Monthly Archives: Dezember 2008

Guten Rutsch!

So bekloppt die Redewendung auch erscheint, wenn man den Fehler macht, eine Minute darüber nachzudenken: Ich wünsche allen Lesern und noch einigen Leuten mehr einen guten Rutsch!
Meine Kollegen dürfen das ruhig wörtlich nehmen, solange auf den Rutsch nicht der Knall folgt. Ich habe frei und sehe mir den Taxenmangel in der Hauptstadt an Silvester dieses Mal von außen an. Nächstes Jahr stürze ich mich dann vielleicht mit ins Getümmel. Was hier laufen wird ist noch unklar. Es sind einige Leute da, und wenn es nach mir geht, dann wird das eher eine gemütliche Abendrunde mit gesundheitlich bedenklichen Mengen Alkohol. Ich fahre erst am Abend des 2. Januar wieder, insofern sollte das in Ordnung sein. Mein Rhytmus ist dermaßen im A… llerwertesten, dass mich die Feierlichkeiten wahrscheinlich eine halbe Schicht kosten werden, weil ich entsprechend müde sein werde. Biorhytmen sind blöd! Nänä!
Mit diesen Worten entlasse ich diesen Blog in seine ersten Silvesterfeierlichkeiten und hoffe, dass noch ein paar dazukommen werden. Happy Dingsbums da draußen!

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Fertich! Hochhosen!*

Kann man jetzt schon schreiben, dass 2008 vorbei ist? So ziemlich, oder? Die ganzen spektakulären Jahresrückblicke sind eh vor gefühlten 3 Monaten schon im Fernsehen gelaufen. Was mich im Übrigen ein bisschen ärgert. Ohne das damals toll gefunden zu haben, aber bezüglich der Jahresrückblicke fand ich den Tsunami am 26.12.2004 einen recht guten Beweis dafür, dass es irgendwie Blödsinn ist, Anfang Dezember zu verkünden, dass das Jahr gut war. Ich meine, ich habe ja nichts gegen alternative Kalenderführung, aber wenn man schon einen bestimmten benutzt, dann doch bitte auch richtig! Wenn ich zusätzlich zu meiner übrigen Mathe-Unfähigkeit auch noch alle Ergebnisse um ein Zwölftel gerundet hätte, wäre mein Lehrer wahrscheinlich mindestens einmal im Jahr mehr meinetwegen explodiert. Aber gut, will ich meckern? Eigentlich nicht. Das Jahr 2008 war bisher eigentlich nicht das schlechteste für mich. Wenn auch ein kurioses, da ich nun schon seit Ewigkeiten nicht mehr so wenige Termine hatte. Es muss vor meiner Kindergartenzeit gewesen sein, dass ich das letzte Mal binnen eines Jahres so oft ausgeschlafen habe 🙂
In meinem Jahr 2008 ist nicht besonders viel passiert, das muss man schon mal erwähnen. Immerhin hat dieser Blog als bisher kontinuierlichster Versuch das Licht der Welt in diesem Jahr erblickt – die alten Einträge stammen ja noch aus alten Vorgängern.
In Politik und Wirtschaft hat sich einiges getan 2008, einiges habe ich ja auch hier geschrieben. Das muss ich dieses Jahr nicht zwingend noch einmal tun. Jedes Jahr nehme ich mir vor, für meinen derzeit aktuellen Blog möglichst früh mit einem Rückblick zu beginnen, um ihn dann am Ende nur mit den letzten Tagen zu vollenden und dann das Meisterwerk zu posten. Vielleicht klappt es ja 2009 – DAS ist doch mal ein Vorsatz!
So, nun habe ich noch zweieinhalb Tage Arbeit vor mir, dann ist Silvester und damit offensichtlich mal wieder Party angesagt. Wie das dann laufen wird: Man wird sehen! So gerne ich grundsätzlich zurücksehe, so gerne schaue ich dieses Jahr mal nach vorne. 2009 wird – wenn man den Medien glauben darf – ein hartes Jahr. Die Wirtschaft wird den Bach runtergehen, die Arbeitslosigkeit wird einmal mehr verstärkt um sich greifen, alle werden jammern und bestimmt wird auch das Wetter total doof!
Das juckt mich aber kein bisschen! Ich beschwere mich immer wieder gerne darüber, was in der Welt so passiert, aber ins allgemeine Wehklagen will ich mich nicht unbedingt einmischen. Zum einen glaube ich tatsächlich, dass ich nicht so stark betroffen sein werde. Zum anderen liegt mir Jammern auf hohem Niveau nur bedingt. Ich weiss, dass es mir gut geht! Meine Prognose für 2009: Ich werde öfter Taxi fahren als der Chef der deutschen Bank! Und das will doch schon mal was heissen 🙂

