Eingewöhnung geht weiter

Die ersten Tage ist so eine Kita-Eingewöhnung ja eigentlich … Kinderfasching. Ich für meinen Teil stelle mit einigem Erstaunen fest, wie nett es ist, mit einem Haufen Kinder im Raum rumzusitzen und ihnen beim Spielen zuzusehen. Und in Anbetracht der Tatsache, dass die Zwergeulen nur so ein bis anderthalb Jahre alt sind, ist das keine nichtssagende Aussage, da das was dort als Spiel passiert, im Wesentlichen destruktiv ist und meistens nur durch Stürze der Protagonisten aufgelockert wird.

Da Sophie bisher die Krabbelgruppe einmal pro Woche mit dem Kleinen besucht hat, ist das aber wirklich nochmal eine neue Seite, die ich an ihm kennenlerne. Denn in meinem Beisein ist er ja stets der kleine allmächtige Held, der sich in seinem Spielzimmer sicher fühlt, was eben auch bedeuten kann, dass man mal zwei Sekunden nicht aufpasst und das Baby plötzlich aus ungeahnter Richtung auf einen draufklatscht, weil „Papa fängt mich immer!“. Und dann sitzt er jetzt ruhig und vorsichtig da, fast schon besonnen.

Und merkt es auch mal für eine Viertelstunde gar nicht, dass ich mich ein paar Meter weggesetzt habe und gerade keinen direkten Schutz biete. Er duldet sogar hier und da, dass Bauklötzchen-Türme gebaut werden. Etwas, das zu Hause sofort einen sehr niedlichen Killerinstinkt einrasten lässt, wodurch nicht einmal zwei einzelne aufeinandergestapelte Steine eine Chance haben, der totalen Durchpflügung des kompletten Bezugssystems zu entkommen. Besser, die Bauklötze liegen in drei verschiedenen Räumen als übereinander.

Natürlich ist er nicht zu 100% wie ausgewechselt, aber dass es bisher keine Verletzten gab, ist beeindruckend.

Klar, den Raum komplett verlassen darf ich noch nicht, aber es war schon beachtlich, dass mir die Erzieherin heute zu attestieren versuchte, dass er wohl Übung darin hätte und sicher öfter mal bei Oma alleine sei …

Meine ehrliche Antwort lautete wie folgt:

„Überhaupt nicht. In den inzwischen 14 Monaten waren es bisher exakt zwei Stunden, in denen nicht entweder ich oder meine Frau bei ihm waren.“

So ist es halt derzeit bei uns. Fast die komplette Familie wohnt ein paar Stunden Anfahrt entfernt, Großeltern hat er ja fast keine, wenn man das so sagen darf, wenn der einzige Opa 650 km entfernt wohnt.

Einen sehr engagierten Großonkel hat er hier in Berlin, aber der ist auch berufstätig und wenn er zu Besuch ist, sind Sophie und ich bis auf besagte zwei Stunden bisher eben trotzdem auch immer da gewesen.

Obwohl ich natürlich auch diesen Mein-Kind-ist-das-allerbeste-Bias habe: Ich glaube, er macht das wirklich auch objektiv sehr gut gerade. Und mal abgesehen davon, dass ein einziger kompletter Kita-Tag unsere kinderfreie Zeit gerade verdreifachen würde: Darum geht’s ja – dass der Kleine Spaß hat und tollen Input bekommt. Und wenn er das Rüstzeug, das zu genießen, schneller erwirbt, ist das doppelt gut.

PS: Inzwischen hat sich auch eine zweite Kita zurückgemeldet und das macht einen natürlich gleich nervös. Was, wenn die doch besser gewesen wäre, sollen wir nochmal, wollen wir …?
Wir haben beschlossen: Nein! Die hatten alle Vor- und Nachteile und außerdem läuft es bisher gut. Irgendwann muss man sich auch mal zurücklehnen können.

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