Endlich Red Dead Redemption 2!

Mein freier Monat neigt sich so langsam fast schon wieder dem Ende entgegen und ja, inzwischen bin ich auch dazu gekommen, RDR2 anzuspielen.

„Anspielen“. Auch so ein Wort, das überall 2 Stunden bedeutet, im Universum von Rockstar-Open-World-Games aber halt auch für meine vielleicht 15 Stunden bisher gilt. Ich hab noch längst nicht alle Waffen, Auftragstypen oder dergleichen freigespielt.

Zum PC-Release hab ich wie viele andere nicht spielen können, da der Rockstar-Launcher gecrasht ist, bevor auch nur der Start-Screen kam. Ich war ehrlich gesagt positiv überrascht, dass es nach drei Tagen gefixt war. Vor allem lief es ab da nicht nur irgendwie, sondern perfekt. Ohne Abstürze, Ruckler etc. pp.

Zugegeben: So wenig ich mich inhaltlich seit dem Konsolen-Release habe spoilern lassen (obwohl die PC-Portierung dann überraschend kam), so viele Reviews hab ich dann in den drei Tagen gesehen und war vorgewarnt, was für ein Ressourcenfresser das Spiel sein kann und deswegen gar nicht erst versucht, es mit hohen Einstellungen zu spielen. Das kann man als Hardcore-Gamer absurd finden, wenn man weiß, dass ich gerade eine Ryzen5-3600er-CPU, eine GTX 1660Ti und 16 GB RAM verbaut habe, aber ich finde die heutigen Triple-A-Spiele grafisch auch so schon ausreichend schön und wenn man parallel eh noch ein GTA4-Game offen hat, braucht’s bei RDR2 einfach keine Ultra-Settings. Und jetzt läuft es auf Mittel bis hoch, alles individuell eingestellt mit 1080p und ich bin happy. Ich hab hier und da ein paar eher unschöne, aber kaum schlimme Beleuchtungs-Glitches gesehen und vielleicht 4 FPS-Einbrüche, die spürbar waren. Technisch kann ich mich also nicht beschweren. Ach ja, es läuft übrigens auf einer alten WD-HDD, nicht auf einer SSD!

Und wie finde ich das Spiel?

An sich geil. Ich bin ein GTA-sozialisierter Spieler, was sollte ein anderes Rockstar-Open-World-Game da falsch machen?

Die Antwort ist dennoch ein „Naja, also eigentlich …“

Natürlich: Die Welt ist fantastisch, die Liebe zum Detail inklusive schrulliger Nebencharaktere und dergleichen ist rockstarlike unangefochten rekordverdächtig. Natürlich immer unter dem Vorbehalt, dass es eine offene Welt ist. Linear schaffen das andere Entwickler sogar besser, aber das zu kombinieren ist die große Stärke dieses Ladens.

Das mussten sie in dem Fall für mich auch bringen, denn eigentlich bin ich kein Western-Liebhaber. Aber ja: Rockstar liefert. Gewaltig!

Dass das Spiel im Vergleich zu GTA langsam ist, ist auch schön passend, ich bin ja eh eher so der Entdecker- und Jägertyp in solchen Spielen. Auch zupass kommt mir in dem Zusammenhang, dass die Fortschritt-Menüs und das Kompendium sehr liebevoll gemacht sind. Als Statistik-Nerd in Spielen sehe ich gerne jeden umgedrehten Grashalm dokumentiert und lese mir gameinterne Tagebücher und Naturkundeführer auch wirklich durch. Gut, die weltbeste 100%-Statistik in allen Games hat weiterhin FarCry 4, aber das ist dafür nicht so detailverliebt und halt eher eine Sandbox-Geschichte.

Da leite ich dann aber zum – in meinen Augen verkraftbaren, aber eben bestehenden – Manko über: Die Übersichtlichkeit.

Die Menüs haben zig Ebenen, InGame eskaliert das dann mit Inventar, Pferde-Inventar, Waffen- und Gegenstände-Rad, Map- und Fortschrittsanzeige … natürlich ist das ein Spiel, auf das man sich einlassen soll und ein wenig muss. Mache ich ja auch. Aber je nach Menü bewegt man sich dann entweder mit Pfeiltasten, WASD, Mausrad oder NumPad. Ich belege mir das ja eh alles neu, weil ich noch aus der Pfeiltasten-Zeit komme, aber ein wenig grottig kam mir die Steuerungsportierung trotzdem vor. Wenn ich mich nicht verzählt habe, sind insgesamt fünf Tasten für Aktionen belegt, die in anderen Spielen komplett mit „e = interagieren“ abgehandelt werden.

Sowas erschwert den Zugang unnötig.

Und das Gunplay ist in meinen Augen auch etwas sperrig. Das mag sicher auch Rockstars Sinn für Realismus in dem Spiel geschuldet sein, es sollen ja Waffen sein, die es vor über hundert Jahren gab, aber so richtig Freude will da bei mir nicht aufkommen. Ja, ich habe sämtliche Zielunterstützung auf null gestellt, aber ich spiele es ja eben auf dem PC mit Maus und Tastatur. Natürlich hilft „DeadEye“ einem am Ende immer aus der Patsche, aber etwas mehr Shooter-Mechanik hätte der PC-Version gut gestanden. Ich weiß zwar nicht einmal, wie die genau aussehen sollte, vielleicht liegt es einfach nur an einer leichten Verzögerung beim Schießen. Wie dem auch sei: An der Stelle würde sicher noch etwas mehr gehen.

