Spätzle-Wochenende

Papa allein zuhaus! Nix, was nicht jeden Nachmittag mal für ein paar Stündchen passiert, aber dieses Wochenende waren es derer gleich 53, da Sophie sich auf den weiten Weg in den Süden der Republik gemacht hat, um das erst fünf Wochen alte Cousinchen des Spätzles zu besuchen.

Dass das überhaupt ein Ding ist, erklärt sich nicht wie bei vielen anderen dadurch, dass ich halt nicht von allem eine Ahnung hab, was der Knirps so braucht, sondern dass ich beim besten Willen keine Chance hab, sein bis heute liebstes Einschlaf-Ritual zu übernehmen: Stillen. Wir lassen selbiges zwar gerade durchaus ausschleichen – nämlich während der Nacht. Aber zum Einschlafen gehört es noch dazu und entsprechend groß ist meine Sorge, wenn ich das Einschlafen begleite.

(Inzwischen mache ich das letzten Endes zwar auch oft, weil er nach dem Stillen manchmal etwas arg aufgeregt ist, aber dann ist er wenigstens schon voll mit Milch und Glückshormonen.)

So gesehen sollte der Freitagabend noch gut laufen, da Sophie über Nacht und eben genau nach dem Stillen losgefahren ist.

Aber: Denkste!

Es war einer der härtesten Abende der letzten Monate. Der kleine Wurm hatte Blähungen und hat mich locker zwei Stunden auf Trab gehalten. Alle 10 Minuten wieder ins Zimmer, auf den Arm, beruhigen … was man halt so macht. Am Ende hat er dann wenigstens von 23 bis 4 Uhr oder so geschlafen.

Dem schlechten Auftakt zum Trotz war das Wochenende aber eigentlich cool. Natürlich bin ich im Haushalt zu fast nix gekommen, weil das Spätzle inzwischen einfach zu große Freude daran hat, mitzuhelfen. Was beim Ausräumen der Spülmaschine tatsächlich immer noch ein großer Gewinn ist, ist anderswo halt völlig unbrauchbar. Sobald ich ein Kleidungsstück in eine Schublade lege, zieht das Spätzle zwei Schubladen aus dem Schrank und verteilt den Inhalt großzügig. Man tut gut daran, es erst gar nicht zu versuchen, sondern das entstehende Chaos einfach nur heimlich hintenrum liebevoll zu moderieren.

Dream-Team. Quelle: Sash

Mit ein paar Ausflügen und sehr sehr viel Essen (so ganz ohne Muttermilch fehlt halt doch was) haben wir die Zeit aber gut rumgebracht. Sehr gut eigentlich. Am Samstagabend ist er nach einer Stunde nochmal aufgewacht und wollte was essen, woraufhin wir sehr erwachsen einen Snack im Bett eingenommen und nebenher Clips mit der Maus und dem Elefanten auf dem Handy angeguckt haben.

Am Sonntag hab ich ihn nur noch abgelegt und er hat bis drei Uhr nachts geschlafen – wo Sophie sich dann bereits gefreut hat, ihn ins eigene Bett nehmen zu können, so nach zwei Tagen Abwesenheit.

Am Ende hat er das also voll super gemacht und ich werde das nächste Wochenende alleine sicher auch nochmal ein bisschen lockerer angehen.

Um die Klischees nicht ganz unerfüllt zu lassen: Ja, wir haben ziemlich viel ferngesehen, es gab auch mal Pommes von der Dönerbude und das Plantschen unter der Dusche war dieses Mal auch mehr Ablenkung als Reinigungsritual. Aber wen kümmert’s? Es war toll. Und hilfreich beim Abstillen vermutlich auch. Und verdammt, ist das ein großer Luxus, dass wir das nicht jedes zweite Wochenende machen mussten bisher. Jetzt mal egal, ob ohne Mama oder ohne Papa. Zu zweit kümmert es sich schon erheblich leichter.

So, und jetzt (Montag vormittag) chille ich ein bisschen und freue mich hier und da, dass ich was aufräumen kann, und es dann erst einmal dort bleibt. 🙂

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