Category Archives: Medien

Boah, Wahnsinn!

Soso, ein neues iPhone gibt es also.

Ich bin bei Facebook, bei Twitter, bei Google+ und hab auch sonst noch rund 15 Tabs offen. Und irgendwie scheint mal wieder das halbe Internet hohlzudrehen wegen einer Handgurke mit Obstlogo.

Das ist genau der Grund, weswegen mir diese Firma suspekt ist.

Ich meine, so ein iPhone ist ein tolles Smartphone und in der neuen Version kann es fast alles, was andere tolle Smartphones auch können – aber weswegen bitte so ein Weltereignis daraus machen, dass ein Unternehmen ein Produkt vorstellt? Ich hab ja zu meinem PC irgendwie auch eine recht innige Beziehung und ich finde z.B. WordPress eine fantastische Software, der ich ziemlich viel verdanke. Ich mag mein Handy auch mit seinen Macken und die meisten unserer Küchengeräte haben irgendwann Namen erhalten. Aber ich würde doch niemals auf die Idee kommen, mir einen Werbeauftritt einer der Herstellerfirmen anzutun, wo mir ein Nachfolgemodell schmackhaft gemacht werden soll!

Scheinbar darf man ja nur entweder für oder gegen Apple sein – und in beiden Fällen findet die Hälfte der Menschen scheiße, was man sagt. Ich finde, dass das ein guter Grund ist, mal nachzufragen, ob eigentlich der Schrank mit den Tassen irgendwie umgekippt ist. Es gibt gute Gründe, sich für oder gegen irgendwelche Produkte zu entscheiden und mir ist beispielsweise sehr bewusst, dass das neue iPhone um Längen besser ist als mein langsam altes Handy. Ich werde beim Nachfolger dennoch irgendwann ganz altmodisch Vergleichstests durchlesen, um ein Gerät mit optimalem Preis-Leistungsverhältnis zu finden. Dummerweise wird es wahrscheinlich kein Apfelteilchen, weil ich einiges an Rabatt dafür verlange, einer Religion beitreten zu müssen.

Apple-Bashing mag lame sein und ich hab auch eigentlich besseres zu tun als mich darüber aufzuregen, wofür andere ihr Geld ausgeben. Aber normal finden muss ich dieses Hecheln nach Werbung auch nicht, oder?

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Urheberrechte im Tunnel?

Wenn Fremdschämen ein Profisport wäre, käme man seit vergangener Woche ja kaum mehr am Dopingmittel Kauder vorbei. Mit seiner überaus faszinierenden Aufführung zum Thema Urheberrecht hat Kauder es soweit getrieben, dass kein Satirker es bisher geschafft hat, diese Aktion auch noch angemessen durch den Kakao zu ziehen. Würde ich als Ausländer diese Story in der Zeitung lesen, würde ich wahrscheinlich abwinken und sagen:

„Mal ganz im Ernst: Wenn der Kerl wirklich so blöd wäre, wie hier steht, dann hätten die Deutschen den doch nicht gewählt, sondern schon im Kindesalter erschlagen.“

Zumindest dachte ich, dass ich sowas sagen würde. Dummerweise hat es mir bei einer weiteren Eselei in der Politik Europas in ähnlich krasser Ausprägung einfach die Sprache verschlagen, sodass ich mich korrigieren muss. Ich kann darauf nichts sinnvolles sagen.

(mal ganz davon abgesehen, dass die Idee mit dem Wählen ja so eine Sache ist in einem Land, in dem ein verfassungswidriges Wahlrecht durch ein verfassungswidriges Wahlrecht ersetzt wird)

Der Fauxpas, von dem ich jetzt kurz reden will, ist der der italienischen Bildungs- und Forschungsministerin Mariastella Gelmini. Die hat in einer Pressemeldung den italienischen Beitrag zur Entdeckung der inzwischen schon sprichwörtlichen überlichtschnellen Neutrinos am CERN gelobt. Genauer: Sie hat den Tunnelbau vom CERN nach San Grasso gelobt. Also den Tunnel für die Neutrinos…

Sie konnte sogar den Betrag beziffern: 45 Mio. soll er gekostet haben.

Dumm nur, dass die Neutrinos gar keinen Tunnel brauchen, weil sie kaum mit Materie wechselwirken. Aus diesem (in meinen Augen naheliegenden) Grund hat natürlich auch niemand einen Tunnel für die niedlichen Elementarteilchen gebaut. Weder die Schweizer, noch die Italiener. Aber woher sollte man sowas als zuständige Ministerin auch wissen?

