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Die Ersten …

In den letzten Tagen ist Mars One ein wenig durch die Medien gegangen. Zu Recht, wie ich finde. Ist es doch zweifelsohne derzeit das einzige Vorhaben, die Menschheit einen Schritt voranzubringen, über den man sich bisher noch nicht einmal im Ansatz Gedanken machen konnte: Das dauerhafte Verlassen des Planeten Erde.

Man darf natürlich skeptisch sein. Nicht nur bezüglich des Projektes selbst, dessen Ziele wahrlich überambitioniert erscheinen. Nein, auch ob der Idee, tatsächlich die Erde zu verlassen. Nicht nur, weil es hier so schnuckelig ist, sondern weil es natürlich eine Menge gesellschaftliche Fragen aufwirft, inwiefern die Menschheit reif dazu ist, alleine mit dem Gedanken umzugehen, dass sie mehr als diesen Planeten zur Verfügung zu haben. So sehr man anerkennen muss, dass wir immerhin ein paar Fortschritte machen, so bleibt doch bezüglich unseres eigentlichen Planeten eine verheerende Bilanz, was unser bisheriges Wirken angeht.

„Vielleicht wäre es besser, wenn die Menschheit sich selbst auslöscht, bevor sie in der Lage ist, den Planeten zu verlassen.“

Diesen Satz hab ich pessimistisch vor etwa 15 Jahren irgendwo notiert und er ist mir nicht mehr aus dem Gedächtnis gegangen. Und darüber nachzudenken lohnt sich sicher immer noch.

Abgesehen vom Nachdenken über unsere (zumeist) negativen Beeinflussung der Umwelt stellt sich bei einem Konolisationsprojekt natürlich auch eine wichtige gesellschaftliche Frage: Was bedeutet es für das Leben auf der Erde, wenn Menschen mit einem gewissen Einkommen notfalls die Möglichkeit haben, diesen Felsbrocken zu verlassen?

Alles spannend, aber das wollte ich gar nicht wirklich vertiefen. Da fehlt mir ganz ehrlich gesagt auch einiges an Grundwissen. Für mich als Laien viel interessanter ist die Frage, wie man sich auf eine Mission bewerben kann, die zwar historisch ohne Vergleich ist, dennoch den Abschied von ALLEM darstellt, was einem bislang noch als Gewissheit dienen konnte.
Die ersten Missionen von Mars One wären nämlich – zumindest voraussehbar – Einwegmissionen. Reisen zum Mars ohne eingeplante Rückkehr. Und damit so ziemlich die völlige Isolation von all dem, was man bislang kannte. Natürlich sind wir in der Lage, mit dem Mars und eventuell dort wohnenden Menschen zu kommunizieren. Aber die Entfernung von ca. 50 bis 350 Millionen Kilometern erschwert die Sache enorm. Vom Gedanken, dorthin zu telefonieren, kann man sich verabschieden, denn jede Antwort auf eine Nachricht würde etliche Minuten Wartezeit benötigen – und wir kommunizieren bereits mit der höchstwahrscheinlich schnellstmöglichen Geschwindigkeit – der Lichtgeschwindigkeit.

Darüber hinaus viel wichtiger: Kann sich überhaupt irgendwer vorstellen, den Rest seines Lebens außerhalb unserer Zivilisation zu verbringen? Da mag die künftige Station auf dem roten Planeten noch so gut ausgebaut sein und die Besatzung mit 40 Leuten vergleichsweise hoch: Nie mehr fremde Menschen treffen? Wirklich nie mehr?

Ich bin ja wirklich ein lichtscheuer Geselle und würde mich als Einsiedler bezeichnen. Aber zum einen hab ich immer noch das Internet, zum anderen habe ich die Gewissheit, mein Leben jederzeit ändern zu können. Wie muss es sein, nach drei Jahren festzustellen, dass alle 39 restlichen Mitbewohner auf meinem Planeten Idioten sind und man trotzdem nie wieder jemand anders zu Gesicht bekommt? Egal, was man macht …
Ich muss ehrlich sein: Ich glaube nicht daran, dass es Menschen gibt, die WIRKLICH bereit sind, diesen Schritt zu wagen.

