Das Fenstermysterium

Gefühlt wohnen wir an einer kritischen Ecke, was das Fensterputzen angeht: Sie werden schnell staubig und wenn dann noch Regen dazukommt … im Schnitt denkt man sich bereits 2 Wochen nach dem Putzen, dass man eigentlich schon wieder ran sollte. Wir denken uns das ziemlich lange. Für gewöhnlich eignen sich die Scheiben hier, um die Sonne ohne weitere Hilfsmittel zu beobachten. Aber, so denkt man sich als Müßiggänger: So hart drauf können ja nicht alle sein.

Und das Mysterium nun ist, dass wir nie einen Nachbarn die Fenster putzen sehen.

Bei mir ist das teilweise durch den Tagesrhythmus erklärbar, aber wir reden hier ja nicht von 7 Fenstern. Wir haben beim Wohnblock gegenüber freie Sicht auf gut 300 Fenster (eben abgezählt). Wenn jedes davon auch nur alle 60 Tage (entspricht einer gesunden Kruste) geputzt wird, wären das fünf täglich. An so Tagen wie heute (Frühling, etwas wärmer, Sonntag, Sonnenschein) müsste es aussehen wie in einem Ameisenhaufen. Aber: Nix!

Ich bastel mir jetzt eine Verschwörungstheorie dazu, anders kann ich damit nicht umgehen.

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Zahnzwischen … fälle

Das Thema Zahnarzt war ja lange abgehakt. Also ja, ich gehe inzwischen regelmäßig hin, putze halbwegs brav, etc. pp. Aber mit dem Zahnersatz war seit Anfang letzten Jahres ja endlich mal alles erledigt und äußerst schnafte. Jetzt werde ich wohl doch vor der nächsten Kontrolle und Prophylaxe nochmal einen Notfall-Zwischenstopp einlegen müssen. :(

Immerhin ist von allen denkbaren Zwischenfällen der harmloseste eingetreten. Ich hab gestern früh beim Essen plötzlich auf meinem Ersatz rumgekaut, weil er abgegangen war. Was so nicht passieren sollte, aber halt trotzdem maximalst bescheuert aussieht und sicher wenig hilfreich ist. Vorerst hab ich ihn wieder eingesetzt und es scheint sogar zu halten. Aber dass da nochmal nachgeklebt werden muss, ist offensichtlich. Naja, wozu habe ich meine halblebige Phobie abgelegt, wenn nicht dafür?

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Was nicht schön ist

… sind diese Nächte, in denen ich nicht einmal aufs Schreiben Bock habe.

Ähm, ok, das in einen Blogeintrag zu schreiben, könnte komisch wirken. Auf Schreiben an und für sich hab ich zu 90% meiner Wachzeit Lust und hier bei Sashs Blog landen am Ende ja wirklich nur die Sachen, die mir am Herzen liegen. Was ich meinte, ist dieses “andere” Schreiben. Bei GNIT fühle ich mich ein bisschen unter Druck, zumindest mal nicht mehr als einen Tag Pause einzulegen und nochmal was anderes sind dann die Großprojekte wie Bücher. Also Dinge, die man nicht einfach mal nach Lust und Laune runterschreiben kann, sondern wo ein Konzept dazugehört, eventuell sogar Absprachen mit Agentur oder Verlag. Dummerweise bringen genau diese Dinge Geld …

Und wenn das – wie bisher irgendwie immer – knapp ist, dann nervt umso mehr der Gedanke, dass ich jetzt aber unbedingt mal X oder Y machen sollte. :(

Ich will nicht zu laut jammern, ich weiß schon, dass ich mir das selbst ausgesucht hab. Aber wer hat nicht gelegentlich mal was zu meckern? Bei mir isses halt nicht der nervige Chef oder die wenige Zeit, bei mir ist es halt eher das wenige Geld und der nervige Druck. Und so betrachtet bin ich nicht einmal sonderlich unzufrieden mit meiner Wahl. Und eigentlich wollte ich nur sagen, dass ich mich die letzten Tage nicht aufraffen konnte, was “richtiges” zu schreiben. Trotzdem doof.

