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Geburtstagseintrag

So, nun ist es soweit. Vom zufälligen Ankerpunkt meiner Geburt aus ist der Planet nun ein weiteres Mal um sein Zentralgestirn gekreist und wieder einmal haben wir bezüglich dieses an sich unerhörten Verhaltens zu selten „Huuiiiiii!“ gesagt. Aber sei es drum. Es ist zumindest in unserem Kulturkreis Brauch, dass ich mir heute einen Gechillten machen kann und mich beschenken lassen, was ich an und für sich immer für eine gute Idee halte.

Zunächst sei natürlich nochmal allen gedankt, die mir irgendwas geschenkt haben. Meine kindische Freude darüber ist beispiellos und ihr dürft Euch dazu in eurem Kopfkino wunderlichste Szenen reinziehen. Es ist toll, Euch zu haben!

Hier zu Hause geht es an meinem Geburtstag eigentlich fast gesittet zu. Jetzt, wo ich das schreibe, hab ich mir zwar das ungefähr zweite Bier zu viel aufgemacht, an die Ausmaße einer Firmenfeier oder eines Twittertreffens wird’s aber nicht ranreichen heute. Später stehen die Zeichen auf Kino, die erste Amtshandlung war allerdings die selbe wie vor nunmehr 3 Jahren:

In der Küche einen Käsekuchen entgegennehmen:

Mit der Ernährung werd' ich nicht mehr 33 … Quelle: Ozie

Mit der Ernährung werd‘ ich nicht mehr 33 … Quelle: Ozie

Ich möchte an dieser Stelle besonders auf das Flens im Hintergrund hinweisen. Das ist mitnichten eine Flasche Bier, sondern Schokolade! Einer unserer Süßigkeitenläden im Eastgate hat die Teile und als ich das gesehen hab, hab ich gleich meinen Geburtstagswunsch geäußert. Ich meine: Wie geil ist das denn? 😀

Gut, meine Bewertung des Ganzen liegt vielleicht auch an ein paar äußerst ausgewählten Erlebnissen, die ich im Zusammenhang mit Flens hatte.

Was ich aber eigentlich und völlig ernst sagen wollte: Ich wünsche Euch allen einen schönen Tag! Ich werde einen haben, ich werde ihn mir notfalls schön machen. Und zumindest die Möglichkeit dazu wünsche ich Euch allen auch.

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WTF?

So. Das waren bislang etwa 10 Minuten, die ich über die Überschrift des Artikels nachgedacht habe. Und gefühlt braucht jeder weitere dritte Buchstabe ähnlich lang. Zum einen, weil ich die Tasten weniger zuverlässig treffe und dabei sehr langsam bin, zum anderen weil zwischen Anfang und Ende dieses Eintrages [nach dem Ende aktualisiert] 2 kurze Pausen im Bett und 4 Gänge auf die wohnungseigene Keramikausstellung liegen.

Ich bin krank.

Das schreibe ich öfter mal, ich bin keine Ausnahme was die Wehleidigkeit bei Männern angeht. Kaum, dass ich mal vor Müdigkeit einen Kaffee brauche, rege ich mich drüber auf. Aber sowas wie heute hatte ich schon lange nicht mehr. Erkältet bin ich seit 2 Wochen, hier ein bisschen Rotz, da mal etwas müder. Was wünschte ich mich zurück!

Nach der Freitagsschicht hab ich mir noch halbwegs gut gelaunt Frühstück gemacht, bin ins Bett gehüpft und hab es auf ähnliche Art und Weise wieder verlassen. Husten, Schnupfen, Heiserkeit; lustig, drollig, keine Zeit! Ein bisschen hab ich mich um die Arbeit gesorgt, immerhin war Samstag. Aber ja, irgendwie wird es schon zumindest eine Weile lang klappen. Ich war den Monat fleißig beim Arbeiten, motiviert, der Umsatz sah meinen Umständen entsprechend mal wieder gut aus.