Auf der anderen Seite kann ich nicht verleugnen, ein Interesse an der Sache zu haben. Und erst recht habe ich Bewunderung übrig für die Leute, die diese Aufgabe auf sich zu nehmen bereit sind. Und ich kann nur hoffen, dass niemand je dieses Risiko einzugehen gedenkt aufgrund eines Star-Ruhmes, von dem einem am Ende – auf dem Mars! – überhaupt nichts bleibt.

Man sieht also: Zu den entscheidenden Fragen, die diese geplante Mission mit sich bringt, will ich mir keine Meinung erlauben. Zu schwierig ist das Thema.
Sollte das Ganze allerdings tatsächlich irgendwann einmal Gestalt annehmen und durchgeführt werden, dann muss ich zugeben, dass die mitwirkenden Menschen, insbesondere natürlich die Astronauten, meinen Respekt haben. Denn gegen das bei Mars One geplante ist objektiv gesehen selbst die Mondlandung unwichtig und allenfalls ein halbgarer Versuch ohne nennenswerte Auswirkungen gewesen – so leid es mir für die Pioniere damals tut.

Vielleicht leben wir tatsächlich in einer Zeit, in der eine der größten wissenschaftlichen Leistungen vollbracht werden wird. Ich bin gespannt.

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Klein, ganz klein …

Ich hab irgendwann mal im Radio behauptet, ich sei ein vielseitig interessierter Mensch. Muss dann ja wohl stimmen, wenn’s im Radio erzählt wird. Eines meiner frühesten Interessengebiete ist zweifelsohne die Astronomie gewesen. Würde sagen, dass das bis ins zarte Alter von etwa sechs Jahren zurückreicht, eine Zeit, zu der ich wahrscheinlich noch Probleme damit hatte, alle Körperteile richtig zu benennen. Aber wie Kinder so sind – mit Prioritäten hatte ich’s nicht so.

Ich bin also von Kleinauf das Rechnen auf großen Skalen gewöhnt und bei aller Unbegreiflichkeit des Universums da draußen hatte ich zumindest irgendwie immer eine Größenordnung im Kopf, die ich weitgehend verstanden hab und die Sinn ergab. Aber auch das nur begrenzt, ist ja klar. Schließlich IST das alles einfach unbegreiflich und wird nicht arg viel einfacher für die Wahrnehmung, nur weil wir Worte wie „Lichtjahre“ oder „Billiarden“ erfunden haben und sie benutzen. Das hilft beim Rechnen, ansonsten nicht viel. Wir Menschen haben „das da oben“ nicht ohne Grund jahrtausendelang irgendwelchen Göttern in die Schuhe geschoben und uns für nicht zuständig erklärt.

So im Alltag denke ich zugegebenermaßen recht wenig über die Größenverhältnisse unserer Welt nach. In meinem Umfeld bin ich der größte Mensch, global unwichtig und auf’s Universum bezogen ist das unwichtig, was wir global nennen. So einfach geht das. Aber wenn mich dann mal was wirklich umhaut …

Dass unsere Galaxie – ihr erinnert euch: das rotierende Kreiseldings, in dem wir uns befinden und das am Himmel in dunklen Regionen wie ein helles Band aussieht – so Pi mal Daumen 200 Milliarden Sterne enthält, das hätte ich so in etwa gewusst. Und aus dem Matheunterricht weiß ich, dass das ziemlich viel ist. Nun gut, wow.

Und dann ist mir gestern bei Twitter dieses Bild über den Weg gelaufen. Lasst es in einem neuen Tab kurz laden, ich hab’s bewusst nicht eingebunden, weil es nur im Vollbildmodus Sinn macht. Es zeigt einen Ausschnitt aus dem Zentrum unserer Galaxie. Ein paar Ecken unserer Nachbarschaft, wenn man so will. Maximal vielleicht 50.000 Lichtjahre entfernt, kosmisch ein Witz.