*Hochhosen ist ein innerfamiliär genutztes Wort, das von Kindern benutzt wird, die zwar schon alleine aufs Klo können, aber das mit dem Anziehen noch nicht so recht beherrschen…

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Und Weihnachten ist komisch!

Nun haben wir den ersten Weihnachtsfeiertag, 9.38 Uhr morgens. Das bedeutet, mit nur ein paar freien Tagen habe ich mir meinen Schlafrhytmus derart gründlich ruiniert, dass ich nicht weiss, wie ich das in kurzer Zeit wieder zurückbiegen kann. Für die nächsten Stunden ist das kein Thema, da steht sowieso Familienessen an. Dieses beschauliche Ereignis droht schon zu einem Skandal zu werden, weil der Chinese, bei dem es jedes Jahr stattfand, offenbar nicht mehr existiert, was nun bedeutet, dass es zwar am gleichen Ort stattfindet, dafür aber bei einem „Türken“, der „mediterrane Küche“ anbietet. Meine Wenigkeit beeindruckt das wenig, da mir die Traditionen aus Ozies Familie noch zu neu sind, als dass ich derartige Brüche ernstlich geschockt zur Kenntnis nehme. Die Überlegungen, was wir essen, wird aber sicher noch eine größere Rolle spielen, da nicht einmal die Hälfte der anwesenden Personen Fleisch ist, ein guter Teil dann auch noch vegan lebt oder unter diversen Allergien und Intoleranzen leidet. Das kann ja heiter werden! Juhu!
Dazu passend bin ich heute nach einem aberwitzigen Alptraum aufgewacht, der zwar anfangs ganz normal vom Arbeiten gehandelt hat, letzten Endes aber in irgendeiner Geheimagenten-Story mündete, in der unter anderem ein gelb lackierter Helikopter mit der Aufschrift „Austria“ in Känguruh-Form dafür sorgte, dass ich selbst feststellen durfte, dass ich tot bin. Na klasse! Irgendwer sollte meinem Unterbewusstsein mal mitteilen, dass das keinen Sinn gibt.
Irgendwann im Laufe des Tages werde ich dann endlich mal wieder arbeiten, in Anbetracht der Tageszeit allerdings sicher keine wirklich normale Schicht. Naja, bis Samstag früh habe ich das Auto ja ganztags…
Ach ja: Die Religionsfreiheit deckt meiner Meinung nach nur zu einem sehr geringen Prozentsatz die Lautstärke der Kirchenglocken da draussen. Um die Uhrzeit? Anständige Taxifahrer schlafen da! Von den ganzen Arbeitslosen wollen wir da gar nicht reden…

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Es weihnachtet sehr…

Nun haben wir also den 23. Dezember 2008. Das Jahr ist fast vorbei, und spätestens heute rennt die Großansammlung der Bekloppten den Geschäften die Türen ein, um sich noch für Weihnachten zu versorgen. Im Supermarkt hat man das Gefühl, dass selbst das Besteck zum Weihnachtsessen natürlich am 23.12. gekauft werden muss. Aber gut. Ich war eben selbst noch kurz im Kaiser’s, nachdem ich meinen überraschend freien Tag nicht drogenlos verbringen wollte.
Just in diesen paar Minuten haben meine beiden Mitbewohner auch ein gewisses Maß an Beklopptheit an den Tag gelegt: Sie haben mein Weihnachtsgeschenk in Position gebracht. Nun fragt der geneigte Leser, was man mir zu Weihnachten schenken kann, dass ich es als bekloppt bezeichne – was ich im Übrigen mit einem nicht zu übersehenden Grinsen im Gesicht tue.
Nun ja, die Antwort darauf müsst ihr mit eigenen Augen sehen, eine Erklärung alleine reicht einfach nicht!