Aber ich kritisiere hier auf sehr hohem Niveau, das ist schon klar. RDR2 ist ein großartiges Spiel, soweit ich das jetzt mit etwa 30% Fortschritt (Story: 15%) schon sagen kann. All die wirklich unterschiedlichen Charaktere, die einem in der ersten Stunde schon um die Ohren gehauen werden, die geilen Schnee-Animationen zu Beginn, die unendliche Auswahl an Dingen, die man tun kann … ich hab schon locker eine Stunde gepokert. Just for fun und weil ich im RL dadurch zu schnell arm werden würde.

Und ohne zu viel spoilern zu wollen: Schon alleine das fantastische Saloon-Besäufnis mit Lenny, die vermutlich beste Party-Darstellung in einem Game ever, hat mein Herz so mit Freude erfüllt, dass ich kurzzeitig dachte, ich hätte auch für einen Saufsimulator von Rockstar den FullPrice bezahlt.

Ich würde gerne sagen, dass das nur meine Meinung ist, aber RDR2 ist ja allgemein als eines der besten Spiele aller Zeiten anerkannt, also kann ich da nur wenig neues zu beitragen. Etwas schlechte Steuerungsanpassung an den PC und etwas lames Gunplay sind meine Kritikpunkte, das heißt aber eben noch lange nicht, dass man sich daran nicht versuchen sollte. Es macht einen Höllenspaß!

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Beim Müller

Ich hab nie groß was über eine eigentlich sehr prägende Phase meines Lebens geschrieben, also zumindest nie in der würdigen Zusammenfassung, die sich am Vermieter aufhängt. Nein, ich meine dieses Mal nicht die legendäre WG bei Dieter, sondern meine Jahre zuvor, in denen Herr Müller – ich wünschte, es wäre eine einfallslose Verfremdung! – der Vermieter meines Vaters und seiner Freundin war.

Wie wir da hingeraten waren, verstehen heute vor allem Berliner, die plötzlich in einem Klo aufwachen, das ihre ganze Wohnung ist, aber 1299 € im Monat kostet, einfach weil Kreuzberg: Der beschissene Wohnungsmarkt. Mein Vater hatte so um 1995 rum das Problem, dass ein ziemlich großer Bandwurm in Sohnesgestalt in seinen Frisch-Geschiedenen-Haushalt eingezogen war und er sich zudem noch eine neue Freundin zugelegt hatte. Ich hab selbst gute Erinnerungen an die Zeit, aber das Wohnzimmer maß vielleicht 11 m², mein Zimmer 9 und das meines Vaters 8. Die Küche mit eingebauter Dusche (!) waren die restlichen 4, die nicht auf Flur und Klo entfiehlen. Trotz der guten Erinnerung an die Zeit: rückblickend verstehe ich, dass er schnell raus wollte. Zumal die Wohnung der Freundin ähnlich klein, nur auch noch ohne Pennplatz für meine Bandwürmigkeit war.

Er hätte damals trotz passablem Einkommen gerne eine größere Wohnungsauswahl gehabt, aber der Markt war da schon so hinüber, wie Berliner das heute noch kaum erahnen. Selbst wenn die Preise andere sein mögen: Wir haben mal eine Wohnung nicht bekommen, weil mein Vater und seine Freundin nicht verheiratet waren!

Ich wünschte, diese Anekdote wäre unwichtig, aber man muss sich vor Augen halten, dass er beim Müller damals eingezogen ist, obwohl die Wohnung rund 5 Kilometer vom Lieblingsstandort entfernt war und er besagten Vermieter ein paar Tage nach dem Erstgespräch um unser Haus schleichend aufgefunden hat, was dieser erschreckend ehrlich damit begründet hat, dass er halt mal gucken wollte, wer dieser beim Gespräch nicht anwesende Sohn sein sollte …

„Ned, dass da so oiner mit blaue Haar …“

Die Ironie der Geschichte wollte es wohl so, dass ich Punk-Musik erst im Hause Müllers zu schätzen gelernt habe. 😉

Wir wohnten im ersten Obergeschoss. Über uns die zwei jüngeren Söhne (so um die 14) mit der Mutter (?), unter uns Herr Müller mit Blumenladen – der sich direkt unter meinem Zimmer befand. Ich bewohnte wirklich ein paar Jahre das Zimmer über einem Blumenladen!
Und im ersten von zwei Kellergeschossen war der volljährige Sohn nebst den üblichen Stau- und Hobbyräumen untergebracht. Geiles Setting! Weniger aus unserer „Eindringlingssicht“, aber es war Bombe!

Als Soundtrack der früheren Tage ist mir neben Punk vor allem Nas mit unglaublicher emotionaler Präsenz im Kopf:

Mehr als das ging damals gar nicht. Da waren sich OG 1 und 2 einig!

