mit dem Rasierer vor dem Spiegel und dachte vor mich hin: „Yetis sollten nicht Cosmopolitan lesen.

Richtig: entweder man mag die Cartoons oder eben nicht. Der Humor ist wirklich ein spezieller und ich kenne einen Haufen Leute, die damit nichts anfangen können. Befremdlicher finde ich indes, wenn Leute das alles immer super lustig fanden und es jetzt nicht mehr mögen, weil Joscha Sauer damit Geld verdient. Nach wie vor kann man fast alle Cartoons für umme im Netz anschauen und die paar Bücher und Kalender, die hier in der Wohnung liegen, stehen und hängen, haben indes wahrscheinlich gerade mal einen oder zwei Stifte zum Zeichnen refinanziert. Ich gönne dem Mann mit dem offensichtlich genialen Sinn für Humor, dass er von seiner Kunst leben kann und mir isr bewusst, dass man auch nach einem Merchandising-Deal mit Thalia nicht mal eben 250.000 € aus dem Ärmel schütteln kann, um einen Trickfilm zu machen.

Im Laufe der Zeit hat Sauer mit seinen Figuren ein zwar sehr absurdes, dafür aber wunderbar stimmiges und liebevolles Universum geschaffen, das mich in meinem Leben etliche Stunden bei Laune ge- und insgesamt unterhalten hat. Überraschenderweise hat er es sogar geschafft, aus den stets nur in einem Panel daherkommenden Cartoons mit der Zeit lustige Geschichten zu machen und das merkt man auch dem Trickfilm jetzt an. Das ist eben keine lieblose „Wir machen jetzt auch noch einen Film fürs Geld“-Aktion, sondern da stecken abermals neue (und eben auch wunderbare lieb gewonnene alte) Ideen drin. Ich nehme Joscha Sauer jedenfalls ab, dass er da einen Traum umsetzen will und es erst mal nicht anders kann. Und viel wichtiger:

Ich freue mich auf das Ergebnis.

Ich hoffe, der ein oder andere sieht das ähnlich und hält es vielleicht sogar für eine gute Idee, das Projekt zu unterstützen.

nichtlustig.tv

PS: Dieser Cartoon ließ sich irgendwie nicht im Text unterbringen.

7 Comments

Filed under Medien

Andere Länder …

Ich habe heute die US-Wahl verfolgt. Das muss sich vielleicht bei einigen erst setzen, ich bin selbst noch am Überlegen, weswegen. Nein, Gründe gibt es natürlich. Dagegen, den Ausgang dieser Wahl überhaupt zu beachten, spricht natürlich vor allem einmal das Wahlsystem selbst. Ein System, das kleinere Parteien schlicht unterdrückt, eines bei dem 1.000 Stimmen in Florida mehr zählen können als 1.000.000 in New York, das ist eigentlich zu blöd zum Ernstnehmen. Und da die Wahl grundsätzlich zwischen zwei stinkreichen Patrioten mit guten Beziehungen zur Wirtschaft gefällt wird, die nicht einmal nein zu Schußwaffen sagen dürfen, könnte man sagen, dass auch die personelle Ebene höchstens zum Sackkratzen animieren sollte.

Aber das ist halt nicht alles.

Immer noch ist der US-Präsident einer der mächtigsten Männer auf diesem Planeten. So traurig es sein mag, dass das System an dieser Stelle nie einen vernünftigen Menschen zulassen wird, kann es doch ein paar Millionen Menschenleben kosten, die Stelle mit einem bildungsresistenten Vollhonk wie dem letzten Bush-Sprößling zu besetzen. Gewiss wird Amerika nicht durch die Wiederwahl von Obama zu dem Vorreiter in der Welt, den das Land in sich selbst immer sieht – aber vielleicht wurden dadurch ein paar Kriege vermieden. Und den Gerüchten nach ist Krieg ja auch selten so toll, wie er im Fernsehen immer rüberkommt.

Was aber viel beeindruckender war als der Verlauf an sich (ich habe nicht lange gezweifelt, dass Obama es packt), das war das Fernsehen. Und – jetzt mal frei raus und ohne Recherche, was die vielleicht sonst so verbrechen – fette Props an CNN!

Diese Nacht habe ich die Hoffnung in den Fernsehjournalismus wiederentdeckt – mit dem traurigen Nebeneffekt, dass die in den deutschen jetzt wohl endgültig hinüber ist. Wunderbar, dass im ZDF zu diesem Anlass ein Bildschirm mit Twitter gezeigt wurde, die obskuren Versammlungs- und Talkrunden waren bei gelegentlichem Umschalten so doof wie eh und je. Und CNN?

