Reisefieber

So langsam aber sicher sind wir an dem Punkt angelangt, den wir vor einiger Zeit noch nicht einmal in näherer Aussicht hatten: Die Abfahrt rückt näher. Ungeahnte Mengen Gepäck werden in den nächsten paar Stunden ins gleich abzuholende Auto gewuchtet und nach einem kurzen Schläfchen für die allgemeine Fitness werden wir dem Süden entgegen fliegen.

Während unser Nachbar sich hoffentlich liebevoll um die wenigen Pflanzen hier kümmert, werden wir weitgehend unbekümmert Kilometer um Kilometer auf den Autobahnen dieses Landes hinter uns lassen. Die nächsten Tage sind so gut wie verplant- wenn auch mit vielen schönen Dingen. Wenn alles so läuft wie angedacht, dann wird der ganze Trubel von uns abfallen, wenn wir am Samstag Mittag in einem Hotelbett erwachen, die Battle „Reiseapotheke vs. Kater“ austragen und versuchen, uns daran zu erinnern, was wir eigentlich zu feiern hatten.

Unterwegs haben wir zwar mobiles Internet, aber gerade die Zeitplanung – und auch die eingeschränkten Möglichkeiten – werden wahrscheinlich dafür sorgen, dass es hier im Blog kaum Neues geben wird. Wahrscheinlich wird es ein paar Updates von unterwegs geben, diese werden sich aber eher auf die sozialen Netzwerke beschränken. Wo ich letzten Endes mehr poste, ob bei Facebook, Twitter oder Google+, das kann ich jetzt echt noch nicht sagen. Wer sich bisher noch nicht durchringen konnte, mir irgendwo zu folgen, der kann es sich jetzt nochmal überlegen. Denn auch das Kommentieren und Antworten wird definitiv unter unserem Zeitplan leiden…

In letzter Zeit bin ich einiges zu unserem Vorhaben gefragt worden. Herauskristallisiert haben sich insbesondere zwei Fragen:

„Na, schon kalte Füße?“

und

„Worauf freust du dich am meisten?“

Ich nutze die gerade vorhandene Zeit mal eben um zu antworten:

Nein, kalte Füße hab ich nicht. Dabei trage ich jetzt, wo ich das schreibe, nicht einmal Socken. Was die Hochzeit angeht: Wir haben uns das alles gut überlegt und auch wenn es vielleicht wenig romantisch wirkt: Keiner von uns hat den anderen mit einem Wunsch zu heiraten überrascht. Wäre ich überredet worden, könnte ich jetzt vielleicht skeptisch oder ängstlich sein. Dass wir eine gute Entscheidung getroffen haben, zweifle ich aber nach so vielen gemeinsamen Gesprächen über das Thema nicht ernsthaft an.

Worauf ich mich am meisten freue, ist schwer zu sagen. Aber ich will ehrlich sein: Deutlich mehr auf die Party, die Autofahrt und das Wiedersehen mit Familie und Freunden als auf die Unterschrift am Standesamt. Meinen Vater nach (ich glaube) 2 Jahren vor dem Standesamt mal wieder zu treffen, ist ein viel schönerer Augenblick als das Unterzeichnen eines Dokumentes. Mit ein paar Freunden, Bekannten und Kollegen nach Monaten oder Jahren mal wieder unter der Aufsicht meiner Stammgastwirte mit einem Bier anzustoßen wird zweifelsohne ein schöneres Gefühl sein als die schwitzigen Hände am Kugelschreiber einer Beamtin. Und selbst die schwindenden Kilometerangaben auf den Autobahnschildern, die von der Entfernung meiner Heimatstadt künden, sind mit Ozie im Auto weit schöner als bedeutungsschwangere Schritte in ein hässliches Gebäude, bei denen man von allen erwartungsvoll angestarrt wird.

Dennoch ist die Reise, die Hochzeit, die Party, alles einfach ein Grund, sich zu freuen. Ihr werdet sicher noch die ein oder andere Hochzeitsanekdote zu ertragen haben hier – aber eben nicht in den nächsten 100 Stunden. Zumindest wahrscheinlich nicht. 🙂

Und Leute, auch wenn wir heiraten: Wir haben tatsächlich keine größeren Wünsche mehr als die Bücher, Games und CD’s auf der Amazon-Liste von mir – und an dieser Stelle möchte ich eigentlich mehr den vielen Leuten danken, die schon etwas geschenkt haben, als nochmal dafür zu werben… (Gruß an Bernhard 😉 )

Nein, ein Wunsch wäre da noch. Aber der ist fast unerfüllbar: Ich hoffe, dass ihr alle in den nächsten paar Tagen eine ähnlich gute Zeit haben werdet wie ich und Ozie und hoffentlich auch die Leute, die uns persönlich hier und da begleiten, unterstützen oder mit uns feiern. Aber versucht es einfach, habt Spaß!

