Servo 3000

Es ist doch zum Kotzen.

Jetzt wird die Reparatur der Kiste am Ende doch 3.000 € kosten. Ich habe gute Gründe, das jetzt anzunehmen, aber mindestens einer davon ist auch, dass wir einfach keinen Bock mehr haben, uns damit rumzuschlagen. Es ist so ärgerlich, dass sich die Klischees manchmal halt doch bewahrheiten – wie eben zum Beispiel, dass Rechnungen von Handwerkern am Ende immer maximal schlimm werden. Um ehrlich zu sein: Mich nervt die Tatsache gerade fast mehr als der Betrag, auch wenn ich trotz aller Annehmlichkeiten nicht sagen will, dass „1.000 € hin oder her“ ja kein Problem sind. Es ist alles eine Frage des Standpunktes und im Vergleich zum Leben vor 10 Jahren ist das gerade schon so und ich schaffe es im Alltag ganz gut, nicht den Fehler zu machen und mit ein paar Euro mehr in der Tasche plötzlich Dramen aus Dingen zu machen, die keine sind. Wir haben alle zu essen, die Miete ist bezahlt, die Spritpreise stören uns trotz baldigem Urlaub nicht, kurzum: Keiner hier wird eine Scheibe Käse weniger auf dem Brot haben, obwohl die Kosten fürs Auto jetzt hoch sind. Aber ich spüre so eine innere Enttäuschung deswegen.

Dabei hab ich übrigens keinen Grund, jetzt der Werkstatt an den Karren zu fahren. Die Kosten sind nachvollziehbar und vor allem darin begründet, dass der TÜV-Prüfer noch drei Sachen mehr gesehen hat als der, der das Auto vor 4 Wochen angeschaut hat. Natürlich kann man da rumrätseln, wer jetzt Recht hat etc. pp., aber tatsächlich ist das ja genau das, was ich mit meinem Geld an Fachleute outsource, die das gelernt haben. Eigentlich liegt halt gerade genug zu tun und zum dran denken rum, dass ich mir den Scheiß gerne erspart hätte. Zumal wir ja bei der letzten Inspektion vom anderen Auto ein paar Sachen aufgeschoben haben, was bedeutet:

Im Sommer werden wir grob (also wahrscheinlich zu niedrig) geschätzt 5.000 € in unseren Fuhrpark gesteckt haben und am Ende haben wir nur zwei noch ältere Autos als davor. Manchmal ist es bitter.

Oder eben wie eingangs geschrieben zum Kotzen.

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Ende gut, alles ok

Was ich gestern auch noch hingekriegt habe, war dann der unfreiwillige zweite Termin beim Gesundheitsamt. Der ja entstanden ist, weil der Arztstempel auf dem Formular gefehlt hat. Das ist nach wie vor kein Grund, den gesamten Verlauf gutzuheißen, aber ich hab es letztes Mal ernst gemeint: Ich bin ja eigentlich nicht der Typ, der einfach nur immer meckern will.

Jetzt, für diesen Fall, muss ich schon zugeben, dass es eigentlich so gelaufen ist, wie man es sich von seinen Besuchen auf Ämtern wünschen würde:

Ich hab (dreist, aber in Anbetracht der Umstände in meinen Augen gerechtfertigt) am Mittwoch vormittag, als uns das Formular vorlag, um einen Termin vor den Ferien gebeten. Eine Stunde später kam die Antwortmail mit drei Vorschlägen, einer an jedem möglichen Tag. Mittwoch nachmittags, Donnerstag früh und Freitag mittags. Alles nicht perfekt, aber da ich bei mir auf Arbeit wegen der Teilzeitanstellung nicht der Kernarbeitszeit unterliege (Lifestyle-Entscheidung, man kennt es) und es bei uns sowieso unfassbar unbürokratisch geht, während der Arbeitszeit mal aus privaten Gründen Pause zu machen, hab ich mit zwei Kollegen ausgemacht, dass ich zu unserem Teamtermin nicht da bin und war am Donnerstag pünktlich um 9.15 Uhr beim Amt und um 9.28 Uhr mit abgesegnetem Formular und ohne nochmal zu bezahlen wieder draußen. Besser geht es wirklich nicht.

Ich gebe zu, ich hab mich sehr zurückgehalten, denn natürlich war die Bearbeiterin die, die mich letztes Mal so herb abgebügelt hat, aber ich hab meinen Ärger runtergeschluckt und einfach getan als hätte ich sie noch nie gesehen und in meinem Fall bedeutet das dann halt, dass ich bis zur Ekligkeitsgrenze freundlich war. Innerlich hab ich mich ihr ehrlich gesagt einfach nur unverschämt überlegen gefühlt, weil ich das genau so durchgezogen habe, aber wer ist schon immer ehrlich?