Fakten, Fakten, Fakten. Stundenlang geballte Infos über die Wahl, permanenter Informationsfluss – überraschend pragmatisch und erfrischend kenntnisreich rübergebracht. Alleine die Arbeit des Moderators an der interaktiven Tafel, auf der er in Sekundenschnelle mehrere Zahlen aus Staaten und Countys gut informiert und mit technischer Brillianz rausgeholt hat. In dieser Nacht war CNN sicher besser als jeder Newsticker im Netz, jede Übersichtsseite. Gleichzeitig aktuell, gut aufbereitet, durchaus unterhaltsam und mit enormem Aufwand haben die da einfach locker mindestens 6 Stunden Live-Fernsehen gemacht, das man sich ansehen konnte. Man ist immer über Hochrechnungen, Ergebnisse und alles was eigentlich ging, auf dem Laufenden gehalten worden, während in Deutschland irgendwelche Ex-Politiker darüber getalkt haben, wie sie damals Obama kennengelernt haben. Wenn man nicht gerade deutsche Fußballspieler in den USA nach der eigenen Karriere befragt hat …

Vor allem ein Gefühl blieb: Während dieser für eine Sendung unglaublich langen Zeit fielen die deutschen Sender immer dadurch auf, dass sie die Zeit rumkriegen wollten – bei CNN wurde extra schnell geredet, um so schnell wie möglich alle Informationen loszuwerden. Und wenn ich zu so einer Veranstaltung eines wissen will, dann sind es Fakten aus den Wahllokalen und nicht, was Frank-Walter Steinmeier irgendwelchen Kandidaten so alles knuffiges wünscht, wenn sie es nicht schaffen sollten.

Es gibt vielleicht wenige Punkte, auf die mein Ergebnis heute Nacht zutrifft, auf den Fernsehjournalismus zur Wahl jedoch sicher:

USA – Deutschland

1 – 0

9 Comments

Filed under Medien, Politik, Vermischtes

Sch(m)utz

Der hatte einen Schatten, dass die Nacht flattert – und dennoch war es nicht Darkwing Duck, sondern ein Fahrgast eines Kollegen. Und von Schatten, die die Nacht durchflattern, handelt dieser Eintrag auch sonst ein bisschen – von den Daten nämlich, die wir alle so um uns streuen. Und wir können heute sogar das Internet weitgehend in Frieden lassen, denn ich will mich gar nicht groß mit Facebook und Konsorten aufhalten, sondern gleich dahin gehen, wo es selbst guten Offline-Deutschen weh tut: zur Schufa.

Mein persönlicher Stress mit dem Verein hält sich in Grenzen. Ich bemühe mich schließlich, meine Schulden zu bezahlen und vermehrt sogar, überhaupt keine zu machen. Und eben weil ich das nicht will, scheiße ich persönlich auf das Scoring, das schon meiner Adresse wegen wahrscheinlich auf die nächsten 20 Jahre hin mies bleiben wird.

Ich hab da ohnehin kein Problem damit. Meine Grenzen der Privatsphäre liegen vergleichsweise eng um mich und umfassen in der Regel zumindest keine finanziellen Informationen. Mir persönlich ist Geld sowas von wurscht: ich schreibe darüber, wenn ich es hab – und ebenso, wenn mir gerade welches fehlt. Und da ich niemanden belüge oder bescheiße, komme ich damit gut klar.

Aber: das ist MEIN Leben. Und ich habe großes Verständnis dafür, wenn andere da andere Grenzen ziehen.

Und überhaupt: es ging eigentlich um den Fahrgast eines Kollegen. Der Kollege – hier nicht mit Namen genannt – gehört zur gleichen Firma und der Fahrgast stellte sich recht bald und freiwillig als einer von der Schufa vor. Und nach ein paar Allgemeinplätzen lief er sich richtig warm und fragte nach der Firma.

„Na hier, da is doch dit Schild!“

meinte der Kollege und glaubte einer Minute später seinen Ohren kaum zu trauen. Der wohl nur mäßig nette Kerl im Fond prahlte nun damit, was er alles über unsere Chefs wisse. Zeigte sein Tablet vor und las Kontostände, Kredite, persönliche Adressen, Familienverhältnisse, Telefonnummern und sogar bislang unbekannte Zweitnamen vor. Einfach so.

Ich meine: ein Hoch auf die guten Verhältnisse in unserem kleinen Taxi-Unternehmen, aber was zur Hölle geht einen angestellten Fahrer bitte an, ob, wo und bei wem seine Chefs welche Verträge oder Verbindlichkeiten haben? Noch dazu einer, der das nicht einmal im Entferntesten wissen will!

Da freut es einen doch, dass man um die Schufa nicht herum kommt. Dass jede Handyvertragsdaten, jeder Mietvertrag, jeder Kredit und auch sonst jeder Scheiß an den Verein gesandt wird, wenn die dort Leute anstellen, die einfach aus einer Laune heraus auf der Straße wildfremden Menschen sowas erzählen.

Meine Chefs scheinen traurigerweise nicht sonderlich interessiert daran zu sein, mein Kollege hält das indessen ebenso wie ich für einen Skandal. Und wenn wir schon beim Datenschutz sind: Wir Taxifahrer wissen nach solch einer Fahrt auch einiges. Zum Beispiel den Namen, die Herkunft, die Adresse …

32 Comments

Filed under Politik, Vermischtes