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Altersweisheit?

So, 31 Sonnenumrundungen hab ich schon mitgemacht. Das wichtigste – nämlich mich trotzdem jedes Jahr auf den Winter zu freuen – hab ich noch nicht verlernt, aber hier und da lässt die Unvernunft schon auch mal nach.

Wer mich ein bisschen kennt, weiß, dass ich kein Geiz-ist-geil-Typ bin. Deswegen komme ich dennoch nicht umhin, gelegentlich nach dem Geld zu schielen. Einfach, weil’s hier nicht in großen Haufen rumliegt und ein weiteres ungelöstes Paradoxon der Gesellschaft ist, dass ausgerechnet Notenpressen sackteuer sind.

Wie so ziemlich jeder weiß, der schon mal einen Blick auf den Header dieses Blogs geworfen hat, wohnen wir hier in Marzahn recht günstig, aber die aktuellen Preisentwicklungen bei Mieten in Berlin geht selbst hier nicht an uns vorbei. Auch dieser Stadtteil entwickelt sich, es wird viel gebaut, renoviert und die Mieten steigen. Wir wohnen nun seit knapp über 5 Jahren hier und haben kürzlich unserer zweiten Mieterhöhung zugestimmt.

Nun aber zur Unvernunft. Als wir hergezogen sind, hatten wir noch einen Mitbewohner und überhaupt haben wir mit dem Umzug in die wesentlich günstigere Bude sicher manchmal wie die Axt im Walde gelebt. Das gibt sich mit der Zeit. Man wird eben etwas vernünftiger und denkt auch mal drüber nach, ob dieses oder jenes jetzt wirklich sein müsse. Und tatsächlich hat sich das gelohnt – unsere Nebenkosten sinken bislang jedes Jahr ein wenig. Ohne dass es uns gefühlt schlechter geht. Wir haben nach wie vor eine warme Wohnung, die PC’s sind schneller geworden, der Fernseher größer und es brennt immer noch nachts das Licht.

OK, der Auszug jenes Mitbewohners, der die Heizung auf 5 stellte, die Luft mittels Vorhang direkt aus dem Fenster leitete und dann in den Urlaub fuhr, hatte enormen Einfluss auf die Kostenentwicklung.

So kam es dann, dass ich zum Geburtstag nicht nur 200 € Rückzahlung bekam, sondern wir trotz gestiegener Miete den monatlichen Dauerauftrag an die degewo um 5 Euro senken konnten, womit wir unterm Strich und selbst ohne Einbeziehung der Inflation hier billiger leben als bei unserem Einzug.

Nein, Geld rechtfertigt sicher nicht alles. Aber für Vernunft mal entlohnt zu werden, schadet sicher auch nicht. Schlimm genug, dass das meistens nur im Kleinen funktioniert.

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Aus gegebenem Anlass …

Cool, hab in meinem Leben ein Bonus-Level erreicht, Quelle: Sash

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Nachtschicht am Ofen

1. November 2012, 1:00 Uhr – und was machen wir so?

Chilis trocknen!

„Sind die scharf?“ „Nein. Gnihihi!“ Quelle: Sash

Das ist die zweite Ausbeute unserer Fuoco-Chilis. Eine ähnlich große Menge haben wir derzeit in Öl eingelegt und verwenden sie für jedes zweite Essen. Diese hier werden jetzt mal testweise getrocknet und zu Pulver / Flocken verarbeitet. Kann die Sorte nach wie vor allen empfehlen: Keimt gut, wächst schnell, sieht als Pflanze schön aus, hat einen bombigen Ertrag (bei uns geschätzt 50 Schoten pro Pflanze) und ordentlich Feuer haben sie auch. Geschmack ist eher fad, aber bis man den Geschmack bei den Chinense-Sorten wie Habeneros z.B. schätzen kann, sollte man ohnehin mit anderen Früchtchen trainieren – und da sind die Fuocos recht gut geeignet. Kaufen kann man sie hier.

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Rettungsanker VG Wort

Die VG Wort lässt sich dieses Jahr Zeit. Wegen eines Rechtsstreits, bei dem es um die Tantiemenaufteilung zwischen Verlagen und Autoren geht – was mich nicht betrifft – ist die Auszahlung dieses Jahr irgendwie auf der Kippe gestanden, verschoben worden – man weiß es nicht so genau. Die Transparenz der Verwertungsgesellschaft ist nach wie vor in etwa mit der von Atombunkern zu vergleichen. Nur nicht verraten, wann warum und wie viel man zahlt oder was man sonst so macht!

