Red Dead Redemption 2

Jahr der Veröffentlichung: 2018
Genre: Open-World-Third-Person-Shooter
Stunden bisher gespielt: ca. 1100

Setting: Es ist 1899, Du bist Arthur Morgan und mit einer etwa 20-köpfigen Gang unter dem Anführer Dutch van der Linde nach einem missglückten Raub auf der Flucht vor dem Gesetz. Ihr schlagt ein Camp auf, verteidigt euch gegen die rivalisierende O’Driscoll-Bande und raubt einen Zug aus, um an Geld zu kommen.

Episch.

Als PC-Spieler gehörte ich zur Gruppe der Menschen, die keine Möglichkeit hatten, das erste Red Dead Redemption zu spielen. Dabei wäre es spätestens nach GTA V in meinem Interesse gewesen. Noch ein Rockstar-Open-World-Meisterwerk, eines der bestbewertetsten Spiele aller Zeiten, aber leider (bis 2024) konsolen-exklusiv. Entsprechend hat mich der Nachfolger (der ein Prequel ist) erst einmal kalt gelassen, weil ein PC-Port nicht in Aussicht stand. Und um ehrlich zu sein: So richtig begeistert hat mich das Western-Setting auch nicht.

Aber O Boy, little did I know!

2019 kam dann ziemlich überraschend die Ankündigung, dass es doch auf dem PC erscheint und ich hab das erste Mal in meinem Leben ein Game vorbestellt. Der Anfang war ernüchternd, aber auch nur, weil der Start durch technische Probleme beim Rockstar-Launcher um drei Tage, in denen das Spiel nicht starten wollte, verzögert wurde. Danach ging alles sehr schnell.

Man muss ja über die Qualität von RDR2 eigentlich nichts mehr sagen. Metacritic hat ihn nochmal 2 Punkte über dem ersten Teil verortet und der war wie gesagt mit 95 von 100 Punkten schon extrem gut bewertet. Das Spiel ist vom schieren Umfang, der Qualität der Open World, der Story und auch der technischen Umsetzung her eine 10 von 10. Die Grafik war damals brillant und wird trotz fortschreitender Technik auch zum 10. Jahrestag noch konkurrenzfähig sein. Es ist mir nicht schwergefallen, in jeden einzelnen Run des Spiels 200 bis 300 Stunden zu stecken, von denen fast keine einzige langweilig war. Das Spiel ist binnen zwei Jahren zu meinem zweit- oder drittmeist gespielten geworden und man kann gar nicht genug betonen, wie unfassbar unbedingt man dieses Game spielen sollte, selbst wenn einen das Genre nicht packt oder man das vielleicht zwei- bis vierstündige Intro-Kapitel zu langsam erzählt findet.

Ich würde bis heute sagen, dass es ein nahezu perfektes Spiel ist. Die einzige Kritik, die ich nach über 1.000 Spielstunden nachvollziehen kann, ist die, dass Rockstar manchmal einen ziemlichen Spagat wagt, wenn es darum geht, bombastisch inszenierte Missionen ins sonst sehr freie Open-World-Gaming einzubinden. Denn da der Fort- und eben auch Ablauf der Story nicht viele Freiheiten bietet, entsteht da manchmal eine etwas seltsame Situation, in der man bei einer Mission scheitert, weil man sich zu weit entfernt hat, obwohl man die letzten Stunden einfach mehrere Quadratkilometer selbstbestimmt durchstreift hat, um Tiere zu beobachten. Aber es fühlt sich fast schon gemein an, das überhaupt zu schreiben, weil auch die Missionen dann doch wieder so gut durchdacht sind, dass so Momente eigentlich rar sind, wenn man das mal aufs große Ganze bezieht.

Was man auf jeden Fall sagen kann: Wenn man Red Dead Redemption 2 spielt, hat man danach im besten Sinne das Gefühl, wirklich was erlebt zu haben. Es stecken Geschichten drin, die für eine ganze Fernsehserie reichen, man hat mehr Landschaft gesehen als bei seinen letzten zwei Urlauben und wenn man dann auch noch wertschätzen kann, wie gut ein Spiel handwerklich gemacht ist, wie gut die verschiedenen Mechaniken ineinandergreifen und wie ausgesprochen gut es dabei läuft … dann muss man bei seiner Kritik schon ziemlich weit im Meta-Bereich anfangen, um überhaupt einen Punkt zu finden. Selbst wenn wir RDR2 – was heute natürlich nicht mehr der Fall ist – als Vollpreis-Spiel betrachten, dann ist es wirklich das beste Stück Unterhaltung, das man sich für 70 € zulegen kann.

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