Wenn einem, man muss vielleicht kurz drüber nachdenken, klargeworden ist, dass jeder helle Pixel auf dem Bild nicht nur eben ein Stern ist, sondern höchstwahrscheinlich ein eigenes System mit mehreren Planeten, Monden, Asteroiden, Kometen und weiß der Geier was für Dingen noch, die wir bislang nicht einmal um unseren eigenen Punkt herum ausgiebig erforscht haben …

Mich lassen diese Gedanken mit offenem Mund und sehr sehr klein zurück.

Da braucht man noch nicht einmal daran denken, dass es von diesen Galaxienzentren ja auch noch mal ein paar Milliarden gibt.

Manche Leute mag das ein bisschen deprimiert zurücklassen – immerhin liegt schon alles auf dem Foto weit außerhalb unserer Reichweite in den nächsten paar tausend Generationen. Sollte überhaupt je ein Mensch irgendwann auch nur in die Nähe von einem dieser Sterne kommen, so wird keiner von uns mehr auch nur irgendwas hinterlassen haben, es wird auch unsere Länder und Sprachen nicht mehr geben. Man muss sogar schon optimistisch sein, davon auszugehen, dass es dann noch Menschen geben wird. Das sind Skalen, die über die bisherige Kulturgeschichte hinausgehen.

Ein wenig Wehmut kann ich nachvollziehen. Aber all das bleibt am Ende zurück hinter dem grenzenlosen Staunen, in dessen Rahmen ich dann plötzlich wieder das kleine Kind bin – das das alles als gegeben hinnimmt und fasziniert vom Gedanken daran ist, was es da noch alles zu entdecken gibt.

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RSS-Gedöns

Es ist nun schon ein paar Tage her., dass Google verkündet hat, den Reader einzustellen. Eine Entscheidung, bei der ich mich immer noch frage, was der Grund dafür war. Klar, kein Profit, meinetwegen. Andererseits hat Google auch nicht wirklich versucht, dort mit Werbung Profit zu generieren. Eine vorschnelle Für-tot-Erklärung von Feeds? Ehrlich? Ich hab die Tage irgendwo gelesen, dass es immerhin 100 Millionen Nutzer gegeben haben soll – das wären dann 10% von dem, was Facebook hat. Wenn an der Zahl was dran ist, dann müsste das Einstellen des Dienstes ungefähr die größte Kapitulation der Wirtschaftsgeschichte sein.

Aber egal. Wie man an meinen Kontoauszügen schwer ablesen kann, bin ich nicht Google. Irgendeinen Grund werden sie dafür schon haben. Für mich und eine Menge andere Leute ist damit die Frage nach einem brauchbaren Nachfolger aufgeworfen worden. So ein Feed-Reader ist eine verdammt praktische Sache, erlauben diese Dienste es doch, über alles auf dem Laufenden gehalten zu werden, was einem in den Sinn kommt. Allem voran Blogs, aber natürlich auch den Nachrichten und im Falle von Google sogar themenspezifischen Informationen.

Inzwischen ist das Netz voll mit tollen Vorschlägen zu Alternativen. Das Problem ist nur: ich finde keine.

Abgesehen davon, dass ich natürlich ein Gewohnheitstier bin, scheint unter den bekannten Diensten auch einfach nix so super zu sein. Man mag Google ja hassen, aber wie in so vielen Punkten hatten sie es auch mit dem Reader einfach raus. Die meistgenannte Alternative Feedly hab ich jetzt eine Weile lang getestet. Ergebnis: Fucking fancy Bullshit!
Ja, Wahnsinn: Feedly bietet ja so viel mehr als der Reader – alleine das, was die eigentliche Stärke desselben war, kann es nicht: übersichtlich, chronologisch sortiert und ohne dabei an übertriebener Optik bei schmaler Bandbreite einzuknicken Informationen vermitteln. Feedly mag toll sein für designverliebte Leute, die sich gerne Favoriten anlegen, Übersichtsseiten mögen und sich Rosinen aus den Feeds zu picken – ich möchte einfach nur schnell und ohne Firefox-Absturz durch die Texte scrollen können, ohne das dabei irgendwas ausgespart wird. Und hey, bitte: ganz so altmodisch ist das nun auch nicht! Viele Leute nutzen noch nicht einmal überhaupt einen Reader und im digitalen Entwicklungsland Deutschland bin ich mit DSL 2000 (leider) auch keine Randgruppe.

