Rückspiel

Anfang dieses Jahres begab es sich, dass ich mich mittels Internet ins Reallife gemogelt habe. Mit @nachholer, einem treuen Twitter-Follower und Taxi-Stammgast, bin ich gen Essen zu @Moewenkind gereist, nur um dann der Geburtstagsparty von @Lifthrael beizuwohnen.

Kann man mal machen. Bei meiner letzten Party, zu der jemand quer durch die Republik angereist ist, war ich einer der Gastgeber und mit dieser jemand bin ich heute verheiratet. Kann sich also durchaus lohnen, so ein Partytourismus. ;)

Nun ist es bei besagter Reise in den Pott nicht zu einer Hochzeit gekommen (was in meinem Fall rechtlich auch sehr schwierig geworden wäre …), aber eben zu einer netten Feier mit bedenklichem Feierendzustand meinerseits. Aber dank einem Kollegen aus Essen und all den beteiligten Menschen lief das alles tadellos.

Nun ist Svea, die mich selbst mit Promillewerten > 1 problemlos in ihr Inventar integrieren konnte, selbst für ein paar Tage in Berlin. Entsprechend freue ich mich, dass sie einige davon auch bei mir verbringen wird. Ozie und ich haben das schon fleißig genutzt, um die Wohnung mal wieder begehbar zu machen (wir räumen hier ja in Besuchs-Intervallen auf) und das Ergebnis ist ungefähr 50% von perfekt entfernt, aber erstaunlich hübsch anzusehen, wenn man weiß, wie die Bude vorher aussah. ;)

Nun gilt es heute aber erst einmal den Grund der Anreise zu feiern: Matzes vierzigsten Geburtstag, den der Spaßvogel unter dem Label #AlterSackWirdPfirsich in einer Neuköllner Kneipe auszurichten gedenkt. Wenn ich mal für eine Samstagsschicht Urlaub einreiche … dann lohnt sich das auch.

Ein bisschen blöd, dass ich mir irgendwie heute Nacht den Fuß verstaucht habe. Aber wenn man von der Kneipe weg torkeln kann, sollte auch humpeln auf dem Hinweg ok sein. :)

Und ein ehemaliger Mitbewohner und guter Freund ist nächste Woche auch noch in der Stadt. Schätze, das wird eher eine Reallife-Zeit. Und das, wo die Manuskriptabgabe fürs Taxibuch kurz bevorsteht. Egal. I like!

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*meld*

Irgendwie komme ich gerade nicht zum Schreiben hier. Ein oder zwei Kleinigkeiten hatte ich immer mal wieder angedacht, aber genau dann keine Zeit und später keine Lust mehr gehabt. Nicht so gut.

Ich wollte nur mal vorsichtshalber was posten – nicht, dass mir die Bloggerlizenz aberkannt wir … oh wait, ich kann hier ja machen, was ich will! :)

Im Ernst: ein Sorry an alle Leser! Es kommen auch wieder andere Tage …

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Die Welt ist ein Dorf

Man hangelt sich so durch’s Leben und wundert sich plötzlich, wieso man an der Haltestelle von fremden Leuten angestarrt wird. Nach einem kurzen Check, ob mein Hosenladen offen ist, bin ich damit fortgefahren, den jungen Mann zu ignorieren. Obwohl er mir dann doch auch wieder irgendwie bekannt vorkam …

Als unser beider Straßenbahn dann kam, quatschte er mich auch an. Ob ich nicht mal hier und dort gearbeitet hätte? Äh, nö.

Es hat aber nicht vieler Sätze bedurft, bis wir rausgefunden hatten, dass wir damals, 2008, beide zeitgleich als Leiharbeiter bei Körber den wohl blödsinnigsten Job der Menschheit gemacht haben. Und der Kerl war der junge Mann an der Metallbürste, damals kurz vor einer Übernahme stehend. Dem absurden Arbeitsverhältnis habe ich nicht ohne Grund auch ein Kapitel in meinem eBook “Papa, ich geh zum Zirkus!” gewidmet.

Wenn ich es richtig verstanden habe, arbeitet mein Ex-Kollege dort auch nicht mehr, besser soll es aber nicht geworden sein nach meinem nicht so wirklich geplanten Weggang damals. Weiterhin alberne Hierarchien, dumme Vorschriften und unfähige Leute – zumindest, sobald man die Stufe derer verlässt, die tatsächlich an den Maschinen arbeiten. Was mich nicht wundert.

Aber gut, ein bisschen besser als damals ging es ihm nun wohl auch – und ich war ohnehin auf dem Weg zum Grillfest meiner Chefs, die ich bekanntlich vor allem deswegen mag, weil sie erst einmal an den Mitarbeitern interessiert sind.

Ein bisschen gruselig war das Treffen dann aber schon. Wie ein Klassentreffen. Denn: was hat sich nicht alles verändert seit damals!?