Nicht, dass wir viel Ahnung davon gehabt hätten, was da gerappt wurde, aber ich muss anmerken, dass uns das vielleicht seltsam vorgekommen wäre, wir aber auch beileibe keine rassistischen Mittelstandskids waren. Immerhin.

Wirklich geil gemacht hat die Jahre aber am Ende doch nicht der Soundtrack, sondern die Zock-Sessions im Keller beim großen Sohn. Er 18, ich 16, mein und seine Brüder 13 und 14. Grundausstattung war eine PlayStation – die damals niemand Playsie genannt hätte! – die Spiele „Resident Evil“ und ganz besonders „Tekken 2“. Dazu ein paar Elephant-Bier und für die, die damals schon rauchten (erstaunlicherweise alle außer mir) gab es Kippen. Und um Bier und Kippen wurde Tekken gezockt. Im Bett und den Stühlen daneben, eingequalmt und mit Vorhängen aus den 70ern. Es war so furchtbar und gleichzeitig so geil, wie es sich anhört.

Ich bin in meinem Leben glücklicherweise in allen Belangen weit über diesen Punkt hinausgelangt, aber ich würde lügen, würde ich diesen Punkt als Wiedereinstieg bei einer Zeitreise komplett ausschließen. Wir hatten wirklich einen Haufen Spaß da unten.

Unser Vermieter blieb so komisch wie er seit jeher war. Wir kamen zum Beispiel mal aus dem Urlaub und fanden plötzlich einen Einbauschrank im Flur vor. Im Wesentlichen ein Schuhschrank, der zudem als Verkleidung einiger hässlicher Rohre diente. Hatte er uns einfach mal eingebaut, weil das irgendwann in den letzten drei Jahren mal so eine Idee war. Während unser Kabelanschluss weiter auf sich warten ließ.

Aber während „Vadder“ hier und da kuriose Vorstellungen von Söhnen mit blauen Haaren hatte, hat der älteste Sohn – in wenigen Momenten durchaus auch mal mit mir – gekifft wie das letzte Voll-Opfer. Ist mir alles als Beispiel für die gerne hergenommene gut-bürgerliche Fassade im Kopf geblieben. Aber will ich rückblickend meckern? Nee, eigentlich gar nicht!

Der Müller mag ein Idiot und Arschloch gewesen sein, aber er hat mir mein Leben immerhin nicht versauen können. 😉

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Einschlafbegleitung

Wir stillen das Spätzle gerade ab, und da es noch nicht sehr gut darin ist, trotz Anwesenheit der Mama nicht an Milch zu denken – und weil es nach anderthalb Jahren mal wenigstens etwas Geschlechtergerechtigkeit in diesem Punkt bringt – bin ich gerade dafür zuständig, den Kleinen zum Schlafen zu bringen.

Ja, zu bringen.

„Einschlafbegleitung“ ist so ein tolles Wort aus tausend Ratgebern, das suggeriert, man sehe dem Kind halt ein bisschen dabei zu, wie es von selbst einschläft. Kann sein, dass das alles noch kommt, ich werde sicher dereinst mit einem Geschichtenbuch neben dem Kinderbett sitzen, aber momentan ist es einfach mal nervenzehrend harte Arbeit.

Das Spätzle einfach ins Bett legen geht nämlich bisher nicht. Die Antwort ist bitterliches Weinen in so vielen Tonlagen, dass Opernsänger sich neidisch gen Marzahn verbeugen. Aber wer will’s dem Kind verübeln? Es fühlt sich alleine.

Deswegen haben wir neben dem Bettchen eine 140x200er-Matratze liegen, auf die ich mich mit dem Kleinen schmeiße, wenn er müde zu sein scheint. Meist findet er das schon komisch, weil es keine Milch gibt, also gucken wir ein paar Clips mit der Maus und dem Elefanten. Dafür, dass er die noch nicht einmal versteht, lacht er extrem oft an Stellen, die bittere Schadenfreude vermuten lassen. Aber sei es drum. Papa macht nach ein paar Minuten das Handy aus und versucht dann das aufkommende Weinen zu unterdrücken. Derzeit funktioniert das am besten, indem ich mich selbst ohrfeige und Schmerzenslaute von mir gebe, denn schneller kann man das Spätzle nicht zum Lachen bringen.

Dann wechseln wir schnell zu dem Part, wo das Spätzle mich „ohrfeigen“ darf. Das dauert höchstens eine Minute, dann lachen wir beide und ich kann den kleinen Feger kitzeln und knuddeln und er denkt nicht mehr an Milch. Super Schritt, hat sich bewährt.

Im Prinzip – will heißen: an den perfekten Tagen – kann ich ihm dann ein bisschen den Rücken streicheln und er schläft ein. Leider sind perfekte Tage rar gesäht. Im Normalfall also nehmen wir Schlafpositionen ein und ich versuche, langweilig zu sein, sprich zu „schlafen“. Meist hält das etwa so lange, bis das Spätzle sich aufrichtet und sich einmal längs über meinen Kopf wirft. Praktischer Zwischenschritt, denn da kann ich nochmal ohne Aufwand checken, ob vielleicht inzwischen die Windel voll ist.