Und da möchte ich kurz zurückkommen auf die Causa Kauder. Weder er, noch seine italienische Kollegin haben irgendwas total wichtiges vergeigt. Im Leben und Sprachgebrauch der meisten Arbeiter und Angestellten wird nicht zwischen Urheberrecht und Verwertungsrechten unterschieden. Ebenso interessiert es außer Physikern kaum jemanden, ob irgendwelche Neutrinos nun Tunnel brauchen oder nicht. Da dürfen Versprecher und Denkfehler vorkommen.

Aber wenn jemand auf höchster politischer Ebene über Gesetze mitbestimmt, dann haben wir alle – egal, was für Schluffis wir gewählt haben – ein Recht darauf, dass jemand auf dem Posten sitzt, der entweder Ahnung von den Entscheidungen hat, die er treffen muss – oder dass er wenigstens einen Beraterstab hat, der ihm oder ihr diese Ahnung vermitteln kann. Irgendwelche Flitzpiepen, die für die richtige Parteizugehörigkeit und ihr Talent zum inhaltsleeren Dummschwätzen Geld bekommen, haben in solchen Positionen aber mal sowas von null und garnix zu suchen!

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Unschuldiger Vater

So, der Papst kommt also eingeschwebt ins Land seiner Ahnen. Ich hab in den letzten Tagen so viele lustige Papstwitze gehört wie schon lange nicht mehr. Gerade Twitter ist eine Fundgrube, aber selbst die offizielle Seite zum Besuch ist irgendwie lustig, wenn man sie als Atheist besucht und sich vorstellt, wie die Leute in Scharen Sitzkissen als Erinnerungsstücke an den Auftritt eines senilen Wanderpredigers halten, der abgeschriebene Fantastereien in kaum verständlichen Texten in einem Fußballstadion vorliest. Da braucht es gar keine fiesen Witze mehr 🙂

OK, ich bin etwas zynisch. Aber ich dachte mir, dass ich ja schon irgendwas zu dem Thema schreiben sollte. Im Witzeerfinden bin ich ehrlich gesagt mies. Ich kann sie vielleicht ganz passabel vortragen – aber auch als Verteidiger des wahren Blödsinns bin ich zumindest ehrlicher als Herr zu Guttenberg und schmücke mich nicht mit fremden Federn.

Aber was heiteres sollte es sein. Also hab ich mich an das mir neulich empfohlene Werkzeug „Bad Translator“ erinnert und mir gedacht: Machste mal was mit Bildung und Komik. Denn: Das Vaterunser zu kennen, kann nicht schaden. Da die bisherige Übersetzung aber zum einen doch einen leicht christlichen Touch hat und zudem die Sprache ziemlich unmodern ist, hab ich gedacht, ich nutze den Bad Translator doch mal, um euch eine zeitgemäße Form rechtzeitig zum Papstbesuch vorzulegen. Das Original kann man sich hier auf neutralem Boden ansehen.

Zur Einstellung: Ich hab die gegenwärtige ökumänische Fassung gewählt und Google mit 50 zufälligen Rückübersetzungen betraut. Jetzt ist der Text wesentlich kürzer, hat aber nichts an seinem Irrsinn eingebüßt. Nur dass er jetzt auch als Gute-Nacht-Gebet für die FDP taugen könnte:

Mein Vater ist unschuldig.
Der Himmel auf Erden.
Brot des Tages.
Bitte vergib uns unsere Sünden.
Die Grundlage ist aber nicht sehr gut.
Leistung und Preis in Ewigkeit. Amen.

Ich finde, das sollte man mal mit der ganzen Bibel probieren 😀

Nachtrag:
Da es ja nahezu unendlich viele Versionen gibt, habe ich noch ein bisschen Zeit aufgewandt und eine Alternativübersetzung zusammengebastelt. Vielleicht ist diese schlüssiger:

Mein Vater, ein Vertreter Gottes in meinem Herzen.
Wir leben in Souveränität auf dem globalen Markt. (Denn es ist ein Paradies für Skifahrer)
Wir brauchen Brot.
Ich habe an Apple zu zahlen.
Wir entschuldigen uns dafür.
In der Tat, Stil und Leistung. Amen.

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Nein. Nicht.

