Die kleinen Dinge

Ich hatte ja neulich in einem Nebensatz schon mal erwähnt, dass unsere Kids nicht gerade darben, wenn es um Spielzeug geht. Eher im Gegenteil. Natürlich darf man dabei auch nicht die kurze Aufmerksamkeitsspanne des Spätzles vergessen, aber es hat ja auch ganz handfeste Auswirkungen aufs Knöpfle, dass immer eine Menge Zeug zum Bespielen da ist. Ja, natürlich durchaus auch eine gewisse Anspruchshaltung. Das kann ich ihm mit seinen vier Jahren aber auch nicht übel nehmen, alle Vierjährigen wünschen sich mehr als sie haben, unabhängig vom Status Quo. Vor allem dann aber auch eine gewisse Genügsamkeit, wenn es wirklich ans Eingemachte geht. Im Spielzeugladen zum Beispiel.

Ich war heute mit dem Knöpfle im großen Spielzeugladen des Nachbarortes, und zwar um etwas zu kaufen, von dem ich vor 30 Jahren nicht gedacht hätte, dass es für Kids noch ein Ding sein könnte, wenn die Haushalte erst einmal Spielekonsolen und Tablets vorhalten: Klebehände. Fahren gerade beide Kids voll drauf ab, die ersten waren allerdings im Rahmen der intensiven Nutzung nur von … begrenzter Dauer. Nun haben wir natürlich auch gesagt:

„Ja, wenn Du mitkommst, darfst Du dir auch was extra für dich auswählen, aber nichts großes.“

Im Grunde ein Anfängerfehler. So vage Aussagen sollte man nicht treffen. Alleine: Mit Preisen kann das Knöpfle noch nichts anfangen und ich persönlich hatte jetzt auch nichts konkretes im Sinn. Und es war mir nicht wirklich wichtig, ob es jetzt 7 statt 5 oder 11 statt 10 Euro – oder wie auch immer man die Grenze gesetzt hätte – geworden wären.

Entsprechend kam es wie es kommen musste: Ein großes Spiderman-Wasserwerfer(?)-Fahrzeug für 30 Euro wollte er sich gönnen und bei aller Ungenauigkeit: Dass das nichts kleines ist, wollte ich schon klarstellen. Ich will nicht sagen, dass das komplett easy lief. Natürlich fand er meine Ablehnung nicht toll und hat es kurz mit Weinen quittiert. Ist ja auch doof. Aber ich war ehrlich gesagt ziemlich stolz auf ihn, wie er zwei Minuten später mit mir zusammen das Gefährt weggestellt und sich mit etwas Verhandlungsgeschick ein wesentlich kleineres und billigeres Fahrzeug erstritten hat, ohne dass es zum Drama wurde oder nochmal Tränen gab.

Im Endeffekt haben er und sein Bruder den Rest des Tages aber eh mit den Klebehänden gespielt.

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Knöpfle at home

Wir sind dieses Jahr fast unbeschadet durch die Krankheitswellen gekommen, die da draußen wüten. Nach den letzten Jahren und mit Kindern in zwei verschiedenen Einrichtungen eigentlich mehr als zu hoffen war. Aber am Montag hat sich das Blatt gewendet: Während ich in Mainz im Büro war, musste Sophie das Knöpfle abholen. Fieber. Fast zeitgleich ging über die Kita-App noch eine Warnung raus, dass es mehrere bestätigte Influenza-Fälle gäbe und man die Kids bitte im Zweifel lieber daheim lassen sollte. Ich hab meinen Kollegen gleich angedeutet, dass ich vielleicht länger nicht kommen würde, denn: Grippe ist in der Kita, Knöpfle hat Fieber und ich, ich hatte für meinen freien Dienstag das Aufpassen auf den Zwerg gezogen. Wie würde da wohl mein Rest der Woche aussehen?

Im Grunde haben wir nur drauf gewartet, dass es gleich richtig losgeht, man weiß ja, wie das mit Grippe ist. Stattdessen war die Nacht nicht schlimmer als der Abend, Knöpfle hatte einmal noch 38 Grad Temperatur und dann wurde es eigentlich besser. Kein Fieber, aber vor allem auch ein relativ entspannter Dienstag. Entspannter als ein normales Wochenende zumindest. Eigentlich hatten wir zwei recht viel Spaß. Klar, den Tag nach dem letzten Fieber muss er auch zuhause bleiben, Sophie nimmt einen oder zwei Tage kindkrank, aber vermutlich war es das doch schon. Also doch nur eine Erkältung. Vermutlich die selbe, die ich auch schon seit geraumer Zeit verschleppe. Oder die letzte Impfung hat echt Wunder gewirkt. Trotzdem Däumchen drücken für die kommende Zeit.