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Stürmische Gedanken

Nun also Niklas. Der Sturm scheint ganz schön was angerichtet zu haben, aber so langsam fühle ich mich diesbezüglich irgendwie alt. Ich hab Niklas im besten Sinne ignoriert, so umfassend, wie es mir möglich ist. Und, mal ganz ehrlich: Diesbezüglich hatte ich alle erdenklichen Möglichkeiten: Ich musste nicht arbeiten und wohne in einem mehr als nur stabilen Haus, das zudem außerhalb meines Verantwortungsbereiches liegt; so lässt’s sich leben. Wenn Stürme nur bedeuten, dass man beim Lüften aufpassen muss …

Das ist verdammt viel Glück, muss man echt mal sagen. Und ich denke, es ist gut, sich das auch mal vor Augen zu halten. Nicht um sich selbst zu kasteien, sondern einfach mal, um die Perspektive geradezurücken. Ich hätte gerade genug Grund, um beispielsweise über meine finanzielle Lage zu jammern, aber ich kann so einen bescheuerten Sturm einfach ignorieren, weil er mich nicht betrifft. Wow!

Aber wenn ich sage, ich fühle mich bezüglich Stürmen alt, dann hat das natürlich auch mit der Vergangenheit zu tun.

Anfang 2007 hatten wir Kyrill, eine Art Jahrhundertsturm. Der hat mich insofern betroffen als dass er damals einen Schaden an einem Firmenwagen angerichtet hat und das eine äußerst heikle Sache war, weil ich den Wagen damals “nur so mittel legal” für eine private Fahrt genutzt habe. Die kleinen Sünden der Vergangenheit …

Aber ich bin jetzt 33, ich hab sogar Lothar noch miterlebt – und das auch noch in Süddeutschland, wo es ziemlich heftig war. Am meisten erinnere ich mich daran, wie damals das Wasser auf der Straße in Stuttgart so hoch stand, dass es in den Bus reingeschwappt ist, mit dem ich damals von meiner Oma nach Hause gefahren bin. Weit ironischer aber war das, was meinem Vater passierte. Der war mit seiner Freundin auf Verwandschaftsbesuch im Elsass. In einem kleinen Dorf, weit abseits von allem, was gemeinhin Zivilisation genannt wird. Weites Land, wenig Gefahrenpotenzial. Aber ausgerechnet der einzige Baum auf dem Grundstück gehörte zu den mehreren Millionen Bäumen, die der Wind umgerissen hat. Und er traf beim Umfallen das Auto, das mich knappe 6 Jahre später das allererste Mal nach Berlin bringen sollte.

Vielleicht sollte man Stürme doch nicht unterschätzen …

PS: Ich weiß, dass auch durch Niklas Menschen gestorben sind. Und die konnten vermutlich nichts dafür und ich beabsichtige wirklich nicht, das irgendwie zu verhöhnen. Ich schildere nur meine eigenen Erfahrungen, die natürlich ganz andere sind als die der Betroffenen. Ich hoffe, niemand hat sich dadurch verletzt gefühlt.

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Dieses kapitalistische Gruseln

Ich befinde mich in einer äußerst dummen Position:

Ich habe wenig Geld, bin aber alt genug, mir über den Wert von Dingen bewusst zu sein.

Denn das führt tendenziell dazu, dass ich Dinge kaufe, die ich mir nicht leisten kann. Oder ist es vielleicht noch schlimmer, wenn man stattdessen Dinge kauft, bei denen man weiß, dass sie furchtbar sein müssen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber einen gewissen Gruselfaktor haben beide Möglichkeiten.

Wir alle wissen, dass Klamotten für 2,99 € vermutlich von Kindern genäht werden. Oder dass Lasagne für 1,50 € auch mal Einhuferfleisch enthält. Wir verdrängen das halt gerne, und vieles davon ist auch einfach so alltäglich, dass man jedes Gefühl verloren hat, was vielleicht unter irgendwie noch akzeptablen Bedingungen hergestellt worden sein könnte.

Und dann war ich gestern Abend zu einem Termin in einem Restaurant. Mal kein Presseinterview, ich musste also selbst zahlen. Dass es günstig werden würde, war vorher abgeklärt und ich war aus eingangs genannten Geldgründen auch dankbar darüber. Als ich dann die Karte gelesen hab, hab ich mich aber sehr aktiv darum bemühen müssen, meine Bedenken runterzuschlucken.