Momentan bin ich dabei, the old reader zu testen, ein Projekt von Leuten, denen schon das letzten Google-Reader-update zu futuristisch war. Nicht unbedingt toll, sich einer Gruppe rückständiger Typen anzuschließen. Unter all den eingesehenen Möglichkeiten leider derzeit meine erste Wahl, denn Darstellung und Bedienbarkeit sind immerhin vertraut.  Leider kriegt man es dort dank dem nunmehr unglaublichen Ansturm durch die Kapitulation des Marktführers nicht hin, die Feeds halbwegs zeitnah auszuliefern. Verdammte Axt!

Der vermutlich naheliegendste Kandidat wäre ansonsten Newsblur, die bieten aber keine vollumfänglichen Gratisaccounts. Ich wäre ja sogar bereit, nach einem Test die paar Dollar für den Dienst zu berappen – will aber weder erst einmal auf News verzichten (bis zu 64 Feeds kann man probeweise umsonst abonnieren), noch völlig unbesehen und ungetestet für etwas zahlen, das andere theoretisch kostenlos anbieten.

Bei Google hab ich mit meinen Daten bezahlt, das ist inzwischen wohl eine gängige Währung im Internet. Und für mich als Post-Privacy-Menschen ein fairer Deal. Gegen (angemessen dosierte) Werbung im Reader hab ich also nix, ehrlich. Gibt es da draußen keinen, dem das reicht?

Ich kann kaum noch aufzählen, was ich in den letzten Tagen alles an Readern angesehen habe. Aber ich wäre froh um einen Tipp von euch. Meine Prioritäten kennt ihr jetzt. Schnell, nicht unnötig fancy und am Besten einfach wäre super. Scheiß auf Vorschaubildchen und blöden App-Kachel-Look! Und bei Desktop-Lösungen hab ich die Einschränkung, dass ich Linux (Ubuntu) nutze. Ideen? Anyone?

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Blog vs. Facebook

Von vorgestern bis gestern schwappte die Nachricht durchs Netz, dass sich der Radiomoderator Domian darüber geärgert hat, dass Facebook einen Beitrag von ihm gelöscht hat. Das ganze hat in den Social Networks und natürlich in Blogs einen gewissen Anklang gefunden, schließlich konnte man sich mal wieder übers böse große Facebook aufregen.

Das sicher nicht ganz zu Unrecht, denn es ist natürlich etwas krude, dass Facebook irgendwelche Inhalte löscht. Das Schwierige daran ist aber gar nicht in erster Linie, dass Facebook damit irgendeine Art von „Zensur“ ausübt – ein Wort, das im Internet im Übrigen fast jedem irgendwann zum Hals raushängt, weil es viel zu inflationär für ganz andere Sachverhalte verwendet wird.

Es ist genauso wenig Zensur von Facebook, wenn es einen kirchenkritischen Beitrag von Domian löscht, wie wenn mich hier irgendwelcher Nazikommentare entledige. Das ist gewissermaßen eine Form von Hausrecht. Zensur ist es, wenn man keinen Naziblog mit kirchenkritischen Inhalten schreiben darf und das von staatlicher Seite aus unterbunden wird. Und abgesehen vom durchaus streitbaren §86 a des StGB deutet darauf nicht wirklich was hin.

Ich hab bei meinem Blick auf einen Text von Sascha Lobo letztes Jahr das Thema kurz gestreift, dass viele Inhalte im Netz weg von den eigenen Blogs zu Social Networks wandern. Das habe ich für wichtige Dinge zwar eher verneint, allerdings kaum Gedanken denen gewidmet, bei denen das gang und gäbe ist. Wie offenbar bei Domian.