Bitte sehr:

Mein Tabasco-Mobile
Mein Tabasco-Mobile

Bevor jemand sich zu fragen erdreistet: Ja, es handelt sich tatsächlich um ein Tabasco-Mobile. Es hängt in einer bis vor kurzem recht schmucklosen Ecke meines Zimmers überhalb meiner Matratze. Kann jemand dieses Geschenk noch toppen? Was ist euer absurdestes Geschenk?

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Na denn: Meine Meinung zu Klar

Insbesondere mein alter Freund Daniel hat angefragt, ob ich nicht mal wieder was zu aktuellen Vorkommnissen, z.B. der Freilassung von Christian Klar, schreiben könnte. Heute kann ich mal, denn ich habe anderthalb Tage frei 🙂
Den meisten Lesern wird bekannt sein, dass ich mich selbst als radikalen Linken betrachte, und insofern wird meine Meinung dazu nicht überraschend ausfallen. Irgendwie sehe ich da aber keinen Zusammenhang. Ja, wenn ich in den 70er Jahren gelebt hätte, dann wäre wohl auch ich einer derjenigen gewesen, der der RAF heimlich Sympathie entgegengebracht hätte. Habe ich aber nicht.
Die aktuelle Debatte, die einmal mehr vom von mir ausgiebig gehassten Springer-Blatt Bild ständig neu entfacht wird, hat auch eigentlich nichts damit zu tun. Scheiß auf die RAF, auf alle Erklärungen, politischen Instrumentalisierungen oder dergleichen! Selbst wenn ich behaupte: Klar ist ein Mörder, dessen Motive mal völlig egal sind, dann kann ich die Freilassung nicht verurteilen! Ich kann es einfach nicht. Ich weiss über Klar nicht viel, aber ich kann verraten, dass er mir so aus der Ferne nicht unbedingt sonderlich sympathisch ist. Dabei sollten in meinem Fall all die negativ ausgelegten Dinge, wie z.B. dass er seine kapitalismuskritische Meinung nicht abgelegt hat, eher das Gegenteil bewirken. Aber wie eingangs erwähnt: Es spielt zur aktuellen Thematik keine Rolle!
Christian Klar hat mehr Zeit hinter Gittern verbracht, als ich mir vorstellen kann. Meine bisherige Zeit auf diesem Planeten deckt sich etwa mit der Haftzeit Klars. Bei allem Verständnis für die Gefühle der Opfer kann ich mir kaum ein Verbrechen vorstellen, das eine derartige Bestrafung als zu gering erscheinen lässt. Die Frage nach der verbleibenden Gefährlichkeit Klars wurde offenbar mehrfach „eindeutig“ beantwortet, immerhin muss selbst Bild schreiben, dass die Gutachter davon ausgehen, dass er keine „Senioren-RAF“ gründen wird. Mal ganz davon abgesehen, dass die RAF bei der heutigen Technik des – Achtung: Böses Wort! – Überwachungsstaates keine Chance mehr hätte – und sich Klars Wissen diesbezüglich dank seiner Haft als rudimentär, oder zumindest defizitär erweisen dürfte, solle er eine derartige Aktion tatsächlich in Betracht ziehen.
All die tapferen Bild-Leser, die ausgerechnet mit der Freilassung Klars „das Ende des Rechtsstaats“ herbeischwadronieren, oder auch nur „Zweifel“ an ihm aussprechen, würde ich gerne einmal nach 26 Jahren Haft zum selben Thema befragen.
Im Falle Klar wird hier oftmals ein primitives, zumindest bei uns längst überwundenes Prinzip der Justitz ausgegraben, das der „spiegelnden Strafe“. Während dahergeredet wird, dass Klar noch viel zu gut wegkommt bei der Geschichte, weil seine Opfer immerhin tot sind, so wird doch gegeißelt, wenn in einigen arabischen Ländern Dieben die Hand abgehackt wird. Aber in Wahrheit ist es genau das, was viele der oft lautstarken Fraktion doch gerne fordern würden: „Todesstrafe für Kinderschänder!“, „Mindestens lebenslang (und zwar wörtlich) für Klar“ und zumindest „Arsch versohlen“ hat so mancher „Krawallo“ auch verdient.
Wie so oft in der radikalen Linken, spaltet hier die Gewaltfrage die gesamte Gesellschaft, und ich bin schockiert darüber, wie manch Muttchen, das noch einen Krieg zu erleiden hatte, bereits wieder für die Gewalt plädiert. Vielleicht ist Christian Klar ein Irrläufer. Vielleicht hat er eine bekloppte politische Meinung. Das kann alles sein. Aber wenn man schon der Meinung ist, man solle seine Morde nicht mit Politik rechtfertigen, dann sollte man auch akzeptieren, dass er immer noch eine subversive Meinung hat, und dennoch mit weit über 20 Jahren Knast für seine Verbrechen ausreichend bestraft worden ist.
Die Justiz in Deutschland hat nicht das Ziel zu bestrafen – das sollten sich einige Leute mal vor Augen halten – sondern die Straftäter in die Gesellschaft wieder einzugliedern. Und ich hoffe, ich bin nicht der einzige, der sich fragt, wie das mit mehreren Jahrzehnten Freiheitsentzug funktionieren soll. Was soll das Geunke darüber, dass Klar einen Praktikumsplatz im Berliner Ensemble angeboten bekommen hat – noch dazu mit der Berufung auf irgendein ominöses Recht, dass offenbar Menschen, die eine falsche Entscheidung getroffen haben, zu verbannen hat?
Es ist in meinen Augen extrem asozial, einem wie Klar jetzt auch noch die zweite Chance vermauern zu wollen. Ich möchte ihn nicht bedingungslos als Opfer darstellen, aber wenn ich lese, wie viele Jahre er im Knast saß, dann schiele ich nicht nur auf eine ominöse Zahl. Dann denke ich auch darüber nach, was das bedeutet. 26 Jahre kein Abend mit Kumpels in der Kneipe, keine vernünftige Beziehung, keine Chance sich auszusuchen, wo man neue Freunde kennenlernt. 26 Jahre lang Überwachung bei jedem Schritt, Einschränkungen des Briefgeheimnisses, Ausschluss von allem kulturellen Leben. 26 Jahre lang kein Essen nach eigenem Wunsch, keine Chance sich selbst in irgendeiner Form selbst zu verwirklichen. Ohne selbst einschlägige Erfahrungen gemacht zu haben, ist mir bewusst, dass Gefängnis nicht nur bedeutet, mal auswärts schlafen zu können. Wieviel Hass – und ich erinner daran, dass man genau das Christian Klar vorwirft – muss man besitzen, um zu behaupten, dass so eine Strafe noch zu gut ist?