Das mündet dann meist in Gewargel von der einen Seite zur anderen. Mal liegt das Spätzle rechts, mal ich. Ich „schlafe“, das Spätzle brabbelt. Ich „schlafe“, das Spätzle zieht mir am Bart. Ich „schlafe“, das Spätzle versucht, mir in der Nase zu bohren. Das zieht sich zwischen 2 und 45 Minuten, je nach Energielevel.

Ein weiterer Schritt – wenn es noch nicht zu einem plötzlichen Einschlafen kam – wird dadurch eingeleitet, dass der Kleine sich müde aufrafft und sich mit voller Wucht in meine Arme schmeißt. Was meistens bedeutet, dass unsere Köpfe zumindest für mich schmerzhaft aufeinander krachen. Was ist schon eine aufgeplatzte Lippe, wenn das Kind schlafen soll?

In dem Stadium ist das Spätzle wirklich müde und sucht nur noch Körperkontakt. Das ist toll und ausgesprochen niedlich, hat aber für mich als Erwachsenem mit dem Plan, das Zimmer später zu verlassen, den Nachteil, dass ich meist irgendwie unauffällig noch einen Arm unter dem Kind hervorziehen muss, es daran gewöhnen, ihm nicht in den Nacken zu atmen, etc. pp.

Meist geht das dann gut und ich kann mich nach ein paar Minuten entfernen. Wenn ich mich traue, komme ich etwas später nochmal zurück und lege den Wurm in sein Bett, damit er nicht nachts versehentlich von der Matratze kullert. Was bisher allerdings auch nur einmal passiert ist.

Wenn es nicht gut geht, geht das Spiel gerne mal wieder von vorne los. Oder in der Mitte, es ist jeden Abend anders.

Inzwischen habe ich es sogar zweimal geschafft, mit der Ansage, dass ich jetzt rausgehe, ein müdes Spätzle nicht weinend und folglich sehr schnell schlafend zu hinterlassen, aber das ist als Plan noch lange zu unsicher. Denn wenn er nicht klappt, dann müssen wir wieder beim richtig heftigen Weinen anfangen und ich mich wieder ohrfeigen lassen. Und ich will neben zweiterem auch ersteres nicht.

Ich will nicht lügen: Ich freue mich auf die Zeit, wo eine Geschichte reicht. Andererseits hab ich auch selten das Gefühl, mit dem Kleinen eine engere Bindung aufzubauen als beim Einschlafen. Nicht-Eltern verstehen das sicher nur bedingt, aber das Wissen, dass man sein Kind beruhigen kann, wenn es sehr schlecht drauf ist (und müde Kinder sind sehr sehr schlecht drauf!), ist ein über alle Maßen befriedigendes Wissen, eine Art heiliger Gral der Elternschaft. Und für mich als Vater, der kein Stillen als allmächtige Geheimwaffe bieten kann, umso mehr.

Also ja: Bitte lass das bald vorbei sein! Aber ebenso ja: Lass mich das Spätzle noch eine Weile beim Einschlafen „begleiten“!

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Lego!

Ich bin ja ein bisschen stolz auf das Spätzle. Also oft und immer wieder. Aber gestern hat er das erste Mal zwei Lego-Duplo-Steine aufeinander gesteckt. Keine Stunde, nachdem er die bekommen hat. Dafür, dass er erst eine Woche über dem Mindestalter liegt, rockt das schon, finde ich. 🙂

Ich gebe zu, für mich ist das was Besonderes, weil Lego bei mir definitiv DAS Spielzeug meiner Kindheit war. In den 80ern vermutlich ohnehin das kreativste Spielzeug überhaupt. Wie viel wir damals hatten, kann ich kaum noch einschätzen, aber selbst das, was ich bis hierher mitretten konnte, kann man noch in Kilogramm abwiegen. (Nur geputzt werden muss es mal)
Ich hab als Kind ungelogen ganze Städte gebaut, sonstige leicht megalomanische Dinge wie Flugzeugträger oder Formel-1-Strecken, Wolkenkratzer bis in 1,50 m Höhe … und all das schon damals meinem inneren Monk nach schön und akkurat farbsortiert.

Und das einzige Foto von damals zeigt eine lausige Ritterburg in komplett bunt, weil mein Bruder mitgebaut hat. 🙁

Wie dem auch sei: wir hatten gar nicht vor, damit übereifrig anzufangen, denn alles hat seine Zeit und wer das Spätzle mal mit Bauklötzen um sich werfen gesehen hat, hat Mühe, darin besondere Begabung in Architektur zu erkennen. Aber es gibt halt so Zufälle.

Einer dieser Zufälle ist, dass das Spätzle gerade ein Lieblingsbuch hat. Es heißt „So leicht. So schwer.“ und handelt von einem Elefanten, der gerne wippen will und deswegen immer neue Tiere auf die andere Seite der Wippe steigen lässt, bis sie endlich so schwer sind wie er. Die endgültige Überraschung will ich nicht spoilern, sie ist dem Spätzle aber so egal wie unangenehm. Er zeigt lieber gerne auf die Tiere, die auf der roten Wippe sitzen, die er schon kennt: Elefant, Pinguin, Affe, Giraffe … oder in seinen Worten: Ui, Pi, Bawa und Ra.

