Monthly Archives: September 2011

Freiheitsentzug

Ich habe heute erfahren, dass ein Freund von mir zu einer etwa einjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Auch wenn ich persönlich bisher meist gute Erfahrungen mit der Justiz gemacht habe, bleibt mir kaum mehr, als ein „Fuck you!“ an die Beteiligten auszusprechen!

Ich kenne diesen Menschen als einen wirklich liebenswerten Kerl und es tut mir weh zu sehen, dass er wegen einer Rangelei bei einer Demo (bei der ich auch dabeigewesen wäre, würde ich noch in Stuttgart wohnen) derart harte Konsequenzen zu tragen hat.

Ja, ich bin nicht dagewesen! Ich kann somit nichts darüber sagen, ob die Anklagepunkte irgendwie rechtens sind (böse linksradikale Seite). Aber – und so viel Subjektivität müsst ihr mir zugestehen – ich weiss, dass nun ein wirklich beispiellos guter Mensch seiner Freiheit für ein Jahr seines Lebens beraubt wird, weil er sich aktiv mit etlichen anderen gegen eine beschissene rassistische Wahlkampfveranstaltung engagiert hat.

Ich hatte selbst schon Auseinandersetzungen mit unserer Staatsmacht und bin nur zufällig irgendwie immer auf den Füßen gelandet, ohne belangt zu werden für meine Gegenwehr gegen unsinnige Gewalt. Und genau diese Erfahrungen lassen mich vermuten und es nicht unplausibel finden, dass hier ungerechtfertigterweise ein Exempel an jemandem statuiert wird, der das nicht verdient hat.

Ich fühle mit ihm und verachte die Stuttgarter Staatsanwaltschaft dafür, dass Chris nicht zu meiner Hochzeit kommen können wird!

🙁

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Dinge, auf die ich stolz bin…

youtube!? Quelle: Sash

Viele Männer wissen, was gemeint ist.

Zur Beruhigung: War gar nicht leicht, einen Buchstaben zu finden, mit dem das klappt 😉

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Die unbekannten Bekannten

„Kann man um jemanden trauern, den man gar nicht persönlich kennt?“

Diese Frage wurde mir neulich gestellt – von jemandem, den ich persönlich kenne. Ich muss gestehen, dass ich diese Klippe mit fast schon hohlen Worten umschifft habe, diese Frage letztlich unbeantwortet gelassen habe. Es ist eine Frage, die Zeit benötigt. Dieser Text ist die Antwort darauf.

Ja, man kann.

Ich bin – wie inzwischen alle gemerkt haben dürften – ein ziemlich radikaler Freund des Internets. Ich verbringe einen Teil meines Lebens mit diesem Medium und ich hoffe, ich kann es auch gewissermaßen ein wenig Beleben mit all dem Content, den ich zum ewigen Datenstrom unserer Zeit beitrage. Das Netz ist herausgewachsen aus den Kindertagen, in denen das Wort „Chat“ nahezu synonym für netzbasierte Kommunikation verwendet wurde. Viele von uns interagieren über wesentlich mehr Kanäle als früher mit viel mehr Menschen als früher.

Sicher, auch ich unterscheide noch zwischen Menschen, die ich „nur aus dem Internet“ kenne und denen, mit denen ich bereits Freude oder Frust anlässlich eines gemeinsamen Treffens teilen konnte. Aber vor ein paar Tagen bin ich aufgeschreckt, als mir in einem – ihr werdet lachen – Chat von einem Bekannten mitgeteilt wurde, dass einige Leute aus der Freundesliste eines sozialen Netzwerkes fliegen würden. Ein kurzer Austausch über Für und Wider, dann fielen sie: Worte, gewissermaßen Ausdruck einer Revolution, deren Teil wir wahrscheinlich alle sind, so lange wir hier kommunizieren:

„Nein, einige von denen treffe ich sogar noch persönlich, aber ich will keinen engeren Kontakt mehr!“

Spätestens seit all den Datenschutzdebatten in den letzten Jahren ist die Frage allenfalls noch nach dem „Wie?“ der eigenen Online-Identität, nicht mehr das „Ob“. Hier gehen die Menschen wie eh und je eigene Wege und treffen Entscheidungen verschiedenster Schwierigkeit. Die einen sind radikal offen und twittern selbst ihren Stuhlgang in Echtzeit mit Foto, andere schränken sich ein bei der Wahl der Eindrücke, die sie hinterlassen wollen. Anderen ist bis heute jeder Online-Austausch jenseits einer anonymen Mailadresse suspekt und einige haben sich sogar eine eigene zweite Identität geschaffen.

