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Archiv für die Kategorie ‘Medien’


Vierfach-Fail

31. August 2010

Es ist jetzt nicht so, dass es wirklich witzig wäre…

…aber es ist schon derb, wenn von der Polizei ein Auto gestoppt wird, und sich ergibt, dass

  • der Fahrer betrunken ist
  • der Fahrer keinen Führerschein hat
  • das Auto stillgelegt ist
  • die Kennzeichen geklaut sind

Es erinnert schon an den alten Witz mit dem Wagen, der angehalten wird, weil dem Fahrer als einmillionstem Straßenbenutzer ein Geschenkkorb überreicht werden soll, und daraufhin der Fahrer zum Beifahrer meint: “Ich hab doch gesagt, dass wir mit dem geklauten Auto nicht weit kommen.” Der erwidert: “Hören sie nicht auf den, der ist besoffen.” “Na und? Ich hab ja nicht mal einen Führerschein!” Und aus dem Kofferraum kommt dann die Stimme: “Sind wir schon über der Grenze?”

Angesichts von sowas kommt man sich umso alberner vor, wenn man sich denkt:

“Ups, ich fahr ja 60 statt 50. Jetzt mal etwas langsamer…”

Author: Sash Categories: Medien

Verbuddeln, verbuddeln!

25. August 2010

Nun ist es also so weit: Der Hauptbahnhof meiner alten Heimatstadt wird in diesen Augenblicken… ja, was wird er? Zurückgebaut? Wie nennt man einen Teilabriss, wenn das Gebäude denkmalgeschützt ist?

Ist ja auch egal.

Die Bauarbeiten an Stuttgart 21 haben damit wohl begonnen. Die taz berichtet, dass es derzeit wohl schon Gegendemos gibt und heute Abend eine Großdemo – mal wieder eine – geplant ist. Schade, dass ich in Berlin bin, ehrlich!

Stuttgart 21 ist mit Sicherheit ein zweischneidiges Schwert. Dass Stuttgart es nötig hätte, verkehrstechnisch optimiert zu werden, wird kein Stuttgarter bestreiten. Inwiefern das Verbuddeln des Bahnhofs diesen Zweck erfüllt, ist indes fraglich. Klar, es geht nicht um das Vergraben von Bahnhof und Geld allein. 60 Kilometer Gleise sollen neu verlegt werden, 3 neue Bahnhöfe, von S-Bahn-Station bis Fernbahnhof, gebaut werden, und so weit ich mich erinnere (kann es aber gerade nicht fnden) kamen auch noch ein zwei neue Brücken dazu.

Und eben das Tieferlegen des Hauptbahnhofs, damit dieser nun Durchgangs-, statt Kopfbahnhof wird, mit Reduzierung der Gleise von 17 auf 8, was wiederum zur Folge hat, dass mit nicht weniger als 18 neuen Tunneln die komplette Stadt unterquert werden muss.

Ich bin kein Verkehrsexperte, und ich bin kein Konservativer. Änderungen sind ja nicht schlecht, und die Überlegung, den Flughafen Stuttgart mal vernünftig an den Fernverkehr anzuschließen, ist ja so dämlich nicht.

Aber ein bisschen aus dem Ruder gelaufen ist das Projekt meines Erachtens nach schon. Schon das Finanzierungskonzept passt wahrscheinlich hinten und vorne nicht. Ich weiss noch, dass es anfangs um die Kleinigkeit von 5 Milliarden DM ging. Heute geht man von 4 Milliarden € aus, Gutachten von Kritikern vermuten bis zu 8,7 Milliarden €. Das wiederum kann man gar nicht so sicher sagen, da ein Teil der Kosten durch den Verkauf von Grundstücken gedeckt werden soll – die aber natürlich erst frei sind, wenn der Spaß fertig ist.
Und wie bei jedem Projekt dieser Größe ist im Vorfeld eine Menge gemauschelt worden. Irgendwo hab ich neulich gelesen, dass die Stadt schon im Vorfeld Geld an die Bahn zahlt, damit sich der Aufwand lohnt oder so… alles ein wenig undurchsichtig.

Im Übrigen hat der Berliner Hauptbahnhof etwa 500 Millionen € gekostet. Ich würde mich einfach sehr wundern, wenn ausgerechnet Stuttgart es schaffen sollte, mit “nur” dem achtfachen dieses Budgets de facto 4 Bahnhöfe, 57 km Schienen, 18 Tunnels etc. zu bauen. Das glaub ich einfach nicht.

Kritiker bemängeln indes nicht nur die Geldverschwendung. Auch wenn sicher seit dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs im letzten Jahr viel Paranoia auf dem Gebiet herrscht, scheint es doch fragwürdig zu sein, ob der Stuttgarter Untergrund – oder vielleicht auch nur die bedeutenden Mineralquellen – die umfangreiche Untertunnelung einfach so wegstecken können.