Und dann war ich mit Ozie einkaufen. Halbe Stunde, kein Kilometer Fußweg. Nichts, was ich als anstrengend bezeichnen würde. Wir sind beide hier zu Hause gelandet und im übertragenen Sinne zusammengeklappt. Seitdem ging nix mehr. Gelegentlich mal für eine Stunde ein Buch oder einen Bildschirm anstarren, hauptsächlich um vorzugeben, der Handlung folgen zu können. Unsere Symptome sind unterschiedlich stark ausgeprägt, hätten wir beide alles, würde ich diesen Eintrag wahrscheinlich erst 2014 schreiben, es geht uns echt hundeelend. Das nur mal so als Erklärung für mein eher sporadisches Auftauchen im Netz und die dann vielleicht auch etwas seltsam ausfallenden Beiträge. Unzurechnungsfähigkeit olé.

A prospos Unzurechnungsfähigkeit: Nur mit Genörgel will ich ja niemanden hier ziehen lassen. Als Dank fürs Durchlesen bis hier hab ich noch einen kuriosen Einblick ins Marzahner äh … Nachtleben für Euch:

Von der Freitagsschicht heimgekehrt bin zu einem für mich recht normalen Zeitpunkt um kurz nach 6 Uhr. Ich hab mich müde auf den Sessel geschmissen, meine Schichtdaten notiert und ein oder zwei Wortmeldungen abgegeben. Damit hab ich die Zeit bis 7 Uhr rumgebracht, da machen hier die ersten Supermärkte auf. Ein bisschen Einkaufen zum Frühstück. Ich hab mir brav ein bisschen Pfand zum Wegbringen geschnappt und hab mich auf den nicht wirklich langen Weg gemacht. Draußen ist man hier um die Zeit nicht alleine. Unter den ansäßigen Rentnern scheint es eine Art Sport zu sein, morgens zur Eröffnung der Supermärkte mit Blick auf die Armbanduhr zu warten. Wohl um zu kontrollieren, ob sie auch wirklich pünktlich aufmachen, falls es mal ernst sein sollte. Einige gehen dann wahrscheinlich sogar wirklich heim, ohne einzukaufen.

Im Hausflur jedoch ist es meistens ruhig. Hier im Haus wohnen hauptsächlich Familien mit Kindern, wenigstens bis ein paar Minuten nach sieben bleibt den meisten wohl an arbeitsfreien Tagen zum Schlafen. Dennoch war ich etwas überrascht über die recht ungewöhnliche Geräuschkulisse, die dort vorherrschte. Kaum verwunderlich, den selbst in unserer manchmal etwas grotesken Nachbarschaft hab ich es – bis jetzt eben – noch nicht erlebt, dass bei uns im Treppenhaus gevögelt wird. War aber so. Und wir reden hier nicht von der Kellertreppe, die nie jemand entlanggeht, sondern von der Treppe zwischen Haustüre und Aufzug. Dass die beiden Protagonisten meinen Auftritt nicht erwartet hatten, nehme ich mal an. Der Blick der jungen Dame, sofern ich das im Halbdunkel erkennen konnte, sprach jedenfalls Bände. Er hingegen war – wie soll man sagen? – eher gemäßigter Bereitschaft, sein Freizeitvergnügen zu unterbrechen und murmelte etwas gepresst:

„Weiter, einfach weiter …“

Ob das jetzt an sie oder mich gerichtet war, weiß ich nicht. Zwischen ihren verstreuten Habseligkeiten wie Kippenschachteln und umgestürzten Bierflaschen hab ich mich einfach mal vorbeigezwängt. Ich fang sicher nicht an, jemandem Moralpredigten über das Freihalten der Treppe zu halten, der gerade in ziemlich eindeutig mehrfacher Hinsicht nicht mehr ganz klar in der Birne ist. Dagegen fühle ich mich jetzt, krank, noch bedeutend besser bei Bewusstsein.

Als ich nach ungefähr 15 Minuten wieder zurück kam, war die Dame bereits verschwunden, er jedoch immer noch damit beschäftigt, sich die Hose zuzuknöpfen. Wortlos und von meinem abermaligen Auftreten völlig unbeeindruckt – ich kam nicht um den Gedanken herum, dass der das öfter so handhabt. Mir soll’s ehrlich gesagt egal sein, manchmal erwischt man Menschen beim Beischlaf. Mir ist es auch lieber als dass uns dort unten die Mülleimer im Hausflur angezündet werden (wogegen kopulierende Pärchen vielleicht tatsächlich eine gewisse Versicherung wären, sofern sie das die ganze Nacht durchhalten).