Wahrgenommen vom Gegenüber wird immer das virtuelle Ich, ob wahrheitsgemäß oder fiktiv. Neu ist abgesehen vom vielseitigen Medium Internet nicht viel. Früher war nur die Anzahl derer begrenzter, deren scheinbare Identität wir in den Medien wahrgenommen haben. Über Helmut Kohl musste noch der eigene Sohn ein Buch schreiben, um zu zeigen, dass der Einheitskanzler nicht nur der nette Onkel sondern auch ein miserabler Vater war. Inzwischen sind wir etwas weiter und glauben die dicken pickligen Jungs hinter Pseudonymen wie StYlE-FuCkErXXL sofort erkennen zu können.

Aber – und deswegen mag ich das Netz so – es finden sich allerorten auch Perlen in den weitläufigen rauen Muschelbänken des Netzes. Wie im letzten Jahrhundert wohl ausschließlich Popstars begeistern uns heute auch im Kleinen die Menschen von nebenan. Ob mit virtuosen Videos, famos geschriebenen Blogs, begeisternden Fotos: Viele Leute hinterlassen in unseren Feedreadern einen emotionalen Eindruck, der vielleicht antrainierterweise der Faszination gegenüber großen Personen der Zeitgeschichte in nichts nachstehen muss.

Wer 500 Texte eines Menschen gelesen hat, muss irgendwann glauben, denjenigen wirklich zu kennen. Keiner unserer Brieffreunde hat jemals so viel von uns gelesen wie wir heute im Blog eines Unbekannten. Ja, dieser Eindruck kann täuschen. Gewaltig sogar. Aber das war immer so. Stars konnten ungeschminkt unerkannt einkaufen gehen, mit ein paar Goethezitaten hat noch jeder Zehntklässler einen lyrisch anmutenden Liebesbrief schreiben können und vielleicht hat der Blogger, der diesen Text gerade schreibt, ja tatsächlich mehr Pickel als ihr denkt…

Vor kurzem hat ein Blogger sein Blog gelöscht und einen Abschiedsbeitrag gepostet, der ziemlich unmissverständlich behauptet, dass der Autor Suizid begangen hat, bevor der Artikel veröffentlicht wurde. Anonym.
Mir selbst fehlt die persönliche Bindung dabei, aber wie schwer im Moment eines (wahrscheinlichen) Todesfalls die Tatsache wiegt, sich ausgetauscht (oder gerade eben nicht ausgetauscht) zu haben, das Gefühl, den Anderen zu kennen, ja verstanden zu haben, ist in meinen Augen nur zu logisch. Es würde mir in vielen Fällen viel mehr nahe gehen und selbst in diesem Fall hat es dazu geführt, dass ich Google ziemlich manisch ausgequetscht habe, bis ich wenigstens die Orte der letzten Fotos rekonstruiert und eine – wahrscheinlich unhaltbare aber für mich plausible – Identität zu dieser virtuellen Geschichte gefunden hatte. Teilnahmslosigkeit sieht anders aus.

Wie viele Menschen haben hierzulande vor ein paar Wochen Tränen vergossen, als Loriot starb?