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Irgendwie süß…

Es ist schon interessant, was man so mitkriegt, wenn man spät am Abend noch so durchs Netz surft. Ich habe soeben festgestellt, dass ich meinem Ex-Mitbewohner Ralf bei kwick.de keine Mail oder so mehr schreiben kann. Das liegt wohl daran, dass er mich aus seiner Liste gestrichen hat. Das ist ok, ich will auch nicht mehr viel mit ihm zu tun haben. Etwas schwierig gestaltet sich da eben die Kontaktaufnahme, da ich keine Handynummer von ihm habe. Grundsätzlich könnte man fragen, wozu ich die denn noch benötige. Nun, eigentlich gar nicht. Mir ist nicht sonderlich danach zumute, einen Ex-Mitbewohner zu sprechen, dessen soziale Kompetenz meines Erachtens nach nicht weiter reicht als die eines Grottenolms. Aber irgendwie hätte ich gerne seine Schlüssel. Mag komisch klingen, aber es handelt sich um die zu unserer Wohnung, insofern sehe ich da durchaus eine Berechtigung…
Keine Sorge, der Kerl ist zu feige, um auch nur einen Fuß in die WG zu setzen, so lange jemand da ist – und das ist so gut wie immer der Fall – aber wir könnten den Schlüssel einfach gebrauchen.
Da hab ich mir gedacht: Mache ich es doch wie immer: Ziehe ich einfach etwas vom Konto ab – dann merkt er es schon…
Aber da – Wow! – war der gute Ralf natürlich clever. Er hat alles verfügbare Geld abgehoben. Das ist grundsätzlich ok, denn das war das Geld, das ihm zustand. Zumindest weitestgehend. Wenn man aktuelle Gegebenheiten wie das schweinisch hinterlassene Zimmer nicht miteinberechnet. Aber ok…
Ich bin da nicht so. Ehrlich nicht…
Dumm ist nur, dass ich aus Ermangelung einer Handynummer seine Mutter anrufen muss. Also die Mutter, die nicht weiss, dass er wieder raucht. Die Mutter, die keine Ahnung hat, wie Ralf hier gelebt hat. Die Mutter, die sich sicherlich nicht vorstellen kann, dass ihr Augenstern so eine Kleinigkeit wie einen Schlüssel vergessen könnte…

Oooooooohhhhhhhhh!!!