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Ren Ren Ren Ren

(a storm it comes our way)

Fuck ey! Wenn es zum letzten Jahr für mich einen Soundtrack gäbe, dann wäre er doch sehr angefüllt mit Songs von Ren. Ich hab hier vor einiger Zeit ja schon mal seine Trilogie der „Tales“ von Jenny, Screech und Violet genannt, aber das ist ja nicht alles. Wie vermutlich alle bin ich über seinen unfassbar fantastischen inneren Monolog „Hi Ren“ bei ihm gelandet. Und obwohl ich damals schrieb, dass ich mit seinen HipHop-Stücken nichts anfangen kann, so hat sich das im Laufe des Jahres auch nochmal stark geändert. Mit einigen Stücken fremdel‘ ich immer noch, aber „Illest of our Time„, „Sick Boi„, „Su!cIde“ und auch sein Rap-Retake von „Losing it“ rödeln meine Playlists seit Monaten rauf und runter. Ganz zu schweigen von der fantastischen Ballade „Chalk Outlines“ mit Chinchilla zusammen.

Insgesamt ist das eine gar nicht so uninteressante Erfahrung, denn ich bin jetzt Mitte 40 und auch meiner Lebensumstände wegen nicht gerade sehr anfällig für so richtiges Fandom. Ich war eigentlich eh Zeit meines Lebens eher Freund einer gewissen Anti-Haltung, was so Personenkulte angeht. Vielleicht mal abgesehen von meiner Michael-Jackson-Phase mit 10. Aber bei Ren hab ich schon sehr große Freude an seinem persönlichen Artstyle, ich kann mir zum Beispiel unabhängig von der Musik quasi jedes Video von ihm anschauen, weil die – insbesondere für einen Indie-Künstler – so unfassbar hochwertig und einfach sehenswert sind. Ich weiß nicht, ob irgendwann in den nächsten Jahren nochmal irgendwas kommen wird, was auch nur annähernd heranreicht an „Money Game Part 3“ und ich meine das völlig ohne Übertreibung. Ich hab bis hierhin 7 Links gesetzt und kann keinen Favoriten nennen, den man „aber wirklich unbedingt“ anklicken muss, weil ich sie alle großartig finde und jedem je nach persönlichem Background was anderes nahelegen würde. Der Mann hat trotz schwerster Gesundheitsprobleme in den letzten drei Jahren einen kreativen Output gehabt, der für drei ordentliche Bands gereicht hätte.

Naja, gestern ist dann „Vincent’s Tale – The Bedroom“ erschienen, das in großen Teilen Richard’s Tale enthält und schon die zweite Fortsetzung zur legendären Trilogie ist:

Ich denke, man muss schon Spaß an Rens Art haben, Geschichten zu erzählen – oder die dieses inzwischen nicht mehr so kleinen Universums im Speziellen – um das jetzt so zu feiern wie ich. Ich weiß, die meisten werden es eh nicht anklicken oder nach zwei Minuten wegzappen, mache ich bei vielen Sachen auch so, passt schon. Aber was ich ganz zum Ende diesbezüglich noch mitgeben muss: Keiner von Rens Songs (außer vielleicht „Hi Ren“ ganz zu Beginn) hat mich wirklich von Anfang an begeistert. Es ist oft sperrig, auch sein ständiges Switchen von Flows oder gleich ganzen Musikstilen erleichtert den Einstieg nicht unbedingt. Aber ich bleibe dabei: es lohnt sich!

Ach ja, und wenn man eh kein Superfan werden will, kann man auch erstaunlich gut damit umgehen, wenn einem etwas gar nicht gefällt, das ist das Schöne.

Nachtrag: Verdammte Axt, jetzt hat Ren zwei Wochen später mit dem dritten Teil von Vincent’s Tale das alles nochmal in den Schatten gestellt. Bin ich froh, dass ich nicht so der neidische Typ Mensch bin, aber wie der das macht, frage ich mich trotzdem.

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Willkommen beim PC-Gaming!

Ach, da hab ich dem Spätzle gestern versehentlich eine Lehrstunde zum Thema PC-Gaming geben müssen.