Der ärgert sich jetzt natürlich, dass er ein bisschen auf die Pauke gehauen hat und all das im digitalen Orkus verschwunden ist. Das gönne ich niemandem, aber ich halte es definitiv mehr mit Florian Freistetter, der in einem wirklich lesenswerten Artikel gestern eine einfache Lösung aufgezeigt hat:

Wenn ihr der Welt etwas sagen wollt, sagt es in eurem Blog! Und nicht bei Facebook

Auch wenn es uns nicht passt und Facebook das gerne hinter ein paar netten Worten versteckt: Schreiben wir etwas auf Facebook, schreiben wir etwas für Facebook. Klar, es teilt sich toll, man informiert seine Freunde, Likes kriegt man schneller als Kommentare und außerdem isses ja auch total hip, das gleich voll social und so zu haben.
Gleichzeitig liefert man Facebook aber auch einfach den Content, den es braucht um wichtig zu sein. Genau genommen ist die Tatsache, dass wir was auf Facebook posten das Geschäftsmodell dieses Unternehmens. Das ist auch nichts per se verwerfliches, im Gegenzug kriegen wir ja eine ausgefeilte Software, um mit Freunden und Feinden in Kontakt zu treten und unsere Meinung zu verbreiten. Und das ist im großen und ganzen ein guter Deal. Deswegen funktioniert Facebook so gut, deswegen haben sie rund eine Milliarde Nutzer. Auf der anderen Seite hat Facebook aber halt auch das Recht, uns rauszuschmeißen, wenn wir im geschäftlichen Sinne unbequem werden …

Was im Übrigen – wenn man ein paar Schritte weiterdenkt – ähnlich auch ist, wenn man bei blogger.com oder wordpress.com bloggt. Da sind die Grenzen natürlich noch mal ganz andere und wesentlich weiter zu Gunsten der Schreiber verschoben, im Prinzip ist es aber das Gleiche.

So gesehen wäre auch mein Rat: Selber bloggen. Teilen kann man die Einträge nachher ja gerne überall. Und das ist toll und ich bin froh, dass es Facebook, Twitter und co. gibt. Ich würde mich da allerdings lieber nicht so abhängig machen. Und ich würd’s schon dreimal nicht tun, wenn ich eine Reputation wie Domian hätte, der nun ja mit einem eigenen Blog echt nicht bei Null anfangen müsste …

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Wie das so ist mit dem eBook

Ich bin in den letzten Wochen hier nicht so recht zum Schreiben gekommen. Das hat zwar viel mehr mit der Arbeit im Taxi zu tun als mit dem eBook, aber zum Taxifahren schreibe ich ja schon einen eigenen Blog … 😉

Wie ist es also, jetzt seit ein paar Wochen ein eigenes Buch draußen zu haben?

Gleich vorweg: Geil!

Es ist ein schönes Gefühl, ein Buch veröffentlicht zu haben und ich verwehre mich auch dagegen, das nicht ernst zu nehmen, weil es „nur“ ein selbst verlegtes eBook ist. Ich mag Papierbücher auch sehr, hab noch nicht mal selbst einen eBook-Reader – aber mein „Papa, ich geh zum Zirkus!“ ist genau da wo es ist, richtig! Ein Buch mit rund 100 Seiten zu drucken lohnt nicht und kein Verlag hätte auch nur annähernd einen vernünftigen Preis für das Buch realisieren können. Und das natürlich, weil ich große Teile der eigentlichen Arbeit eines Verlags mit Ozie zusammen selbst übernommen habe – das ist mir schon klar und wirklich kein blödes Rumgehacke auf Verlagen. So sehr sie es sonst wegen LSR und co. aktuell verdient hätten.

Wie fühlt man sich so als Autor?

Nicht anders als vorher, aber das liegt bei mir auch daran, dass ich das mit dem Schreiben nun schon lange mehr oder weniger bewusst als Arbeit sehe. Sehr schöne Arbeit, aber Arbeit. So gesehen war das mit dem Buch kein in dem Sinne großer Sprung, es war halt ein aufwändigerer Text, das Schreiben selbst lief neben meinen Blogs einfach als fortlaufendes Projekt. Das ist im Übrigen mit dem nachfolgenden Buch nicht anders – ich habe natürlich längst damit angefangen, genau genommen schon vor der Veröffentlichung des ersten.

Lohnt sich der Spaß?