Naja, und dann ist Ozie online zufälligerweise über ein Lego-Duplo-Set ab 1,5 Jahre gestolpert, wo mehrere Tiere auf einer roten Wippe stehen. und darunter immerhin auch ein Elefant und ein Affe …

Ui! Genau das Gleiche! Quelle: Sash

Ich weiß nicht, wie es Euch geht, aber ich erkenne einen Wink des Schicksals!

Und, nun ja, wir waren gestern beim verkaufsoffenen Sonntag eh noch kurz draußen und da haben wir im Spielzeugladen ums Eck mal auf Verdacht nachgeschaut. Und sie hatten es da. Und das Spätzle hat es sofort geliebt. Außerdem ist da ein Tiger dabei und so war sehr schnell ein neues Wort gelernt: Tida! So viel falsch gemacht haben wir wohl nicht. 🙂

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Spätzle-Wochenende

Papa allein zuhaus! Nix, was nicht jeden Nachmittag mal für ein paar Stündchen passiert, aber dieses Wochenende waren es derer gleich 53, da Sophie sich auf den weiten Weg in den Süden der Republik gemacht hat, um das erst fünf Wochen alte Cousinchen des Spätzles zu besuchen.

Dass das überhaupt ein Ding ist, erklärt sich nicht wie bei vielen anderen dadurch, dass ich halt nicht von allem eine Ahnung hab, was der Knirps so braucht, sondern dass ich beim besten Willen keine Chance hab, sein bis heute liebstes Einschlaf-Ritual zu übernehmen: Stillen. Wir lassen selbiges zwar gerade durchaus ausschleichen – nämlich während der Nacht. Aber zum Einschlafen gehört es noch dazu und entsprechend groß ist meine Sorge, wenn ich das Einschlafen begleite.

(Inzwischen mache ich das letzten Endes zwar auch oft, weil er nach dem Stillen manchmal etwas arg aufgeregt ist, aber dann ist er wenigstens schon voll mit Milch und Glückshormonen.)

So gesehen sollte der Freitagabend noch gut laufen, da Sophie über Nacht und eben genau nach dem Stillen losgefahren ist.

Aber: Denkste!

Es war einer der härtesten Abende der letzten Monate. Der kleine Wurm hatte Blähungen und hat mich locker zwei Stunden auf Trab gehalten. Alle 10 Minuten wieder ins Zimmer, auf den Arm, beruhigen … was man halt so macht. Am Ende hat er dann wenigstens von 23 bis 4 Uhr oder so geschlafen.

Dem schlechten Auftakt zum Trotz war das Wochenende aber eigentlich cool. Natürlich bin ich im Haushalt zu fast nix gekommen, weil das Spätzle inzwischen einfach zu große Freude daran hat, mitzuhelfen. Was beim Ausräumen der Spülmaschine tatsächlich immer noch ein großer Gewinn ist, ist anderswo halt völlig unbrauchbar. Sobald ich ein Kleidungsstück in eine Schublade lege, zieht das Spätzle zwei Schubladen aus dem Schrank und verteilt den Inhalt großzügig. Man tut gut daran, es erst gar nicht zu versuchen, sondern das entstehende Chaos einfach nur heimlich hintenrum liebevoll zu moderieren.

Dream-Team. Quelle: Sash

Mit ein paar Ausflügen und sehr sehr viel Essen (so ganz ohne Muttermilch fehlt halt doch was) haben wir die Zeit aber gut rumgebracht. Sehr gut eigentlich. Am Samstagabend ist er nach einer Stunde nochmal aufgewacht und wollte was essen, woraufhin wir sehr erwachsen einen Snack im Bett eingenommen und nebenher Clips mit der Maus und dem Elefanten auf dem Handy angeguckt haben.

Am Sonntag hab ich ihn nur noch abgelegt und er hat bis drei Uhr nachts geschlafen – wo Sophie sich dann bereits gefreut hat, ihn ins eigene Bett nehmen zu können, so nach zwei Tagen Abwesenheit.

Am Ende hat er das also voll super gemacht und ich werde das nächste Wochenende alleine sicher auch nochmal ein bisschen lockerer angehen.

Um die Klischees nicht ganz unerfüllt zu lassen: Ja, wir haben ziemlich viel ferngesehen, es gab auch mal Pommes von der Dönerbude und das Plantschen unter der Dusche war dieses Mal auch mehr Ablenkung als Reinigungsritual. Aber wen kümmert’s? Es war toll. Und hilfreich beim Abstillen vermutlich auch. Und verdammt, ist das ein großer Luxus, dass wir das nicht jedes zweite Wochenende machen mussten bisher. Jetzt mal egal, ob ohne Mama oder ohne Papa. Zu zweit kümmert es sich schon erheblich leichter.

So, und jetzt (Montag vormittag) chille ich ein bisschen und freue mich hier und da, dass ich was aufräumen kann, und es dann erst einmal dort bleibt. 🙂

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Früher haben wir das auch geschafft …

Der Familienbesuch ist vorbei und im Grunde war er schön. Das Spätzle hat mal wieder seinen einzigen Opa sehen können, wir hatten Spaß, waren im Tierpark und haben viel gespielt usw.

