Eigentum

Eigentum ist ein seltsames Wort. Ich weiss nicht, wie viele Menschen da draussen in Verzückung erstarren, wenn sie es hören, ich hab nie dazu gehört. Sicher hab auch ich eine Menge Zeug, das ich gerne behalten möchte, im Grunde interessiert mich daran aber die uneingeschränkte Nutzbarkeit. Ich könnte mir nie einen PC mit jemandem teilen, da würde ich wahnsinnig werden! Ich kann von Glück reden, dass es meiner Verlobten nicht anders geht.

(Lasst mich bitte, ich versuche mich selbst erst langsam an das Wort zu gewöhnen…)

Und es gibt Sachen, die habe ich herbeigeseht und wie ein richtiger Kapitalist hab ich auch schon Adrenalinstöße beim Shopping gehabt. Oftmals ist es aber dann doch erschreckend öde, Dinge zu besitzen.

Neulich kam ein Brief vom Fundamt. Ein bisschen hatte ich ihn erwartet: Die von mir gefundene Kamera ist nun… genau:

„Gemäß § 973 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) haben Sie nunmehr das Eigentum an der Fundsache, die sie bereits in eigene Verwahrung genommen haben, erworben.“

Und nun? Liegt die Kamera immer noch bei mir rum. Toll.

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Das Wetter…

Ich will gar nicht jammern darüber, dass es heute schon wieder regnen soll. Ebensowenig will ich darüber jammern, dass ich heute Nacht mehrmals fast versehentlich mit meinem Autositz verwachsen wäre. Alles ok da draussen, ehrlich!

Nein, ich hatte heute den definitiv kürzesten Regenschauer, seit ich denken kann.

Ich bin schon oft hier und da an einer Regengrenze gestanden und fand es faszinierend, wie ich trocken sein konnte und auf der anderen Straßenseite die Leute die Schirme aufspannten. Lebhaft im Gedächtnis geblieben ist mir auch eine Regenwand, die bei einem Campingausflug in Alpirsbach durch das Tal immer näher kam und wirklich beeindruckend aussah.

Ungleich unspektakulärer fuhr ich heute allerdings die Rummelsburger Straße entlang und überquerte die Kreuzung mit der Edisonstraße über die dafür vorgesehene Brücke in Richtung Wuhlheide. An dieser Stelle ist man hoch genug, dass man keine Tropfen von umliegenden Bäumen abbekommen kann. Aber es tropfte. Fing also an zu regnen. Ich machte deswegen schon eine nölige Bemerkung zu meinem Fahrgast, schaltete den Scheibenwischer ein, und… der zweite Wischvorgang war bereits das Ende. Alles wieder trocken. Wow!

Dann hab ich bis heute Morgen keinen Tropfen mehr abbekommen. Irgendwie total seltsam 🙂

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Inspirationen

Wenn man die Hälfte seiner Zeit damit zubringen will, Texte zu schreiben, dann geht das. Vorausgesetzt, man kann irgendwie Texte schreiben. Aber ums Niveau soll es nicht gehen, manche Leute verbringen die Hälfte ihrer Wachzeit damit, vermeintlich lustige und anzügliche, in der Realität eher öde und sexistische, SMS an verflossene Liebschaften zu schreiben. Manchmal fehlt es einem schlicht an gutem Content, bzw. vielleicht einfach an Content, den man selbst gerade auch bearbeiten kann.

Ich habe hier auch manchmal Notizen zu 8 neuen GNIT-Einträgen rumliegen, aber ich würde lieber nix übers Taxifahren schreiben.

Glücklich sind die, die es dann dennoch können.

Bei mir kommen die Ideen zu umsetzungswürdigen Texten grundsätzlich zur Unzeit.

Wenn ich seit Stunden gelangweilt vorm PC sitze und anfange, auf der Homepage der Bild nachzusehen, ob tagesaktuell auf der Startseite mehr Rechtschreib- oder inhaltliche Fehler zu finden sind, dann fällt mir ums Verrecken nichts ein, was ich selber zu erzählen habe. Wenn ich dann aber im Bett liege und der Wecker klingelt bereits in 5 Stunden (und ich mich zudem auf eine zwölfstündige Schicht einrichten sollte), dann kommen die Ideen zuhauf. Manchmal auch unter der Dusche. Oder im Taxi an jenem einen verfluchten Tag pro Monat, an dem ich ohne Notizbuch unterwegs bin und vor lauter Kunden sowieso nicht zum Notieren komme. Kurz: Immer wenn was wichtiges anliegt, könnte ich auch tolle Dinge schreiben.

Und zweifelsohne noch mehr nicht so tolle Dinge.