Da muss ich die arme Mami (der im Übrigen wirklich mein Dank gilt, da sie beim Umzug bei uns viel geputzt und sonstwie geholfen hat) aber irgendwie enttäuschen. Na, ist das nicht schade?

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Die GEZ mal wieder…

Das Problem mit der GEZ kennen wohl die meisten. Entweder man hat „Rundfunkgeräte“, zahlt und findet die Gebühren zu hoch, man hat keine und fühlt sich unnötig belästigt, oder man hat welche und sieht aus Protest schwarz. Es hat eine Weile gedauert, anno 2004 oder 2005 die GEZ loszuwerden, als mein Fernseher den Besitzer wechselte. Seit da wird natürlich immer mal wieder ein WG-Mitbewohner angeschrieben, weil ein Umzug stattgefunden hat, und die ja gute Connections haben. Hier hat es also rund ein Jahr gedauert. Derletzt kam der erste Brief – den ich ignoriert habe, weil ich weiss, was drin steht. Heute kam der zweite an – und den werde ich ebenso ignorieren. Ich weiss schliesslich auch hier, was drinsteht. Aber ich möchte diesen Brief hier einmal detailliert auseinandernehmen, weil er wirklich eine unglaubliche Frechheit darstellt. Als derselbe Schrieb vor 2 Jahren wegen Ozie in Stuttgart ankam, haben wir einen Brief zurückgeschickt, der erfolgreich war – wahrscheinlich, weil wir das Niveau des Adressaten verwendet haben…
Aber gehen wir diesen Brief doch mal Zeile für Zeile durch und ich kommentiere das ein wenig. Zur Erinnerung: Sie haben bis dato einen einzigen Brief geschickt, der leider – Post geht verloren, man hat wichtigeres zu tun, Oma ist tot und jemand hat das Auto verkratzt – unbeantwortet blieb. Dann kommt das:

Sehr geehrter [Sash],

Vielen Dank für die Höflichkeitsform dieses unterschriftenfreien Schriebes!

mit unserem Schreiben vom 29.10.2008

das in meinem Mülleimer trotz hässlicher Farbe recht kleidsam wirkt…

baten wir Sie zu prüfen, ob Sie alle Rundfunkgeräte angemeldet haben, die angemeldet werden müssen (Informationen siehe Rückseite).

Und wenn ich das habe, kann ich mich zurücklehnen und muss einen Scheiss tun!

Bislang liegt uns von Ihnen noch keine Antwort vor.

Informationen siehe Rückseite oben.

Wir bitten Sie erneut, uns den Antwortbogen ausgefüllt zurückzusenden. Alles andere kostet nur zusätzlich Zeit, Geld und Mühe.

Es ist nett, dass sie diesen Satz fett drucken. Es geht mir dennoch am Arsch vorbei, da es weder mein Geld, noch meine Zeit, noch meine Mühe ist. Im Gegenteil: Schicke ich ihnen den Bogen zu, dann berappe ich 55 ct für etwas, das ich mit gutem Gewissen nach aktueller Rechtslage bleiben lassen kann.

Teilen Sie uns bitte mit, unter welcher Rundfunkteilnehmernummer Sie Ihr Radio und/oder Fernsehgerät oder neuartiges Rundfunkgerät angemeldet haben.

Ach nee, jetzt soll ich also auch noch bei eurer Bürokratie helfen? Is klar, ich hab ja sonst nichts zu tun! Wenn ihr mir eine Nummer zuteilt, dann speichert die doch selber ab!

Diese neunstellige Nummer finden Sie auf dem Kontoauszug oder auf unserer Rechnung. Als Rundfunkteilnehmer sind Sie zu dieser Auskunft gesetzlich verpflichtet.

Tja, und da ich kein Rundfunkteilnehmer bin, habe ich weder Rechnung, noch Kontoauszug, noch eine gesetzliche Verpflichtung. Irre, nicht?

Für Anmeldungen, Änderungen und Ergänzungen verwenden sie bitte den Antwortbogen.

Eine Option „für Abmeldungen“ sollte es auch noch geben, ihr halbseidenen Bauernfänger!