Ich nehme an, wir müssen uns darauf einstellen, dass uns das in Zukunft öfter passiert und auch bei Leuten, die nicht in den Abendnachrichten erwähnt werden. Denn wir stehen nun da als Leser und selbst Blogger und vermissen einen Bekannten (in jedem sozialen Netzwerk auch noch als Freund tituliert) und merken erst in so einem drastischen und endgültigen Fall, dass wir das Übliche nicht tun können. Jemanden informieren? Wen denn? Zu einer Beerdigung gehen? Wo denn?
Und damit wird man im schlimmsten aller anzunehmenden Fälle – dem Tod – nicht nur gezwungen, sich mit dem Gedanken auseinanderzusetzen, dass man vielleicht gar keine Berechtigung hat, Anteil zu nehmen. Es wirkt plötzlich, als würde man eine Todesanzeige in der Zeitung nehmen und hinterherschnüffeln, keine sehr pietätvolle Vorstellung.

Und nicht zuletzt bleiben Zweifel. Starb da tatsächlich ein Bekannter – oder war es „nur“ der Tod eines lyrischen Ichs, einer virtuellen Identität? Und was würde uns eigentlich mehr betroffen machen? Der Tod eines Unbekannten oder der einer Fiktion, die uns ans Herz gewachsen ist?

Klar scheint mir eines zu sein: Wir sollten auch mit unseren virtuellen Ichs, unseren Netzidentitäten, vorsichtig und umsichtig sein. Denn der Abschied via Blogeintrag ist heute längst kein stiller mehr. Es ist löblich, aus dem Leben zu scheiden ohne andere Verkehrsteilnehmer, Passanten oder den fast schon sprichwörtlichen Lokführer miteinzubeziehen. Doch auch Leser sind Teilnehmer an unserem Leben – zumindest am Leben einer unserer Identitäten.

Und wie alle Menschen suchen sie vielleicht nach einer Möglichkeit, ihrer Betroffenheit Ausdruck zu verleihen – so unbekannt sie einem selbst auch sein mögen…

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Serienjunkie

Man verändert sich ja in vielerlei Hinsicht, wenn man eine Beziehung führt. Manche werden plötzlich fett, andere masturbieren weniger und insbesondere Männer lernen oftmals erst im gemeinsamen Haushalt mit einer Frau, dass es ein Leben jenseits von Bier und Fertigsuppe gibt.

Dick bin ich seit meiner Kindheit, Punkt zwei ist ein bisschen schwierig um ihn in der Öffentlichkeit zu diskutieren und wer hier regelmäßig liest, weiss, dass ich Bier und Fertigsuppe nach wie vor gerne zu mir nehme. Aber sicher hab ich mich auch geändert. Wenn ich mich so nach markanten Punkten umsehe, stelle ich schnell eines fest:

Ich bin ein Serienjunkie geworden.

Nicht, dass ich nicht auch früher schon gerne mal Serien gesehen hätte. Wie jeder vernünftige Mensch hab ich immer wieder über „die Simpsons“ lachen können und wenn ich an meine früheste Kindheit zurückdenke, dann taucht da immer wieder das Bild auf, wie ich auf der Wohnzimmercouch mit meinem Vater „Ein Colt für alle Fälle“ gesehen habe. Später, mit eigenem Fernseher, kam es dann irgendwann dazu, dass sich der Montag mit sachma zusammen als Serienabend etabliert hat, eben mit den Simpsons und „Futurama“, aber auch „Seven Days“ oder „Akte X“. In WG-Zeiten war überhaupt nicht viel visuelle Unterhaltung geboten, zu erwähnen wäre lediglich, dass ich mit meinem Freund Alex mal eben flott während einiger Sessions alle Folgen von „Alf“ durchgerockt habe.

Aber letztlich war ich wesentlich mehr ein Filmfreund.

Und ich betrachte Filme nach wie vor als große Kunst. Ich bewundere es, wie manche Filmemacher es tatsächlich schaffen, komplexe Charaktere, fremde Welten oder ausufernde Geschichten in höchstens 3 Stunden unvergesslich zu machen. Nebenbei hab ich immer auch einen verliebten Blick auf die Umsetzung geworfen und ich begeistere mich nach wie vor für die Inszenierung der roten Rosen in „American Beauty“, könnte sterben für die malerische Atmosphäre in „Vanilla Sky“ und könnte aus dem Kopf beinahe die Flugbahn sämtlicher Projektile aus der legendären Schießerei in der Lobby im ersten „Matrix“-Teil aufzeichnen.

