Barack Obama ist also der neue Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Wenn man die Auswahl McCain contra Obama als gegeben sieht, dann bin ich natürlich froh, dass es so gekommen ist. Und natürlich ist es bisher einmalig, dass ein Schwarzer Präsident in den USA geworden ist. Juhu!
Ich gönne Obama den Wahlsieg, und wenn man ihn so sieht, dann scheint er ja auch ein sympathisches Kerlchen zu sein. Aber ich muss doch – hierauf haben wieder alle meine Leser gewartet – ein bisschen gegen diese „Obamania“ anzukämpfen versuchen. Dieser Mensch hat es nun geschafft, Präsident zu werden. Dafür hat er x Millionen US-Dollar aufbringen müssen, und sich geistig herablassen müssen auf die Ebene, die das amerikanische Wahlvolk haben möchte. Von nun an ist er „der mächtigste Mann der Welt“, gewissermaßen das Leitbild (ich wollte nicht Führer schreiben) der westlichen Welt.
Mal ganz abgesehen davon, dass ich nicht der Meinung bin, dass irgendeine einzelne Person überhaupt einen derart wichtigen Posten besetzen sollte, möchte ich doch auch einmal daran erinnern, dass der amerikanische Präsident zwar viel zu viele Freiheiten besitzt, dass dieses Amt aber auch aus Obama – selbst wenn er ein netter Kerl sein sollte – einen von Lobbyisten getriebenen Irgendwer machen wird.
Obama mag die bessere Wahl gewesen sein in einem System, das nur zwei Alternativen vorsieht. Das will ich nicht bestreiten. Aber ob es wirklich etwas aussagt, dass Barack Obama nun gewählt wurde, dass wage ich zu bezweifeln.
Natürlich liegt das einfach nur in meinem sehr linken Naturell, dass ich auch im Erlöser selbst wieder das Böse sehe, aber man darf ja gespannt sein, wie sich das alles entwickeln wird.
Ganz im Ernst: Die Welt wird keine andere werden, nur weil Obama nicht so blöd ist, jedes mit den Geheimdiensten zu findende Fettnäpfchen mit einem Tritt hinein zu beehren. Dass mit Bush ein wirklich exorbitant blöder Präsident nun 8 Jahre das Land regiert hat, spielt sicher eine Rolle im Bezug auf die Frage, wie positiv Obama bewertet wird.
Aber: Reicht das aus für dieses Amt in diesen Zeiten?
Ich bin gespannt darauf, in vier Jahren einmal zu sehen, wie es mit dem Klimaschutz, der Armutsbekämpfung und dem Rassismus in den USA aussieht. Weltweit natürlich auch.
Aber ich glaube, dass all das „Yes, we can!“, all der „Change“ nicht so kommen wird, wie viele glauben. Obama ist ein neuer Präsident. Er wird hoffentlich vieles besser machen als sein recht stupider Vorgänger, aber ich glaube nicht daran, dass er ernstlich was ändert. Ehrlich gesagt wäre ich hier froh über einen Gegenbeweis…
This is not a Change!
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