Neuer PC, Win10, krank etc.

Ein Update

Obwohl ich immer noch krank zuhause rumsieche, waren die letzten Tage doch irgendwie interessant. Auf ganz eigene Weise, versteht sich. Ich packe das mal wieder in Kapitel, damit es lesbarer bleibt.

Kranksein

Sowas absurdes wie das jetzt hab ich wohl selten erlebt. Da hab ich am einen Tag ungelogen Schmerzen gehabt, die ich um den Preis meines Lebens gerne losgeworden wäre, aber keine 24 Stunden später waren sie wegen ein paar Antibiotika Geschichte. OK, daraufhin hat offenbar auch mein Körper endlich den Ärzten mit ihrer (nicht unumstrittenen) Entzündungs-Theorie geglaubt und ich hatte fortan einen halben Tag übelstes Fieber mit Schüttelfrost und allem. Aber seitdem bin ich zwar etwas schlapp, ansonsten aber wohlauf. Mit solchen Erfahrungen mit der Medizin werde ich wohl weiterhin keinen Drang verspüren, Idioten wie Impfgegnern oder Homöopathen auf den Leim zu gehen.

Der neue PC

Der macht was er soll. Und zwar sehr gut. Obwohl ich bei GTA 4 ein gelegentliches Ruckeln wahrnehme. Aber da steckt sicher eine Verschwörung dahinter. 😉

Windows 10

Tja, nun. Windows hat sich prima aufsetzen lassen und 40 € finde ich für ein gutes Betriebssystem auch in Ordnung. Und so lange es neu ist, ist auch alles schnuffig und so, aber ich muss doch mal ernsthaft fragen, was die Microsoft-Entwickler in den letzten Jahren so geraucht haben. Ich nutze Win10 nun wirklich noch nicht lange genug, um allzu viel sagen zu können … aber wie bescheuert unübersichtlich kann man ein Betriebssystem denn noch machen? Der Desktop, eine Oberfläche für Apps, die Startleiste … das sind alles für sich gesehen legitime Möglichkeiten. Aber alles auf einmal? Und mal abgesehen davon, dass Microsoft vermutlich gerade live trackt, was ich schreibe: Als Ozie ihr Windows installiert hat, hat es danach einfach mal 90% unserer immer noch schlechten Internetleitung dafür verwendet, Dinge runterzuladen, über die man nicht informiert wurde und für die man auch als Teilzeit-Nerd erst einmal suchen musste, wie man sie abstellt. WTF? Hintergrundaktualisierung ist ja das eine, aber das Internet für den Download von nie gewollten Bullshit-Standard-Apps zu blockieren geht mal gar nicht!

GTA 4

Extra  für den Schwob sei hier angefügt: Hey, GTA läuft prima unter Win10! Auch ohne allzu viel Aufwand. Man muss nur „Games for Windows live“ nochmal neu installieren und eventuell bei Steam nochmal einfügen, dass es nicht auf die unsinnigen Grafikbeschränkungen hören soll. Da ist Google wie immer in solchen Fällen ein guter Freund!

Ubuntu 16.04

Unglaublich passend zum Aufsetzen meines neuen PCs kam das neue LTS von Ubuntu raus. Grunsätzlich eine mehr als geile Sache, ich hatte mich auch davor schon darauf gefreut. Allerdings ist eben nix so simpel, wie es aussieht, und so hab ich das OS zwar installiert bekommen, bin derzeit aber noch ratlos, weswegen mein zweiter Monitor schwarz bleibt, obwohl er laut System erkannt wird, die Auflösung als optimal bezeichnet wird und ich dort sogar meinen Mauszeiger  verlieren kann. Wenn irgendein Crack eine Idee hat: Immer her damit!

Ansonsten

Wie gesagt: Ich sieche immer noch leicht schlapp, aber ohne sonstwie ernsthafte Probleme, vor mich hin. Will heißen: Ich hab angefangen, GTA 4 nochmal durchzuspielen, schlafe oft und lang und weiß ansonsten meist nix mit mir anzufangen. Es gibt besseres, es gibt schlimmeres, wie das halt so ist im Leben. Ich hoffe, Euch Lesern geht es ein bisschen besser. Ich hoffe auf nächste Woche, wo ich neben zwei weiteren Arztterminen hoffentlich auch wieder zum Arbeiten komme.