Sollten Sie jedoch weder Radios, Fernsehgeräte, noch neuartige Rundfunkgeräte bereithalten bzw. nutzen, bitten wir Sie, uns auch dies mitzuteilen, damit wir von weiteren Maßnahmen absehen können.

Ich erteile ihnen hiermit die Erlaubnis, von Maßnahmen abzusehen. Ganz im Ernst, das erinnert mich ein bisschen an den Virus, der damals mein System gesmasht hat: Der hat auch verlangt, dass man sich seine Vollversion kauft, um ihn loszuwerden.

Antworten Sie uns bitte in jedem Falle bis zum 19.12.2008, auch wenn Sie meinen, nicht dazu verpflichtet zu sein.

Ich WEISS, dass ich zu nichts verpflichtet bin. Damit hat sich das für mich. Ende.

Mit freundlichen Grüßen
Gebühreneinzugszentrale

Wollen sie nicht gleich das „herzlichst“ von Franz Josef Wagner übernehmen?

So viel zum Hauptteil. Warum so hart? Weil ich keinen Bock habe, Gebühren zu zahlen? Jein. Die Idee mit der Gebührenfinanzierung der öffentlich-rechtlichen Sender ist ja kein grundsätzlich blödes Konzept. Aber unabhängig wären die Sender nur dann, wenn sie sich vollständig ohne Werbung finanzieren würden. Tun sie aber nicht. Das ist der erste Grund, die Gebühr anzuzweifeln. Sollen sie doch den Rest auch mit Werbung finanzieren – unfreier als jetzt wären sie wahrscheinlich nicht.
Dann wissen wir alle, dass der „Bildungsauftrag“ der öffentlich-rechtlichen Sender definitiv nur ein Teil des eigenen Programms erreicht hat. Sollte eine Verweigerung, Gebühren zu zahlen, die einzige Möglichkeit sein, widerliche Sendungen wie Musikantenstadl oder Brisant abzusägen, dann ist das wohl nötig. Gegen eine Spende für die Tagesschau hätte ich ja gar nichts, wenn ich sie sehen würde – aber zweckgebunden sollten die Mittel in dem Fall sein. Wohin das sonst führt, kann man sich ja eindrucksvoll bei Marienhof und co. ansehen.
Nun wäre da aber auch die GEZ selber. Die Briefe sind schlicht und ergreifend eine Frechheit, die lediglich der Einschüchterung dienen. Schlicht und ergreifend unterstellen sie einem spätestens mit dem oben zitierten Brief, dass man schon irgendwas zu verbergen hat, und sie dem Ganzen schon noch auf die Schliche kommen würden. Gerade wenn man keine Geräte unterhält, sollte man das kritisieren.
A prospos: Die Regelung mit den Geräten ist ebenso pervers wie dumm: Wer ein „Empfangsgerät“ bereithält, muss Gebühren zahlen – nicht etwa, wer das Angebot der öffentlich-rechtlichen Sender nutzt. Es ist also de facto nicht möglich, sich z.B. einen Kabelanschluss zuzulegen, um gelegentlich TV total zu sehen, ohne dafür die Gebühr für die ÖR-Sender zu zahlen. Es sei denn, man „sieht schwarz“, und begeht damit eine Ordnungswidrigkeit. In meinen Augen nicht tragbar!
Ja, die GEZ mahnt gerne ab, wenn sie sich in falsches Licht gerückt sieht, deswegen stehen hier auch keine Berichte über „GEZ-Fahnder“, weil es solche natürlich nicht gibt. Diese Leute sind lediglich freie Mitarbeiter der Landesrundfunkanstalten, die (zumindest zum Teil) auf Provisionsbasis arbeiten, und so ein reges Interesse daran zeigen, einem nachzuweisen, dass man irgendwas besitzt, was einen technisch befähigt, Karl Moik zu empfangen – ganz gleich, ob man auch die psychischen Fähigkeiten dazu mitbringt. Diese Leute dürfen grundsätzlich gar nix – schon gar nicht in eine Wohnung rein. Deswegen geben sie sich oft als Beamte aus und drohen Strafen an – im Gegensatz zum Schwarzsehen eine Straftat – aber damit hat die liebe gute GEZ mit dem verteidigenswerten Image natürlich nix am Hut.
So, genug gekotzt!

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