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Servodigse-Entscheidung

Wie alles im Leben hat sich auch die Sache mit der Entscheidung über den alten Skoda ein bisschen gezogen. Tatsächlich war bis heute nicht wirklich klar, wie groß der Schaden ist. Vor allem war da die Frage, ob nur die Pumpe oder auch das Steuergerät defekt ist. Unser Hausschrauber hat die ehrliche Karte „Kenn ich mich nicht mit aus“ gezogen, was ich im Gegensatz zu vielen anderen für großartig halte. Menschen – gerade welche, die einem gegen Geld bei Problemen helfen – sollen doch einfach sagen, wenn sie an ihre Grenzen kommen!

Wir haben alle welche und ja, hätte ich erwartet, dass er als Allround-Schrauber schon da an seine gerät?

Nein. Aber genau deswegen hätte er mir auch jeden Scheiß andrehen können.

Naja, jetzt sind wir beim Elektroschrauber gewesen und der sagt nach kostenpflichtiger Beaugapfelung, dass er uns die Servolenkung für 1.500 € gefixt kriegt. Da käme dann immernoch Betrag X dazu, wenn zusätzlich alles für den TÜV gemacht wird, so dass wir am Ende im guten Fall nahe an den 2.000 € wären, die uns ursprünglich als „Best Case“ genannt wurden. Das ist wirklich eine unverschämte Stange Geld für so ein altes kleines Autochen. Aber es ist halt auch die allereinfachste Lösung, denn am Ende fallen halt auch erst einmal etliche Stunden für Suche, Entscheidung, Testen, Kaufen, Anmelden etc. pp. weg. Ja klar, ein bisschen umgesehen habe ich mich schon und das war nicht nichts, aber halt auch erst die Spitze des Eisberges. Mal ganz davon abgesehen, dass es fürs erste halt dann trotzdem auch „nur“ 2.000 € wären, was im Vergleich zu einem neuen Auto halt ein Witz ist.

Ich persönlich fühle mich mit der Entscheidung eigentlich ganz wohl, auch wenn ich inzwischen wirklich keine emotionale Verbundenheit mehr zu einem Auto empfinde. Naja, es bleibt trotzdem noch bis morgen abzuwarten, wie schlimm es dann insgesamt wird, aber von einer allzu großen Überraschung gehen wir nicht aus, das Thema ist jetzt also wohl doch erst einmal durch. Ich hoffe mal, dass wir das nicht demnächst schon bereuen. Allerdings muss ich auch da sagen: Emotional hängt die Latte da auch nicht so hoch. Natürlich will ich das Geld nicht zum Fenster rausgeschmissen wissen, aber wenn jetzt noch was unvorhergesehenes passiert im nächsten Jahr, dann war es halt das: Unvorhergesehen. Und kein Beweis dafür, dass eine andere Lösung zwingend die bessere gewesen wäre.

Und vielleicht, vielleicht … (ihr merkt, ich glaube selbst noch nicht dran) ist ja, wenn es das endgültig für eines der Autos gewesen sein wird, so langsam auch mal ein ernstzunehmender Markt für gebrauchte E-Autos da. Wir werden sehen. Das ist es eigentlich auch schon: Wir haben uns entschieden und jetzt werden wir sehen.

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Noch mehr Rants? Noch mehr Rants.

Bin ich eigentlich nur noch am Meckern? Manchmal, wenn ich online was schreibe, fühlt es sich ein wenig so an, dabei muss aber auch ein bisschen die Auswahl dessen Schuld sein, was mich abends noch an die Tastatur treibt. Auch wenn ich einräumen muss, dass ich schon zufriedenere Zeiten in meinem Leben hatte: Ganz so wild, dass ich verbittert rumsitze und auf alles schimpfe, ist es dann auch nicht.

Gestern früh saß ich zum Beispiel im Gesundheitsamt und habe überlegt, dass ich, abgesehen vom Procedere – für das sie aber nichts können – echt mal ein Lob aussprechen könnte dafür, wie stressfrei und eigentlich sogar nett das mit denen immer ist.

Procedere, immer, … was?