Das Restaurant (ich nenne jetzt keine Namen) war ein Italiener, es gab also auch Pizza. Kein sonderlich teures Essen, schon klar. Auch Meeresfrüchtepizza gab es, mein All-Time-Favorit. Ich bemühe mich ja, halbwegs wenig Fleisch zu essen; aber das eine Mal auswärts pro Quartal enge ich mir nicht irgendwie ein, da nehme ich alles, worauf ich Lust habe. Und Meeresfrüchte … es ist einfach sowas wie Liebe. Für gewöhnlich vergleichsweise teure Liebe. Ich bestelle in den seltenen Runden im Restaurant oder beim Pizzaservice immer das teuerste Essen. Da es dabei in der Regel auch nur um ein paar Euro geht, ist das nicht schlimm, aber eben auffällig. Gestern Abend dann suchte ich fast schon zielstrebig nach der “Frutti di Mare” und fand sie neben einem Preis, der mir surreal erschien: Vier Euro.

Und das war kein Tippfehler. Die anderen Pizzen kosteten teilweise unter drei Euro.

Ich hab’s ausprobiert und erschreckenderweise auch tatsächlich eine Meeresfrüchte-Pizza bekommen.

Natürlich reden wir hier so oder so nicht von Sterne-Küche oder auch nur gehobenem Niveau. Natürlich war die Pizza auch nicht sonderlich groß. Aber es war eine Pizza mit Meeresfrüchten. Zu einem Preis, zu dem man sonst allenfalls eine von Großkonzernen zigtausendfach produzierte Meeresfrüchte-Pizza im Supermarkt bekommt – ungebacken, nicht serviert, ohne Raumkosten, ohne … WTF?

Ich meine: Das kann doch nicht aufgehen, selbst wenn sie billige Tiefkühlpizzen verwenden!

Ehrlich gesagt bin ich einfach nur schockiert. Aus dem selben Grund, aus dem ich als Taxifahrer über UberPop schockiert bin.

Ich weiß in dem Fall nicht, ob ich einfach nur schön dekorierte Scheiße gefressen hab oder ob der Kellner ein Sklave für einen Euro Stundenlohn war, aber ich weiß, dass ich mit der Sache irgendwas unterstützt habe, was ich nicht unterstützen will. Obwohl ich mich gerne einfach freuen würde, dass ich gut und günstig gegessen habe. Das ist das, was dieses “Nachdenken” so furchtbar anstrengend macht.

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Die erste schlechte Rezension

Heute kam sie dann. Die erste schlechte Rezension zu meinem Buch bei Amazon. Die vierte Rezension dort und die vielleicht fünfzehnte all in all, wenn man die Presseberichte mitzählt. Es ist sicher ein schwieriger Balanceakt, darüber jetzt zu bloggen, weil es vielleicht den Eindruck vermittelt, ich messe einer für mich unschönen Meldung so viel Bedeutung bei. Das tue ich gar nicht – deswegen der Post auch hier im privaten und nicht im großen Blog drüben – aber dieses “Wie gehst Du mit Kritik um?” ist ja immer schon eine interessante Frage an Menschen gewesen, die irgendwie in der Öffentlichkeit stehen und mit Kritik konfrontiert werden, das interessiert halt. Heute vielleicht nicht mehr ganz so viel, weil jeder mit einem Facebook-Account mal angepöbelt wird – aber für Journalisten ist das immer noch eine Top-Frage. Beziehungsweise Fragen, denn eigentlich sind es zwei Aspekte:

1. Interessiert mich das?

2. Was sage ich zu den “Vorwürfen”?

Letzteres ist natürlich nur interessant, wenn tatsächlich irgendwas substanzielles gesagt wird. Und da hab ich Glück, denn “XUnscarredX” war so gesehen recht fair. Er fand das Buch halt langweilig, hatte sich mehr erhofft und entschuldigte sich abschließend sogar bei mir persönlich. Dafür kann man sich doch fast schon bedanken. Und seinen Seitenhieb, ihm würde sogar jetzt bei der Rezension langweilig, fand ich eigentlich sogar ganz amüsant. ;)

Interessiert mich das?

Ja. Im positiven wie im negativen Sinne. Im negativen Sinn kann ich Kritik nicht gut ausblenden. Nicht dass mir jeder Troll auf die Füße treten kann mit hirnlosem Gesabbel – aber Kritik in ihrer ehrlichen Form interessiert mich einfach. Ich bin’s als Blogger gewohnt, direktes Feedback zu bekommen und das bekomme ich eben auch von Leuten, die nicht meiner Meinung sind. Und andere Meinungen – da kommt der positive Teil – können ja auch dabei helfen, tatsächliche Fehler zu erkennen. Natürlich wünschte ich mir nur Positives, aber ich lebe nicht im Teletubbieland. Kein Buch auf der Welt gefällt allen und was bedeutet ein Stern schon bei jemandem, der nur einen oder fünfe vergibt?

