Wer das hier sieht, erkennt daran, dass er noch meinen Blog liest.
(OK, das war albern, aber vor (meinem) Wochenende komme ich wahrscheinlich nicht zum Schreiben und wollte nur mal „Hallo!“ sagen, um eventuellen Vermisstenmeldungen vorzubeugen.)
Wer das hier sieht, erkennt daran, dass er noch meinen Blog liest.
(OK, das war albern, aber vor (meinem) Wochenende komme ich wahrscheinlich nicht zum Schreiben und wollte nur mal „Hallo!“ sagen, um eventuellen Vermisstenmeldungen vorzubeugen.)
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Im Großen und Ganzen liebe ich es ja, nachts zu arbeiten. Im Allgemeinen sind bei mir auch die wesentlichsten Nachteile nicht so schlimm, wie sie allerorten genannt werden: Nach 3 Jahren hab ich mich an den Schlafrhytmus wirklich gewöhnt, ich weiss, wie ich im Winter keine Depressionen bekomme und da ich Freunde nur ernsthaft treffen kann, wenn ich frei mache, mache ich ziemlich oft frei. Tatsächlich sogar deutlich öfter, als ich Freunde zu Besuch habe.
Außerdem bin ich online!
Wie schwierig kann es schon sein, ein onlinebasiertes Sozialleben auch Nachts zu führen?
Die erschreckende Antwort ist: Manchmal ziemlich!
Jetzt, da ich diesen Text schreibe, ist es kurz vor 4 Uhr. Und ich schreibe ihn, weil ich irgendwie das Gefühl habe, der einzige Deutsche im Internet zu sein. Natürlich kenne ich nur einen kleinen Ausschnitt aus dem vielfältigen Online-Leben hierzulande. Fakt ist, dass gerade keine Blogeinträge in meinen Reader fallen. Bei Facebook ist keine Sau online, die ich kenne. Meine Twitter-Timeline ist wie eingefroren und bei Google+ kommt sowieso seit 1 Uhr nichts mehr.
Und das prangere ich an!
So viele Pornos wie ich gucken müsste um mir die Zeit zu vertreiben, verträgt unsere DSL200er-Leitung doch gar nicht!
Ich denke öfter mal darüber nach, mir noch mehr Blogs in meinen Feedreader zu werfen. Aller Wahrscheinlichkeit nach steht er dann um 4 Uhr trotzdem mehr oder weniger still, lediglich die Anzahl der News, die mich ohnehin jedes Mal nach dem Aufstehen erschlagen und im Laufe des Abends meine Kommunikationsfähigkeit behindern, wird weiter steigen. Da ich das Netz aber als ziemlich aktuelles und hektisches Medium empfinde, spare ich mir keinen Lesestoff auf, um ihn erst 24 oder 48 Stunden später zu kommentieren.
Ganz selten passiert es mal, dass das Netz auch nachts vibriert und Informationen ausspuckt. Dummerweise passiert das meist nur, wenn etwas Schlimmes passiert. In diesem Jahr ist mir das vor allem bei Fukushima und dem Tod von Steve Jobs aufgefallen – und ich will ja nicht ernsthaft behaupten, dass ich dafür bin, dass mehr Leute sterben oder mehr Katastrophen passieren.
Und das war es dann schon mit meinem heutigen Beitrag zum Thema „Dinge, über die man sich gar keine Gedanken macht, wenn man fröhlich einen Job mit Nachtarbeit annimmt“
Aber ändern möchte ich mein Leben dann ja trotzdem nicht… 🙂
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Also mir ist ja schon bewusst, dass man Zahlungsübersichten nicht in allzu schöne Worte kleiden muss. Dokumente dieser Art sind sachlich zu halten und damit ist gut. Aber die Schmucklosigkeit der VG-Wort-Schreiben ist echt beeindruckend:
„Ausschüttungsauskunft für Monatsausschüttung MA2011/4 Sascha Bors“
ist die für sich schon fast liebevolle Überschrift und nach einer kommentarlos dahingerotzten 4-zeiligen Tabelle steht ergänzend nur noch:
„Die Zahlung wird auf das Konto (Kontodaten) überwiesen.
Mit freundlichen Grüßen
VG WORT“
Hey, ich freue mich wirklich über das Geld, aber meine Kontoauszüge sind netter zu lesen, obwohl der Inhalt manchmal trauriger ist als das hier.