OK, ich dachte, ich hätte mal erwähnt, wie nervig das mit den Bescheinigungen ist, die man braucht, wenn man Betäubungsmittel ins Ausland mitnimmt – und jetzt finde ich das auf die Schnelle nicht mehr. Aber ist ja schnell erzählt: Man muss sich dieses Formular vom Gesundheitsamt runterladen und ausfüllen. Dann schickt man das an den verschreibenden Arzt, der da sein OK draufsetzt, dann schicken die einem das wieder zu. Klar, mit Glück sitzt der Arzt in derselben Stadt, bei uns halt nicht. Das ausgefüllte Formular scannt man dann ein und schickt es im Rahmen der Terminvereinbarung ans Gesundheitsamt, die raten zu vier Wochen Vorlauf, meist geht es aber schneller. Wenn man dann den Termin hat, geht man hin, bezahlt neun Euro unten an der Kasse und wird dann zwei Stockwerke höher geschickt, wartet ein paar Minuten und kriegt es mit dem OK vom Gesundheitsamt und darf dann die darauf stehenden Betäubungsmittel an genau den Tagen in genau der Menge mitführen. Um in unserem Fall 6 Tabletten einmal über die Grenze zu schippern sind das neben dem Ausfüllen des Formulars ein paar Mails, einmal auf die Post warten und ein Termin, der einem als arbeitendes Elternteil eigentlich nie so richtig passt.

Wenn ich schreibe, dass mich so Kleinigkeiten nerven, dann nicht wegen dieser Kleinigkeit, sondern aus zwei Gründen:

  1. Es sind im Laufe der Zeit sehr viele solche Kleinigkeiten
  2. Es ist ärgerlich, wenn man z.B. an einem dreistufigen Prozess schon ohne entsprechendes Studium drei Optimierungsmöglichkeiten sieht

In dem Fall jetzt sollte es eigentlich reichen, dass der Arzt das Formular erstellt. Von uns werden zusätzlich zu den beim Arzt liegenden Daten nur Start- und Enddatum der Reise sowie die Personalausweisnummer benötigt, fertig. Die eine Mail schreibe ich gerne. Dass das danach nicht direkt ans Amt geht, sondern bei uns zwischenlandet, ist völlig unnötig. Ebenso unnötig ist, dass ich da hinfahre. Bezahlen kann man mit Karte und ausweisen muss ich mich da auch nicht. Die ganze Autorität des Zettels geht vom Arzt aus. Danach könnte das Amt einfach eine Mail schreiben: „Wir sind fertig, hier die Kontonummer, wir schicken es nach Zahlungseingang zu.“

Aber so ist es halt nicht, meinetwegen.

Dann sitze ich gestern zwischen Kita und Arbeit beim Amt und freue mich, dass ich keine 5 Minuten warten musste, bis die Bezahlung geklärt war. Dann ab in den dritten Stock und weiter geht es.

„Ja, das können wir nicht machen. Da fehlt ja ein Stempel vom Arzt.“
„OK, ich verstehe. Aber ich hab ihnen das doch extra vorab – vor drei Wochen – zugeschickt und einen Termin gemacht. Warum haben Sie denn nichts gesagt, bevor ich hierher gefahren bin?“
„Dass da noch ein Stempel drauf muss, ist ja offensichtlich.“
„Womit Sie meine Frage genau gar nicht beantwortet haben.“
„Ja, jedenfalls geht das so nicht!“

Also noch eine Mail an die Ärztin, dann vermutlich morgen nochmal Beim Amt einen Termin machen und natürlich den Scan nochmal schicken, dann nochmal hinfahren …

Laut Aussage der einen Beamtin muss ich die neun Euro nicht nochmal bezahlen, aber ratet mal, worauf ich aus Gründen meiner persönlichen Psychohygiene nicht wetten werde?

Und um ehrlich zu sein: Als ob wir als Familie jemals an der Grenze kontrolliert UND dabei die Tabletten gefunden werden würden. Der Gegenwert der ganzen Chose ist also auch noch bizarr niedrig.

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Das Alter, der Winter, die Spiele

So, darf jetzt auch mal wieder Frühling werden!

Zugegeben, hier und da trauere ich manchmal den Taxi-Tagen mit ihrer Nachtschicht hinterher. Ich mag die Nacht immer noch sehr gerne, aber das ist schon auch ein bisschen verzerrte Wahrnehmung. Denn richtig geil ist die Nacht vor allem, wenn man da auch was machen kann und mein derzeitiges Leben hat halt einen normalen Rhythmus mit morgendlichem Aufstehen. Und ich merke so langsam, dass – ganz schleichend, im Laufe der Jahre – auch bei mir bisweilen so eine kleine Winterdepression Einzug hält. Sicher nicht im wortwörtlichen klinischen Sinne, es ist nur so ein Begriff, der sich sehr passend anfühlt für diese leicht negative Stimmung.

