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Die Ruhe vor dem Schlaf

Im Grunde ist genug gemeckert über Krankheiten und co., auch die aktuelle Erkältung hat sich schließlich ergeben. Pünktlich zur Wiedergenesung ist nun aber endlich das mit den Beisserchen ein Haken im Terminkalender und so bleibt mir wenig Zeit, meine neu erworbene Gesundheit zu genießen.

Morgen, am Dienstag, lass ich mir eine gepflegte Dosis Drogen verabreichen, der zu erwartende Kater besteht allerdings weniger aus Kopf-, denn aus Kieferschmerzen. In meinem Mund wird ordentlich entrümpelt werden, etliche Zähnchen verlassen ihr Heimatgebiet und ich stelle mich darauf ein, eine Woche zu gucken wie ein übergroßer Hamster.

Das ist jedenfalls ein großer Schritt während der ganzen Reparaturphase zwischen Bart und Nase und ich bin erst einmal eher froh als verängstigt oder so. Und auch was den ganzen Stress mit Narkose und so angeht: besser ein Ende mit Schrecken …

Vielleicht habt ihr ja Glück und ich kann mich irgendwann am frühen Nachmittag unter Betäubungsmitteleinfluss ins Internet schleichen, das wäre sicher ein großer Spaß. Ansonsten wird’s in den nächsten Tagen vermutlich viel um Suppe gehen.

Trotz allem Optimismus wünsche ich euch einen noch etwas besseren Dienstag und harre gespannt der Dinge, die da kommen.

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Fiebriges

Es ist noch nicht lange her, da hab ich mich gefreut, bislang so heil durch den Winter gekommen zu sein. Meine jährliche Erkältung bleibt eigentlich nie aus, dieses Mal schien es fast so. Aber dann, am Sonntag, nach einer fantastischen Laune nachts im Taxi (die hauptsächlich einer Tour nach Cottbus geschuldet war), wachte ich auf und fühlte mich, als hätte ich 39° Fieber. Ich konnte kaum noch aufstehen, alles war entsetzlich schwer – und das, obwohl mein Fieberthermometer stoisch Temperaturen unter 37°C verkündete. Der erste Gedanke war natürlich:

„Fuck, Grippe!“

Irgendwoher hab ich noch die alte Weisheit im Kopf, dass man eine richtige Grippe am Besten daran erkennt, dass sie binnen weniger Stunden voll durchhaut, während eine Erkältung dann ja doch eher so was schleichendes ist. Aber ich scheine entweder doch was anderes aufgesammelt zu haben, oder ich hab irgendwelche hippen Turbokillerviren am Start, denn der Verlauf war beeindruckend:

Sonntag: Gefühltes Fieber
Montag: Halsschmerzen
Seit Dienstag: Abklingen von allem …

Gut, mein Schlafbedürfnis ist derzeit etwas erhöht, einen ganzen Tag ohne Unterbrechung schaffe ich irgendwie noch nicht. Ansonsten könnte man sagen, dass es mir blendend geht. Mein Appetit ist erschreckenderweise größer als sonst, keine Schmerzen, kein gar nix. Nur ein paar allgmeine Plattheiten eben. Arbeit ist aber dennoch liegengeblieben. Insbesondere am eBook. Bezüglich des Taxifahrens bin ich ja ohnehin quasi am Wochenende krank gewesen und hab arbeitgeberfreundlich darauf verzichtet, mir einen gelben Schein zu holen. Das mit dem Bloggen hab ich zumindest bei GNIT alles geschafft und zudem hab ich mich wie letztes Jahr auf ein Literaturstipendium der Stadt Berlin beworben. Dieses Mal zugegeben mit weniger Aufwand und weniger Panik. Ich hab ein paar repräsentative Sachen eingeschickt und entweder sie mögen es – oder eben nicht.

