Mode: on

Fashion Week in Berlin. Wenn ich einen anderen Job machen würde, gäbe es wahrscheinlich nichts, was mir egaler sein könnte. Ich finde zwar durchaus Gefallen an Design, ja ich finde auch schöne Klamotten ok – aber die Modewelt ist was, was mir bisher und wahrscheinlich dauerhaft vollständig und mit gutem Gewissen am Arsch vorbei geht. Ich hab nicht mal vor, den Sinn hinter dem ganzen Trubel zu verstehen und es gibt auch sonst nichts, was mich daran reizen könnte.

Die Protagonisten dieser Szene, von den Models bis zu den Designern und Label-Inhabern, sind mir bislang eigentlich nur durch übertriebene Egozentrik und nervige Theatralik aufgefallen. Da ist es schon richtig angenehm, wenn ein paar junge Leute ins Taxi fallen und meinen:

„Ach, wir sind ja auch nur so Mode-Fuzzis. Tut uns echt leid. Verdienen sie wenigstens gut an der Fashion Week?“

Und ja: Das tue ich.

Dafür muss man aber auch mal sagen, dass dank der Modeszene gerade überall Parties in Berlin sind. Ich hab mich ja bisher auch nicht an Parties gestört, nur weil ich sie nicht besuchen würde, also werde ich das sicher nicht tun, nur weil ich den Grund noch seltsamer finde. Es ist einfach auch schön fürs Stadtbild, gerade Nachts, wenn Berlin sich von seiner angenehmen Wochenend-Seite zeigt. Allerorten stehen die Leute vor den Clubs und Bars und es ist einfach Leben auf der Straße.

Da stört dann auch der ein oder andere Muffel nicht mehr, der wegen eines verlorenen Wettbewerbs vor sich hin brodelt. Und solange sich nicht alle Gespräche um Styling und Kollektionen drehen in dieser Stadt, kann man ja mal ein Auge zudrücken. Ich werf mich dann nachher wieder in den Kampf und sammel die ganzen Leute ein und bring sie von hip nach stylisch und von crazy zurück zu sleepy. Meinetwegen.

„Ach neeehee, Eric… das kannste so nicht sagen. Wenn das stimmen würde, dann wäre das ja alles völlig egal und belanglos…“

Viel Spaß in Berlin, ihr Vögel! 🙂

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6 Responses to Mode: on

  1. Pingback: Selbstreferenziell | Gestern Nacht im Taxi

  2. “Ach neeehee, Eric… das kannste so nicht sagen. Wenn das stimmen würde, dann wäre das ja alles völlig egal und belanglos…”

    Und wie es das ist. 🙂

  3. Pingback: Taxi, Tanke, Autobahn… | Gestern Nacht im Taxi

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