Ich melde als einer von zigtausenden Autoren meine Texte dort, deren Zweitverwertung ist mir nämlich im Grunde schnuppe. Und wenn da ein Topf rumsteht, aus dem man als Autor öffentlich verfügbarer Texte pauschal Geld kriegen kann, dann nehme ich das gerne an – wenngleich ich es nach wie vor für eine gewagte These halte, dass man als Blogger tatsächlich eine Entschädigung in diesem Ausmaß bräuchte. Ich habe zumindest noch nicht wirklich gehört, dass jemand meine Texte weiterkopiert und an Bedürftige verteilt.

Aber ich muss ehrlich sein: Es ist verdammt schwer, sich das Schreiben zu finanzieren. Es ist zwar billig von den Materialkosten, es leidet aber enorm die Zeit darunter. Und zwar so viel, dass man sie ungern von seiner Freizeit abknappen will. So handhabe ich es auch, ich fahre seit GNIT erfolgreich ist wesentlich weniger Taxi. Ich würde gerne mehr arbeiten, aber was würde dann aus Blogs und Büchern?

Und da trotz allen Erfolgs Flattr, ein paar Ref-Links auf Amazon und ein bisschen Werbung bei Google eben auch höchstens ein Taschengeld abwerfen – bei GNIT und Sashs Blog zusammen etwas über 50 € pro Monat – bin ich doch recht froh, dass es die VG Wort gibt.

Die hat sich dieses Jahr wieder das große Sparen auf die Fahnen geschrieben und an allen Ecken gekürzt. Für die 1.500 Zugriffe auf einen Text gab es letztes Jahr noch 15 €, dieses Jahr einen Zehner. Bei der zweiten Stufe wurde nicht nur der Betrag auf 15 € gekürzt (von 20), sondern auch die Mindestzugriffszahl von 3.000 auf 6.000 erhöht. Und wie immer hat man das erst nach Ablauf des Jahres (die Zahlung jetzt ist für 2011!) erfahren und eine Aufstellung welche Texte nun welche Stufe erreicht haben, gibt es immer noch nicht.

Da ich über das Jahr hinweg hier und da wieder ein paar Euro leihweise aus meiner Kasse, aus der Haushaltskasse und vom Dispo in Anspruch nehmen musste, wartete ich also schon ein wenig wie auf glühenden Kohlen sitzend auf die Überweisung, bzw. den Brief, in dem steht, wie viel Geld es jetzt eigentlich ist. Und da war ich sicher nicht alleine.

Ziemlich einsam bin ich aber wahrscheinlich bei der Summe. Ich falle nach wie vor in eine goldene Lücke des Systems: viele Leser bei vielen langen Texten. So viel Glück haben die wenigsten Blogger. Und heute Nacht dann – ausgerechnet nachdem mein Wochenende so mies lief wie sonstnochwas – lag endlich der Brief im Briefkasten. Ich denke, die Blogger unter euch sollten sich jetzt besser festhalten:

Wow! Quelle: VG Wort

Ein paar Altlasten bin ich damit los, nächstes Jahr kommen dann die schwarzen Zahlen auch auf dem Konto … 😀

Das Geld hätte ich in der entsprechenden Zeit natürlich auch locker im Taxi machen können, aber so gefällt es mir doch besser. Und hey, deswegen muss ich auch mal ganz deutlich sagen: Danke, dass ihr alle meine Texte lest! Denn genau deswegen bekomme ich dieses Geld!

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Jährliches

Anbei ein kurzer Dialog von heute:

„…wegen unseres Jahrestags?“

„Jahrestag? Ist der heute?“

„Nein, der war gestern.“

„Ach, heute ist dann der Tag, von dem ich immer denke, es sei der Jahrestag?“

„Nein, der war vorgestern. Hallo, ich hab da doch drüber geschrieben!“

„Echt? Hab ich nicht gesehen, nur so überflogen …“

So viel zum Klischee mit den Männern, die immer ihre Hochzeitstage vergessen …

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Ich schwöre …

Es ist noch nicht einmal ein Jahr her, dass ich mit der Hochzeit ein sicher nicht gerade unwichtiges Versprechen gegeben habe – noch dazu eines, bei dem mehr als bei allen anderen stets unklar ist, ob man es halten können wird. Dennoch habe ich am gestrigen Abend ein weiteres abgeben müssen, ebenfalls Ozie gegenüber. Wir nennen es

Das heilige Handschuh-Versprechen

Ich muss gestehen: Ich kann Handschuhe nicht sonderlich gut leiden. Ich erkenne ihre Nützlichkeit an, aber meist ertrage ich lieber ein wenig Leid, als sie zu tragen. Schnee zum Beispiel! Wie oft wurde mir in meinem Leben gesagt, ich solle doch Handschuhe anziehen, wenn es schneit. Aber die perfekten Schneebälle, die man seinem Bruder ins Gesicht schmeißt, bauen sich nunmal ohne Schutz!