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Soso, ein neues iPhone gibt es also.
Ich bin bei Facebook, bei Twitter, bei Google+ und hab auch sonst noch rund 15 Tabs offen. Und irgendwie scheint mal wieder das halbe Internet hohlzudrehen wegen einer Handgurke mit Obstlogo.
Das ist genau der Grund, weswegen mir diese Firma suspekt ist.
Ich meine, so ein iPhone ist ein tolles Smartphone und in der neuen Version kann es fast alles, was andere tolle Smartphones auch können – aber weswegen bitte so ein Weltereignis daraus machen, dass ein Unternehmen ein Produkt vorstellt? Ich hab ja zu meinem PC irgendwie auch eine recht innige Beziehung und ich finde z.B. WordPress eine fantastische Software, der ich ziemlich viel verdanke. Ich mag mein Handy auch mit seinen Macken und die meisten unserer Küchengeräte haben irgendwann Namen erhalten. Aber ich würde doch niemals auf die Idee kommen, mir einen Werbeauftritt einer der Herstellerfirmen anzutun, wo mir ein Nachfolgemodell schmackhaft gemacht werden soll!
Scheinbar darf man ja nur entweder für oder gegen Apple sein – und in beiden Fällen findet die Hälfte der Menschen scheiße, was man sagt. Ich finde, dass das ein guter Grund ist, mal nachzufragen, ob eigentlich der Schrank mit den Tassen irgendwie umgekippt ist. Es gibt gute Gründe, sich für oder gegen irgendwelche Produkte zu entscheiden und mir ist beispielsweise sehr bewusst, dass das neue iPhone um Längen besser ist als mein langsam altes Handy. Ich werde beim Nachfolger dennoch irgendwann ganz altmodisch Vergleichstests durchlesen, um ein Gerät mit optimalem Preis-Leistungsverhältnis zu finden. Dummerweise wird es wahrscheinlich kein Apfelteilchen, weil ich einiges an Rabatt dafür verlange, einer Religion beitreten zu müssen.
Apple-Bashing mag lame sein und ich hab auch eigentlich besseres zu tun als mich darüber aufzuregen, wofür andere ihr Geld ausgeben. Aber normal finden muss ich dieses Hecheln nach Werbung auch nicht, oder?
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Wenn Fremdschämen ein Profisport wäre, käme man seit vergangener Woche ja kaum mehr am Dopingmittel Kauder vorbei. Mit seiner überaus faszinierenden Aufführung zum Thema Urheberrecht hat Kauder es soweit getrieben, dass kein Satirker es bisher geschafft hat, diese Aktion auch noch angemessen durch den Kakao zu ziehen. Würde ich als Ausländer diese Story in der Zeitung lesen, würde ich wahrscheinlich abwinken und sagen:
„Mal ganz im Ernst: Wenn der Kerl wirklich so blöd wäre, wie hier steht, dann hätten die Deutschen den doch nicht gewählt, sondern schon im Kindesalter erschlagen.“
Zumindest dachte ich, dass ich sowas sagen würde. Dummerweise hat es mir bei einer weiteren Eselei in der Politik Europas in ähnlich krasser Ausprägung einfach die Sprache verschlagen, sodass ich mich korrigieren muss. Ich kann darauf nichts sinnvolles sagen.
(mal ganz davon abgesehen, dass die Idee mit dem Wählen ja so eine Sache ist in einem Land, in dem ein verfassungswidriges Wahlrecht durch ein verfassungswidriges Wahlrecht ersetzt wird)
Der Fauxpas, von dem ich jetzt kurz reden will, ist der der italienischen Bildungs- und Forschungsministerin Mariastella Gelmini. Die hat in einer Pressemeldung den italienischen Beitrag zur Entdeckung der inzwischen schon sprichwörtlichen überlichtschnellen Neutrinos am CERN gelobt. Genauer: Sie hat den Tunnelbau vom CERN nach San Grasso gelobt. Also den Tunnel für die Neutrinos…
Sie konnte sogar den Betrag beziffern: 45 Mio. soll er gekostet haben.
Dumm nur, dass die Neutrinos gar keinen Tunnel brauchen, weil sie kaum mit Materie wechselwirken. Aus diesem (in meinen Augen naheliegenden) Grund hat natürlich auch niemand einen Tunnel für die niedlichen Elementarteilchen gebaut. Weder die Schweizer, noch die Italiener. Aber woher sollte man sowas als zuständige Ministerin auch wissen?