Ach Google, wie kannst du nur so an mir zweifeln?

"Wahl Hamburg" - Meinten sie "Wahl Honululu"? Quelle: google.com

Nee, is klar…

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Dinge, auf die ich stolz bin…

youtube!? Quelle: Sash

Viele Männer wissen, was gemeint ist.

Zur Beruhigung: War gar nicht leicht, einen Buchstaben zu finden, mit dem das klappt 😉

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Die unbekannten Bekannten

„Kann man um jemanden trauern, den man gar nicht persönlich kennt?“

Diese Frage wurde mir neulich gestellt – von jemandem, den ich persönlich kenne. Ich muss gestehen, dass ich diese Klippe mit fast schon hohlen Worten umschifft habe, diese Frage letztlich unbeantwortet gelassen habe. Es ist eine Frage, die Zeit benötigt. Dieser Text ist die Antwort darauf.

Ja, man kann.

Ich bin – wie inzwischen alle gemerkt haben dürften – ein ziemlich radikaler Freund des Internets. Ich verbringe einen Teil meines Lebens mit diesem Medium und ich hoffe, ich kann es auch gewissermaßen ein wenig Beleben mit all dem Content, den ich zum ewigen Datenstrom unserer Zeit beitrage. Das Netz ist herausgewachsen aus den Kindertagen, in denen das Wort „Chat“ nahezu synonym für netzbasierte Kommunikation verwendet wurde. Viele von uns interagieren über wesentlich mehr Kanäle als früher mit viel mehr Menschen als früher.

Sicher, auch ich unterscheide noch zwischen Menschen, die ich „nur aus dem Internet“ kenne und denen, mit denen ich bereits Freude oder Frust anlässlich eines gemeinsamen Treffens teilen konnte. Aber vor ein paar Tagen bin ich aufgeschreckt, als mir in einem – ihr werdet lachen – Chat von einem Bekannten mitgeteilt wurde, dass einige Leute aus der Freundesliste eines sozialen Netzwerkes fliegen würden. Ein kurzer Austausch über Für und Wider, dann fielen sie: Worte, gewissermaßen Ausdruck einer Revolution, deren Teil wir wahrscheinlich alle sind, so lange wir hier kommunizieren:

„Nein, einige von denen treffe ich sogar noch persönlich, aber ich will keinen engeren Kontakt mehr!“

Spätestens seit all den Datenschutzdebatten in den letzten Jahren ist die Frage allenfalls noch nach dem „Wie?“ der eigenen Online-Identität, nicht mehr das „Ob“. Hier gehen die Menschen wie eh und je eigene Wege und treffen Entscheidungen verschiedenster Schwierigkeit. Die einen sind radikal offen und twittern selbst ihren Stuhlgang in Echtzeit mit Foto, andere schränken sich ein bei der Wahl der Eindrücke, die sie hinterlassen wollen. Anderen ist bis heute jeder Online-Austausch jenseits einer anonymen Mailadresse suspekt und einige haben sich sogar eine eigene zweite Identität geschaffen.

Wahrgenommen vom Gegenüber wird immer das virtuelle Ich, ob wahrheitsgemäß oder fiktiv. Neu ist abgesehen vom vielseitigen Medium Internet nicht viel. Früher war nur die Anzahl derer begrenzter, deren scheinbare Identität wir in den Medien wahrgenommen haben. Über Helmut Kohl musste noch der eigene Sohn ein Buch schreiben, um zu zeigen, dass der Einheitskanzler nicht nur der nette Onkel sondern auch ein miserabler Vater war. Inzwischen sind wir etwas weiter und glauben die dicken pickligen Jungs hinter Pseudonymen wie StYlE-FuCkErXXL sofort erkennen zu können.

Aber – und deswegen mag ich das Netz so – es finden sich allerorten auch Perlen in den weitläufigen rauen Muschelbänken des Netzes. Wie im letzten Jahrhundert wohl ausschließlich Popstars begeistern uns heute auch im Kleinen die Menschen von nebenan. Ob mit virtuosen Videos, famos geschriebenen Blogs, begeisternden Fotos: Viele Leute hinterlassen in unseren Feedreadern einen emotionalen Eindruck, der vielleicht antrainierterweise der Faszination gegenüber großen Personen der Zeitgeschichte in nichts nachstehen muss.