Ich kann da bislang ganz klar sagen: Nein, finanziell (noch) nicht. Ich werde für den Februar zwar in zwei Monaten rund 400 € Tantiemen von Amazon bekommen und das ist eine schöne Stange Geld. Aber natürlich ist jetzt der große Boom erst einmal vorbei, die interessierten Blogleser haben zugeschlagen, nun folgen eher noch vereinzelte Käufe, hoffentlich auch langfristig. Meine Hoffnung ist, dass es immer mal wieder (wenn mein Blog prominent verlinkt wird, wenn ich das zweite Buch veröffentliche usw.) ein paar Exemplare mehr werden, so dass es sich irgendwann einmal tatsächlich gelohnt haben wird. Als groben Wert für diesen Punkt hab ich 1000 verkaufte Exemplare im Kopf, das könnte aber durchaus noch Jahre dauern.

Was ist dann so toll daran?

Das Schöne ist, mal was anderes gemacht zu haben. Sagen zu können:

„Ja, ich hab ein Buch geschrieben!“

Blogs und Bücher sind wirklich zwei Welten und es ist einfach ein Unterschied, ob man zehn nette Kommentare unter einem Artikel stehen hat oder ob 10 Leute eine Amazon-Rezension schreiben. Darüber hinaus werden Bücher auch ernster genommen – aus Gründen. Und das sage ich als überzeugter Blogger keineswegs, um auf Blogs rumzuhacken. Auch wenn ich z.B. keinen Verlag finden musste, so steckt in dem Buch doch weit mehr Arbeit, als man es rein vom Umfang erahnen kann. Pi mal Daumen ein kompletter Arbeitsmonat von Ozie und mir, dazu noch ein sehr gewissenhaftes Lektorat – was uns glücklicherweise innerhalb der Familie zu finden vergönnt war. Gerade bei unterhaltsamen Texten, deren Hauptaufgabe nicht unbedingt in der Recherche liegt, ist es wohl doch eher so, dass eine ewig redigierte und kontrollierte Arbeit wie ein Buch erst zeigt, was alles möglich ist. Auch – da liegt einer der größten Clous drin – wenn ihn mehrere Leute in den Fingern hatten. Blogeinträge sind auf der anderen Seite perfekt, weil sie schneller, persönlicher, direkter sein können. Vergleiche erübrigen sich, aber es erklärt vielleicht ganz gut, weswegen ein Buch auch für mich als Autor ewig ein ganz anderer Anreiz ist als Bloggen.

Was lernt man daraus?

Zum einen, dass es mühselig ist mit dem Schreiben. Muss man nicht überraschend finden, ist es aber durchaus – gerade, wenn man wie ich sowieso täglich schreibt und auch der Meinung ist, das mache man gar nicht schlecht. Die Überarbeitung von Texten ist viel stressiger als das Schreiben selbst, dafür haut es einen dann auch echt aus den Socken, wenn in einer Rezension geschrieben wird, dass das Buch die Blogs noch einmal um Längen übertrifft. Man verliert als Schreiber selbst – gerade, wenn man sich lange mit einem einzelnen Text befasst – schnell den Überblick, ob diese oder jene Verbesserung jetzt auch wirklich ankommt, ob das überhaupt noch jemand merkt. Aber ja, ich hab keine kaplanesken Bewertungen gekriegt, sondern verdammt gute:

Rezension bei Opa Hans

Rezension bei Jo

Rezension bei Jörn Schaar

Rezension bei Dr. Bahnfahrer

Von den vielen lieben Worten bei Amazon direkt mal ganz zu schweigen …

Im Übrigen ist mir nicht entgangen, dass einstimmiger Tenor war, das Buch wäre zu kurz. Ich lese in gewissem Maße zwar durchaus auch raus, dass das ein positives qualitatives Feedback war (gute Bücher sind ja immer zu kurz!), aber mir ist ja auch bekannt, dass knapp 100 Seiten nur ein Anfang sind. Das nächste wird länger – so viel kann ich wohl versprechen. 🙂

Wobei ich durchaus auch noch etwas kürzere Sachen in Zukunft plane …

Fazit?

