Category Archives: Haushalt

Schlechte Prognosen

Plattenbauten haben ja einen großen Vorteil: An ihnen ist alles immer gleich. Oder zumindest ähnlich. Ich habe ja zum Beispiel schon mal geschrieben, dass die Arztpraxis meines Hausarztes denselben Grundriss hat wie unsere Wohnung. Deswegen will zwar noch lange nicht die Gemütlichkeit meines eigenen Zimmers aufkommen, wenn ich dort im – dem Grundriss nach gleich geschnittenen – Wartezimmer sitze, aber das ist ok. Die meisten anderen sehen mich immer schon schräg an, wenn ich ein richtiges Buch lese. Wie würden die erst reagieren, wenn ich mich in Unterwäsche im Bloggen üben würde?

Daran, dass die Wohnungen hier ziemlich gut vergleichbar sind, finden sich auch andere interessante Punkte: Ozie hat mich die Tage wissen lassen, dass unsere Wohnungsbaugesellschaft unsere Wohnung inzwischen für jenseits der 700 € pro Monat feilbietet – was nichts weiter ist, als ein Blick in die Zukunft. Da es sich um eine Bude im selben Haus mit dem selben Grundriss handelt, kann man schon von einer gewissen Wahrscheinlichkeit ausgehen, dass sie das auf Dauer anzupassen gedenken. Autsch.

Glücklicherweise sieht das deutsche Gesetz keine Möglichkeit vor, die Miete spontan so schnell anzupassen, so dass wir uns um die nächsten paar Jahre keine großen Sorgen machen müssen. Allerdings scheinen wir auch zu einem ziemlich (im wahrsten Sinne des Wortes!) günstigen Zeitpunkt hier nach Marzahn gezogen zu sein. Denn abgesehen davon, dass inzwischen bald 180 Euro mehr im Monat fällig wären, verlangen sie inzwischen auch die anderswo sowieso standardmäßigen 3 Monatsmieten Kaution. Wäre das vor viereinhalb Jahren schon so gewesen, wären wir wohl niemals hier gelandet.
Mit unserem inzwischen glücklicherweise langsam verblassenden Talent, das Konto immer knapp unter der Nulllinie auszurichten, hätten wir uns den Spaß damals nie leisten können. Wir haben damals keine Kaution bezahlt und die Wohnungsbaugesellschaft hatte sichtlich keine Probleme, drei arbeitslose Leute in die Bude einziehen zu lassen.

Als Ozie und ich uns jetzt über den Preis unterhalten haben, mussten wir allerdings auch anerkennen, dass das für eine derartige Wohnung durchaus halbwegs normal ist – von den Preisen, die wir aus Stuttgart kennen, sollte man dabei aber auch nicht reden. Derweil genießen wir einfach noch ein wenig den vielen Platz und hoffen, dass wir in Zukunft auch das Geld haben, uns das weiterhin zu gönnen.

Gerade in Berlin (aber auch anderswo) sind steigende Mietpreise natürlich ein heikles Thema und ich bin der Meinung, dass es immer auch (ausreichend!) günstigen Wohnraum für sozial schwache Menschen geben muss. Ich hoffe sehr, dass sich diese drastische Preiserhöhung hier nicht auf alle Gebiete und alle Wohnungen erstreckt. Ozie und ich haben letztlich noch ein paar Euro Luft, die nicht jedem gegeben sind. Wobei auch das nur der Fall ist, weil wir eben ohnehin schon in einer abartig günstigen Bleibe hausen. Im Namen unserer kompletten Umgebung kann ich nur hoffen, dass Plattenbauten nie wieder „in“ sein werden…

Sollten wir uns irgendwann andersweitig umsehen müssen, stellt sich die Frage: Welche Stadtteile haben bitte einen ähnlich ramponierten Ruf, der wie hier in Marzahn recht langfristig die Mieten niedrig hält? 😉

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Urlaub

Ein paar Tage „Auszeit“ im arbeitsrechtlichen Sinne habe ich mir diesen Januar gegönnt. Da die Umsätze wie erwartet unterirdisch waren im Taxigewerbe, nehme ich an, dass das eine sehr clevere Entscheidung war. Urlaub im herkömmlichen Sinne war es dann allerdings auch eher nicht:

Meine To-Do-Liste(n) für die vergangene Woche, Quelle: Sash

Wenngleich ich (wie ihr sicher der schwarzen Balken wegen erahnen könnt) nicht alles mit euch teilen möchte, sollte der Umfang jedoch klarmachen, dass es einiges war. Und es waren auch nicht alles Blogeinträge. Es gab noch jede Menge Dinge an der Seite meiner Chefs zu schrauben, es mussten einige Dinge mit Ämtern geklärt werden und nebenbei stand noch eine ziemlich textintensive  Bewerbung auf ein Stipendium an. Dazwischen Termine bei der Bank, das Abholen meines P-Scheins, und und und…