Ein bisschen aber freue ich mich, dass ich einfach nur krank bin – und nicht derart abgestürzt. 0.o

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SO sieht das aus …

Dass jemand so lieb war, mir von meiner Amazon-Wunschliste die etwas absurde Menge von 1 kg Chiliflocken zu kaufen, hatte ich mitbekommen. Ich kriege da zwar keine Benachrichtigung oder so, aber ich halte die Liste ja auch für meine Anschaffungen stets aktuell, da fällt das schon auf. Ich war die Tage jedenfalls gespannt und in der Zwischenzeit hatte ich sogar Bedenken, ob 1 kg Chilis vielleicht nicht sogar für mich eine bekloppte Menge sein könnte. Warten wir es ab, ich berichte notfalls. Oder stelle wieder welche auf die Wunschliste. 😉

Naja, jedenfalls war ich beim Auspacken etwas überrascht. Die Farben konnte ich zwar gleich zuordnen, aber ich hatte noch nie etwas anderes als Bücher „in Geschenkverpackung“ geliefert bekommen. Und witzigerweise stand ebendies auch auf dem beigelegten Zettel: Der großzügige Spender Andreas bat mich, doch bitte mal ein Foto zu zeigen, wie das aussieht, wenn Amazon „so etwas“ als Geschenk einpackt.

Bitte sehr:

Weihnachtsmannkompatibel! Quelle: Sash

Weihnachtsmannkompatibel! Quelle: Sash

Ein samtener blauer Sack umhüllte das Plastikpaket, er war sogar einmal nach innen umgeschlagen, um halbwegs der Füllmenge angepasst zu sein. In ausgefaltetem Zustand lassen sich da sicher auch wesentlich größere Sachen drin unterbringen. Ich hoffe zum einen, dass die Frage damit beantwortet ist, zum anderen, dass ich stellvertretend auch in Anbetracht der vielen anderen, die mir gelegentlich was schicken oder schicken lassen, meiner Freude – und damit meinem Dank – Ausdruck verleihen konnte. Danke, danke, danke Euch allen und in diesem Fall Andreas im Speziellen! 🙂

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Theorie: Dumm wie Brot?

Dass unsere Nachbarn „gerne mal“ ein wenig streiten, sollte inzwischen allgemein bekannt sein. Sie übererfüllen sogar die Klischees bei der Benennung ihrer Kinder – also zumindest bei denen, die sie anschreien. Woher sie diese Treffsicherheit haben, ist schwierig zu bewerten. So oft, wie da gestritten wird, dürfte eigentlich keine Zeit für RTL mehr sein …

Aber gut: Neues Verhaltensmuster. Neue Verhaltensmuster sind immer gut, implizieren sie doch ein Umdenken und Fortschritt. Das gefällt, das ist toll und außerdem haben wir seitdem eine Scheibe Brot auf dem Fensterbrett:

Brotscheibe in freier Wildbahn kurz vor dem Weiterflug nach Süden. Quelle: Sash

Brotscheibe in freier Wildbahn kurz vor dem Weiterflug nach Süden. Quelle: Sash

Zugegeben: Ich weiß nicht, warum das Brot aus dem Fenster geflogen sein mag. Ob nun Kinder das Frühstück nicht mochten oder sich die Erwachsenen gegenseitig damit bewerfen. Sonderlich begeisternd ist in der Tat keine der Annahmen …

WTF?

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Kleines Update

Ich schreibe in letzter Zeit ja recht wenig. Also hier. Aus Gründen.

Ich würde gerne, ehrlich. Aber was das Zusammentippen von Buchstabenreihen angeht, bin ich derzeit eigentlich ganz gut ausgelastet. Nicht nur, weil ich bei GNIT nach wie vor wie ein Irrer durchschnittlich jeden Tag mindestens einen Artikel raushaue, sondern auch, weil ich am nächsten Buch, bzw. einer Leseprobe dazu schreibe.

Leseprobe?