Leider ist da halt auch immer wieder diese Generationenfrage in so ungefähr allen Punkten. Mir liegt nichts daran, meine Eltern schlecht dastehen zu lassen, aber den berühmt-berüchtigten Klaps auf den Po beispielsweise gab es bei uns auch noch. Nichts darüber hinaus, das möchte ich ehrlich anmerken, ich weiß von vielen Altersgenossen, dass es sie schlimmer erwischt hat.

Aber Körperstrafen (aka Gewalt) sind ja nicht das Einzige. Immer wieder tauchte auch dieses Mal dieser eklige Satz auf:

„Früher haben wir ja … und wir haben es ja auch geschafft.“

Ich hab nix gegen Tipps von erfahrenen Leuten, ich denke, man sollte auch aus der Vergangenheit lernen und ich bin allgemein ein recht aufgeschlossener Mensch. Aber meine Fresse, was widert mich dieser Satz an!

Das Spätzle: Nicht 1960 geboren. Quelle: Sash

In erster Linie liegt es natürlich daran, dass er immer nur dann gebracht wird, wenn es um negative Dinge geht. Niemand sagt: „Früher wurden wir auch immer für Kleinigkeiten gelobt und aus uns ist auch was geworden.“

Wirklich fatal ist aber, dass das darüber hinaus natürlich die Manifestation eines bekannten Fehlschlusses ist, nämlich des „Survivership Bias“: Menschen, die eine negative Erfahrung gemacht und diese überstanden haben, glauben, dass diese negative Erfahrung deswegen ungefährlich war. Prominente Beispiele sind die Kinder, die von sadistischen Eltern grün und blau geprügelt wurden und trotzdem nicht selbst gewalttätig wurden oder z.B. Krebskranke, die sich zwei Monate von Multivitaminsaft ernährt haben und jetzt wieder gesund sind.

Das mag richtig sein und unter Umständen sogar kausal bedingt (was sehr unwahrscheinlich ist!), aber es bedeutet eben nicht, dass deswegen das Schlagen von Kindern oder Krebs harmlos ist. Das ist wie eingangs erwähnt ein Fehlschluss. Die paar Leute, die es aus einem brennenden Flugzeug geschafft haben sind keinGrund dafür, dass man künftig alle Flugzeuge vor dem Start anzünden sollte!

Aber trotzdem:

„Also ich hab ja nie einen Kindergarten besucht und es hat mir nicht geschadet!“

„Ich musste damals ja auch im Winter drei Kilometer zur Schule laufen und das war auch ok!“

„Wie haben uns ständig geprügelt und das hat uns ja auch irgendwie weitergebracht!“

Mal im Ernst: Bei uns sind nicht alle diese Aussagen getroffen worden, aber ich war trotzdem schwer in Versuchung, anzumerken, dass eure Eltern ja auch den zweiten Weltkrieg überlebt haben und man ja deswegen vielleicht auch mal gleich einen dritten anzetteln sollte.

Hey, ich konnte mal mit 15 zuhause nicht in die Wohnung, weil meine Mutter Alkoholikerin war und im Flur liegend die Tür versperrt hat, was schlussfolgern wir denn bitte daraus in Anbetracht der Tatsache, dass ich heute ein ganz okayer Typ bin?

Wie gesagt: Es ist richtig, aus der Geschichte zu lernen. Aber gerade wenn es um Sachen wie Psychologie oder Kindererziehung geht, dann sind wir vielleicht in den letzten 30 Jahren auch ein entscheidendes Stück weiter gekommen.

Und zwar so entscheidend, dass „Wir haben früher ja auch …“ vielleicht nicht mehr so wirklich ein tragbares Argument ist.

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Ich und FarCry

Natürlich bin ich kein Spiele-Rezensions-Reporter, aber Games sind derzeit meine anderthalb Stunden Auszeit pro Tag und ich verbinde entsprechend viel mit ihnen. Und einmal mehr hat FarCry – dieses Mal „New Dawn“ – dabei eine wichtige Rolle inne und ich würde gerne einfach mal privat erzählen, weswegen ich die Serie so geil finde und wie es dazu kam. Bringt kaum jemandem etwas, ist aber für mich Teil der Psycho-Hygiene.

Hätte es GTA 3 nicht gegeben, hätte ich mit FarCry 3 den Open-World-Shooter entdeckt. (Und ja, GTA war kein FPS, das weiß ich, keine Sorge!)
Aber von vorne:

Ich hab Shooter immer gemocht, seit ich damals „Wolfenstein 3D“ auf dem Pentium 1 bei meinem Vater gezockt habe. Zum Profi habe ich es nie gebracht. Ich hab zwar „Project I.G.I.“ geliebt und „Tactical Ops“ und „Unreal Tournament“ bei ein paar LAN-Sessions unter Freunden gespielt, aber irgendwas übers pure Geballer rausgehende wie eben z.B. Open World war lange kein Thema. Im Grunde fand ich schon Multiplayer an sich immer recht anstrengend und sehe das bis heute so. Ich mag ganz explizit große und ausufernde Games, gerne AAA, also teuer weil wenigstens richtig ausgereift. Aber ich bin Kind der Neunziger. Ich will zocken, weil ich keine Freunde hab, nicht weil ich mir die letzten drei online vergraulen will!