Gestern früh, so nach ein bis zwei Stunden erfolgloser Einschlafversuche hatte ich hatte ich etwas, dass ich nicht ganz ohne Ironie hier im Blog als Grabbelphase bezeichnen würde. Ich war reizunterfordert und hab deswegen in die Hand genommen und angeschaut, was sich so um mein Bett rum befindet. Und da befindet sich in erster Linie mein Regal mit vielfältigen Erinnerungen aus der Jugendzeit und jede Menge Briefe.

Also wenn ich wollte, könnte ich hier jetzt locker eine 100-teilige Reise in die Vergangenheit mit lustigem Bildmaterial starten. Wahrscheinlich wird es aber bei ein paar wenigen Dingen nebenbei bleiben.

Abgesehen davon, dass ich mich selbst ein wenig dafür hasse, heute nicht zu arbeiten, scheint das doch eine recht gute „Nacht“ gewesen zu sein. Und schön zu wissen, dass mein Chef mich der Schlaflosigkeit bedauert und nicht der entgangenen Umsätze wegen.

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Sommer, Sonne und ein Link

Auch wenn ich hier aus Verlegenheit und vielleicht auch mal Ideenlosigkeit über das Wetter herziehe: Ich bin da eigentlich locker. Klar, nach 10 Tagen wird mir auch mal der Regen zu viel, ebenso zu viel Sonne – aber man überlebt es irgendwie.

Dennoch muss ich auf den wahnsinnig geilen Artikel bei Lucky Hundertmark verlinken: Sommer 2011. Ein Dankeschön.

Denn in vielen Punkten kann ich es dennoch sehr gut nachvollziehen. Mir ist grundsätzlich auch der Winter lieber. Ich hasse zu hohe Temperaturen und ich weiss, dass ich damit ein Sonderling bin. Ohne auch was gegen niedliche Schmetterlinge zu haben, kann ich den Text nur jedem empfehlen!

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Im Internet geboren

Also ich weiss nicht, wie es euch Lesern geht. Ich bin nicht im Internet geboren. Genausowenig wie der Terroranschlag in Oslo, über den sich Hans-Peter Uhl jetzt mittels derartig undifferenziertem Quatsch und in Tateinheit mit Gedankenverkorksung und doppelblöder Blindheit ein Urteil erlaubt hat.

Aber ja: Mit der Zeit habe ich gelernt, mit dem Netz umzugehen. Wie üblich ein wenig unkonventionell und behelfsmäßig, aber ich hab es zum Hardcore-User gebracht, ohne in der Steinzeit meiner Computer-Kenntnisse auf Dialer hereingefallen zu sein. Ein einzelner Virencrash eines PC’s geht auf mein Konto, aber ich hab auch noch nie versehentlich eine Pornoseite geöffnet, wie das allenthalben passieren soll, sondern wenn dann absichtlich. Ich nutze das Internet mittlerweile zur Kommunikation in jeglicher Hinsicht, kaufe dort auch ein und suche nach Unterhaltung.

Dafür braucht es gewisser Grundkenntnisse, die ich inzwischen – wie beim Autofahren – kaum noch von natürlichen Reflexen unterscheiden kann. Was ist das Internet? Wie bediene ich einen Browser und was sind Webseiten und was kann man auf ihnen alles anstellen? Ganz ehrlich: Das sind keine Fragen, die irgendjemanden heutzutage noch beschäftigen sollten. Vielleicht muss man nun wirklich nicht wissen, was gerade der superaktuelle Trick ist, um sich gegen die neueste Spionagesoftware des US-Militärs zu wehren, ohne gleichzeitig das Filesharing unterbrechen zu müssen – aber als ganz wichtige Grundlage sollte man vielleicht wissen, wie man danach (oder ggf. eben auch nach Unterhaltung, Pornos oder Nachrichten) sucht.

Ich bin auch hier allenfalls Amateur. Ich muss jeden Befehl für Google, der über die Anführungszeichen hinausgeht, nachschlagen. Aber wenn es nötig ist, tue ich es. Und ich weiss, wie. Ich bin wirklich kein arroganter Nerd, der meint, die restliche Welt müsse dieselben Interessen haben und ich halte nach wie vor Deutsch für eine schönere Sprache als html. Aber überlegt mal bitte selbst, wann ihr das letzte Mal derart unbeholfen etwas in eine Suchmaschine eingegeben habt:

www.betriebsanleitung datenfunk in kölner taxen de.

Das ist kein Witz. Das ist eine reale Suchanfrage bei Google gewesen, mit der man dann auch noch auf GNIT landen kann. Im Ernst: Das ist abgesehen von der erschreckend korrekten Rechtschreibung nur noch durch Drogen oder eine langjährige CDU-Mitgliedschaft zu erklären. Man sollte meinetwegen allen Menschen einen Grundkurs in Internetnutzung geben. Aber in dem Stadium dürfen die da noch nicht alleine rein, ehrlich. Das ist viel zu gefährlich, sonst labern die am Ende alle so einen Schrott wie der Uhl.