Jepp. Denn es ist eingetreten, was ich bereits vorsichtig angekündigt habe: Ich habe jetzt eine Literaturagentur und die setzt Hoffnungen in ein Taxi-Buch von mir. Also hab ich dieses Projekt zwischenrein geschoben. Denn genau genommen könnte es sein, dass sich bereits ein Verlag für das Buch interessiert. Derzeit findet die Frankfurter Buchmesse statt und meine Agentur hat dort einen Stand, an dem sie wohl bereits mein Buch an den Mann, sprich: Verlag, zu bringen gedenken. Zumindest ist das mein derzeitiger Informationsstand. Im besten und schlimmsten Fall zugleich kriege ich nächste Woche eine Mail, in der steht, dass die Verlage X, Y und Z gerne eine Leseprobe hätten. Und eben an der sitze ich gerade.

Wenn ich nicht gerade keinen Bock habe. Im Ernst: Die letzten zwei Wochen leide ich seit langer Zeit mal wieder an sowas wie Schreibunlust. Kenne ich sonst gar nicht und ist auch echt voll doof. Ich hoffe, ich finde demnächst mal raus, wie man das wegmacht.

Als kleine Motivationshilfe kamen gestern sowohl der Brief als auch das Geld der VG Wort. Mit 3.653 € eine stattliche Summe. Dummerweise war dieses Mal der Überraschungseffekt nicht groß, da es nahe am ausgerechneten Minimum liegt und letztes Jahr ohnehin 600 € mehr waren. Zudem teile ich mir das Geld dieses Jahr ein. Will heißen: Das große „Endlich! Und jetzt alles ausgeben!“-Feeling stellt sich auch nicht ein. Das soll nicht genervt klingen, denn es ist nach wie vor viel Geld und hilft mir nun dabei, ein Jahr lang einen höheren Lebensstandard zu haben. DER fette Knüller ist es als inzwischen eingeplante Einnahme inzwischen aber auch nicht mehr – so froh ich bin, dass das so gut läuft.

Ansonsten könnte ich darüber meckern, dass ich leichtes Halsweh habe. Aber da ich nach zwei Tagen offenbar schon auf dem Weg der Besserung bin, will ich den Teufel lieber nicht unnötig an die Wand malen …

Auch wenn das jetzt alles nur so mittelprächtig klingt: Das ist es nicht! Mir geht es so weit bestens, ich hab gute Laune und kriege alles hin, was ich gerade hinkriegen will. Mir ist nur gerade nicht nach Superlativen zumute, das ist alles.

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„Beziehungen“

Ich weiß, ich hab verdammtes Glück mit meiner Beziehung. Irgendwann einmal so glücklich und zufrieden mit jemandem zusammenleben zu können, wie es mir derzeit vergönnt ist, hätte ich selbst niemals erwartet. Um ehrlich zu sein: Ich hätte vor allem nicht erwartet, dass ich persönlich das kann. Aber gut, so ist es nunmal. Der Jahrestag nähert sich zum achten Mal, der Hochzeitstag wartet auf die zweite Bestätigung.

Aber glaubt es oder nicht: Extrem positive Erfahrungen sind manchmal so lehrreich wie extrem negative. Natürlich lernt man aus Fehlern, das will ich nicht bestreiten. Haben wir alle schon gemacht. Aber man lernt aus positiven Erfahrungen andererseits auch, was für Fehler vermeidbar sind.

Beziehungen zwischen zwei Menschen sind zwangsläufig in vielen Punkten Kompromisse. Meine auch, natürlich. Auf der anderen Seite wird man tagein tagaus sozialisiert mit Erfahrungen von anderen Leuten … und was die für Probleme haben, meine Fresse! Ein mir bekanntes älteres Paar hat an einem Tag eine abendliche Verabredung abgesagt, nur weil es beim Abendessen zu einem lautstarken Streit gekommen ist, ob es sinnvoll sei, wenn man eben frisches Brot gekauft hat, das alte gleich aufzubrauchen – oder ob man nicht besser erst das frische genießt, da es am nächsten Tag ähnlich „alt“ schmeckt wie das noch vorhandene. Da müsste man sich eigentlich fragen, warum man sich das antut.

Das machen natürlich die wenigsten.

Beziehungen – je enger sie sind, desto mehr – werden im Falle eines Außeinanderlebens schwierig aufzulösen. Das mag logisch sein, besonders toll ist es für keinen der Beteiligten.