Wer 500 Texte eines Menschen gelesen hat, muss irgendwann glauben, denjenigen wirklich zu kennen. Keiner unserer Brieffreunde hat jemals so viel von uns gelesen wie wir heute im Blog eines Unbekannten. Ja, dieser Eindruck kann täuschen. Gewaltig sogar. Aber das war immer so. Stars konnten ungeschminkt unerkannt einkaufen gehen, mit ein paar Goethezitaten hat noch jeder Zehntklässler einen lyrisch anmutenden Liebesbrief schreiben können und vielleicht hat der Blogger, der diesen Text gerade schreibt, ja tatsächlich mehr Pickel als ihr denkt…

Vor kurzem hat ein Blogger sein Blog gelöscht und einen Abschiedsbeitrag gepostet, der ziemlich unmissverständlich behauptet, dass der Autor Suizid begangen hat, bevor der Artikel veröffentlicht wurde. Anonym.
Mir selbst fehlt die persönliche Bindung dabei, aber wie schwer im Moment eines (wahrscheinlichen) Todesfalls die Tatsache wiegt, sich ausgetauscht (oder gerade eben nicht ausgetauscht) zu haben, das Gefühl, den Anderen zu kennen, ja verstanden zu haben, ist in meinen Augen nur zu logisch. Es würde mir in vielen Fällen viel mehr nahe gehen und selbst in diesem Fall hat es dazu geführt, dass ich Google ziemlich manisch ausgequetscht habe, bis ich wenigstens die Orte der letzten Fotos rekonstruiert und eine – wahrscheinlich unhaltbare aber für mich plausible – Identität zu dieser virtuellen Geschichte gefunden hatte. Teilnahmslosigkeit sieht anders aus.

Wie viele Menschen haben hierzulande vor ein paar Wochen Tränen vergossen, als Loriot starb?

Ich nehme an, wir müssen uns darauf einstellen, dass uns das in Zukunft öfter passiert und auch bei Leuten, die nicht in den Abendnachrichten erwähnt werden. Denn wir stehen nun da als Leser und selbst Blogger und vermissen einen Bekannten (in jedem sozialen Netzwerk auch noch als Freund tituliert) und merken erst in so einem drastischen und endgültigen Fall, dass wir das Übliche nicht tun können. Jemanden informieren? Wen denn? Zu einer Beerdigung gehen? Wo denn?
Und damit wird man im schlimmsten aller anzunehmenden Fälle – dem Tod – nicht nur gezwungen, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass man vielleicht gar keine Berechtigung hat, Anteil zu nehmen. Es wirkt plötzlich, als würde man eine Todesanzeige in der Zeitung nehmen und hinterherschnüffeln, keine sehr pietätvolle Vorstellung.

Und nicht zuletzt bleiben Zweifel. Starb da tatsächlich ein Bekannter – oder war es „nur“ der Tod eines lyrischen Ichs, einer virtuellen Identität? Und was würde uns eigentlich mehr betroffen machen? Der Tod eines Unbekannten oder der einer Fiktion, die uns ans Herz gewachsen ist?

Klar scheint mir eines zu sein: Wir sollten auch mit unseren virtuellen Ichs, unseren Netzidentitäten, vorsichtig und umsichtig sein. Denn der Abschied via Blogeintrag ist heute längst kein stiller mehr. Es ist löblich, aus dem Leben zu scheiden ohne andere Verkehrsteilnehmer, Passanten oder den fast schon sprichwörtlichen Lokführer miteinzubeziehen. Doch auch Leser sind Teilnehmer an unserem Leben – zumindest am Leben einer unserer Identitäten.

Und wie alle Menschen suchen sie vielleicht nach einer Möglichkeit, ihrer Betroffenheit Ausdruck zu verleihen – so unbekannt sie einem selbst auch sein mögen…

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Serienjunkie

Man verändert sich ja in vielerlei Hinsicht, wenn man eine Beziehung führt. Manche werden plötzlich fett, andere masturbieren weniger und insbesondere Männer lernen oftmals erst im gemeinsamen Haushalt mit einer Frau, dass es ein Leben jenseits von Bier und Fertigsuppe gibt.

Dick bin ich seit meiner Kindheit, Punkt zwei ist ein bisschen schwierig um ihn in der Öffentlichkeit zu diskutieren und wer hier regelmäßig liest, weiss, dass ich Bier und Fertigsuppe nach wie vor gerne zu mir nehme. Aber sicher hab ich mich auch geändert. Wenn ich mich so nach markanten Punkten umsehe, stelle ich schnell eines fest:

Ich bin ein Serienjunkie geworden.

