Sniper Elite 4

Jahr der Veröffentlichung: 2017
Genre: TPS
Stunden bisher gespielt: ca. 25

Setting: Wie in Sniper Elite 3 bist Du Scharfschütze Karl Fairburne. Dieses Mal wirst Du in Italien abgesetzt um eine neue Geheimwaffe der Nazis zu finden.

Sniper Elite 4 war der prototypische Sale-Kauf bei Steam. Ich hatte die Serie gar nicht auf dem Schirm, aber irgendwann gab es das Spiel mal für einen einstelligen Betrag. Und naja, ein Sniper-Shooter, irgendein B- oder C-Game, man kann es ja mal ausprobieren …

Was ich zuallererst festgestellt habe: Es ist ein verdammt schönes Spiel. Rückblickend verstehe ich meine große Begeisterung nur zum Teil, aber der Teil ist ganz augenscheinlich: Die Level sind extrem schön. Und nicht nur schön. Ich persönlich finde, dass die Level in Sniper Elite 4 unfassbar großartig sind. Weitläufige und dennoch extrem detaillierte Maps mit auffallend vielen Wegen und vielen begehbaren Gebäuden mit stimmungsvoller Beleuchtung und etlichen taktischen Möglichkeiten, seine Ziele zu erreichen.

OK, ich bin jetzt nicht so der Taktik-Typ. Ich werde mich auch hüten, über diesen Aspekt des Spiels hochtrabende Aussagen zu machen. Aber auch als Schießbude auf leicht taugt das Spiel. Die Bewegungssteuerung könnte meiner Meinung nach ein bisschen weniger hakelig sein, aber im Großen und Ganzen funktioniert das Spiel als TPS auf AAA-Niveau.

Natürlich sind da die serientypischen ultrabrutalen Röntgen-Todesaninmationen, die schon ein wenig einschränken dürften, welche Zielgruppe das Spiel am Ende mag, aber ich fand Splatter schon immer überbewertet was die Wirkung angeht und kann mich daran erfreuen ohne wie ein gewaltgeiler 16-jähriger jedes Mal Geräusche dazu zu machen.

Naja, man bewegt sich jedenfalls in Missionen, die zugleich große Level sind, als Einzelkämpfer hinter feindlichen Linien möglichst unauffällig und schießt sich von Gegner zu Gegner, bis man seine primären und bestenfalls auch ein paar sekundäre Ziele erfüllt hat. Im Wesentlichen Leute erschießen, Sachen sprengen und Dokumente finden. Nichts davon macht Sniper Elite 4 irgendwie herausragend, aber halt auch nichts davon schlecht, so dass am Ende ein guter Shooter bleibt. Zumal das Gameplay auch nicht ewig tragen muss, das Spiel ist für Erstspieler in unter 15 Stunden abhakbar. Ebenso ist die Story genretypisch nicht sonderlich deep. Man muss aber fairerweise eingestehen, dass es auch logisch ist, dass man als parteiischer Soldat in einem Krieg, der die Gegner immer möglichst aus der Entfernung erledigt, irgendwie auch dazu verdammt ist, in einer Schwarz-Weiß-Dichotomie zu leben und hey, immerhin geht es gegen Nazis, das passt schon! 😉

Ja, ein bisschen weniger Pathos vom Erzähler in den Zwischensequenzen wäre mir persönlich lieber gewesen, aber dabei kann man die Kritik auch belassen. Es ist schon ein gutes Spiel, die 77 auf Metacritic finde ich fast ein bisschen harsch, aber nicht ganz unpassend. Ich spreche bei Militärshootern mit viel Gewalt nicht unbedingt eine Kaufempfehlung aus, aber es ist ein gutes Spiel.

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