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Wochenende!

Der etwas verquere Rhythmus meiner Wenigkeit sorgt ja dafür, dass ich jetzt Wochenende habe. Am eigentlichen Wochenende komme ich ja neben Arbeit, Schlaf und Tomatensuppe zu kaum etwas 🙂

Andere fabrizieren in der Zeit, in der ich gemütlich im Taxi rumlümmel, ja ganze Umzüge.

Ich muss so langsam mal mein kleines Buch leerschreiben (was für ein komischer Begriff) und das andere, dass es im Gegenzug noch vollzuschreiben gilt, hab ich natürlich auch noch nicht aus den Augen verloren. Momentan brauch ich aber erstmal Cola und ein paar Minuten mit dem Reader, um mal auf den aktuellen Stand zu kommen. Seid alle gewochenendgrüßt an diesem endlich etwas heitereren Montagabend.

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Midlife-Cris… fuck you!

In den letzten Tagen habe ich via Facebook (Ja, ihr dürft alle meine Freunde sein) von einem ehemaligen Klassenkameraden (und damals guten Freund) erfahren, dass nun ein Klassentreffen stattgefunden hat. Das 10-jährige. Ich bin deswegen nicht dabei gewesen, weil ich eine Klasse wiederholt habe und mein Abi folglich nicht mit den entsprechenden Leuten absolviert habe.

Aber immerhin heisst das: In einem Jahr habe ich 10 Jahre mein Abi, bin 30 und WAAAAHHHHHH!!!!

Sowas erwartet man doch jetzt von mir, oder?

Wenn ich ehrlich bin, dann sehe ich das Ganze wesentlich unaufgeregter. Ja sicher, ich bin älter geworden. Im Vergleich zu dem Depp, der damals seine Abinote nur knapp über dem Notwendigen gehalten hat, bin ich sicher sogar erwachsener, reifer oder was auch immer geworden. Aber soll mir das was sagen?

Nö.

Viele meiner ehemaligen Mitstreiter um die besten Noten haben heute eigene Kinder, sind längst verheiratet und/oder haben auf der berüchtigten Karriereleiter schon ein paar Sprossen mehr erklommen als ich. Nicht nur, dass das völlig normal ist, nein ich kann mit der mir eigenen Gelassenheit sowohl sagen, dass ich mich für sie freue, als auch dass es mir egal ist.

Wahrscheinlich gibt es unter den Leuten, mit denen ich ein Klassenzimmer geteilt habe, heute viele, die mich bedauern würden, dass ich „nur Taxifahrer“ bin. Und natürlich fallen die Rückschlüsse auf meine beschissenen Noten leicht, ebenso die auf meine laxe Arbeitsmoral. Und ja: Hallo Leute, das bin ich!

Und als relativ langweiliger Mensch tauge ich auch nur schlecht zum Gegenentwurf zur derzeitigen Gesellschafr, das ist mir klar.

Aber wenn ich jetzt die Möglichkeit hätte, etwas in meinem Leben anders zu machen – ok, zugegeben, vielleicht würde ich im Nachhinein versuchen, hier und da während meiner Jugend etwas öfter zum Vögeln zu kommen – aber letztlich will ich mein bescheidenes Leben nicht hergeben für ein anderes.

Bald bin ich also 30, und nächstes Jahr werde ich irgendwelche Mails bekommen, dass ich an diversen Klassentreffen teilnehmen soll. Schön. Ich freue mich gewissermaßen drauf, denn natürlich bin auch ich interessiert daran, zu erfahren, wer  unter den mir ehemals wichtigen Personen seinen Lebenstraum hat umsetzen können. Ich persönlich hatte nie eine bestimmte Vorstellung von meiner Zukunft, aber mein jetztiges Leben übererfüllt alle vagen Vermutungen:

Ich habe genug Geld zum Leben, eine mehr als glückliche Beziehung und denke mir maximal einmal pro Monat, dass ich gerade keinen Bock auf das habe, was ich tue. Noch dazu habe ich eine Leserschaft von mindestens 1.500 Leuten, die mir fast täglich bestätigt, dass es super ist, was ich mache. Nenne mir einer irgendwas, was ich hätte besser mache sollen!

Also: Wen auch immer es aus meiner alten Bekanntschaft es hierher verschlagen hat: Vielleicht klingt es erbärmlich, was ich mache – aber so ist es nicht. Ich weiss schon, was ich tue. Das schlechte Gewissen macht mir schon die Rentenkasse – da brauch ich euch nicht dazu…

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