Außerdem wird allein für die Abraumentsorgung eine Schneise durch den zentralen Park in Stuttgart, den Schloßgarten bzw. Rosensteinpark geschlagen werden. Neben den üblichen bedrohten Käfern, Vögeln und Fledermäusen ist auch noch fraglich, wie sich die diffizile Klimasituation im Stuttgarter Talkessel entwickeln wird, wenn die rund 100 Hektar Gleisanlagen erstmal in ein Neubauviertel umgewandelt sind.

Es geht also nicht um eine kleine Baustelle und die Frage, ob jetzt der alte Bahnhof schön ist oder nicht. Je nach Umfrage sind zwischen einem und zwei Drittel der Stuttgarter Bevölkerung gegen das Projekt, das im Übrigen so einfach zu realisieren scheint, dass es nicht einmal eine ernsthafte Überprüfung von Alternativen gab. Und alleine die Tatsache, dass sich in der sonst so überschaubaren Schwabenmetropole bis zu 20.000 Leuten aufraffen, um gegen die Geschichte zu demonstrieren, und nicht nur die üblichen 2.000 Spaßbremsen, von denen wie ich sowieso einige abgewandert sind, das ist schon beachtlich.

Randaliert ein bisschen für mich mit heute Abend!

Nachtrag 26.8.2010, 5:00:

goldie giftig ist gerade am Spamschutz gescheitert und hat mich gebeten, folgendes noch reinzuhauen:

http://www.swr.de/nachrichten/bw/-/id=1622/nid=1622/did=6763378/1dxqms6/

unser bfe ist auf kuschelkurs (bis auf wenige ausnahmen, zumindest für ihre verhältnisse)

http://www.parkschuetzer.de/
http://www.bei-abriss-aufstand.de/
http://www.spiegel.de/thema/stuttgart_21/

Falls jemand sich näher informieren will…

Nachtrag 26.8.2010, 6:45:
Inzwischen auch schön im Vordergrund zu sehen, wie die Polizei einmal mehr das erst neulich als verfassungsrechtlich unerlaubt eingestufte “präventive Filmen” bei Demonstrationen einfach weiter betreibt…

Author: Sash Categories: Medien, Politik, Vermischtes

Bitteres Spiel

24. August 2010

Ich weiss, man sollte nicht über die Gebrechen anderer Leute lachen. Aber bei das Memory-Video, das ich heute via cartoonland gefunden hab, treibt einem doch irgendwie die Tränen vom Lachen ins Auge:

Ich bin böse, ich weiss ;)

Author: Sash Categories: Medien

Falls Verpixler hier wohnen…

18. August 2010

Die Panik um Street View geht mir gewaltig auf den Keks gerade! Ein Haufen unfähiger verblödeter Arschkrampen streitet sich um ein Thema, von dem keiner der Beteiligten auch nur den Hauch einer Ahnung zu haben scheint.

So wird folgender Quatsch tatsächlich verbreitet:

“Ich werde mein Haus schwärzen lassen. Ich glaube nicht, dass die Verantwortlichen von Street View glücklich wären, dass man ihnen beim Nacktbaden im Garten zuschaut.”

(Jeanette Biedermann)

“Wir wollen unser Haus auf jeden Fall schwärzen lassen. Street View fördert Kriminalität. Und wir möchten nicht, dass jemand unsere Kinder beim Spielen im Garten sieht.”

(Sky Dumont und Miriam)

“Tolle Sache! Wenn ich unterwegs bin, kann ich mich überzeugen, ob meine Häuser in New York, Stockholm und L.A. noch stehen. Eins muss tabu sein – In die Fenster reinzufilmen!”

(Marcus Schenkenberg, Model)

“Ich habe mir bewusst ein Haus gesucht, das nicht von allen Seiten einsehbar ist. Das soll jetzt nicht durch Google auf den Kopf gestellt werden.”

(Martin Wichmann, Bild-Redakteur)

Es gibt auch hyperbekloppte Polizisten, die gleich an ganz andere Dinge denken:

“Es ist rechtlich unklar, ob eine virtuelle Streifenfahrt möglich ist.”

(Rainer Wendt, Deutsche Polizeigewerkschaft)

(Aus der Bild, via bildblog, bzw. FAZ via Lawblog)

Ich meine: Ja, man kann bei Google Street View Häuser sehen. Boah, Bombe! Voll krass!

OK, damit wir uns richtig verstehen: Privatsphäre ist ein schützenswertes Gut, dieser Meinung bin ich immer gewesen. Ganz gleich, ob ich selbst davon viel Gebrauch mache oder nicht. Der Witz an der Geschichte ist: Menschen haben ein Recht auf Privatsphäre, aber doch nicht Häuser! Ob Street View jetzt so ein tolles Projekt ist, oder verschwendetes Geld, das sei mal dahingestellt. Fakt ist, dass diese blöden Bilder von öffentlich zugänglichen Straßen aus überhaupt nichts aussagen.