Eigentlich wollte er abends nur noch eine halbe Stunde Goat Simulator 3 spielen, aber dann wollte Ubuntu ein Update und dann war die Auflösung des Systems plötzlich auf 640 x 480 festgezurrt. Ich persönlich war an der Stelle noch gar nicht so verzweifelt, ist ja offensichtlich, dass beim Update irgendwelche falschen Grafiktreiber ausgewählt wurden.

Leider hab ich es nicht so schnell gefixt gekriegt, wie ein kleines ADHS-Spätzle das gerne gehabt hätte, denn ich bin auf ein Problem mit der grafischen Benutzeroberfläche von Ubuntu gestoßen: Ich hab das Fenster mit den zusätzlichen Treibern geöffnet, konnte auch einen Nvidia-Treiber auswählen, der mir irgendwie brauchbar erschien (Methode: Raten), nur waren sämtliche Bedienelemente wie z.B. der Button zum Bestätigen außerhalb des Sichtfeldes, das ja nun mit 480p ein bisschen eingeschränkt war. Und das Verschieben des Fensters half auch nichts, weil es immer zurückgesnappt ist, wenn ich es zu weit geschoben habe. Verkleinern auf sooo wenig Platz ging schonmal gar nicht.

Ich hab natürlich versucht mich durchzutaben, aber ohne Feedback habe ich es auch nicht getroffen. Einmal, zweimal, dreimal …?

Am Ende hab ich schon Terminalbefehle gegoogelt, um das ganze vielleicht ohne GUI machen zu können, aber dann hab ich mich einmal versehentlich aus dem aktuellen Desktop zur Auswahl der Desktops rausgeklickt und da hab ich dann gesehen, dass ich offensichtlich einmal zum richtigen Zeitpunkt Enter gedrückt hatte, weil da ein Ladebalken rödelte. ich konnte wegen der Auflösung zwar nichts lesen, aber ich hatte einen neuen Treiber ausgewählt, irgendwo blind bestätigt und jetzt lud irgendwas. Wie falsch sollte ich schon sein?

Es war insgesamt scheiße und die Stimmung zwischen uns beiden entsprechend. Will das nicht empfehlen. Hätte ich vermutlich in dem Fall auch besser handeln können, ich bin bei sowas leider auch nicht immer im perfekten Papa-Modus. Aber einer der großen Punkte der nächsten Jahre wird sicher auch sein, das Spätzle fit zu machen für all das, was die Technik so mit sich bringt und vielleicht ist das Wissen, dass selbst sowas wie Spielen nicht immer so einfach ist wie auf der Switch, wo alles einfach passiert und funktioniert, einer der Punkte, der dieses Wissen irgendwie ins kleine Gehirnchen bringt.

Vielleicht merkt er sich aber auch nur, dass ich es nicht toll fand, dass er wiederholt versucht hat, das Spiel zu starten, während ich irgendwas langweiliges an meinem eigenen Computer nachgeschaut habe. Man weiß es leider jetzt noch nicht.

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Unerwartetes

Es ist schon cool, dass wir inzwischen in einer Welt leben, in der die Kinder zu Fasching auch ohne mindestens ein handwerklich begabtes Elternteil mit Freizeit mehr Auswahl als Cowboy, „Indianer“ und Feuerwehrmann haben. Spätzle konnte letztes Jahr als Mario gehen und vielleicht kriegen wir das Knöpfle irgendwann noch dazu, ein Minion zu sein, bevor er aus der Rolle rauswächst. Wir werden sehen. Gestern hat Sophie dann mit den Kindern Kostüme angesehen und natürlich wollte das Knöpfle gleich ein neues Feuerwehr-Kostüm. Das ist ja auch cool, wenn man vier ist. Was ist mit dem Spätzle? Minecraft wäre eine gute Ideenwelt, aber ohne Vollmaske schwierig. Was ist sonst noch gerade cool bei Sieben- bis Achtjährigen?

„Ich gehe als Banane.“

WTF?