Falls ja, habe ich runde zwei Jahre lang keine Finanzprobleme mehr, die statistische Chance unabhängig vom Talent liegt bei rund 1:30, so gesehen wäre es doof gewesen, es nicht zu probieren. Aber sich verrückt zu machen, wäre auch Unsinn. Die letztjährigen Gewinner waren allesamt Autoren, die schon seit Jahren erfolglose Bücher schreiben und auf ihren Fotos bei Wikipedia Wollschals tragen. Da bin ich eventuell als erfolgreicher Blogger mit einer Abneigung gegenüber Wollschals ein bisschen chancenlos.

Dafür läuft das mit dem eBook durchaus ein bisschen. Z.B. steht der Coverentwurf schon zur Hälfte! Wenn er fertig ist, dann kann man ihn hier umgehend sehen, versprochen. Beim Titel sind wir immerhin schon mal endgültig sicher jetzt. Es wird heißen:

Papa, ich geh zum Zirkus!
oder: Karriere, kann man das essen?

So, und jetzt hoffe ich mal, dass ich heute Abend fit genug sein werde, wenigstens ein paar Runden im Taxi durch Berlin zu drehen.

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Julius Duttlinger

Drei Monate hatte ich nun mein Taxi vor der Türe, inzwischen fahre ich wieder Bahn. Ich habe wieder das, was gemeinhin Arbeitsweg genannt wird. Und das ist toll. Dabei gehöre ich ja noch zu den Leuten, die im Rahmen ihrer Arbeit ganz schön rumkommen – der Mangel an Aussicht ist es also nicht, der dafür sorgt, dass ich mich heimlich freue. Der Arbeitsweg hat für mich immer schon eine gesonderte Bedeutung gehabt: er vermittelt den Abstand zur Arbeit und ist zugleich Zeit, sich vorzubereiten, bzw. runterzukommen.

So gesehen fand ich schon in der Schule den Witz gar nicht so komisch, in dem ein kleiner Junge ein leeres Blatt abgibt, als er seinen Schulweg beschreiben soll – weil er der Sohn des Hausmeisters ist.
Während der Schule war der Weg sowieso noch einmal wichtiger. Da ist man ohnehin nicht immer auf den selben Pfaden gewandelt – auf den Umwegen gab es ja so viel zu entdecken und auch Blödsinn zu machen. Aus den Details, die mir von den dann irgendwann doch vertrauten Wegen noch im Kopf sind, ziehe ich heute noch Sätze für Geschichten. Auch Julius Duttlinger, Namenspatron dieses Eintrags ist so ein Detail. Sein sehr schöner schlichter schwarzer Grabstein hat mit jahrelang verkündet, dass ich den Großteil der Steigung des Gablenberger Friedhofs hinter mir habe. Wer weiß, woran ich heute bei meinem Schulweg denken würde, wäre Julius Duttlinger nicht zwei Jahre vor meiner Geburt gestorben.

An den täglichen Wegen treffen einen die Jahreszeiten intensiver und doch überschaubarer als sonst: Kann ich durch die kahlen Bäume im Herbst bereits ums Eck sehen, ob der Bus kommt? Verdeckt der Schnee tatsächlich schon die Inschrift auf der Friedhofsmauer und ist die Pfütze an der schmalen Stelle des Gehwegs tatsächlich so breit, dass man nasse Füße bekommt?
Man lernt seinen kleinen Teil der Stadt bis auf’s letzte Fitzelchen kennen. Hier ein neues Haus, dort haben sie jetzt ein Stopschild aufgestellt und – Wahnsinn! – die Leute in der Nummer 53 haben inzwischen ihre Fensterläden gestrichen.

Und dennoch ist dabei manchmal viel wohltuende Monotonie. Die Reihenfolge der Haltestellen wechselt nur selten, selbst die meisten Neubauten stehen irgendwann einfach da und am Ende ist das wohl auch gut so.

Sicher, für manchen ist das nur die öde Fortsetzung des öden Tages – und auch ich hätte gerne hier und da mal den Weg übersprungen, um die Verspätung aufzuholen oder gleich ins Bett zu kommen. Am Ende hab ich es dann doch immer geschafft. Inzwischen schlafe ich notfalls in der Bahn schon ein Stückchen vor. Und das geht. Ich erkenne selbst im Schlaf die Kurve, nach der ich aussteigen muss.

