Category Archives: Familie

Elternbesuch

Elternbesuche. Für viele Menschen eine Selbstverständlichkeit, für uns hier eher nicht so. Was im Wesentlichen daran liegt, dass unser beider Elterngeneration schon seit Jahren aus nur noch einer Person in 650 km Entfernung besteht. Da sieht man sich selten mal zufällig Nachmittags vorm Haus und kommt noch kurz mit rein.

Aber wie es so ist: Der Nachwuchs hat meinen alten Herrn inzwischen zum dritten Mal nach Berlin gelockt. Oder das dritte Mal überhaupt in irgendeine Wohnung, in der ich nach meinem Auszug gelandet war. Uns stellt das ernsthaft immer wieder auf eine Probe, einfach weil ungewohnt.

Und nicht falsch verstehen: Es ist toll. Zum einen natürlich, weil unser kleiner Knirps seinen einzigen Opa gerne so oft sehen soll wie nur möglich. Aber was man bei so wenigen Besuchen halt auch nicht unterschätzen darf: Wenn man sich so gut wie nie sieht, leidet auch ein bisschen die Fähigkeit, sich gegenseitig gut einschätzen zu können. Und das wirft dann so simple Fragen auf wie z.B. „What the fuck sollen wir eigentlich zum Essen machen?“

Naja, den ersten Abend haben wir überstanden (mit Hackbraten!) und eigentlich wird es ja mit jedem Mal leichter. 😉

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Die kleinen großen Momente

Ich bin in meiner Rolle als Babybehüter sicher inzwischen gut angekommen. Soweit, dass ich auch weit mehr als ich es mir vielleicht vor einem Jahr eingestehen wollte einfach völlig unironisch und schon gar nicht zynisch mit dem ganzen Thema umgehe. Ich hab den kleinen Knirps einfach von ganzem Herzen lieb und gehe darin auf, ihm bescheuerte kleine Dinge im Alltag zu zeigen und mitzukriegen wie er auf dem Arm dann Sachen interessant findet, die eine Minute zuvor noch gruselig waren. Ich könnte dahinschmelzen, wenn er von irgendwo Musik hört und dann einfach dasitzt und anfängt, rhythmisch mitzuwackeln oder wenn er die Augen aufreisst, weil er eben etwas unerhörtes neues erlebt hat, wie beispielsweise ein Blatt Backpapier in der Hand zu halten. Das ist toll und für so ein Baby unglaublich wichtig und es hat nix mit Kitsch zu tun, wenn man das ein oder andere „Hach!“ einfach nicht unterdrücken kann. Selbst wenn’s hier oder da „nur“ hormonell bedingt ist. Das hat sich ja nicht grundlos evolutionär durchgesetzt.

Aber so mancher Hype um die erste Bewegung in die Richtung und wessen Baby das in welcher Woche wo schon konnte und bla bla … Eltern können auch ermüdend sein. Wir sicher auch mal, schon klar, es sind nicht immer nur die anderen. Für „Ach guck mal, seit dem 3.4. kann er die Hand schon wieder 3° weiter abspreizen, wenn er sich auf den Rücken dreht!“ bin ich wirklich nicht zu haben.

Aber es gibt ja dann doch die Meilensteine …

Die ersten Schritte!

Werden mal Fußabdrücke in der Geschichte hinterlassen: Babyfüße. Quelle: Sas

Wenn man sich so umsieht, sind die ersten Schritte irgendwie das Ereignis, auf das Babys offenbar das ganze erste Jahr hinarbeiten müssen. Obwohl sie davor viele Bewegungsabläufe erlernen, die für sich gesehen gar nicht arg viel weniger komplex und in Anbetracht des noch viel jüngeren Alters umso erstaunlicher sind – mit den ersten Schritten wird wohl wirklich so eine rituelle Grenze zwischen Tamagotchi und Mensch überschritten. Aufrechter Gang! Reicht Ihm einen Speer!

Und ja, es ist beeindruckend obwohl es gar nicht beeindruckend ist. Wir haben ja z.B. ein Baby, das unsere Hände als Zahnschleifwerkzeuge und vielleicht noch als Kräne kennt. An der Hand laufen ist nicht. Kapiert er einfach nicht. Also waren die ersten Schritte das Ergebnis ewiger Schwankerei und man könnte meinen, dass das Spätzle den Ausfallschritt vor dem normalen Schritt gelernt hat. Und jetzt fällt es auch dauernd wieder um, inklusive Kugelei bis der Kopf irgendwo bremst. Es ist also eigentlich ein sehr erbärmliches Schauspiel, das einen mitleidig hinter seinem Kind herrobben lässt, um wenigstens die Sache mit der Notaufnahme zu vermeiden. Aber meine Fresse, ist das auch ein tolles Gefühl! Und erst zu sehen, wie toll es für das Baby ist! Wie es sich feiert dafür, gerade 13 cm in der Senkrechten zurückgelegt zu haben. Es ist großartig