Beispiel:

Marzahner Promenade 24 bis 29, Quelle: Sash
Marzahner Promenade 24 bis 29, Quelle: Sash

So, das ist eine Aufnahme von der Straße aus. Gehen wir mal davon aus, ich als Bewahrer meiner Privatsphäre hätte kein Impressum, in dem meine Postadresse steht, was würde uns dieses Foto sagen: Es sagt uns, dass vor einem Wohnblock in der Marzahner Promenade gelbe Mülltonnen vor dem Haus stehen und dass das untere Stockwerk hässlich orange bemalt ist. Aber selbst das trügt, denn das Foto ist von 2008, genau wie die Google-Bilder bei Street View. Keiner, der hier nie war, weiss, ob diese blöden Tonnen da immer noch stehen! Aus diesem Foto kann man nicht erkennen, dass ich hier wohne, oder was sonst so aktuell passiert. Man weiss nicht, ob hier Kinder auf der Wiese spielen oder ob dieses Haus tatsächlich noch existiert. Und die andere Seite des Hauses, eine Fußgängerzone, wird auch nicht von Google auf den Kopf gestellt, bloß weil ein Bild-Redakteur an digitalen Voodoo glaubt.

Ich habe dieses Foto völlig legal geschossen und völlig legal hier hochgeladen. Sollte jetzt jemand aus meinem Haus (sind um die 15 Parteien pro Hauseingang) die Verpixelung bei Street View beantragen, hab ich dann noch ein Recht dazu? Wollen wir wirklich auch noch das Fotografieren auf der Straße verbieten? Und wer soll das Recht bekommen: Hauseigentümer, Mieter, Obdachlose auf der Durchreise, jeder?

Und die bekloppte Panik wegen der 2,90 m Höhe, aus der die Fotos gemacht werden: Jeder LKW-Fahrer und Reisebus-Fahrgast sitzt über dieser Höhe. Wenn ich mich strecke, kann ich auch googlegleiche Fotos machen. Sind wir ehrlich: Es ist eine löbliche Eigenart von Frau Biedermann, nackt im Garten zu baden, aber Google ist dabei sicher weniger aufdringlich als die meisten Paparazzi. Die retuschieren nämlich nicht das Gesicht weg.

Kritik an Google ist ok, und Vorsicht ist beim Datenschutz durchaus geboten. Aber wenn sich jetzt auch noch Politiker einmischen, denen wir Videoüberwachung in der Fußgängerzone, den großen Lauschangriff und Debatten über Bundestrojaner zu verdanken haben, dann ist das wie das große Jahrestreffen der Vereinigung “Gewaltverbrecher gegen Ohrfeigen” im Kindergarten an der Ecke: Lächerlich!

PS: Klaus hat sogar eine Geschäftsidee dazu entwickelt, sehr schön.

Author: Sash Categories: Medien, Vermischtes

Vierter!

9. August 2010

Ich jubel nochmal kurz für Uruguay… ähm, naja. Gut, kommen wir von den 3,5 Mio. Urus zu den 3,4 Mio. Berlinern:

Die sind auch Vierter!

Marius aus Bielefeld hat mir eine Mail geschickt mit dem Link zu einem neuerlichen Taxi-Ranking.

Und Berlin schneidet also einmal mehr nicht sonderlich schlecht ab. Wir geben uns ja auch Mühe :)

Author: Sash Categories: Medien, Taxi

Neuer Kollege

4. August 2010

Zumindest was das Bloggen angeht…

taxiblog-halle.de hat hat neu aufgemacht, und die ersten Kundengeschichten lassen auf mehr hoffen.

Der Link findet sich auch rechts in der Navi unter Taxi-Blogs

Also lesen! Aber nicht meinen Blog vergessen :)

(via Aro)

Author: Sash Categories: Medien, Taxi

Korrektur / öffentliche Selbstgeißelung

3. Juli 2010

Heute Morgen schrieb ich unter der Überschrift Guter Dinge einen kurzen Beitrag zu meiner kindlichen Freude an einem hier nicht näher erläuterten Sportereignis. In diesem Zusammenhang schrieb ich über einen “alten verstaubten Sony-Fernseher”.

Eine hier nicht mit Namen genannte Blogleserin hat mich heute morgen nach dem Aufstehen darauf hingewiesen, dass ich damit eine Fehlinformation veröffentlicht hätte. Aufgrund dieses öffentlichen offensichtlichen Drucks sehe ich mich genötigt, mich bei meinen Lesern zu entschuldigen.

Es handelt sich um einen alten verstaubten “Philips-Fernseher”.

Der Stein des Anstoßes, Quelle: Sash

Der Stein des Anstoßes, Quelle: Sash

Grund für den Fehler war augenscheinlich eine ausgeprägte Recherchefaulheit in Kombination mit müdigkeitsbedingter Teilzeiterblindung. Ich bitte um Verzeihung.

Sash

Author: Sash Categories: Medien, Vermischtes