Was sage ich dazu?

Kurz gesagt: Dumm gelaufen, aber da kann ich jetzt auch nix machen …

Tatsächlich ist die große Frage, ob die Geschichten, die ich erzähle, nicht eigentlich zu langweilig sind, immer wieder mal zu Gast in meinem Kopf. Ich erzähle halt “nur” Alltagsgeschichten. Ich könnte mir bessere ausdenken, aber das hab ich in dem Buch halt nicht getan. Vor Jahren hab ich im Radio schon gesagt, dass sich Taxigeschichten in aller Regel darauf beschränken, was Fahrgäste tun oder sagen. Natürlich kann man sich da jetzt mehr Sex, mehr Crime oder mehr Promis vorstellen, aber in meiner Welt ist ein junger Mann, der seinen Penis mit Godzilla vergleicht, eigentlich immer für einen Lacher gut gewesen. Aber klar, für manche Menschen sind reine Erzählungen z.B. per se langweilig, die hätten lieber mehr Action. Und mit “Taxi Taxi” hält die Berliner Nachtschicht dann halt vielleicht doch nicht ganz mit. So gesehen: Sorry, lieber XUnscarredX …

Kleiner Nachtrag:

Um genau sowas zu vermeiden, versuche ich immer irgendwie zu relativieren. Nicht, weil ich allen gefallen will, sondern weil ich nicht möchte, dass die Leute sich von einer Überschrift falsche Versprechungen machen. Natürlich sind Klappentexte wie Filmtrailer immer ein Best-of und natürlich berichten die Zeitungen lieber über Sex und Drogen als über Hans Baecker. In der Werbung den Spagat zu finden zwischen “Nicht alle erreichen, die es gut finden könnten” und “Mehr Leute erreichen als es eigentlich interessiert” ist nicht einfach. Und ich als Autor bin da eh nur eines der Rädchen im System. Ich sage auch immer allen Journalisten, dass ich die Fahrten besonders zu schätzen weiß, bei denen ich am Ende einfach irgendwie helfen konnte. Sucht den Satz mal in den Interviews …

Aber mal zurück zum Thema. Wenn ich eines offenbar ganz gut hinbekommen habe in den letzten Jahren, dann mit Kritik für mich selbst umzugehen. Das ist nicht automatisch passiert, das war wie so oft ein langer Prozess, auch einer mit vielen Diskussionen übrigens. Gerade weil man ja auch immer zwischen Trollen und ernsthafter Kritik unterscheiden muss. XUnscarredX werte ich nicht als Troll und wenn ich was aus seiner Rezension mitnehme, dann, dass es nicht falsch ist, sich Gedanken darüber zu machen, wen man wie erreicht, um Enttäuschungen zu vermeiden. Andererseits werde ich vermutlich trotzdem auch weiterhin Interviews freigeben, die mir stilistisch vielleicht nicht ganz gefallen, weil ich hoffe, damit deutlich mehr neue interessierte Leser zu gewinnen als fehlgeleitete zu enttäuschen. Es ist halt nicht alles ganz so einfach.

Und am Ende dann trotzdem noch ein kleiner Rant:

Wie “und kommt dabei nicht mal sympathisch rüber”? Sympathisch kostet mindestens zwei Euro extra! ;)

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Rezensionen und so …

Letzte Woche war ich bei PotsdamTV, um im Studio ein wenig über mein Buch zu plaudern. Das war auch alles ganz nett und ich bin dabei immerhin das erste Mal in nüchternem Zustand geschminkt worden. Was mit den Aufnahmen passiert ist, weiß ich derzeit nicht. Sie sollten ausgestrahlt worden sein, aber ich kann mit meiner 2Mbit-Bandbreite leider keine Videos von PotsdamTV anschauen …

Bei Youtube hab ich dann immerhin eine Rezension von ihnen gefunden:

Ich weiß, ich weiß … ;)

Aber ich möchte mich ehrlich bedanken. Die Leute waren alle nett und selbst falls mein sicherlich von genialen Verhasplern nur so strotzendes Interview verschollen sein sollte, war PotsdamTV immerhin ein guter Probelauf für meine Wenigkeit im Fernsehen. Und der war nötig, denn während ich dort im Flur stand, habe ich bereits mit Sat1 telefoniert. Aber dazu später mehr …

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