Ein besonderes Exemplar solch einer besser längst aufgelösten Beziehung können wir hier im Haus studieren. Immer wieder, beinahe täglich. Nicht, dass wir gerne lauschen, alleine: die Nachbarschaft ist so eng, dass wir den ein oder anderen Streit im Wortlaut mitverfolgen können. Und auch wenn unser Haus vielleicht überdurchschnittlich hellhörig ist: So schlimm, dass man die Nachbarn immer reden oder meinetwegen diskutieren hört, ist es dann auch nicht. Die geben sich schon Mühe. Alle paar Tage wird da lautstark jemand aus der Wohnung geschmissen, es knallen Türen, es fliegen Teller. Oder vergleichbares, es hört sich aber verdächtig nach Tellern an.

Vor ein paar Tagen dann steigerte sich die Sache. Ernsthaft. Da klang es dann nicht mehr nach umherfliegenden Tellern, sondern nach umstürzenden Schränken. Und auch nicht mehr nach Wutausbrüchen, sondern nach Schmerzensschreien. Na, tolle Wurst! Immerhin sind wir nicht nur aus Feigheit ruhige Nachbarn, sondern aus Überzeugung. So lange es uns nicht wirklich massiv stört, sollen die Leute um uns herum ruhig machen, was sie wollen. So traurig es auch ist, dass Beziehungen in die Brüche gehen – es sollte schon jeder selbst entscheiden, ob er auszieht, weil es an drei von vier Tagen eher Hölle als Höhle ist, wohin man abends zurückkehrt.

Aber das an diesem Abend war – ungeachtet unseres persönlichen Wohlbefindens – zuviel. Weit davon entfernt, ordnungsfanatische Spitzel zu sein, haben wir besser mal die Polizei gerufen. Scheiß auf Ruhestörung, die begehen wir gerne auch mal selbst. Aber falls es da echt um „häusliche Gewalt“ gehen sollte, will man eben auch nicht zu den Arschlöchern gehören, die weghören und wegsehen.

Der müde Polizeibeamte am Ende der Leitung ließ sich die Adresse bestätigen und murmelte, dass da ohnehin schon jemand unterwegs wäre. Schön. Und ungelogen zwei Minuten später stand ein Streifenwagen vor der Tür, zehn Minuten später waren es drei.
(Im Übrigen ein interessanter Hinweis darauf, wie schlimm es hier in Marzahn wirklich ist, wenn wegen sowas alle mal schnell anrücken können.)

Natürlich ließ der Krach umgehend nach. So wie bei unseren WG-Parties damals auch. „Open End“ hieß im Zweifel übersetzt immer „bis die Bullen mit Räumung drohen“. Schlimmer finde ich, dass es seitdem nicht besser geworden ist. Oder dass Nachbarn mir berichtet haben, dass das nicht der erste Polizeibesuch war. Es geht also mehr oder weniger so weiter wie bisher. Soweit man das aus einer anderen Wohnung heraus beurteilen kann …

Klar, in sowas schlittert man rein. Und wirklich immun ist dagegen vielleicht keiner. Aber ich möchte allen Leuten, denen es ähnlich geht, mal ins Gedächtnis rufen, was sie sich von einer Beziehung erhofft haben. Bei den ganz simpel gestrickten Zeitgenossen war es nur Sex. Bei manch anderen Angst vor Einsamkeit. Bei vielen der Wunsch nach Geborgenheit, Sicherheit. So ziemlich allen aber, die sich irgendwann einmal entschieden haben, ihr Leben fortan mit einem Partner zu teilen, ist eines gemein: Sie wollten, dass es ihnen besser geht als alleine.

Und wieviel besser soll es jemandem gehen, der jeden Abend stundenlang Streit hat?

Trennungen sind schlimm. Fast immer. Und es ist natürlich immer schwierig, als in dieser – hihi – Beziehung priviligierter Typ Ratschläge zu erteilen. Das ist mir klar. Aber ich bin selbst Scheidungskind, ich weiß, welche Auswirkungen sowas haben kann. Was ich darüber hinaus aber noch mehr weiß: Welche Auswirkungen es haben kann, diesen Schritt herauszuzögern, ihn abzulehnen und sich in den Wunschtraum zu flüchten, das alles sei ja besser als nichts.

SO EIN BULLSHIT!