Aber in den letzten Jahren sehe ich wesentlich mehr Serien. Angefangen hat wohl alles damit, dass mir Ozie „Scrubs“ näherbrachte, und im Laufe der Zeit hab ich vermutlich alles nur irgendwie brauchbare der letzten Jahre gesehen. Ob von DVD, legal oder illegal aus dem Netz – ich habe so viele Serien von Anfang bis zum Ende gesehen, wie vermutlich nur wenige, die sowohl einen Fulltime-Job als auch zwei Blogs und diverse soziale Netzwerke nebenher am Laufen haben.

Als nicht unbedingt logische Konsequenz aus den „Scrubs“-Abenden konsumierte ich bald mehr „Dr. House“ als selbiger Vicodin. Während „Mein Leben und ich“ irgendwann verblasste, musste staffelweise „Malcom mittendrin“ durchgesehen werden und auch sonst folgte das aktuelle Who-is-who der Serienlandschaft. Ich bin auf dem aktuellen Stand bei „The Mentalist“, „The Big Bang Theory“ und „How I met your Mother“. Bei „NCIS“ bin ich etwas hinterher, bei „NCIS Los Angeles“ noch etwas weiter. Derzeit hole ich bei „Fringe“ massiv auf. „Prison Break“ hab ich durch, „CSI“ war nie so ganz mein Favorit. Bei „Psych“ muss ich mal nach neuen Folgen fahnden und „Two and a half Man“ stehen ebenso aktuell auf der Liste wie vorher genannte und „Bones“. Nebenbei hab ich letztes Jahr alle 4 Staffeln „Heroes“ weggesehen und hoffe auf die Filme als Fortsetzung.

Ganz ehrlich: Ich hab keine Ahnung, wo ich die Zeit hergenommen habe oder noch hernehmen soll 🙂

Aber ich bereue es auch nicht. Obgleich mein Gedächtnis das erste Experiment eines menschlichen Nudelsiebs zu sein scheint: Was ich dadurch an guten Gags und interessanten Figuren kennegelernt habe: Wow! Was für ein Fundus für mich als Schreiberling!

Mal abgesehen davon, dass der ganze Scheiß auch entweder spannend oder lustig oder beides ist 😀

Ja, manchmal würde ich mir wünschen, Ozie könnte hier und da ein bisschen meine Begeisterung für Filme teilen, die feinen Details, die bei Serien schon produktionsbedingt oft unter den Tisch fallen. Aber eigentlich isses auch egal, wir haben so oder so genug zu reden.

Im Übrigen: Der Termin für die Hochzeit steht!

18. November 2011. BAZINGA!

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Internet? Hallo?

(Update am Ende des Artikels)

Man soll ja nicht im Vorfeld schon jammern. Zuversicht ist eine Tugend und außerdem weiss man ja, dass man als Überbringer schlechter Nachrichten als erster geköpft wird. Also nein! Natürlich ist bei der Online-Petition für ein Verbot der Vorratsdatenspeicherung noch nichts verloren. Bis heute Abend um 24 Uhr ist noch Zeit, mitzuzeichnen.

Aber auch wenn gerade mehr neue Zeichner dazukommen als irgendwann sonst in den vergangenen 3 Wochen, ist das doch ein Armutszeugnis. Ich meine: 50.000 Leute? In 3 Wochen? Das ist so Pi mal Daumen das, was ich demnächst an Blogbesuchern in dem Zeitraum habe.

Das mag eine unglaubliche Zahl sein, wenn sie in der Schlange vor einem vor dem Klo stehen, aber für eine Online-Petition zu einem Thema, das zumindest im politischen Spektrum links unserer derzeitigen Regierung kaum strittig ist unter nachdenkenden Menschen?

Ich weiss ja auch, dass diese Petition vielleicht nichts und im besten Falle nicht viel bewirkt.

Aber falls man irgendwann in der Zukunft doch mal genötigt ist, unfähige Politiker aus dem Bundestag rauszuprügeln, dann wird das viel mehr Spaß machen, wenn man ihnen dabei erzählen kann, dass man es ja auch anders versucht hat 😉

Ich hoffe einfach mal, dass alle die das lesen, die Petition schon mitgezeichnet haben. Wenn nicht, dann überlegt mal, warum eigentlich nicht.