Aber ja. Beschlossen und verkündet, inklusive dem Wissen darum, dass Tauschen einen Tag vorher nicht mehr drin sein wird. Er wird wohl als Banane gehen und meine Güte, bin ich stolz auf den kleinen Weirdo. 😀

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Alles wie immer

Die aktuelle Woche ist nochmal eine mit ihren ganz eigenen Herausforderungen. Das Spätzle zum Beispiel hatte noch eine lange geplante Ferienbetreuung, bei der wir eigentlich bis zuletzt nicht so recht wussten, ob wir sie in Anspruch nehmen würden. Drei Ausflugsfahrten von Wiesbaden aus, von Montag bis Mittwoch. Indoorspielplatz und Museen. Schien uns nach den vergleichsweise ruhigen Weihnachtsferien gar nicht so wichtig zu sein, wir hatten sogar die Betreuung nur so mittel geplant. Montags hab ich das mit Büro verknüpft, dienstags hatte ich eh frei und Mittwoch war so ein bisschen „Mal gucken“, was aber dazu führte, dass ich doch nochmal spontan Urlaub genommen habe. Ich muss eh Resturlaub loswerden, passt schon. Zumal wir mehr als positiv überrascht waren, dass das Spätzle freiwillig zu den Ausflügen mit ist. Fremde Leute, fremde Locations und er als Siebenjähriger mit seiner kleinen sozialen Awkwardness watschelt da selbstbewusst rein und macht mit wie ein Großer. Im Wissen, dass das durchaus auch unserem Engagement der letzten Jahre zu verdanken ist, hat mich alleine das Bild am Montagmorgen vor Stolz fast platzen lassen.

Dienstags haben wir wegen eines Arztbesuch dafür das Knöpfle daheim gelassen. War einfacher und hat auch echt prima geklappt. Und dann hat sich die Kita nachmittags gemeldet mit der Info, dass Mittwochs vermutlich keine Betreuung stattfindet, weil die Heizung kaputt ist.

OK?

Also im Großen und Ganzen mögen wir es, wie sie die Dinge da regeln, aber wie kann es denn sein, dass bereits der dritte Tag im neuen Jahr schon ausfällt, weil die letztes Jahr komplett neu gebaute Heizung nicht tut?

Und mittwochs kam dann mittags die Info, dass es am Donnerstag vermutlich mit einer Notlösung klappen könnte. Nähere Infos dann morgens. WTF?

Also hab ich mich gestern während meines Urlaubs mit einer Kollegin besprochen und mich zudem bei der Arbeit eingeloggt, um ein zweites Mal binnen einer Woche spontan am Folgetag Urlaub zu beantragen. Ich bin froh, dass es geklappt hat, aber das ist auch nicht die Art, wie man das neue Jahr bei der Arbeit beginnen will. Und, gab es dann heute Betreuung? Ja, aber natürlich nicht ohne es noch einzuschränken mit „Wir behalten uns vor, nach dem Mittagessen Schluss zu machen“. Ist nicht passiert, alles gut.

Ich kränkel gerade eh etwas rum und bin ganz froh jetzt über den Tag Pause. In anderen Lebenslagen mit anderen Arbeitgebern wäre das allerdings auch schon wieder ein ziemliches Desaster geworden.

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Kausal? Xid? Hauptsache Mono!

Nach einem ganztägigen und am Ende dann zumindest wegen der 400 km Autofahrt anstrengenden Ausflug zurückzukommen in eine Wohnung, in der einen das Piepen des Kohlenmonoxid-Alarms empfängt, ist nur so mittel erheiternd. Und ja, wir hätten da gestern eigentlich die Feuerwehr rufen sollen. Sicher ist sicher und so. Aber uns kam das alles etwas seltsam vor und wir haben – neben dem Ausstatten des Gerätes mit neueren Batterien – auch einen Grund gefunden, der irgendwie plausibler war als eine leckende Gastherme, die vor ein paar Wochen überprüft und gewartet wurde:

Das Gerät stand in der Küche im Regal – kein sehr guter Platz. Es hätte eigentlich beim Tragen in den Raum, in dem die Therme ist, abgehen müssen wie Schmidts Katze. Stattdessen Ruhe. Und nach ein bisschen überlegen und vor allem Googeln seitens Sophie sind wir dann auf eine gar nicht so komplizierte – und sehr eindimensionale (deswegen das monokausal im Titel) – Lösung gekommen:

Farbe!

Sophie hatte am Tag zuvor in der Küche direkt neben dem Regal einen Teil der Wand gestrichen. Und das kann die empfindlichen Geräte wohl schon mal zu einem Alarm verführen. Am Tag zuvor war aber zu viel Trubel: Personen, die rein und raus gingen, Lüften … da war immer Bewegung drin. Aber als wir dann einen Tag lang weg waren und die Wohnung dicht, da hat das Gerät dann wohl angeschlagen. Da seither trotz neuer Batterien nichts mehr war, reicht uns das jetzt als Begründung.

Ich finde ja, schon wegen so einem Scheiß sollte Gas eigentlich keine Zukunft haben. Irgendwie schon absurd gefährlich das alles.

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