Hamster Vol. 1

„Der Tupfer is‘ ja noch drauf, also wo is‘ mein Feuer?“

Ich bin nicht unbedingt gemacht für intelligentes Verhalten, meine Folgsamkeit nach Arztbesuchen beschränkt sich traurigerweise meist auf überlebenswichtige Maßnahmen.

Die Zähnchen sind also draußen, bzw. ein Teil von ihnen. Nicht einmal der Großteil, auf der gestern angegangenen linken Seite waren es nur 4 von insgesamt 10. In Anbetracht der Tatsache, dass ich 31 bin und es die ersten waren, sollte ich vielleicht gar nicht so arg meckern über mein Gebiss. Es hat ja schließlich in meinem Körper auch eine Menge mitzumachen gehabt. Schachtelweise Zigaretten, dazu Tee, Kaffee und vor allem Cola in Mengen, die wir besser unerwähnt lassen. Das soll dereinst der Pathologe rekonstruieren.

Aber gut, jetzt ist erstmal Februar 2013 und die ersten vier Beisserchen sind Vergangenheit. Inwieweit sie sich gewehrt haben, kann ich nicht sagen, der Kieferchirurg meines Vertrauens hat tatsächlich bei der Betäubung gute Arbeit geleistet. Ein Zahn zumindest musste zersplittert werden, die meisten anderen Herumdrückereien konnte ich nicht wirklich einem Arbeitsschritt zuordnen. Fakt ist, dass ich bei keinem einzelnen Zahn bemerkt habe, dass er entfernt wurde.

Ein wenig anders traurigerweise die Betäubung. Wie gesagt: sie war gut und hat ihren Zweck mehr als erfüllt. Dummerweise war sie nicht weniger eklig als erwartet. Ich würde mich zwar allgemein nicht als Freund von Spritzen bezeichnen, aber außerhalb meines Mundes bin ich mit ihnen immer klargekommen. Im Kindesalter haben mich Impfungen nie gestört, aus der jüngeren Vergangenheit sei erwähnt, dass ich gegen’s Blutabzapfen eigentlich nix hab und mir nach meinem Beinbruch 2008 einige Anti-Thrombose-Spritzen selbst setzen konnte, ohne dass ich so ein Aufhebens drum gemacht hätte. Aber im Mund … hört mir auf!

Und dann waren es heute gleich zu Beginn 5 Stück, die 2 danach hab ich ehrlich gesagt nicht mehr bemerkt …

Ansonsten will ich mich nicht beschweren. Jetzt, da ich die Zeilen schreibe, ist der Eingriff gerade mal 13, vielleicht 14 Stunden her und ich hab seitdem ohne weiteres 2 Mahlzeiten zu mir genommen und hab weder ernstlich Hamsterform angenommen, noch irgendwelche Schmerzen, die wirklich dramatisch wären. 2 Ibuprofen (400er) hab ich zwar über den Tag hinweg genommen, aber die Dosis reicht bei mir allgemein gerade mal so für Kater-Kopfschmerzen – man kann also sagen, dass ich schlimmeres erwartet hätte.

Jetzt mal schauen, wie das alles verläuft. Immerhin bin ich eine ganze Woche krankgeschrieben, dann geht’s zum Fädenziehen. So lange sich jetzt nichts entzündet, wird das wohl eine recht lockere Woche. Derzeit blutet es gelegentlich noch ein wenig, für mich ist das allerdings vor allem ein Problem, weil ich den blöden Eisengeschmack nicht leiden kann.

Eigentlich könnte das alles auch „viel Lärm um nichts“ heißen, der Weltuntergang wurde wieder einmal verschoben. Wenn es mir wirklich gut geht und ich Lust habe, dann fahre ich vielleicht am Samstag sogar ein paar Stündchen mit der Taxe raus. Die zu vermeidende körperliche Anstrengung läuft mir ja auch bei der Arbeit nicht allzu regelmäßig über den Weg.

Möglich, dass Euch das alles nicht interessiert, ich wollte es mir trotzdem einfach mal von der Seele schreiben.

(Fast-)Hamster sind schließlich auch nur Menschen. 🙂

5 Comments

Filed under Haushalt, Vermischtes

5 Responses to Hamster Vol. 1

  1. Rosa

    zu den Spritzen: als ich vor ein paar Jahren beim Weißheitszähne-Ziehen war, bin ich an einen Kieferchriurgen geraten, der meinte, beim Zahnarzt muss nichts!! wehtun. Deshalb hat er die Stelle, wo die Spritze hinkam, vorher mit einem Betäubungsspay behandelt.
    Ich hab damals auch nicht verstanden, warum ich den nächsten Tag noch krankgeschrieben war.

  2. 4 von 10? Oh weia. Mag ich gar nicht dran denken, an so etwas. Wünsche dir aber auf alle Fälle gute Heilung.

  3. Rena

    10 Stück ist schon eine Nummer. Die Zahnarztspritzen sind auch nichts meines. Mir wird schon übel, wenn ich nur die Nadel sehe.

    Gute Besserung

  4. Matthias

    Mich würde schon etwas interessieren, und zwar warum das nötig ist. Ich bin jetzt auch nur drei Jahre jünger und Zähne waren bei immer das grausigste Thema von allen. Also, was sagt der Arzt denn warum sie sind wie sie sind oder was ist an ihnen kaputt? Kann man’s wirklich auf Zigaretten und Zucker runterbrechen?

  5. @Rosa:
    Ja, das wäre für mich sicher auch eine Lösung …

    @ednong:
    Wird schon, wird schon. 🙂

    @Rena:
    Danke! 🙂

    @Matthias:
    Ach, so genau wird man das wohl nie sagen können. Aber klar: viel schädliches Zeug, manchmal mangelhafte Pflege und zu guter Letzt 5 Jahre nicht beim Zahnarzt. Das alles in Kombo tut halt am Ende weh …

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