Wie ich gerade bei Facebook geschrieben habe: So langsam fühle ich mich, als hätte ich einen Bürojob 🙂

Der Vorteil ist: Dadurch, dass es für mich eigentlich nichts entspannenderes gibt, als hier hinter meinen Monitoren zu sitzen und zu schreiben, bin ich nicht im klassischen Sinne urlaubsreif, sondern eher bereit für eine Abwechslung. Und die sollten die Taxi-Schichten in den nächsten Tagen zur Genüge bieten, wenn wieder einmal Fashion Week angesagt ist und es hoffentlich Kundschaft ohne Ende regnet.

Wahrscheinlich werde ich die letzte Nacht damit verbringen, von To-Do-Listen und Terminen zu träumen.

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Mords-WG

Ich habe einen noch immer signifikanten Teil meines Lebens in einer WG gelebt. Neben all den tierisch lustigen Abenden, den Parties und dem vielen Besuch gab es natürlich auch negative Seiten: Stress mit Mitbewohnern, mit dem Haushalt…

Eines jedoch kann ich sicher sagen: Wären wir ähnlich lösungsorientiert gewesen wie diese beiden Männer in Berlin gestern, dann wäre unsere Küche binnen einer Woche vielleicht grundsätzlich etwas weniger unordentlich gewesen. Dafür hätte man sicher an die 10 Leichen raustragen müssen. Meine inklusive.

Ich dachte, ich hätte mit dem ein oder anderen Mitbewohner bereits einen Blick in die tiefsten Abgründe der menschlichen Existenz werfen können, für einen Messerangriff hat mich dann letztlich aber doch immer ein bisschen zu viel mit den Leuten verbunden, mit denen ich mal zusammengezogen bin…

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Schreibwut

Der Maskierte hat heute ein leidliches Thema für all die durchs Netz wuselnden Kreativlinge angesprochen: Was, wenn einen die pure unverfälschte Schreibwut packt – noch dazu eine, die so pur und unverfälscht ist, dass sie nur etwas neues hervorbringen kann und nicht etwa alte angefangene vielversprechende Texte vollenden? Und wenn einem dann nix einfällt?

Der erste Kommentator empfahl gleich, mich zu fragen 🙂

Nun ist das ein nicht ganz cleverer Rat, denn meine Online-Zeit ist gepflastert von viel Notstandsgeblogge, das mich selbst nervt, weil es mich drei Jahre später beim Durchblättern meines Blogs am eigenen Verstand zweifeln lässt.

So ziemlich jeder Autor, Blogger, Schriftsteller und sonstwie veröffentlichender Schreiberling hört diese Frage irgendwann und wird meist gleichzeitig gelobt, weil er dieses Problem ja offenbar nicht hat. Das ist Quatsch. Jeder Schreiber kennt solche Tage, je mehr man das Schreiben liebt, desto enervierender der beschriebene Zustand. Und wahrscheinlich ist das auch ganz normal. Vor allem, wenn man viel schreibt…

Von der absurdesten dieser Nächte möchte ich mal kurz erzählen. Es war zu einer Zeit, als ich noch eher tagsüber meiner Arbeit nachging. Nun hatte ich aber Wochenende. Ich lag spät am Abend im Bett und konnte nicht einschlafen. Mich hielten Gedanken wach, die eine Geschichte formten. Ich malte mir diese Geschichte bereits in schönen Worten aus, war begeistert von der ein oder anderen Formulierung und in mir reifte der Gedanke, dass ich das unverzüglich niederschreiben müsste.