Online-Petition

zeichnemit.de

Update: Irgendwie sind einige Zahlen bei der Petition durcheinandergerutscht, oder es liegt an der groben Regelung mit den „50.000 Mitzeichnern binnen 3 Wochen“. Ich weiss es nicht. Tatsache ist, man kann immer noch mitzeichnen (Kann man sowieso noch bis nächsten Monat, nur wird es dann wahrscheinlich noch weniger bringen als nichts) und ich kann es nur jedem anraten. Heute klappt das nämlich 🙂
Wer noch eine Entscheidungshilfe braucht, kann es ja auch mal mit Sascha Lobo probieren.

Update 2: Strike! Die 50.000 wären erledigt. Nu mal sehen…

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ToDo-Listen zum Wochenende

Dass ich am Wochenende im Allgemeinen eher wenig tue, ist den meisten bekannt, die gelegentlich versuchen, mich an einem Wochenende dazu zu bringen, etwas zu tun. Allen voran natürlich Ozie.

Das Schlechte daran ist zweifelsohne, dass ich mit meinen Ausreden fürs Nichtstun voraussichtlich irgendwann noch vor der Rente durch bin. Aber es gibt eben auch gute Seiten. So werden mir immerhin keine ToDo-Listen mehr vorgelegt, deren Arbeitspensum mir irgendwie unangenehm umfangreich erscheint.

Aktuell arbeite ich an dieser hier:

"Sswei Haagn kannse sezzn! Mussich jezt Subbe jaagn!" Quelle: Sash

😉

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9/11 – Wo wart ihr?

Nun ist es also soweit. Der 11. September 2001 jährt sich zum zehnten Mal. Die Medien sind voll davon, das will man sich gar nicht alles antun. In den letzten zehn Jahren nach den Terroranschlägen ist einiges passiert und es ist auch einiges erzählt worden. Es gibt eine Menge interessanter Studien, Berichte und Romane, die sich mit dem Thema befasst haben, und als ob das nicht reichen würde, gibt es auch noch Verschwörungstheorien unterschiedlichster Güte…

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Bereits Wochen nach den Anschlägen wurde gemutmaßt, dass sich wohl jeder in Zukunft daran erinnern würde. wo er war und was er gemacht hat, als er davon erfahren hat. Und das interessiert mich.

Meine eigene Geschichte ist höchst unspektakulär, denn ich saß in meinem Zimmer an meinem PC – der damals noch kein Internet hatte – und tat irgendwas belangloses. Zocken, schreiben, whatever.
Irgendwann öffnete mein Vater die Zimmertür und fragte mich, ob ich bereits mitbekommen hätte, was los sei. Und ja, seine Worte hab ich nicht vergessen:

„In Amerika isch Halligalli! Ein Anschlag jagt den Nächsten…“

Also hab auch ich den Fernseher eingeschaltet (im Übrigen derselbe, den ich heute noch habe) und live miterlebt, wie der erste der beiden Zwillingstürme in sich zusammenbrach. All das bekam für mich persönlich zusätzliche Wucht, weil ich anderthalb Jahre zuvor zwischen den beiden Türmen stand und mir gesagt habe:

„Boah! Ich möchte nicht hier sein, wenn die Teile mal zusammenbrechen…“

Und immer wieder hallten mir durch den Kopf die Worte unseres Reiseführers, der sagte, dass in den beiden Türmen etwa 50.000 Menschen arbeiten…

Die wirklich eindrucksvollste Erinnerung meinerseits aber ist die Fahrt zur Schule am nächsten Morgen. Ich habe die S-Bahn genommen und nicht wie normal die Straßenbahn, und dort herrschte Stille. Einfach komplette Stille. Fast jeder hatte eine Zeitung aufgeschlagen und keiner laberte irgendwie in der Gegend herum wie sonst. Das war wirklich gespenstisch.

Nun, wie war es bei euch? Wo habt ihr von der Sache erfahren?

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