Wozu ich die Nacht, also eher den späten Abend, gerade immer noch vorwiegend nutze, ist das Zocken. Was immerhin noch so einen kleinen Hauch dieses „Nachts kann ich endlich machen, was ich will“ mit sich bringt. Aber selbst da merke ich gerade, dass ich gerne ein bisschen mehr Sonne brauchen könnte. Also nicht nur klassisch Sonne draußen, damit man endlich wieder mit runtergelassenem Rollo spielen kann, sondern ich merke, dass ich gar nicht die ganze Zeit die düsteren Spiele haben will. An sich bin ich ja durchaus ein Freund von Horror und Postapokalypse und dazu passend ist halt auch die Auswahl an Games in diesen Settings so umfangreich, dass sie meine Sammlung schon dominieren. Und so merke ich gerade, dass es in meiner Sammlung halt gar nicht so viele spaßige Shooter gibt, die bei Tag und Sonnenschein spielen – und die ich dann noch nicht drölfzig Mal gespielt habe wie die ganzen Far-Cry-Teile.

Auch wenn ich nicht glaube, dass mir irgendein Meilenstein entgangen ist: Ich freue mich über Tipps. 😀

Und ansonsten wie gesagt: Wird Zeit für Frühling, echt jetzt!

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„Das machen wir hier immer so“

(kleiner anekdotischer Gesundheitssystem-Rant)

In einem Monat habe ich einen Arzttermin fürs Knöpfle. Dort wird mir mitgeteilt werden, dass die Befunde unauffällig waren, aber nicht so wirklich eindeutig. Und je nachdem wie die Laune der Neurologin ist, werde ich nochmal darum bitten müssen, eine Diagnose-Möglichkeit in Betracht zu ziehen. Die, die wir fünf Termine zuvor angefragt hatten. Aber vermutlich müssen wir davor noch ein CRT machen.

Von vorne:

Das Knöpfle hat einen großen Kopf. Das überrascht niemanden, der mich mal gesehen hat und das ist seit vor seiner Geburt bekannt. Jetzt hat uns die Tatsache, dass er sprachlich nicht ganz so schnell ist (und da vermutlich auch extra Unterstützung braucht) in Kombination mit dieser altbekannten Tatsache vor einem halben Jahr ungefähr von der Kinderärztin eine hektische Überweisung in die Neurologie im örtlichen sozialpädiatrischen Zentrum (SPZ) eingebracht.

Zugegeben: Ungewöhnlicher Schädel + Kognitives Gedöns = potenzielles Problem

Wir verstehen das. Ehrlich gesagt haben wir eine Idee, natürlich ohne Profis zu sein, dazu müsste man aber einen Gentest machen. Und das ist natürlich nicht vorgesehen. Was an sich ok ist. Wir reden hier von einem super zufriedenen und allem Anschein nach gesunden Kind, das muss man nicht gleich anzapfen, bloß weil die Eltern …

Ja nee, WIR wollten ja gar nix. Die Kinderärztin hat gesagt, wir müssten mal. Und die im SPZ, die haben auch nicht wirklich Angst, zu invasiv oder zu aufwändig zu werden, die gehen nur schön der Reihe nach vor, weil die das „immer so machen“. Das heißt zum Beispiel, dass man eben nicht einen Termin kriegt, sondern fünf. Und die nacheinander. Und zwar im Abstand von hier mal zwei Wochen, da mal zwei Monaten. Immer so, dass einer Urlaub nehmen muss.

Das letzte bisher war jetzt am Anfang der Woche das Schlaf-EEG. Wisst Ihr, wie stressig ein Schlaf-EEG für alle Beteiligten ist?

Also ich bin dankbar für die medizinischen Möglichkeiten heutzutage, ich kann das nicht oft genug betonen, aber ein Schlaf-EEG bei einem Vierjährigen zu machen, einfach weil man das immer in der Reihenfolge macht, das ist völig bizarr. Das Kind bis nachts wachhalten, morgens zu früh wecken, dann bis zum Termin wachhalten … für Nichteltern ist das vielleicht nicht so ganz nachvollziehbar, aber wie soll man denn einen übermüdeten Vierjährigen auf einer halbstündigen Autofahrt wachhalten? Am besten alleine als Fahrer, wenn man gerade vielleicht nicht die Kapazitäten hat, um zu zweit Urlaub für so einen Spaß zu nehmen.

