Putzwahn

Der vergangene Abend war aufgrund meines Freimachens der optimale Zeitpunkt, die Bude etwas in Schuss zu bringen. Von einzelnen Ecken abgesehen war es nicht sonderlich eklig bei uns – aber wir haben ja demnächst Handwerker im Haus. Dazu müssen wir sowieso ein paar Möbel verrücken, und wer sich schon mal die Mühe gemacht hat, dies zu tun, wird wissen, dass sich unter, hinter, in und um Möbel die verrücktesten Sachen finden lassen.

Und so haben wir einigen bisher unentdeckten Organismen den Garaus gemacht 😉

Zunächst waren wir erstaunt, dass der Flur so sauber ist. Da hat sich einiges geändert, seit wir nur noch zu zweit hier wohnen. Kuriose Arrangements wie das Motoröl zwischen Router und Modem haben wir bewusst unangetastet gelassen. Bei der ersten Raucherpause waren wir dann erst mal unterschiedlicher Meinung darüber, wie das Geschmackserlebnis der Mischung Cola-Traubensaft-Kleiner Feigling zu werten ist. Falls es interessiert: Ich war dafür!

Im Gegensatz zu den letztmaligen Horror-Episoden um diesen Bereich gab es im Saarland dieses Mal nichts zu tun. Aber inzwischen stellen wir dort auch nur noch unser Putzzeug ab. OK, das haben wir vorübergehend umgesiedelt. Egal.

Der Einsatz im Bad war ungleich größer. Das Vorschieben der Waschmaschine kostete zwar keine große Energie, beachtlich jedoch, dass dahinter offenbar ein mittelständischer Betrieb seine Handtücher lagert. Nach näherem Hinsehen entpuppten sie sich dann doch als unsere, die wohl von der Waschmaschine dorthin umgelagert worden sind.

Dieses Problem wollten wir auch gleich lösen. Die Füße der seligen Schleudergöttin sind unterschiedlich ausgefahren, was bei 1400 Umdrehungen manchmal eben dafür sorgt, dass einem beim Kacken das Klopapier vor den Augen zurechtgerollt wird. Coole Sache, leider schlecht planbar und damit behebenswert. Als wir die Maschine in ihre korrekte Position gerückt hatten, um zu testen, welcher Fuß zu kurz ist, stand sie wie eine Eins und hat uns lästiges Kippen, Kriechen und Schrauben erspart.

Die artgerechte Umsiedlung einer der beiden großen Zitterspinnen, die uns im Bad Gesellschaft leisten, erwies sich als schwierig, inzwischen sitzt aber auch sie wieder in Position und beschützt uns vor Fliegen, Schmetterlingen und Krokodilen. Letzteres ist eine Vermutung, aber die Abwesenheit von Krokodilen ist ein eindeutiges Zeichen!

(Über die Abwesenheit von Krokodilen liest man aber besser bei Stefan Niggemeier)

Die Dialoge während des Kloputzens und des Mülleimer-Leerens würde ich zwar gerne wiedergeben, aber ich will weder euch Leser verunsichern, noch meinen letzten Funken Privatsphäre verlieren.

Ungeklärt blieb die Frage, ob es sich bei einem auf dem Spiegel gefundenen Abdruck um den einer Zahnbürste oder den eines verendeten Riesen-Alien-Spermiums handelt, aber vielleicht erfahren wir es ja irgendwann.

Geendet hat das Ganze nicht nur mit gemeinschaftlicher Zufriedenheit, sondern auch mit der Entsorgung eines zerbrochenen Schoko-He-Man. Und natürlich der Frage, ob ein Pinguin künftig in diesem Blog eine größere Rolle spielen wird.

In den nächsten Wochen gestalten wir die Küche auseinander, und dann wird es auch was mit den Handwerkern.

8 Comments

Filed under Haushalt

8 Responses to Putzwahn

  1. Der Maskierte

    Wie so ein simples Großreinemachen zu einem Bloggenuss wird, ist immer wieder erstaunlich. 🙂

  2. @Der Maskierte:
    Ich tue mein Bestes 🙂

  3. Nobody

    Du meinst die Dialoge ob ihr den Mülleimer zum Müllschlucker bringt oder aus dem Fenster werft?

  4. Oh, Großentschmandung. Ich genieße es ja, dass ich momentan nur ein Zimmer habe, und das wird mir auch noch geputzt.

  5. @Nobody:
    Ja, genau die 🙂

    @Anise:
    Wir planen eine Küchenrenovierung / -Umstellung – und die Handwerker morgen den ganzen Tag. Da war einiges zu tun. Manchmal denke ich mir auch, dass ein Zimmer eher angenehm wäre – aber dann sehe ich mir mal das an, in dem ich die meiste Zeit bin und stelle fest, dass es da erst recht aussieht wie Sau 😉

  6. Der Maskierte

    @Sash
    Warum fällt mir auf einmal „Ich brauch Personal“ von Joint Venture ein? 😉

  7. @Der Maskierte:
    Wahrscheinlich, weil es so verdammt naheliegend ist 🙂
    Wie war das doch gleich?
    „Und in der Küche der Sud, das tut der Psyche nicht gut…“ Herrlich!

  8. Dafür hab ich jeden Tag Kontrolle, da kann ich gar nicht rumsauen.

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