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Produktivität

An sich bin ich ja zufrieden. Ich mag mein Leben, die Nächte in denen es stattfindet und komme sogar damit klar, dass ich – mit den höchsten Verdiensterwartungen zu einer Zeit, wo man sich am ehesten mit Freunden treffen könnte – gelegentlich die Arbeit dem sozialen Leben vorziehen muss, bzw. sollte.

Und doch streift mich manchmal das Gefühl, trotz des ein oder anderen Luxus’ einfach nicht produktiv genug zu sein. Ja, ich schreibe gerade ein Buch. Aber obwohl ich gut in der Zeit liege, wollte ich ursprünglich heute schon lange fertig sein damit. Ja, ich hab heute 5 ganze Seiten geschrieben (neben einer Menge anderem Zeug wie Kommentaren und Mails), aber ich weiß doch, dass ich auch locker 10 hätte schaffen können. Und das, obwohl nicht wenige da draußen es schon beeindruckend finden, dass ich im Durchschnitt täglich mehr als einen Blogeintrag schreibe.

Mehrheitlich bin ich damit sehr zufrieden, aber es gibt sie, die Stunden, in denen ich nur daran denken kann, was ich heute wieder alles nicht geschafft habe. Und das ist mit großer Wahrscheinlichkeit ein Problem, mit dem ich nicht alleine bin. Auch wenn meine Umstände vielleicht nicht dem allgemeinen Standard entsprechen.

Im Grunde bin ich selbständig. Arbeitsmäßig. Beim Taxifahren genieße ich einige Vorteile, die nur Angestellten zuteil werden, im Großen und Ganzen aber obliegt es mir, wann ich wo wie viel Geld verdiene. Beim Schreiben sowieso. Ich will nicht meckern, ich hab es mir schließlich so ausgesucht. Und ich weiß die Vorteile zu schätzen. Diese unschönen Gedanken über die eigene Produktivität sind jedoch ebenso Teil des Ganzen. Selbständig und damit eigenverantwortlich unterwegs zu sein bedeutet eben auch, dass man immer noch hätte mehr tun können. Egal, ob das noch menschenmöglich ist oder nicht. Fünf geschriebene – und dabei dreimal redigierte und zehnfach gelesene – Seiten eines Buches sind ja nicht schlecht. Ein Blogeintrag, 15 Kommentare und einige Mails noch gar nicht mitgerechnet.

Dafür werden einige Leute in entsprechenden Unternehmen vergleichsweise fürstlich entlohnt.

Während ich mir denke, dass ich doch besser zwei Blogeinträge geschrieben hätte und wenigstens sieben Seiten fürs Buch. Aber ja: bloggen mit offenen Kommentaren und ohne ein Team dahinter bedeutet auch, nie Wochenende zu haben. Und das geht in heißen Phasen (gerade: die Uber-Debatte bei GNIT) spürbar auf Kosten der inneren Ausgeglichenheit.

Wie gesagt: ich will nicht jammern. Im Gegensatz zu den meisten Menschen habe ich zum Beispiel ein recht gutes Verhältnis zu meinem Wecker. Ausschlafen kann ich fast immer. Aber momentan ist das anstrengend und auslaugend, denn eine Stunde Schlaf kostet eine Stunde Arbeitszeit. Auch wenn ich viel davon damit verbringe, genau hier, vor meinem Rechner, zu sitzen und mich durch die bunte Welt des Internets zu klicken.

Stress ist eine miese Droge. Egal, ob man sie verabreicht bekommt oder selbst nimmt: man sollte vorsichtig damit sein!

Ich werde mich jetzt erst einmal zurücklehnen. Noch ein Bier trinken und mir vielleicht ein paar lustige Videos bei Youtube ansehen. So tun, als hätte ich Wochenende. Vielleicht – aber nur vielleicht – auch mal die Kommentare Kommentare sein lassen, bevor ich sie heute Abend beantworte.

Am Ende ist es dann nämlich doch genau das, was mich morgen wieder produktiver sein lässt als heute.

Wobei? Nein, vielleicht blogge ich besser noch was bei GNIT …

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Rot im Kalender

Heute ist uns Essen angebrannt.

Ich weiß, die wirklichen Dramen dieser Welt sehen anders aus. Aber nachdem Ozie und ich uns kaum noch erinnern konnten an das letzte Mal, dass uns diese – eigentlich ja verzeihlich simple – Panne in der Küche unterlaufen ist, wollte ich dieses Mal darüber bloggen, um nächstes Mal zu wissen, wie oft uns das wirklich passiert.

Und um anzugeben natürlich. ;)

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Amüsierwütig

Heute morgen in der M6. Es ist ziemlich genau 5 Uhr, die Bahn ist voll mit denen, die das Feiern schon aufgegeben haben. Einer will sich nicht so recht damit abfinden:

“Alter, wir werden alt.”

“Hmmnehmmm!?”

(Sein Kumpel ist nicht mehr in bester Verfassung …)

“Ja, wir probieren gar nix neues mehr aus! Immer die gleichen Läden! Was ist hier? Hier muss es doch auch was geben!”