Und ja, Ihr habt es sicher geahnt: Auch wenn gerade erst einmal knapp über 11 Monate seit der Geburt vergangen sind, tappst das Spätzle hier stolz durchs Wohnzimmer. Bisher ist der Rekord vielleicht bei fünf Schritten. Noch ausbaufähig, aber es hat ja noch sein ganzes Leben vor sich. 🙂

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Es gab Spaghetti

Es ist irgendwie sehr befriedigend, wenn so ein Baby tatsächlich selbstgekochtes Essen isst. Und dann auch noch mit Begeisterung.

Ein bisschen viel Arbeit hinterher bleibt dennoch. 🙂

„Das Essen“, Spaghetti auf Baby, 2018. Quelle: Sash

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Das eine Mal um sieben

Da standen wir gestern abend also, einen der drei Termine im Quartal vor Augen, wo mal Aufstehen um 7 Uhr nötig war. Sophie hat den Lauf der Dinge in einem Tweet festgehalten:


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Ende Studium, Anfang Hamburger

Der gestrige Tag war bestimmt davon, dass Sophie ihre letzte Prüfung geschrieben hat. Die wirklich letzte. Die Bachelor-Arbeit ist vor über einem Monat bereits eingereicht worden, das gestern könnte man als Formalie abtun. Was ich sicher nicht will, denn auch das war eine Prüfung, auf die sie sich hart vorbereiten musste; sogar eine, die mehrmals verschoben wurde. „Marktversagen“, es klingt ja bereits so unglaublich positiv. 😉

Und ja, unter dieser und jener Vorraussetzung könnte es auch noch einmal auf eine weitere Prüfung rauslaufen, aber so wie ich Sophie kenne, waren sowohl die Bachelor-Arbeit als auch die gestrige Prüfung ausreichend gut. Etwas, das ich aus meiner Schulkarriere ja kaum kenne. Ich wurde im Nachhinein meist negativ von der Note überrascht. Oder ich wusste schon vorher, wie mies es gelaufen war. Ich schätze, ich war für die Schule nicht geschaffen.
Gegenbeispiele gab es zwar auch, aber das waren dann so Fälle, wo man hinterher sicher sein konnte, dass der Lehrer bei der Korrektur bereits anderthalb Flaschen Wodka inne hatte und ihm die Note egaler war als mir. Wie bei der ersten Matheklausur in (ich glaube) 12/1, wo ich sagenhafte 12 Punkte bekommen habe, obwohl ich überwiegend „Gegeben/Gesucht“ ordentlich benannt und bei einer Aufgabe ohne Rechenweg zufällig das richtige Ergebnis hatte.

Aber so wird das bei Sophie nicht sein. Leute, die gut in der Schule sind, haben mindestens genau so übertriebene Sorge vor schlechten Ergebnissen wie ich unrealistische Hoffnungen hatte, dass aus „bis knapp die Hälfte richtig“ am Ende vielleicht doch noch eine Drei wird.

Kultiviert essen (Symbolbild), Quelle: Sash

Naja, zum festlichen Anlasse gab’s jedenfalls Hamburger. Zu Hause, was sehr gut war, allerdings auch ein etwas bemühtes Spätzle hinterließ. Denn natürlich war es von uns in Kleinstmengen mitbedacht worden. Der Kleine kriegt natürlich noch Brei und Milch, aber sein Interesse gilt längst all dem komischen Zeug, das wir beilegen, er führt die Familienkost langsam, aber schon mit strengem Regiment ein. Nur die Sache mit dem Fleisch … nee, also er hat’s wirklich versucht. Vielleicht 10 oder 15 Minuten. Am Stück. Aber ohne Backenzähnchen war das noch etwas viel. Aber er wollte es. Was man bei den Essiggurken nicht wirklich sagen kann, aber da – das sollte man anmerken – war er weniger schockiert als mehr gelangweilt. Ich bin schwer beeindruckt von dem kleinen Scheunendrescher. Er isst zwar gerade nicht so wirklich viel – wobei das bei inzwischen fünf Mahlzeiten plus Stillen halt irgendwie auch wieder logisch ist – dafür aber interessanteste Dinge. Er hat neulich selbst das versehentlich doch etwas zu scharfe Daal weggeschlabbert. Das wird noch spannend, aber jetzt sind Hamburger fürs Erste auch abgehakt. Ist mit noch nicht einmal ganz 11 Monaten ja auch ganz ok.

