7. November 2011 · 04:59
In manchen Situationen fragt man sich ja, ob man selbst der Typ ist, der sich da gerade auf den Fuß tritt. Mir ging das vor einigen Tagen so, als ich die heiligen Hallen meines Arbeitgebers aufgesucht habe, um Abrechnung zu machen. Da stand ich dann vor der Haustür, zückte meinen… ja nix zückte ich! War nicht mehr da!
Mein Schlüssel.
Während ich geklingelt hab, bin ich meine Taschen durchgegangen und hab hin und her überlegt, um dann nach einer kurzen Begrüßung sofort mein Handy zu zücken, um Ozie zu informieren. Vor einiger Zeit hatte ich meinen Schlüssel mal beinahe im Briefkasten stecken lassen, was schon selten genug ist. Soweit ich mich erinnere, hab ich noch niemals einen Schlüssel wirklich verloren. Dabei trage ich ihn immer bei mir. Allenfalls Ozie drücke ich ihn mal in die Hand, ansonsten sieht der kleine metallene Freund ein paar Schlüssellöcher und meine Hosentasche – und das war es.
Im Grunde war es nicht wild mit den meisten Schlüsseln. An meinem Bund befanden sich Haus- und Wohnungsschlüssel, die beide in mehrfacher Kopie hier liegen. Dann der Schlüssel zum Haus meiner Firma und ein weiterer, bei dem ich mir sicher bin, meine Chefs haben ihn mir gegeben, die jedoch bestreiten das. Sonst befanden sich ein paar abgebrochene Überreste aus WG-Zeiten daran und ein Schlüssel zu einem Spirituosenschrank oder Fahrradschloss, auf jeden Fall zu irgendetwas, das ich seit 15 Jahren mindestens nicht mehr gesehen habe. Das einzig wichtige war der Briefkastenschlüssel. Der ist bislang ein Unikat, bzw. es existiert eine Kopie, die zurückzuschicken einer unserer Ex-Mitbewohner aber irgendwie selbst auf Nachfrage zu doof war.
Wei dem auch sei: PANIK!!!
Muss ja.
Ozie fand den Schlüssel nirgends. Nicht am Kasten, nicht in Taschen oder Jacken, zu Hause war er nicht. Super Sache!
Das Telefonat war schnell beendet und ich hab gleich mal meinem Chef gebeichtet, dass ich wohl die Schlüssel zur Firma und überhaupt…
„Ach, das is egal!“
Gut, es wäre eh nur die Haustür und ein Umzug steht kurz bevor, eigentlich eine verständliche Haltung. Die nächsten Minuten hat er meine Sorgen zerstreut, indem er mir erzählt hat, dass er seine Schlüssel früher ständig verloren hat und nie was passiert sei. Außerdem könne ich ja gerne tauschen: Am Morgen sei sein E-Mail-Postfach gehackt, für Spam missbraucht und gesperrt worden. Ich hab dankend abgelehnt.
Aus dem zweiten Büro raunte es:
„Naja, den Wohnungsschlüssel würde ich aber ersetzen lassen…“
Cheffe flötete zurück:
„Ich nicht.“
Und dann kam schon der Anruf von Ozie, dass wir die besten Nachbarn der Welt hätten, mein Schlüssel wäre soeben abgegeben worden. Naja, ich werde jetzt trotzdem nicht mit bald 30 anfangen, Brustbeutel zu tragen 😉