Ich würde sagen: Jeder, der gern schreibt, sollte es mal versuchen. Aber richtig. Nicht einfach den Blog nachträglich als Buch binden lassen. Das kann auch toll sein – und ist bei entsprechendem Talent auch sicher gut und recht einfach verdientes Geld. Ich bin mir sicher, dass ein „Best of GNIT“ wirtschaftlich auf Dauer ein größerer Erfolg wäre, aber der Reiz lag zumindest für mich in was neuem und diese Erfahrung ist echt das Beste. Nur auf’s Geld zu schielen rate ich wie beim Bloggen niemandem. Da wird man sonst enttäuscht.

Aber genau das – enttäuscht – bin ich derzeit nicht. Nein, ganz und gar nicht. Denn ich hab ein verdammtes Buch geschrieben! 🙂

Und ich freue mich nach wie vor über jeden einzelnen Verkauf von Papa, ich geh zum Zirkus!, is ja klar …

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Äh … wow?

Ich wollte auf jeden Fall schon einmal ein dickes Danke an all die aussprechen, die sich mein eBook gekauft haben. Das ist Wahnsinn und wird einzig dadurch getoppt, dass ich bislang keine einzige negative Rückmeldung erhalten habe. Im Gegensatz zu positiven …

Ich habe keine Ahnung, was da draußen so für Gerüchte kursieren, aber Bücher verticken ist nicht ohne Grund etwas, das man nicht sofort mit großer Fanbase und lukrativem Einkommen verbindet. Ich hätte beispielsweise folgenden – auch für mich noch völlig beeindruckenden – Screenshot zu bieten, der gestern Abend aufgenommen wurde:

Holy Shit! Milliardär oder was? Quelle: amazon.de

Rang 80 unter allen Amazon-eBooks, die nicht umsonst sind. Rang 80! Rang 12 unter humorvollen Büchern! Das ist toll und natürlich auch jenseits der nackten Zahlen einfach geil. Nichtsdestotrotz hatte ich zu diesem Zeit – Trommelwirbel! – „erst“ ungefähr 80 Bücher verkauft. Also ruhig Blut, ich bin jetzt nicht mit einem Schlag abgehobener Bestseller-Autor, sondern bleibe euch als Blogger erhalten! 😉

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eBooks und so …

Nicht mehr lange, dann hab ich mein erstes eBook veröffentlicht. Ui. Wie immer, wenn man was neues macht, macht man sich Gedanken darüber. Also ich zumindest. Ich finde mein Buch toll, es ist genau so geworden, wie ich es haben wollte – auf der anderen Seite bleibt ein bisschen Unsicherheit, ob es auch die Erwartungen der Leser erfüllt, ob es gefällt. Wahrscheinlich mache ich mir zu viele Gedanken, die ersten Käufer werden Blogleser sein und die kennen meinen Schreibstil.

Aber ich hab mich umgesehen, mal andere im Eigenverlag erschienene eBooks zumindest angelesen, verglichen, nachgedacht, etc. pp.

Natürlich nicht, ohne auf Kurioses zu stoßen. Gestern bin ich bei den „Büchern“ von Simone Kaplan gelandet und das gibt mir, auch wenn ich mich eigentlich nie am Elend anderer aufgeile und es hier zudem pathologische Ursachen haben könnte, irgendwie gewissen Auftrieb, gute Laune, was weiß ich. Vor allem aber muss ich das als Netzfundstück teilen, es ist diese Geschichte mit Autounfällen und Katzenvideos: man kommt daran nicht vorbei.

Ich jedenfalls hab jede einzelne Kundenrezension mit Tränen in den Augen gelesen, die Anfänge der Bücher erst recht. Wie mein Buch dereinst bewertet wird, weiß ich nicht – wie es niemals werden wird, weiß ich allerdings sicher.

Man braucht Kraft, um diesem Link zu folgen, für mich war es aber die beste Unterhaltung des noch jungen Jahres bisher. Ich heiße euch willkommen im Gruselkabinett sich selbst überschätzender Autoren und verlinke die Rezensionen zum neuesten Buch „Horrortrip“ – die auch für mich der Beginn eines solchen waren. Und bitte bitte, lasst mich wissen, wie es euch dort erging …

*japswimmeraufdembodenkugel*

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