FarCry 1

FarCry kam mir in den Berliner Anfangstagen irgendwie unter und hat mich wie viele andere (bloß vermutlich ein paar Jahre verzögert) geflasht: Was für eine geile Grafik, was für ein Gameplay! Man war relativ frei in der Bewegung, hatte also z.B. auch Fahrzeuge, das tropische Setting war eine willkommene Offenbarung und als halbwegs gern Gegruselter haben mir die Trigene im Dschungel den Puls hochgetrieben. Ich hab es gerne immer wieder gespielt, obwohl das damals noch eine sehr lineare und banale Ex-Soldaten-Story war, wie sie jeder zweite Shooter zu bieten hatte.

Crysis

Dann kam eine Zwischenphase, in der ich kaum Shooter gezockt und meinen Rechner mit Linux betrieben habe. Man hörte von „FarCry 2“ nur schlechtes und außerdem, dass die eigentlichen Entwickler vom ersten Teil nun „Crysis“ gemacht hätten, was somit der eigentliche Nachfolger war.
Ich hab Crysis angespielt und es war enttäuschend. Mal abgesehen davon, dass das Spiel noch auf Jahre hinaus jede Hardware (und meine insbesondere) in die Kniee gezwungen hat, war ich die Supersoldat-mit-Superrüstung-Idee leid. Ich liebte jetzt schon Gegenwart und „Realismus“ im Game-Sinne. Normale Leute, die aufeinander schießen, wie schwer sollte das sein?

FarCry 2

Lange bevor ich „FarCry 2“ auch nur mit dem Arsch angesehen habe, habe ich bereits ein Let’s-Play vom dritten Teil gesehen, das aber umgehend vergessen. Geholt habe ich mir FarCry 2 dann erst, als ich das bei mir längst verschollene erste wieder spielen wollte und über ein günstiges Bundle der ersten drei Teile + „FarCry 3 Blood Dragon“ gestolpert bin. Ich hab es eingelegt, 30 Minuten gespielt und gehasst. Ich war damit nicht alleine, wie ich heute weiß. Obwohl der zweite Teil wichtig war, weil er die Open-World-Ära eingeleitet hat, war er unattraktiv. Selbst das abermals innovative Setting in einem afrikanischen Staat voller Warlords konnte mich nicht überzeugen, denn die Sache mit der Malaria hat mich zu sehr angekotzt. Ich bin kein Hardcore-Player, sondern erforsche gerne in Ruhe und die Tatsache, dass man sich stetig Spritzen gegen seine Krankheit organisieren musste, hat mich genervt. Der zweite Teil soll auch sonst Schwächen gehabt haben (z.B. ständiges Respawnen bereits erledigter Gegner), aber mich hatte bereits die Malaria erwischt.

FarCry 3

Vaas, vermutlich der FPS-Antagonist dieses Jahrhunderts. Quelle: Ubisoft

BÄM! Spieler, die FarCry 3 nicht überrascht hat, gibt es nicht. Bei mir aber kam die Überraschung dazu, dass ich es offensichtlich bereits (aus Videos, siehe oben) kannte, es aber trotzdem unfassbar geil fand. Natürlich war da der charismatische von Michael Mando gespielte Antagonist Vaas, aber noch dazu die tropische Welt, das viele Sammeln und Jagen, die unfassbare Größe des Spiels … ich habe einfach alles geliebt. Zugegeben: Nach Vaas‘ Tod flacht das Game etwas ab, aber die Drogentrips, Pokerrunden und zudem eine absolut geile Waffenphysik und das Abdriften ins Kultisch-Religiöse, um trotz Gegenwartsbezug auch mal übernatürliche Gegner zum Zug kommen zu lassen: Das war ein Spiel des Jahrzehnts!

FarCry 3 Blood Dragon

Ich fand es nie interessant, hab es dann aus Mangel an Alternativen nach dem fünften Teil mal angespielt und sah mich bestätigt. Dass es eine kleinere und recycelte Map verwendet und nur ein „halbes“ Spiel ist, stört beim geringeren Preis ja nicht. Gameplay ist top, aber das 80er-Jahre-Pseudo-Futuristische hätte ich schon in den 80ern beklemmend gefunden. Mit einem anderen Setting hätten wir Freunde werden können. So halt nicht.

FarCry 4

Den vierten Teil hab ich mir versehentlich als Download gekauft. Bei einer 2-Mbit-Leitung. Aber ich habe es nicht bereut. Abgesehen von den etwa drei Tagen, während denen das Spiel sich runtergeladen hat. Kritiker haben immer bemängelt, dass das Spiel eigentlich eine Kopie des dritten Teils war. Damit haben sie, wenn es um die kreative Leistung geht, vollkommen recht. Die Sache ist nur: In meinen Augen ist der vierte Teil damit einfach nur die Perfektion von Nummer drei. Ja, das Gameplay war das gleiche. Und zwar fast exakt. Aber alle Neuerungen waren Boni. Die Sache mit den Ködern, um Tiere anzulocken, die Erweiterung in die dritte Dimension mit den Kletterhaken … fantastisch! Dazu ein aufgeräumteres Menü und zudem mit dem Himalaya ein erneut völlig unverbrauchtes Setting. Ich bin per se gar kein Freund des mystisch-religiösen Beiwerks, aber hier war es auch noch gut eingebettet, besser als in Teil 3, durchaus auch mit Ironie und es bot Abwechslung. Ich würde Nummer 4 nach rein sachlichen nur auf dieses eine Spiel bezogenen Kriterien auf den ersten Platz stellen. Ausgereift, fantastische Grafik für die Zeit und bis heute, dazu Setting, Game- und Gunplay, und das für fucking 50 Stunden, wenn man es komplett durchrocken will.