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Well, that escalated quickly!

Hab ich mich vorgestern noch geärgert, dass beim Zusammenbauen des PC’s meine nervige Thoraxblockade von vor zwei Monaten immer mal wieder „Pieks!“ sagte, hat der Mist geschafft, mich binnen 8 nächtlicher Stunden zu Boden zu bringen und zu winseln, dass ich ja nur eine richtige Diagnose brauche. Und dann ging’s halt los. 7 Stunden UKB bei nur sehr sehr sehr wenigen schmerzfrei möglichen Positionen, völlig unbeeindruckt von Schmerzmitteln.

Dann war’s auf einmal eine verschleppte Lungenentzündung mit Wasser in selbiger … wirklich sehr sehr unschön. Ich hab stundenlang Zeit gehabt, drüber nachzudenken, aber mir ist niemand eingefallen, dem ich das gönne. Mir war’s sogar völlig egal, dass die DHL behauptete, wir wären nicht anwesend, als wir auf den Adapter für den PC gewartet haben.

Die Nacht heute war nicht toll, aber inzwischen hab ich Fieber und es fühlt sich deutlich danach an, als ob die seit gestern mehr als 3 Gramm verabreichten Antibiotika arbeiten. Und falls es bis morgen nicht spürbar besser wird, gibt’s ja noch die Option mit festem Bettchen und den richtig guten Drogen! 😀

Was ich aber sagen wollte: Ich bin erst seit einer Stunde so weit, dass Tippen nicht zwingend weh tut. Erwartet also erst einmal nicht zu viel von mir.

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Neuer PC (3)

Kreatives Chaos. Quelle: Sash

Kreatives Chaos. Quelle: Sash

Tja, nun ist es also soweit: Die Bastelspiele haben begonnen. Oder sie sind – wie man oben sieht – bereits weit fortgeschritten. Eigentlich hätten wir das Teil um die nullte Stunde auch noch schnell fertig zuschrauben können, aber ganz so einfach war es natürlich dann doch nicht. Während Ozie und ich die üblichen Stolpersteine wie eine vernünftige Reihenfolge beim Reinbauen der Komponenten, das Verkabeln oder den jedes Mal barbarischen Akt des Prozessorlüfter-Aufdrückens gut hinter uns gebracht haben, scheiterte es am Ende an einem Stecker.

Meine neue Grafikkarte muss mit zwei 6-Pin-Anschlüssen dem Strom zugeführt werden, allerdings ist nur einer vorhanden. Was kein Problem hätte sein sollen, da – wie man im Internet allerorten hört – „diese Adapter den Grafikkarten eigentlich immer beiliegen“. Tja, eigentlich immer bedeutete in diesem Fall: Hier nicht. Das Drama hält sich in Grenzen, da sowieso erst heute mittag das Windows ankommt, das als erstes OS auf den Rechner muss – und den Adapter gab’s gegen geringe Mehrkosten bei Amazon auch mit Lieferung am heutigen Abend.

Beim Verschrauben haben Ozie – die das meiste Schrauben übernommen hat – und ich schnell festgestellt, dass das wie Fahrradfahren ist: Wenn man PCs mal zusammengebaut hat, dann schafft man’s auch nach Jahren wieder stressfrei, obwohl einige Komponenten inzwischen etwas futuristischer aussehen.

Als nach wie vor Zugereister in diese PC-Dimension muss ich aber noch kurz etwas anderes anmerken: Das Gehäuse!

Nicht, dass Ihr denkt, ich hätte mir irgendein Design-Killer-Gehäuse geholt. Im Gegenteil. Es landete am Ende noch zusätzlich mit auf der Liste, damit ich mir nicht die Mühe machen muss, den alten PC auszuschlachten. Entsprechend hab ich das billigste Teil mehr oder minder unbesehen mit in den Korb geschmissen. Eines von Sharkoon, diesem hier (Amazon-Link) nicht unähnlich. Für 27 €. Und das ist Lichtjahre entfernt von dem, was ich als Billig-Gehäuse-Käufer bisher gewohnt war! Es hat ja schon damit angefangen, dass die eigentlich scharfen Kanten sauber entgratet sind. Dann aber sind die Festplattenslots anstöpselfreundlich um 90 Grad gedreht, es gibt Schnellverschlüsse, die ein Verschrauben unnötig machen, unzählige Möglichkeiten für Lüfteranschlüsse. Alles in allem sauber durchdacht, benutzerfreundlich und noch nicht einmal so hässlich, wie es zum Ausgleich für 27 € einfach mal hätte sein dürfen.