Und wenn wir an Hygiene denken, dann sollte ich am Besten im Taxi Handschuhe tragen. Ich weiß selber, wie gerne ich in der Nase popel, was weiß ich da, welche Körperöffnungen die Hände präferieren, die mir mein Geld geben?

Die einschneidendsten Erfahrungen aber – und da kommen wir langsam zum eigentlichen Thema dieses Artikels – hab ich diesbezüglich mit Chilis gemacht. Als ich frische Habaneros zum Einfrieren kleingeschnitten habe, tat ich dies ohne Handschuhe. Mal abgesehen davon, dass nach dieser Entscheidung zwangsweise jedes Sexleben (ausgenommen eines mit Handschuhen) erlischt, wurde meine linke Hand bei diesem Experiment taub und dieser Zustand hielt rund einen Monat an. Ich habe nicht einmal eine Ahnung, wie das biologisch möglich war, aber es war eine beeindruckende Erfahrung. Ich bin da bei Chilis ja ganz relaxt. Unvergessen auch der Moment, in dem ich in eine Habi gebissen habe, um der Verkäuferin im KaDeWe zu beweisen, dass diese mitnichten so scharf sind, wie es sich gehört.*

Aber Ozie baut ja gerade für uns beide jede Menge Chilis an.

Ein Foto unserer Fuego-Chilis

Langsam reifen sie ab … Quelle: Sash

Die bislang ertragreichsten sind die Fuegos (siehe Foto), eine NuMex Suave ist fast abgeerntet und die Habaneros kommen so langsam. Aber wir denken über die nächsten Generationen nach. Und aus reinem Ehrgeiz – einfach um behaupten zu können, wir hätten das mal gemacht – wollen wir uns auch an die Bhut Jolokia wagen. Und die erfordert dann vielleicht doch etwas mehr Vorsicht als mein Draufgängertum im capsaicinhaltigen Universum normalerweise vorsieht …

Und deswegen hat Ozie mir im Gegenzug zur in Aussicht gestellten Aufzucht das Versprechen abgerungen, dass ich die Jolokia ausschließlich mit Handschuhen anfassen werde. Heiliges Handschuh-Versprechen eben. Ich werde es überleben – vermutlich genau wegen der Handschuhe 😉

*für eine Habanero war sie tatsächlich mild. Es hat keine halbe Stunde gedauert, bis nichts mehr brannte. Ich hatte mich dennoch etwas verschätzt, weil ich zuvor nur an der Außenseite der Frucht probiert hatte und Chilis das meiste Capsaicin nunmal rund um die Scheidewände speichern.

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Fruchtalarm!

Wer nach dieser Überschrift ein schreiendes Kind im Kopf hat, hat vor 10 Jahren zu viel beschissene Werbung im Fernsehen angeschaut. Um irgendwelche Quatschprodukte geht es mir heute auch gar nicht – ich wollte nur ein wenig davon schwärmen, dass unsere Chilis hier zu Hause Fortschritte machen. Sehr vorzeigbar sind derzeit diese Kandidaten:

Numex Suave - Chilipflanze

Gute Tarnung, Respekt! Quelle: Sash

Der ein oder andere Chili-Freund wird jetzt wohl leuchtende Augen bekommen, aber nein: Es sind keine normalen Habaneros, sondern NuMex Suave. (Da wir beides gepflanzt haben, wussten wir das auch erst mit letzter Sicherheit, als wir eine davon mal probiert haben 😉 )

Die schmecken zwar fast identisch, allerdings mit einem entscheidenden Unterschied: Sie sind im Vergleich zu den höllenscharfen normalen Habaneros extrem mild – fast schon auf Paprika-Niveau. So gesehen sind es quasi die Schwebfliegen unter den Chilis – verdammt gute Mimikry!
Der Grund für den Kauf war, das wunderbare Aroma der Habaneros auch mal mit etwas weniger Schärfe genießen zu können. Es kann, bzw. soll ja nicht jedes Essen gleich zum Feuerspucken animieren.

Aber – wie man im Hintergrund erkennt: Das sind nicht die einzigen Pflanzen bei uns. Die Habis blühen, bzw. fruchten noch nicht – umso mehr tun es allerdings die Lingua di Fuoco:

Uiuiui! Eine Fensterbank voller Chilis!

Noch grün, sicher aber schon scharf. Quelle: Sash

Der Farbe wegen sind sie ein wenig schwerer zu erkennen, aber wenn man mal realisiert hat, dass sie nach oben wachsen, stellt man fest, dass unsere Pflanzen ganz schön ertragreich sind …

Ich sehe meine Zunge in nächster Zeit auf eine harte Probe gestellt. 😉

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