“Hmm …”

“Im Ernst, Alter! Wo sind wir hier? Schalkauer Straße! Hier gibt’s bestimmt was, jede Wette!”

“Hmm …”

“Da! Hab ich doch gesagt! Globus-Gartencenter! Warum geh’n wir nicht da hin und … keine Ahnung: sortieren Holzlatten?”

:D

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Rosetta ist da! \o/

Ich kann meine Astronomiebegeisterung nicht ablegen. Im Gegenteil: mit all der Zeit, die ich im Netz verbringe, scheint sie immer weiter aufzuflammen und erreicht langsam wieder die alte Größe, die sie in meiner Kindheit hatte. Hach!

Nun muss man aber auch sagen, dass die Aktion, die Rosetta da gerade bringt, selbst für absolute Laien eindrucksvoll klingen sollte. Mal abgesehen davon, dass die Sonde nun seit ganzen 10 Jahren unterwegs war und noch länger unterwegs sein wird – das sind andere Raumsonden und -fahrzeuge auch.

(Man denke an den kleinen Mars-Rover Opportunity, der 2004 landete, für 90 Tage Aufenthalt konzipiert wurde und bis heute den Planeten erforscht und einfach nicht totzukriegen ist.)

Nein, Rosetta ist gleich mal ein paar Millionen Kilometer weiter geflogen und hat gestern den Kometen 67P/Tschurjumov-Gerasimenko erreicht. Das ist in Anbetracht der Distanz und der damit verbundenen Treffgenauigkeit, sowie der Tatsache, dass die Sonde zwischendrin jahrelang geschlafen hat, schon ziemlich gut. Aber auch bisher sind einige Sonden zu Kometen geflogen und es wurde sogar schon mal ein “Geschoss” auf einen abgeworfen, um anhand der folgenden Explosion zu gucken, was da so an Material existiert. Was also ist an Rosetta so spannend?

Nun, wichtig ist erst einmal, dass die Sonde den Kometen ziemlich weit außen im Sonnensystem aufgesucht hat. An einer Stelle, wo er fast noch so langweilig wie ein normaler Asteroid ist. Den riesigen Schweif und das damit so eindrucksvolle Aussehen erreichen Kometen ja erst, wenn sie in Sonnennähe kommen und durch die Aufheizung Material verdampft und Gas ausgestoßen wird. Und natürlich soll Rosetta eigentlich genau das näher erforschen. Das wirklich geniale an der Mission ist also, dass sie nicht einfach zu einem gerade aktiven Kometen geflogen wurde, sondern weit nach draußen. Und da nistet sie sich jetzt ein. Also nicht weit draußen, sondern direkt beim Kometen. Nachdem das kühlschrankförmige High-Tech-Viech in den nächsten Wochen den Kometen genau vermessen und seine Gravitationspotenzial analysieren wird, wird Rosetta zu guter Letzt in nur 10 Kilometern Höhe (das ist auf der Erde eine Höhe, in der noch Flugzeuge fliegen können) umkreisen und mit Tschurjumov-Gerasimenko in Richtung Sonne fliegen und dabei beobachten, wie sich der kleine entenförmige Felsbrocken ändert und zu dem Höllenspektakel wird, das wir alle an Kometen so lieben.

Aber das ist noch nicht alles. Als wäre ein solarbetriebener Kühlschrank, der um eine Steinente kreisend um die Sonne geschleudert wird, nicht spektakulär genug, hat Rosetta auch noch Philae dabei – eine kleinere Sonde, die auf den Kometen runtergeworfen wird, dort sanft landen (und sich mit Harpunen festkrallen!) soll, um den ganzen Zirkus auch noch direkt aus dem Entengefieder mitzuverfolgen. Und ein bisschen Rumbohren und Proben analysieren darf Philae dann auch noch.

Und all das trotz der scheißwidrigen Umstände da draußen zu einem Preis, mit dem allenfalls einige einzelne Skandale beim Bau des Berliner Flughafens finanzierbar gewesen wären. ;)

(Um noch einen weiteren unsinnigen Vergleich zu bringen: Im Taxi hätte ich die bisher 7 Milliarden Kilometer von Rosetta nicht für eine Milliarde Euro fahren können, sondern hätte mindestens zehn Milliarden verlangt.)

Natürlich ist es bei der Aktion wie immer schwer absehbar, was das Wissen bringen wird, das während der Mission gewonnen wird. Aber wenn weiterhin alles nach Plan läuft, dann ist zumindest mal davon auszugehen, DASS es jede Menge neues Wissen geben wird. Ich bin jedenfalls gespannt und hoffe, dass Philae einen Tag vor meinem nächsten Geburtstag auf Tschurjumow-Gerasimenko (Yes, erstes Mal ohne Nachsehen geschrieben!) landet. Und dann lassen wir uns einfach mal Bilder aus dem Inneren des Feuerwerks schicken. :)

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