Natürlich hab ich Selten-Gehäuse-Käufer jetzt keine Ahnung, ob ich da mit der Marke einen Glücksgriff gelandet habe oder ob das Niveau inzwischen eigentlich noch viel viel höher liegt. Aber mich hat’s regelrecht begeistert. Und das finde ich, kann man bei so einem Projekt wie einem neuen PC ja auch mal anmerken.

Aber gut. Mit viel Daumendrücken kann ich das Teil ab heute Abend/morgen dann sogar einrichten. Einziger kleiner Wermutstropfen: Ich hab dann einen „superschnellen“ Rechner mit 6Core-Prozessor, 16 GB RAM, System-SSD plus einem Terrabyte Speicher auf HDD und eine 4GB-Grafikkarte – aber ratet mal, was ich nicht habe: ein einziges halbwegs aktuelles PC-Spiel, mit dem ich die Kiste testen kann. Aber irgendwas ist ja immer …

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Neuer PC (2)

Am gestrigen Morgen sind dann die (bis auf die Tastatur) letzten Teile des neuen Rechners angekommen. Anstatt jetzt hier zu schreiben, könnte ich eigentlich … nee, das mache ich in Ruhe, wenn ich Zeit hab.

Naja, als die Teile so eingetrudelt sind, ist dann auch wirklich mein 20-jähriges Ich erwacht und hat sich über so viel Technik-Spielzeug gefreut. Und so ein bisschen WTF-Feeling hat sich auch eingestellt. Spätestens bei der Grafikkarte. Ich meine, ich hab mir schon die Bilder angeschaut von dem Teil, das ich da erworben habe. Wäre ja auch irgendwie doof, keine Grafik von der Grafikkar … ok, ich werde albern.

Nein, dass die Dinger größer und immer aufwändiger gekühlt werden … ist ja klar. Und dass so eine semiaktuelle Grafikkarte mehr Rechenpower hat als meine ersten drei PCs zusammen, weiß ich auch. Und die von mir preis-leistungsmäßig favorisierte R9 380 von Sapphire (Amazon-Link) prahlt ja sogar damit, so gut gekühlt zu werden, dass die Lüfter nur bei Bedarf sehr langsam anlaufen. Aber wenn man Grafikkarten von vor 5 bis 10 Jahren im Kopf hat und dann dieses Monster in der Hand hält: Holy Shit! Das Ding hat die Ausmaße eines halben Ziegelsteins und wiegt auch ein knappes Kilogramm!

Fürs Foto hab ich mal eine alte zum Vergleich daneben gelegt. Ja, meine aktuelle wirkt auch schon opulenter, aber die rechts liegende Karte (eine ATI Radeon X1650 Pro) war vor 10 Jahren gehobener Standard, somit für damals fast vergleichbar mit der jetzt gekauften für heute. Und … nun ja, seht selbst:

"Hey Kleine!" "Mimimi!" Quelle: Sash

„Hey Kleine!“ „Mimimi!“ Quelle: Sash

Tja, Miniaturisierung ist eben auch nur ein Trend von vielen. 😀

Bis ich wirklich mal testen kann, was dieser Koloss so leistet, werden noch ein paar Tage vergehen. Aber bis dahin ist es für mich Zurückgebliebenen auch einfach ein erhabenes Gefühl, ihn in der Hand zu halten und mal wieder etwas neuere Technik zu bewundern. Ich freu mich!

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Neuer PC! \o/

Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich hier die Hardware aufgerüstet habe. Wie lange? Da müsste ich nachschlagen. Aber man kann es bequem in Jahren messen. Ich möchte meinem kleinen Rechnerchen kein Unrecht tun, denn es läuft weitestegehend wie es als Office-PC soll, und Spiele wie das nunmehr siebeneinhalb Jahre alte GTA 4 lassen sich damit immerhin noch mit etwa 25 FPS zocken.