Nun kam mir eine gute Idee. Denn für lange Schreibereien schien mir mein Sessel zu unbequem, sodass ich lieber im Bett schreiben wollte. Dass das ein ewiger Trugschluss ist, ist übrigens Tatsache! Es ist niemals auf Dauer bequemer im Bett. Aber ich war jung, doof und tagaktiv. Also musste das Bett näher an den PC. Eigentlich kein Problem, denn das Tastaturkabel war recht lang und ich konnte schon damals recht gut sehen. Um das Bett seitlich vor den Schreibtisch zu kriegen, musste es seinen Platz allerdings mit einem Regal und einer Kommode tauschen. Das wäre nicht weiter dramatisch gewesen, wäre meine Operationsbasis nicht nur 9m² groß gewesen. Niemals konnte ich das Bett einfach so drehen!
Dann befanden sich in der Kommode sämtliche Klamotten meiner Wenigkeit, abgesehen natürlich von dem Teil, den ich ohnehin aufräumen musste, weil er ums Bett herum auf dem Boden verteilt war. Auf der Kommode befand sich meine bescheidene aus etwa 350 Exemplaren bestehende CD-Sammlung und meine Stereoanlage. Diese musste auf den Schreibtisch wechseln, was eine Verrückung des Computers erforderlich machte, da das Monitorkabel leider nicht so lang war wie das Tastaturkabel. Überhaupt musste die Platte vom Schreibtisch gelöst werden, um die nötigen Kabel vernünftig hinter dem Tisch verlegen zu können.

Das Ende des Liedes war, dass ich um 5 Uhr morgens in einem Zimmer eingeschlafen bin, das aussah, als hätte eine Bombe eingeschlagen. Bis in die Abendstunden konnte ich überhaupt nicht an den Computer und es ist wohl unnötig zu erwähnen, dass ich nach diesem Tag nicht mal ansatzweise Lust hatte, eine Geschichte zu schreiben.

Ich habe heute keine Ahnung mehr, wovon sie überhaupt handelte. Aber ich habe nun eine andere Geschichte zu erzählen: Die Geschichte davon, wie das Erzählen einer Geschichte mich zu einer der größten Umräumaktionen innerhalb meiner WG gebracht hat. Manchmal offenbaren sich die guten Seiten einer Sache erst spät. Und das ist doch eigentlich ein schönes Fazit in Anbetracht dieses beschissenen Zustandes, dass man unbedingt etwas schreiben möchte, es aber einfach nicht gebacken kriegt… 🙂

Und hey: Ich hatte nicht einmal ein paar verdammte Fußmatten in dem Zimmer damals!

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Wenn, dann richtig…

Aufzüge haben ein paar lustige Eigenschaften. Angefangen von der Personenzählweise der Sicherheitstäfelchen bis hin zu klemmenden Türen und der Anziehungskraft auf Kinderspucke. Das Modell bei uns im Haus ist überwiegend nett zu uns und wartet erstaunlich oft schon im Erdgeschoss auf uns. Jetzt aber mal nicht. Als Ozie und ich das Haus betraten, stand schon ein junger Mann vor dem Fahrstuhl und blickte uns verlegen an. Auch über 10 Jahre nach Mittermeiers Axiom vom Schweigen in Aufzügen hat es noch keiner widerlegt und so schwiegen wir unwillkürlich alle.

Plötzlich hörten wir im zweiten Stock die Türe, es würde also weitere nervige Sekunden kosten, die wir versuchen müssten, rumzubringen wie Sozialphobiker und Taubstumme in Personalunion. Ozie beschloss wortlos, die Treppe zu nehmen.

Natürlich kam die Kabine danach quasi umgehend. Der junge Mann drückte den Knopf für die dritte Etage, ich – leicht genervt davon, noch einen Zwischenstopp mit den schweren Einkaufstüten einlegen zu müssen – wählte die vierte.

Im dritten Stock öffnete sich die Tür und ich quetschte mich an die von oben erwähnter Kinderkotze beschmierte Scheibe und bedeutete dem Jüngling, auszusteigen. Und er so:

„Nee, ich muss auch in’n Vierten.“

Einmal mit Profis arbeiten, ehrlich!

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DIE Lösung

Die meisten wissen es inzwischen: Ozie und ich schlafen für gewöhnlich nicht in einem Bett. Das ist scheinbar unüblich genug, dass uns schon vor der Hochzeit ständig gefragt wurden, ob bei uns der Haussegen schief hängt. Jetzt sind wir ja verheiratet, da vermuten das ohnehin alle 🙂

Obwohl uns diese Regelung zweifelsohne eine Scheidung enorm erleichtern könnte (Trennungsjahr und so…), sind wir heute mal wieder auf die Idee gekommen, dass es ja eigentlich doch auch eine ganz schöne Sache sein kann, in einem Bett zu schlafen. Nun gibt es verschiedene Gründe, die dagegensprechen. Einer davon wäre zum Beispiel, dass ich im Schlaf deutlich lauter zu sein Pflege als während meiner Wachzeit – was im Übrigen auch einer der Gründe ist, warum uns zwei geschlossene Türen trennen, aber das nur nebenbei.