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Marzahn lebt!

Als erstes erfuhr ich es von einem Kollegen:

„In de‘ Havemannstraße is‘ einer mit’n Panzer über de Schilder jebrettert!“

WTF?

So ganz falsch lag der Kollege damit nicht, wie mir am Tag darauf die Pressemeldung der Berliner Polizei mitteilte. OK, ein Panzer war es nicht! Aber ein besoffener Held mit einem Hummer ist diese Woche wohl in Marzahn sowas wie „behutsam Amok gefahren“. So zumindest meine Einschätzung. Wie es bisher aussieht, ist er hauptsächlich über die Mittelstreifenbeschilderung der hier recht breiten Straßen hinweggepflügt – immerhin ohne Privat-PKW zu beschädigen!

Für diese Aktion – wie auch für den offensichtlichen Versuch, in einen Laden zu fahren – kann ich dem Typen natürlich nur die Klatsche des Monats übergeben und keinerlei Sympathie entgegenbringen. Für Leben gesorgt hat er in der Umgebung offenbar genug. Immerhin gingen gleich mehrere Meldungen bei der Polizei ein …

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Verlorene Tage?

Schon klar, jeder Tag ist anders. Abgesehen von einigen Wiederholungen – die ich jedoch sehr schätze – ist das ja auch bei mir so. Die vergangenen 24 Stunden passen für mich aber irgendwie nur als abschreckendes Beispiel ins Raster, dagegen ist Prokrastination noch zukunftsorientiert …

Als ich schon vor ein Uhr zu Hause war, hab ich mich schnell versucht, davon abzulenken, dass mein Verdienst an diesem Abend allenfalls für einen Kasten Bier gereicht hätte – und selbst dazu hätte ich mal besser vorsichtshalber noch Pfand mitnehmen sollen, um sicherzugehen. Aber gut, ich wollte mir kein Bier kaufen, deswegen steht hier auch noch so viel Pfand rum.
Todmüde wie ich war, hab ich mir die Zeit mit ein paar halblebigen Sätzen im Internet vertrieben, ein schauriges Mahnmal der Kreativlosigkeit. Neben ein bisschen futtern hab ich mich um 4 Uhr ins Bett geschmissen. Gut 3 Stunden vor meiner Zeit. Aber ich konnte mich nicht mehr dazu aufraffen, die Augen offen zu halten.

Das änderte sich schlagartig um 5 Uhr. Als ich aufstand, um noch eine Kleinigkeit zu essen, wusste ich nicht, dass es noch so früh war, ich fühlte mich fit. Nach einem Blick auf die Uhr bin ich futternderweise ins Bett verschwunden. Und hab gelesen. Recht schnell hatte ich die (nicht wirklich spektakulären) letzten Kapitel von Hackerbrause durch, dann hab ich mich dem eben angefangenen Die Wissenschaft bei Douglas Adams gewidmet. Das hab ich dann auch kurz durchgelesen, was etwas länger gedauert hat, da ich da mindestens 200 Seiten offen hatte. Aber es war leider spannend.

Dann war bereits Nachmittag, ich hätte also aufstehen können. Wäre ich nicht verständlicherweise ein wenig müde gewesen. Die bis dato etwa 9 Stunden im Bett waren nicht wirklich erholsam. Ich hab mich dennoch hingelegt und zu schlafen versucht. Dabei kam mir eine tolle Idee zu einer Geschichte, die ich unbedingt kurz niederschreiben musste. Irgendwann hab ich wahrscheinlich auch ein oder zwei Stunden geschlafen. Völlig gerädert bin ich um 18.24 Uhr zum Handy gerannt, als es klingelte.