Aber realistisch betrachtet wird das alles nicht besser, die Teile werden älter und klingen teils bedenklich und die aktuelle Smartphone-Generation hat mehr Prozessorleistung als mein minibargroßes Monstrum unterm Schreibtisch. Und da das Teil nunmal wichtig für mich ist, wird es demnächst ausgetauscht. Genau genommen habe ich heute die Bestellungen abgeschickt. Yeah! \o/

Bei dem Thema bin ich ja ehrlich gesagt altmodisch. Einen PC stelle ich wie Anno 2000 immer noch aus ausgewählten Einzelkomponenten zusammen und verschraube das Ganze hier zu Hause. Das gehört irgendwie dazu. Der Unterschied zum Jahr 2000 ist, dass es heute nicht mehr die absolut topaktuellen Teile sind, sondern ausgewählte der letzten und vorletzten Generation. Dieses Mal gehe ich sogar soweit runter, dass das Ding explizit nicht zum Aufrüsten gedacht ist – worauf ich bisher immer größten Wert gelegt hatte. Mit Superlativen protzen kann ich so gesehen kein Bisschen, ich könnte eher Mitleid erregen mit dem, was bisher hier so unter der Haube werkelt. Ich sage nur Dual-Core und 4 GB RAM.

Eigentlich wollte ich sogar ein paar Teile des alten Rechners behalten, aber als ich dann festgestellt habe, dass es im Grunde (abgesehen von den Monitoren, die ich übernehmen werde) nur um ein neues Gehäuse geht und ich an ein solches so viele Anforderungen stelle wie an die Lautstärke der Singvögel in einer mir fremden Stadt, habe ich nun extra eines geordert und werde die neue Kiste unabhängig von der montieren, auf der ich hier derzeit noch schreibe. Luxus! \o/

Das Traurige ist: Ich war die letzten Jahre soweit weg vom aktuellen Stand der Technik, dass ein komplett neues Einarbeiten notwendig war. Und dann liest man Testartikel über Grafikkarten, versteht nur die Hälfte, weiß aber:

„Verdammt, so hab ich vor 15 Jahren auch rumgelabert!“

Der Graben war sogar so tief, dass ich die Anschaffung um runde 5 Monate rausgezögert habe, weil es mir trotz der Verheißung eines neuen Rechners zu nervig war, mich mit den Details zu beschäftigen. Dieses Altwerden hat mich wohl inzwischen voll im Griff.

Aber gut: Im Laufe der kommenden Woche treffen hier ein paar PC-Teile ein und jetzt bin ich tatsächlich wieder ein bisschen erfasst vom verloren geglaubten Kribbeln, das einen überkommt, bevor man neue Hardware in Augenschein nimmt und mit ein wenig Bastlerstolz die Komponenten zusammensetzt. Hach! 😀

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Der eintausendste Senf zu Böhmermann

Die Berichterstattung über die „Causa Böhmermann“ gehört irgendwie zu den ernüchterndsten Dingen der letzten Wochen. Also mal abgesehen davon, dass die Existenz des ausgegrabenen Paragraphen 103 StGB auf mich als Laien etwas verstörend wirkt – was da landauf und landab betont wird, wie schlimm doch diese oder jene Passage von Böhmermanns Gedicht sei … ich kann nur hoffen, er hat da eine gehörige Freude dran. Ob nun wirklich ein Verfahren ins Haus steht und ob eine Strafe verhängt wird, sei mal dahingestellt. Was ich so verstörend finde, ist dieses Aufzählen von Schimpfwörtern mit dem Hinweis, dass das ja so nun wirklich ein bisschen zu weit geht.

Ähm.

Ich habe bei ganz ganz vielen Artikeln und Anmerkungen zu dem Thema das Gefühl, die entsprechenden Oberempörer haben bis auf eine ausgedruckte Version des Gedichtes keine Ahnung, worüber sie da berichten. Dass das Gedicht in dieser Form nicht zulässig ist, hat nämlich zuallererst einer festgestellt: Jan Böhmermann. Während man vielfach liest, er habe einfach der Extra3-Satire der Vorwoche nochmal in eklig gemacht und billig mit Obszönitäten übertrumpfen wollen,  verkennt das den Kern der Sache doch ziemlich.