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Raubtier

Als Erstlingsvater habe ich bestimmt noch einen riesigen Haufen an falschen Vorstellungen über das Wesen von Kindern, als es mir bisher bewusst ist. Allerdings bin ich derzeit schon ganz gut beschäftigt mit den Fehleinschätzungen, die sich bisher als solche entlarvt haben.

Zum Beispiel die, dass zumindest mal Babys bis zu einem Jahr recht harmlose Gesellen sind.

Also nicht falsch verstehen: Lieb im herkömmlichen Sinne ist unser Spätzle durchaus. Er ist auch faszinierend frustfrei bei all seinen Entdeckungsuntersuchungen, er weint eigentlich nur bei einem der vier Baby-Apokalypsen:

  1. Hunger
  2. Müdigkeit
  3. Schmerzen
  4. Mama oder Papa gehen aus dem Zimmer

Das Problem ist bloß, dass er in all seiner Begeisterung, die er über die Anwesenheit von mir und Sophie hegt, etwas überambitioniert zupackt.

Die Phase, in der er uns liebevoll in die Nase gebissen hat, scheint langsam aufzuhören, allerdings ist er nicht in der Lage, mit seinen kleinen Händchen sowas wie Streichel- oder Tatsch-Bewegungen zu machen, er zieht und zerrt an allem oder haut hemmungslos drauf. Letztes ist wirklich so harmlos, wie es sich anhört, aber das Festkrallen klingt nur lustig, bis ich Körperstellen wie Nase, Augenlider oder Bauchnäbel nenne, nicht wahr?

Seit ich den Stöpsel bei seinen Ambitionen öfter abblocke, geht es wieder, aber vor einer Woche sah meine Nase noch aus, als hätte ich ’ne Bruchlandung in einem Schaufenster gemacht.

Immerhin freut sich das Baby schön, wenn man blutend und weinend im Eck liegt.

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Plottwist: Es ist drei Jahre später!

Wir schreiben das Jahr 2019, ich habe ein Kind, habe zugunsten des Hausmanndaseins mit meinem Hauptjob Taxifahren aufgehört und alles was ich dafür bekomme, sind grenzdebile Tiraden des unterirdischsten US-Präsidenten aller Zeiten auf Twitter. Definitiv ein Zeitpunkt, um einen unspezifischen Blog aus der Taufe zu heben, wenn alles andere im letzten Jahr nicht geklappt hat.

Und da ich mit Sashs Blog schon mal einen hatte … es ist ja nicht pures Geschichtsbewusstsein, das einen die Domain und den Webspace weiter bezahlen lässt.

Wie immer kann ich nicht sagen, wohin die Reise gehen wird. Im schlimmsten Fall schläft das hier jetzt abermals ein wie so vieles vorher. Ich hab nicht viel Zeit gerade, denn ich habe ein sehr sehr anhängliches kleines Spätzle an der Backe und einen Haushalt wenigstens rudimentär zu wuppen. Aber auch wenn selbst diese Worte gerade von meinem Schlaf abgehen: Nicht mehr bloggen ist einfach auch keine Lösung, ich bin halt noch Web 2.0.

Da hier noch Einträge aus der WG-Zeit stehen und dafür die letzten Jahre eher nicht bis überhaupt nicht vorkamen, werde ich sicher noch ein paar Anpassungen machen – und auch einige Texte löschen – müssen. Aber ich finde es immer noch ehrlicher, als jetzt pseudotheatralisch bei null anzufangen. Ich war halt auch bisher schon einmal in diesem Internet.

Ob das jetzt ein Hausmann-Tagebuchblog oder ein politischer Elternblog wird, weiß ich noch nicht. Das Schöne ist: Im Moment ist mir das auch egal und ausnahmsweise brauche ich diese Haltung auch. Ich wollte gerne einen anspruchsvollen Elternblog starten, aber meine eigene Erwartung hat mich gelähmt. Nach einem langen Tag ist einem oft nicht mehr nach Recherche, Balance und einer Agenda. Deswegen werde ich hier sicher keinen rechten antifeministischen Scheiß posten, das ist hoffentlich allen klar. Aber es kann schon sein, dass meine persönliche Erfahrung hier doch eher mehr das Zentrum bildet – um das ich leidenschaftlich zu diskutieren bereit bin!

Und da liegt überhaupt vieles drin: Ich hab mal wieder Bock auf Kommentare, Widerworte. Spaß und Stress im Netz! Mit Euch! Ich hoffe, Ihr gebt meinem bescheidenen Neuanfang auch eine Chance.

Mit extraflauschigen Grüßen,

Sash

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