FarCry Primal

Wie „Blood Dragon“ hat mich auch diese „halbe“ Version nicht angesprochen. Zugegeben: Steinzeit ist wieder ein originelles Setting und die Kritiken waren nicht nur schlecht, aber ich spiele halt keine Shooter um Tiere zu zähmen. Ich könnte es mir jetzt bei Uplay+ mal ansehen, aber es reizt mich nicht wirklich.

FarCry 5

FarCry 5, Quelle: Ubisoft

Das war der erste Teil der Serie, bei dem mich bereits die Werbung heiß gemacht hat. Die Trailer waren so großartig: Mit Kleinflugzeugen und explodierenden Autos unterwegs gegen eine christlich-fundamentalistische Sekte, erstmals in Amerika, ein Game wie gemacht für die Zeit unter Donald Trump. Es soll auch einige Kontroversen jenseits des großen Teiches ausgelöst haben, aber das war mir bestenfalls egal.
Ich hab es mir dann Anfang 2018 runtergeladen und mein Rechner hat es gerade noch so gepackt. Eigentlich lief es zu ruckelig, aber das Spiel war gut genug, um es zu probieren. Und wie immer, wenn ich eines der FarCry-Games „probiert“ habe, hab ich es durchgespielt. Ich war nie grenzenlos verliebt, denn das Gunplay wurde „mainstreamiger“, weichgewaschen. Die Logik mit den „Perk Points“ lässt meiner Meinung nach einen wichtigen Teil der Immersion schwinden und etwas an Logik vermissen im Vergleich zu den älteren Teilen, aber es war ein fucking geiles Game. Und das, obwohl sogar die Story nicht so gut war, wie die Trailer es vermuten ließen. Viel zu flach, ganz ehrlich. Aber das Setting, die Grafik und all das hielten mich halt doch bei der Stange. Zumal ich ja bei Open-World-Titeln eher der rastlose Sammler bin. Ich weiß, dass das eine vergleichsweise simple Mechanik ist, um Leute bei der Stange zu halten, aber ich hab mit 16 Jahren meine Darts-Statistiken zu Hause auf Milimeterpapier in Grafiken eingetragen, sowas wurde für mich gemacht. Und dann das Ende! Spätestens an dieser Stelle muss man mal anmerken, dass die FarCry-Spiele zumindest beim Finale nie Rücksicht auf seichte Krimigucker-Gewohnheiten nehmen. Seit spätestens dem dritten Teil sind sie ziemlich verstörend und unerwartet. Die Prinzessin befreit und heiratet man jedenfalls nie in diesen Spielen, das kann ich versprechen.

FarCry New Dawn

Und da wären wir dann beim aktuellen Titel. Abermals ein „halbes“ Spiel. Ein kleiner Teil aus dem Vorgänger übernommen, deutlich abgespeckt im Umfang auch sonst. Und wie immer halt auch dieses Mal für 40 statt 60 Euro. Dass das Scheiße sein muss, hab ich umgehend beschlossen. Abgesehen davon ist nun upleveln von Waffen, Basis, Fahrzeugen etc. notwendig, ohnehin ein No-Go, das den Spaß versaut.
Aber nun habe ich nunmal Uplay+ und wenn es schon umsonst ist, kann man es sich ja mal anguc … ach wie geil, die greifen die Story aus dem fünften Teil inklusive vieler Charaktere wieder auf!
Natürlich ist das Teil der Vermarktungsstrategie, aber hell yeah, was hat plötzlich das 5er-Universum an Qualität gewonnen! Natürlich sind höherklassige Kugelschwämme ein Unding und die tauchen auch auf. Aber wie z.B. auch bei In-Game-Käufen, die Ubisoft natürlich einbauen musste, geschieht das überwiegend maßvoll. Ich gebe zu, dass ich mir nach FarCry 5 und „New Dawn“ wünsche, dass es wieder etwas back to the roots geht, aber das Zocken der Games macht halt trotzdem noch verdammt viel Spaß. Zumindest für mich. Die Modernisierung und Monetarisierung hat andere Spiele sicher deutlich härter erwischt.

Kann gut sein, dass der nächste Titel dann wirklich mies wird. Hört man ja von einigen Ubisoft-Spielen. Aber von FarCry blieben auch dann noch ein paar echt herausragende Zeitfresser übrig, die ich nicht missen möchte. Ich finde sie zumindest ab Teil 3 bis heute noch spielbar und hab sie auch alle noch auf dem Rechner.

Entschuldigt diesen für viele wertlosen Einschub, aber es war mir ein Bedürfnis. 🙂

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