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Nebenwirkungen

So eine Hochzeit ist was Tolles. Sagt ja der Name bereits: Hoch-Zeit. Das ist aber natürlich nicht alles. Im Grunde ist es wie Weihnachten auch eine schöne Zeit zum Feiern und eine gute Gelegenheit, sich beschenken zu lassen. Zudem darf man nun auch endlich öffentlich knutschen und irgendwie wartet man ja seit der Pubertät darauf, dass sich auch die Eltern positiv darüber äußern, dass man offenbar einen Weg gefunden hat, mit seiner Sexualität klarzukommen. Nüchtern betrachtet ist eine Hochzeit ja auch heute noch das öffentliche Eingeständnis, miteinander zu schlafen, da kann uns die hinterlistige Mafia aus Hollywoodregisseuren, Süßwarenherstellern und Brautkleiddesignern sonstnochwas erzählen…

Aber neben all diesen schönen Einblicken in sich selbst, seine Familie und die Gesellschaft bieten Hochzeiten natürlich auch das ein oder andere Tief. Man beschäftigt sich auch als Pärchen, das bis dato dachte, irgendwie reicht es zum Leben schon, sich gut zu verstehen, mit obskuren Dingen. Zum Beispiel entdeckt man plötzlich, dass es neben Hosen-, Hemden und Hubraum-Größen auch noch Ringgrößen gibt. Notgedrungen beschäftigt man sich mit Hochzeitsbräuchen – schon um sicher zu gehen, nicht findigen entfernten Angehörigen mit Theologie-Studium neue Nahrung für die Theorie zu geben, man müsste ja eigentlich doch kirchlich heiraten, weil sich die ein oder andere nette Sitte ja sowas von eindeutig an diesem oder jenem Buch des Lebens orientiert…

Außerdem gibt es psychisch wirklich bedenkliche Auswirkungen. Als erklärter Bürokratie-Gegner finde ich mich seit Monaten beispielsweise in der misslichen Lage, mich auf einen Amtstermin zu freuen. Und während man die Beziehung möglichst heimlich am Rande einer Party begonnen hat, stellt man sich plötzlich bei einer solchen ins Rampenlicht. Man muss sich mitunter daran gewöhnen oder einfach hoffen, dass man das irgendwie hinkriegt.

Das alles ist aber nichts gegen die Aufgabe des eigenen Namens, so man diese Option wählt. So kann es dann kommen, dass einem ein paar Tage vor dem fraglichen Termin plötzlich aufgeht, dass man ja in naher Zukunft eine neue Unterschrift braucht. Mit viel Glück erwischt es dann nicht die Tapete, sondern nur einen Block…

Muss alles geübt sein… Quelle: Sash

 Aber wie man sieht: Die Vorbereitungen erreichen nun langsam auch die letzten Winkel… 🙂

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Vermehrung

Die Anzahl der Bildschirme auf meinem Schreibtisch wächst stetig. Im Laufe des nächsten Jahres gilt es dann, herauszufinden, ob es sich um ein lineares oder exponentielles Wachstum handelt. Für letzteres bräuchte ich zweifelsohne mehr Platz…

Media Overflow, Quelle: Sash

Aber wir wissen ja: Wenn sich zwei Monitore ganz doll liebhaben und sich nahe sind, dann wird das ganz ganz unanständig und deswegen schreit irgendwer: „Iiih!“ Und darum heißen die kleinen Netbooks auch…

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On my Way

Sehr schön.

Meine nervige Erkältung fängt bereits nach 2 Tagen an, sich mehr als deutlich zu verpissen. Die letzten 48 Stunden bin ich ziemlich matt in der Gegend umhergestromert, inzwischen ist es eigentlich ok und ich komme hier ein bisschen zum Arbeiten. In der Bude will das ein oder andere gerichtet werden, so langsam arbeiten wir die Pack- und Orga-Listen ab und mit jeder Stunde ist etwas mehr von dem erledigt, was vor der Abreise nach Stuttgart noch zu tun ist.

All die völlig überlebenswichtigen Dinge sind ehrlich gesagt schon erledigt. Einzig, dass mein Hemd noch nicht existiert und das Netbook vorerst ein Book ohne Net bleiben will, sind größere Arbeitsfelder. Da mutet die Erinnerung, am letzten Tag die Ladekabel für die Handys nicht zu vergessen, fast schon niedlich auf der To-do-Liste an.

Fürs Internet hab ich gerade erschreckend wenig Zeit. Gestern, weil ich fast nie am PC war, heute weil ich nebenbei auch am Rechner noch Dinge erledigen muss, die sich nicht mit der Schreiberei vertragen.