Manche Beziehung funktioniert, manche eben nicht. Und wenn sie nicht funktioniert, dann sollte man den Mut haben, sie aufzulösen. Das ist immer schwer. Und es wird nochmals schwerer, wenn Eheurkunden oder Kinder dabei eine Rolle spielen. Aber es ist nötig.

Natürlich: Wenn Euch Beziehungen wichtig sind, dann kämpft um sie. Bessert Euch selbst, arbeitet gemeinsam an Lösungen. Aber irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem man ernsthaft über ein Ende nachdenken sollte. Vielleicht, wenn man keinen Bock mehr auf gemeinsamen Sex hat, vielleicht erst bei andauerndem Streit. Vielleicht auch erst, wenn dieser Streit mehrmals von der Polizei geschlichtet werden musste oder wenn ein Blogger aus der Nachbarschaft Euch als negatives Beispiel benennt. Aber schließt diese Option nie (Nie, nie, nie – und ich meine: NIE!!!) aus.

Wir hier tun das im Übrigen auch nicht. Auch wenn es derzeit nichts auf diesem Planeten gibt, was weiter entfernt liegen könnte als eine Trennung – niemand in diesem Haus will den Zeitpunkt verschlafen, den unsere Nachbarn verschlafen haben …

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Comfortably numb

Die Meinungen gehen ja immer stark auseinander bei Musik. Dass oben genannter Titel eines der besseren Werke von Pink Floyd war, wird selbst von den generellen Kritikern des ‚The Wall‘-Albums selten angezweifelt. Aus Gründen. Wer will, kann sich hier auf Youtube ja noch einmal für sechseinhalb Minuten angenehm betäuben lassen …

Ich werde hier sicher keine Werksschau angehen und lasse die Einbettung des Liedes in den Gesamtkontext des Albums mal ganz außen vor. Abgesehen von den natürlich fast schon Geschichte gewordenen Gitarrensoli hat mich immer ein Textausschnitt besonders in seinen Bann gezogen:

When I was a child
I had a fever
My hand just felt like
Two balloons
Now I’ve got that feeling once again
I can’t explain
You would not understand
This is not how I am

Denn an das Gefühl, als Kind mit Fieber im Bett gelegen zu haben, erinnere ich mich sehr wohl. Und irgendwie auch sehr gerne. Ich meine, machen wir uns nichts vor: Krank sein ist scheiße! Aber dieses fiebrige Wegträumen mit der veränderten Körperwahrnehmung hat zweifellos etwas rauschhaftes. Ich kenne einige Leute, die das gar nicht mögen. Ich hab das immer geliebt. Und ich vermute, ich kann froh sein, dass mich meine Fahrerjobs und mein personelles Umfeld immer von harten Drogen ferngehalten haben.
Für die o.g. Betäubung, die der Protagonist Pink in ‚The Wall‘ sucht, habe ich nicht viel übrig. Dieses Verlangen kenne ich von meiner Mutter, die der Betäubung durch Alkohol ihr Leben opferte und deswegen Ende 2009 verstorben ist.

Aber Rauschzustände an sich … ich bin kein Kontrollfreak. Ich finde es faszinierend, was unsere Psyche uns glauben machen kann und ich bin nicht grundlos belesen in Feldern wie Psychologie u.ä. Es bleibt trotzdem dabei: Außer auch hier und da mal ein Glas zuviel zu heben muss ich schon Fieber haben, um diese Grenzerfahrungen zu machen.

So gesehen waren die letzten zwei Tage fast schon schön. Ich lag krank zu Hause, und am ersten Tag bin ich tatsächlich das ein oder andere mal weggedämmert, mit der Hand über mir völlig unbekannte fremdartige Oberflächen fahrend, wilde Muster vor meinen Augen sehend … und dennoch wissend, dass ich gerade meine Bettwäsche begrabble, in der ich jeden Tag schlafe.

Ich hoffe, dass ich heute Abend wieder fit genug zum Arbeiten bin. Ich hoffe auch, dass ich in nächster Zeit nicht wieder krank werde. Aber wenn schon, dann versuche ich es auch zu genießen – ein Tipp, der übrigens in allen Lebenslagen ziemlich sinnvoll ist. 🙂

Und wenn ihr das nicht versteht, helfen wieder o.g. Zeilen:

I can’t explain
You would not understand
This is not how I am

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