Denn was Böhmermann in erster Linie gemacht hat, war den Kollegen von Extra3 den Rücken zu stärken. Er hat sich hingestellt und Erdogan erklärt, dass er sowas auszuhalten habe und dass der Eingriff in Kunst- und Meinungsfreiheit erst wesentlich weiter weg denkbar wird. Und beispielhaft hat er seine Schmähkritik vorgetragen. Schon alleine der Name Schmähkritik ist doch Programm: Das ist vereinfacht gesagt genau der Ausnahmefall, in dem Satire nicht mehr als Satire durchgeht, sondern als Beleidigung strafbar wird.

Das Witzige ist: Genau damit hat Böhmermann erschreckend gute Satire gemacht. Also nicht mit ein paar Worten über sexuelle Vorlieben von Erdogan – sondern damit, dass er den Fall von Extra3 genommen hat, dessen Harmlosigkeit durch seine eigene Schmähkritik ins Absurde geführt hat – und auf der anderen Seite auch durch die völlig zweckentleerten Beleidigungen sehr ironisch damit gespielt, dass Erdogan ihn mal am Arsch lecken kann.

Der jetztige Prozess kommt sicher nicht komplett unerwartet. Es war ja schon Teil der Sendung, dass er sich die Problematik seiner Aussagen hat bestätigen lassen.

Darüber, ob es jetzt wirklich nötig war, derart viele Register zu ziehen, und eine so offensichtlich dumme Nicht-Satire wie jene „Schmähkritik“ aufzuführen, lässt sich natürlich streiten. Aber zunächst gilt es mal festzustellen, dass Jan Böhmermann nicht einfach hingegangen ist und gesagt hat:

„Ey hört mal zu, der Erdogan fickt Ziegen!“,

sondern eher:

„Natürlich darf man Erdogan seinen protzigen Palast vorwerfen, strafbar wird’s erst, wenn man folgendes sagt: Erdogan fickt Ziegen!“

Und auch wenn er den letzten Teil in Form eines längeren Gedichts getan hat: Ich finde, diese beiden Aussagen sind grundverschieden. Dass Böhmermann auch durch die extrem drastischen Worte provozieren wollte, ist sicher Teil des ganzen Spiels, schon klar. Anstatt aber jetzt wie Grundschüler über blöde Witzchen zu lachen oder wie deren Eltern besorgt zu sein, könnte man auch mal bewundernd zur Kenntnis nehmen, dass Böhmermann mit der Aktion EXAKT gehalten hat, was er so ziemlich von Anfang an versprochen hat: Er hat uns die Grenzen der Satire aufgezeigt.

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Der ganz normale Einkauf

Einkaufen kann ein Quell der Freude sein. Man muss dabei nicht mal so weit gehen wie Jürgen von der Lippe und aktiv den Laden umgestalten. Ich bin zum Beispiel ein großer Anhänger des Spiels, aus den Einkäufen anderer Leute zu schließen, was sie am Abend kochen werden. Aber es gibt natürlich auch ganz andere Glanzmomente. Wenn Leute panisch von der Kasse wegrennen, weil sie was vergessen haben – und dann mit irgendeinem Bullshit wiederkommen. Einer Packung Bonbons. Oder einer Klatschzeitschrift.

Ich weiß, das klingt sehr gehässig. Isses vielleicht auch. Aber im Vergleich zu sonst allerorten gepflegten Vorurteilen weiß ich wenigstens, dass es irre ist, von einem kleinen Einkauf auf das Leben von Menschen zu schließen. Außerdem: Manche machen es einem wirklich schwer!

Heute zum Beispiel war da ein eifrig turtelndes Pärchen vor mir an der Kasse. Sie haben getrennt bezahlt, beide mit EC-Karte. Sie hatte eine Dose Chili-con-Carne und zwei Dosen NoName-Energydrink. Und sein Einkauf? Eine Dose Chili-con-Carne und vier Dosen NoName-Energydrink. Da wellt sich jedes Bettlaken vor knisternder Erotik und es wäre an dieser Stelle zu meiner Heiterkeit gar nicht mehr notwendig gewesen, dass ein Supermarktbediensteter auf dem Tresen der Nachbarkasse lautstark eine Nacktschnecke gefunden hat – oder dass der Kunde hinter mir beeindruckt darauf hinwies, dass selbige „schon ganz ordentlich kacka gemacht“ hätte.

Da kommt man trotz schwerer Taschen relativ mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause. 🙂

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