Mein Geburtstag war so ganz ohne Fitness irgendwie ein bisschen blöd, aber wäre ich fit gewesen, wäre ich am Ende im Taxi gesessen und hätte meinen dann ja doch irgendwie gemütlichen Abend mit Ozie auch nicht gehabt. Und ich war wenigstens tagsüber wach und hab noch zwei Geschenkelieferungen entgegennehmen können, wofür ich mich echt nochmal bedanken muss. Ich hab mich über jedes einzelne Paket gefreut und ich werde mich auch enorm über die freuen, die noch auf verschlungenen Pfaden in irgendwelchen Postzentren auf Auslieferung warten.

Ich habe ja schon gesagt, dass es im November ein bisschen weniger Meldungen von mir werden könnten. Das wird in den nächsten Tagen der Fall sein – erst recht, wenn sich das Netbook weiterhin weigert.

Nach der Hochzeit muss ich dann ja ohnehin um die Klischees zu erfüllen noch fauler werden, das verträgt sich dann ganz gut mit dem Internet, also keine Sorge 😀

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Happy Birthday

„Du bist krank. Du brauchst Vitamine, keinen Kuchen…“

Nächstes Jahr Haferschleim? Quelle: Sash

Letztes Jahr war Ozie noch gnädiger 🙂
Ansonsten wollte ich noch ein herzliches Danke für all die Geschenke loswerden! Ihr seid super und ihr dürft auch Kuchen essen!

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Ohne Bezug

Ich oute mich: Ich lese seit Jahren gerne die Texte von Lukas Heinser, selbst die aus der Zeit, bevor er bei bildblog offiziell die Leitung übernahm und seitdem in Punkto Textqualität zumindest so stark dazugelernt hat, dass er im Gegensatz zu mir sicher nie „in Punkto“ schreiben würde.

Ich bin gerade hängengeblieben an seinem letzten Eintrag bei Coffee and TV und fand ihn einfach schön genug zum Verlinken.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich mit Heinser nicht wirklich einen Musikgeschmack teile – auch wenn es hier und da Überschneidungen gibt. Witzigerweise fand ich beispielsweise ausgerechnet das Lied von Tomte, dass er für den Titel eben jenes Beitrags zitiert, sehr schön.

Heinser macht sich Gedanken über die lyrischen Ichs von Liebesliedern und trifft damit sicher bei jedem irgendeinen wunden Punkt. Wer bitte hat noch nie ein Liebeslied gehört und sich dabei Gedanken über den Sänger oder Autor des Stücks gemacht. Ob die Reaktion nun eher die Richtung „Ach, ist der romantisch!!!“ geht, oder ein „Arme Sau, so viel Stress hatte ich noch nie beim Vögeln!“ besser die Gedanken beschreibt, unterscheidet sich sicher von Mensch zu Mensch und Lied zu Lied.

Lyrische Ichs gibt es natürlich nicht nur in Liedern (wie der Name fast schon sagt), deswegen auch mein Eintrag hier, der sonst völlig ohne Bezug zu Heinsers Text wäre. Auch als Autor wird einem irgendwie jeder Ich-Erzähler als eigene Stimme ausgelegt.
Und deswegen möchte ich – gerade, weil ich derzeit hauptsächlich aus meiner Perspektive blogge – den schönen Text von Heinser nutzen um vorzuwarnen:

Bitte verwechselt in den irgendwann mal von mir geschrieben wordenen Büchern nicht mich mit dem lyrischen Ich.

Ich hab schon Bücher angefangen, bei denen mir das sehr unangenehm wäre. Deswegen: Danke.

 PS: Und die Liebeslieder, die ich geschrieben habe, kennt ihr glücklicherweise gar nicht. Ätsch!
(Ausnahmen bestätigen die Regel…)

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Zeit|druck

Die Zeit schreitet voran, in 9 Tagen ist die Hochzeit angedacht. Spontan umverlegen können wir sie nicht mehr wirklich und im November ist es eindeutig zu kalt, um nackig zum Standesamt zu watscheln. Daraus folgt zwingend: Ich brauch recht schnell was zum Anziehen! Und da ich die mindestens beste und begabteste Freundin aller Zeiten zu heiraten gedenke, haben wir uns schon vor eigentlich langer Zeit dazu entschlossen, dass sie das Hemd nähen wird, das ich tragen werde.

Aber für Hemden braucht man Schnittmuster – und mit denen haben vorher sowohl Ozie und ich als auch unser Laserdrucker gekämpft:

Ein paar Quadratmeter Hemd für Sash, Quelle: Ebendieser

Jetzt bin ich mal gespannt, was Ozie daraus zaubert 🙂

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