Es hat gut geklappt, das möchte ich schon ehrlich sagen: Lange wachbleiben ist fürs Knöpfle eh ein gängiger Wunsch und morgens kriegt man ihn mit mehreren Runden Frühstück zu fast allem. Und als er dann um 11:30 Uhr völlig fertig und mit gelverschmierten Haaren aus dem Untersuchungszimmer gewankt ist, seinen Kuschelaffen im Arm, da waren wir dann schon auch ein wenig stolz auf ihn. War ich auch vor drei Wochen während seiner einstündigen ergotherapeutischen Begutachtung ein Stockwerk höher. Und Sophie vor zwei Monaten, als …

Und das ist alles nur die Diagnose. Stellt Euch mal vor, da kommt noch eine Behandlung dazu.

Wir haben den ganzen Scheiß ja mit dem Spätzle wegen seines ADHS damals schon in ähnlicher Weise durchgemacht. Deswegen bin ich – wie vermutlich die meisten Betroffenen – immer sehr kurz vor einem Kinnhaken quer durchs Stammhirn des Gegenübers, wenn irgendwer von „Modediagnosen“ spricht, als ob man da mal nachmittags nach der Arbeit gegenüber zum Arzt geht und sagt, dass das Kind nicht auf einen hört und man jetzt Medikamente dagegen will.

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Deutschester Samstagsausflug

Man kann samstags ja sicher viel klischeebeladenes tun, aber irgendwo hinter Ikea-Einkauf und Autowäsche steht vermutlich ein gemütlicher Bummel durch Autohäuser. Schätze ich zumindest, ich bin noch nicht so übertrieben gut im Spießigsein. Wobei, doch, eigentlich schon.

Allerdings muss ich anmerken, dass ich es vor allem immer noch nicht gemütlich finde. Ich hab den Anfang vom ersten Schritt in Richtung neues Auto gemacht und hab in einer uhrzeigersinnähnlichen Route einige zusammengewürfelte Autoverkäufer der zwei nächstgelegenen Landeshauptstädte abgegrast um denen sinngemäß zu sagen:

„Ich hab noch keine Ahnung was ich suche, ich bin nur hier, um an allen Autos, an die sie mich ranlassen, die Sitze zu verstellen.“

Und nein, ich hab das viel netter und sogar mit halbwegs aufrechtem Bedauern gesagt.

Es ist nunmal so, dass ich wie beim Schuhkauf erst einmal nach der passenden Größe frage und mir dann überlege, was ich mit den Infos anzufangen gedenke. Umgekehrt kann das nämlich eine Lebensaufgabe werden und meinetwegen könnte der ganze Scheiß jetzt schon vorbei sein.

Das Ergebnis dieser Rundreise kann sich im Übrigen sehen lassen, denn auch wenn ich wenig überzeugt bin, dass die Autoindustrie besser geworden ist und eher vermute, dass ich schon wieder zwei Zentimeter Längenmaß durch Wirbelsäulenverfall eingebüßt habe: Ich habe echt in einige Autos reingepasst – und zwar so, dass ich Chancen für den Nachwuchs auf der Rückbank sehe. Ich möchte an dieser Stelle immer noch sagen, dass ich es furchtbar finde, dass man nach sowas immer noch nicht sinnvoll wählen kann oder dass es immer noch keine Hersteller gibt, die sich auf das Thema „Hinter dem großen Fahrer muss noch jemand auf dem offiziell für Erwachsene zugelassenen Sitz sitzen können, obwohl dieses Auto neu unter 70.000 € kostet“ spezialisiert haben, aber vermutlich ist es auch einfach wichtiger für die Wirtschaft, dass jetzt die Hälfte aller Privat-PKW die Reifen von Schwertransportern aus den 70ern wieder auftragen könnte.

Aber ja: Nach erster Inaugenscheinnahme brauchbar sind Hyundai i10 – i30, Seat Leon, Fiat Tipo, Skoda Oktavia, Nissan Micra, Peugeot 308. Wie gesagt: Nach erster Inaugenscheinnahme, das ist jetzt noch keine Empfehlung. Den Nachfolger vom Fabia hab ich noch nicht auftreiben können und eine Runde durchs Angebot von Mazda und Toyota steht auch noch aus. Trotzdem: Mehr als ich erwartet hatte. Ist doch auch mal nett.

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