Nicht, dass ich nicht auch früher schon gerne mal Serien gesehen hätte. Wie jeder vernünftige Mensch hab ich immer wieder über „die Simpsons“ lachen können und wenn ich an meine früheste Kindheit zurückdenke, dann taucht da immer wieder das Bild auf, wie ich auf der Wohnzimmercouch mit meinem Vater „Ein Colt für alle Fälle“ gesehen habe. Später, mit eigenem Fernseher, kam es dann irgendwann dazu, dass sich der Montag mit sachma zusammen als Serienabend etabliert hat, eben mit den Simpsons und „Futurama“, aber auch „Seven Days“ oder „Akte X“. In WG-Zeiten war überhaupt nicht viel visuelle Unterhaltung geboten, zu erwähnen wäre lediglich, dass ich mit meinem Freund Alex mal eben flott während einiger Sessions alle Folgen von „Alf“ durchgerockt habe.

Aber letztlich war ich wesentlich mehr ein Filmfreund.

Und ich betrachte Filme nach wie vor als große Kunst. Ich bewundere es, wie manche Filmemacher es tatsächlich schaffen, komplexe Charaktere, fremde Welten oder ausufernde Geschichten in höchstens 3 Stunden unvergesslich zu machen. Nebenbei hab ich immer auch einen verliebten Blick auf die Umsetzung geworfen und ich begeistere mich nach wie vor für die Inszenierung der roten Rosen in „American Beauty“, könnte sterben für die malerische Atmosphäre in „Vanilla Sky“ und könnte aus dem Kopf beinahe die Flugbahn sämtlicher Projektile aus der legendären Schießerei in der Lobby im ersten „Matrix“-Teil aufzeichnen.

Aber in den letzten Jahren sehe ich wesentlich mehr Serien. Angefangen hat wohl alles damit, dass mir Ozie „Scrubs“ näherbrachte, und im Laufe der Zeit hab ich vermutlich alles nur irgendwie brauchbare der letzten Jahre gesehen. Ob von DVD, legal oder illegal aus dem Netz – ich habe so viele Serien von Anfang bis zum Ende gesehen, wie vermutlich nur wenige, die sowohl einen Fulltime-Job als auch zwei Blogs und diverse soziale Netzwerke nebenher am Laufen haben.

Als nicht unbedingt logische Konsequenz aus den „Scrubs“-Abenden konsumierte ich bald mehr „Dr. House“ als selbiger Vicodin. Während „Mein Leben und ich“ irgendwann verblasste, musste staffelweise „Malcom mittendrin“ durchgesehen werden und auch sonst folgte das aktuelle Who-is-who der Serienlandschaft. Ich bin auf dem aktuellen Stand bei „The Mentalist“, „The Big Bang Theory“ und „How I met your Mother“. Bei „NCIS“ bin ich etwas hinterher, bei „NCIS Los Angeles“ noch etwas weiter. Derzeit hole ich bei „Fringe“ massiv auf. „Prison Break“ hab ich durch, „CSI“ war nie so ganz mein Favorit. Bei „Psych“ muss ich mal nach neuen Folgen fahnden und „Two and a half Man“ stehen ebenso aktuell auf der Liste wie vorher genannte und „Bones“. Nebenbei hab ich letztes Jahr alle 4 Staffeln „Heroes“ weggesehen und hoffe auf die Filme als Fortsetzung.

Ganz ehrlich: Ich hab keine Ahnung, wo ich die Zeit hergenommen habe oder noch hernehmen soll 🙂

Aber ich bereue es auch nicht. Obgleich mein Gedächtnis das erste Experiment eines menschlichen Nudelsiebs zu sein scheint: Was ich dadurch an guten Gags und interessanten Figuren kennegelernt habe: Wow! Was für ein Fundus für mich als Schreiberling!

Mal abgesehen davon, dass der ganze Scheiß auch entweder spannend oder lustig oder beides ist 😀

Ja, manchmal würde ich mir wünschen, Ozie könnte hier und da ein bisschen meine Begeisterung für Filme teilen, die feinen Details, die bei Serien schon produktionsbedingt oft unter den Tisch fallen. Aber eigentlich isses auch egal, wir haben so oder so genug zu reden.

Im Übrigen: Der Termin für die Hochzeit steht!

18. November 2011. BAZINGA!

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