Und da möchte ich kurz zurückkommen auf die Causa Kauder. Weder er, noch seine italienische Kollegin haben irgendwas total wichtiges vergeigt. Im Leben und Sprachgebrauch der meisten Arbeiter und Angestellten wird nicht zwischen Urheberrecht und Verwertungsrechten unterschieden. Ebenso interessiert es außer Physikern kaum jemanden, ob irgendwelche Neutrinos nun Tunnel brauchen oder nicht. Da dürfen Versprecher und Denkfehler vorkommen.
Aber wenn jemand auf höchster politischer Ebene über Gesetze mitbestimmt, dann haben wir alle – egal, was für Schluffis wir gewählt haben – ein Recht darauf, dass jemand auf dem Posten sitzt, der entweder Ahnung von den Entscheidungen hat, die er treffen muss – oder dass er wenigstens einen Beraterstab hat, der ihm oder ihr diese Ahnung vermitteln kann. Irgendwelche Flitzpiepen, die für die richtige Parteizugehörigkeit und ihr Talent zum inhaltsleeren Dummschwätzen Geld bekommen, haben in solchen Positionen aber mal sowas von null und garnix zu suchen!
So, der Papst kommt also eingeschwebt ins Land seiner Ahnen. Ich hab in den letzten Tagen so viele lustige Papstwitze gehört wie schon lange nicht mehr. Gerade Twitter ist eine Fundgrube, aber selbst die offizielle Seite zum Besuch ist irgendwie lustig, wenn man sie als Atheist besucht und sich vorstellt, wie die Leute in Scharen Sitzkissen als Erinnerungsstücke an den Auftritt eines senilen Wanderpredigers halten, der abgeschriebene Fantastereien in kaum verständlichen Texten in einem Fußballstadion vorliest. Da braucht es gar keine fiesen Witze mehr 🙂
OK, ich bin etwas zynisch. Aber ich dachte mir, dass ich ja schon irgendwas zu dem Thema schreiben sollte. Im Witzeerfinden bin ich ehrlich gesagt mies. Ich kann sie vielleicht ganz passabel vortragen – aber auch als Verteidiger des wahren Blödsinns bin ich zumindest ehrlicher als Herr zu Guttenberg und schmücke mich nicht mit fremden Federn.
Aber was heiteres sollte es sein. Also hab ich mich an das mir neulich empfohlene Werkzeug „Bad Translator“ erinnert und mir gedacht: Machste mal was mit Bildung und Komik. Denn: Das Vaterunser zu kennen, kann nicht schaden. Da die bisherige Übersetzung aber zum einen doch einen leicht christlichen Touch hat und zudem die Sprache ziemlich unmodern ist, hab ich gedacht, ich nutze den Bad Translator doch mal, um euch eine zeitgemäße Form rechtzeitig zum Papstbesuch vorzulegen. Das Original kann man sich hier auf neutralem Boden ansehen.
Zur Einstellung: Ich hab die gegenwärtige ökumänische Fassung gewählt und Google mit 50 zufälligen Rückübersetzungen betraut. Jetzt ist der Text wesentlich kürzer, hat aber nichts an seinem Irrsinn eingebüßt. Nur dass er jetzt auch als Gute-Nacht-Gebet für die FDP taugen könnte:
Mein Vater ist unschuldig.
Der Himmel auf Erden.
Brot des Tages.
Bitte vergib uns unsere Sünden.
Die Grundlage ist aber nicht sehr gut.
Leistung und Preis in Ewigkeit. Amen.
Ich finde, das sollte man mal mit der ganzen Bibel probieren 😀
Nachtrag:
Da es ja nahezu unendlich viele Versionen gibt, habe ich noch ein bisschen Zeit aufgewandt und eine Alternativübersetzung zusammengebastelt. Vielleicht ist diese schlüssiger:
Mein Vater, ein Vertreter Gottes in meinem Herzen.
Wir leben in Souveränität auf dem globalen Markt. (Denn es ist ein Paradies für Skifahrer)
Wir brauchen Brot.
Ich habe an Apple zu zahlen.
Wir entschuldigen uns dafür.
In der Tat, Stil und Leistung. Amen.
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Ach Google, wie kannst du nur so an mir zweifeln?
Nee, is klar…
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