Anruf vom Chef: Autochen ist kaputt. Ich könne natürlich einen Ersatzwagen haben, der sei aber leider an der Firma …

Ich betrachtete es als großen Segen, dass es dieses Mal nicht wirklich meine Faulheit war, die mich am Arbeiten hinderte. Also hab ich gemütlich so getan, als würde ich aufwachen, versucht, die Rückenschmerzen loszuwerden (ich nehme an, ich bin 11 Stunden im Bett nicht so wirklich gewohnt), um dann bei Kippe und Cola erneut ein Telefonat entgegenzunehmen. Die Entwarnung meines Tagfahrers: das Auto hätte wohl doch nur mal kurz gemuckt – alles ok, ich könnte los!

Ich hab’s ernstlich versucht zu versuchen. Aber als es nach dem Duschen schon 20 Uhr war und ich noch nicht einmal mental in der Lage, mir den Stress zu geben, hab ich lieber davon abgesehen und mache mir seitdem ein schlechtes Gewissen, weil das finanziell natürlich scheiße ist, heute nicht zu arbeiten.

Naja, wenigstens das mit dem Schreiben klappt noch so halbwegs …

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grau

Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass Berlin im Winter hässlich sei. Mal abgesehen davon, dass der Satz schon mehr Wahrheit enthalten würde, wenn man Berlin durch beispielsweise Frankfurt am Main austauscht, so trifft das doch vor allem auf Winter wie den diesjährigen zu: auf warme Winter, den Herbst bisweilen.

Eine seltsame Anomalie in meinem Schlafrhythmus hat heute dafür gesorgt, dass ich um 9.00 Uhr schon erwacht bin und so eine der wenigen Möglichkeiten in den letzten Monaten hatte, dieses Tageslicht-Gedöns, von dem immer alle so schwärmen, aus der Nähe und mit eigenen Augen zu sehen. Der Blick aus dem zu einem kleinen Teil aufgezogenen Vorhang wirft ein milchig-graues Bild auf meine Netzhaut. Der eigentlich leicht lila-stichige Plattenbau gegenüber zeichnet sich kaum vom Himmel ab, aus Mangel an Nadelbäumen dominiert selbst bei der üppigen Vegetation ein hässlicher Trend zu kackbraun.

Auf dem Weg zur Post schlingere ich um Pfützen unterschiedlichster Größe, lausche dem an- und wieder abschwellenden Plätschern jedes vorbeifahrenden Autos. Ein leichter Nieselregen benetzt alles in der Umgebung, die erst eben angezogene Hose fühlt sich klamm an, bevor sie endlich warm wird. Auf dem Rasen pflanzen sich hässliche, braune, kahle Flecken fort, die einzigen Farbtupfer weggeschmissene Pfandflaschen in dunklem Blau.
Die Gesichter der Menschen auf der Straße sehen aus wie das Wetter, sofern man sie überhaupt erkennt zwischen aschfahlem Anorak und Kunstfellkragen.

Gut, dass es im Winter wenigstens zeitig wieder dunkel wird.

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2013

So, das Jahr ist da!

Kann man so sagen, zwei Tage ist es schon alt, die Babyphase wird es wohl nach dem ersten Monat verlassen und überhaupt: es zählt! Es ist 2013, da lässt sich nicht dran rütteln. In Berlin mögen die Bäcker morgens noch etwas betrunken sein, in Schönefeld darf kein Berliner Taxi mehr Fahrgäste aufnehmen, aber das Jahr ist da!

Und ich so?

Nach der wie üblich grandiosen Silvesterschicht sehe ich nunmehr dem harten Januaralltag entgegen, die übliche finanzielle Schieflage will gemeistert werden und vor allem gibt es endlos viel zu schreiben. Drüben bei GNIT werden alleine die Fahrten um Neujahr die ganze Woche füllen, für diesen Blog hier hab ich seit ungefähr 5 Tagen einen Artikel geplant, zu dem ich bislang nicht gekommen bin, der Blog im Taxihaus schreit nach Inhalten und ich hab ausgerechnet jetzt nichts besseres zu tun, als mit dem ersten eBook mal langsam ernst zu machen. Das ist zwar bereits geschrieben, jetzt kommt allerdings der ganze andere Firlefanz, der ja leider nicht wirklich unwichtiger ist.

Und was lernen wir daraus?

2013 rockt!

Das wollte ich nur mal kurz gesagt haben.

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