Ein anderer wichtiger Grund ist einer, der wahrscheinlich die durchschnittliche Haltbarkeit jeder Ehe senkt: Der nächtliche Deckenklau. Wie in wohl jeder Beziehung gibt es auch bei uns jemanden, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, sämtliches verfügbares Textilwerk über Nacht an sich zu reissen und über, unter und um sich herum zu horten. Kleiner Hinweis: Ich bin es nicht.

Obwohl dieses Problem zweifelsohne eine eigene Betrachtung verdient (was passiert bei unbegrenzter Menge an Decken, was passiert, wenn man sie gegen Kakteen austauscht?) bin ich ja mit einem sehr lösungsorientierten Ozie verheiratet, und als solches hat ein spontaner Einfall ihrerseits mal eben die Revolution für deutsche Schlafzimmer hervorgebracht:

Eine Endlosdecke!

Eine Decke, die man um das ganze Bett herumlegt und dann schließt, sodass immer weiter daran gezogen werden kann, ohne das der Partner keine Decke mehr hat.

Ist das nicht genial?

Wir warten auf die Nominierung für den Friedensnobelpreis und verbleiben mit der Info, dass falls jemand Interesse an der Produktion hat, wir uns mit 5% Umsatzbeteiligung zufrieden geben 😉

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Neues Niveau

Ein großer Fernsehgucker bin ich ja nie gewesen und werde es wohl auch kaum je wieder sein. Ich hab die Gründe neulich in meinem „Wetten was?„-Artikel schon angerissen: Sich an Sendezeiten halten, viel Schrott und wenig wirklich Gutes. Zumindest in meinen Augen. Dementsprechend stand unser Fernseher auch stets gut vergraben irgendwo rum, allenfalls zur Fußball-WM hab ich ihn mal rausgekramt, um meinen Schnitt an gesehenen Fußballspielen bei über 0,5 pro Jahr zu halten. Das ist mit meinem Gedächtnis etwa die Menge, die man braucht, um die Abseitsregel nicht zu vergessen.

Die also eigentlich eher uninspirierte Anrichtung des Ganzen sah dann beispielsweise (zur WM 2010) so aus:

Hey, er hatte immerhin schon einen SCART-Anschluss! Quelle: Sash

Die meisten fanden diese Ausstattung schon vor 10 Jahren lächerlich, aber das ist etwas, das mich nun wirklich nicht gestört hat. Der Grund, überhaupt ein neues Gerät anzuschaffen, lag vor allem in der Wii begründet. Ozie und ich sind beide dazu übergegangen, unsere PC’s zu 95 bis 100% als Office-Rechner zu verwenden. Sicher schauen wir auch mal dort ein Video, aber da wir beide (zumindest als Hauptsystem) Linux verwenden, haben wir uns von der Rechner-Zockerei weitgehend verabschiedet. Ein guter Grund dafür ist z.B. auch, dass wir es für unsinnig halten, unsere Hardware wegen ein paar nur sehr selten gespielten Spielen immer halbwegs aktuell zu halten und dafür auch noch unnötig Energie rauszuhauen.

Aber für eine Konsole (noch dazu eine wie die Wii, die einen gewissen Freiraum zum Spielen erfordern kann) braucht man natürlich ein wenig Platz, der nicht immer mal wieder zugestellt wird. Unsere Wohnung bietet ja trotz Ozies großzügigem Atelier und unserem schunderwönen Gästezimmer immer noch ein wenig Platz, sodass wir in meinem Zimmer ein „Fernseh-Eck“ eingerichtet haben. Derzeit ist die Bestuhlung noch provisorisch, auf Dauer wird ein Heer von Sitzkissen dort das Zocken auch in mittelgroßer Runde gemütlich möglich machen. Alles weitere ist spätestens gestern Abend mit dem Ikea-Einkauf und meiner nächtlichen Bastel-Session erledigt worden. Und ich finde, dass sich das Ergebnis sehen lassen kann. Deswegen lasse ich euch daran teilhaben. Meine Kamera hat leider vor der Akku-Aufgabe nur ein paar Bilder erlaubt, also verzeiht mir die Qualität:

Fotografieren, so lange noch Ordnung herrscht: Check! Quelle: Sash

Ein bisschen besser als vorher ist es schon 🙂

Bevor ihr uns übrigens für verrückt haltet: Der Fernseher ist zwar riesig – und macht bislang auf uns Laien einen fantastischen Eindruck bezüglich Qualität und Ausstattung – aber dennoch nicht unbezahlbar gewesen. Wir hatten ihn ursprünglich zwei Nummern kleiner geplant, dann allerdings beschlossen, dass wir es mal testen. Und was soll ich sagen: Riesenbaby fühlt sich hier so wohl… 🙂

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