Von Phil und Thilo

Viel Stress mit Haushaltsgeräten kann man unserer Wohnung gerade nicht bescheinigen: Der Staubsauger saugt, der Kühlschrank kühlt und der Wasserkocher kocht. Was die letzten paar Jahre etwas stressig war, war die Spülmaschine. Denn die hat, nun ja, wirklich regelmäßig nicht gespült. Wie wir jetzt merken, mag da durchaus auch ein eher schwaches Ventil am Anschluss mitschuldig gewesen sein – und das harte Berliner Wasser ist auch stets ein Unruhestifter – aber wir haben die Maschine am Ende durch ultrapenibles Reinigen und die teuersten Tabs auf dem Markt irgendwie noch über die Runden geschleppt und Tage akzeptiert, an denen man die Maschine einfach 15- oder 20-mal hat anstellen müssen, damit sie einmal durchläuft. Wir haben das eigenmächtige Aufschrauben und Rummacgyvern immer wieder aufgeschoben und waren am Ende doch fast sowas wie erleichtert, als an Silvester auch noch der festinstallierte Schlauch leckgeschlagen ist und wir einen Grund hatten, ernsthaft über eine neue Maschine nachzudenken.

Ich meine: Wir hatten ihr inzwischen extra einen Namen gegeben – Thilo. Und ja, der war tatsächlich eine Referenz an Herrn Sarrazin, denn wir nannten das Teil so, weil es weiß war, privilegiert (war ein Privileg-Gerät) und dauernd rumgenervt hat.

Die Maschine war günstig (damals bekam Ozie noch Firmenrabatt bei Quelle!), aber wirklich „Spaß“ hatten wir mit ihr auch nie. So wurde der Januaranfang von Ozie mit stundenlangem Suchen nach guten Spülmaschinen verbracht – und scheinbar hat sich das gelohnt. Denn wenn ich mir das Gerät anschaue, das jetzt bei uns in der Küche steht … Holla die Waldfee im Vergleich zur alten!

Gut, sie liegt eine Preisklasse höher als die alte, hat aber auch noch nix zu tun mit Geräten, die das Geld kosten, das man normalerweise ausschließlich in motorisierte Fortbewegung zur Luft investieren will.

Wir hatten uns das ja alles schon angeschaut und uns nach zwei Wochen manuellem Abwasch auch entsprechend auf die Lieferung gefreut. Trotzdem hab ich bei Twitter heute Mittag noch gescherzt, dass wir jetzt bei unserer Erwartungshaltung vermutlich enttäuscht sein würden, wenn sie einfach nur spült. Aber nee, wir sind ernstlich begeistert. Und ja, ich schäme mich selbst, das über eine Spülmaschine zu schreiben! Aber was die plötzlich mehr Platz hat! Wie viel besser sie aussieht, wie viel flexibler sie ist – und das alles bei nochmal weniger Verbrauch.

(Bei Computern und Smartphones ist man den ständigen Fortschritt ja gewöhnt, bei Weißware wird man dann doch alle paar Jahre mal überrascht.)

Dieses Mal haben wir uns gleich zu Beginn einen Namen überlegt und warten nicht auf die ersten Macken. Unser neuer Freund heißt Phil – was eine Anspielung auf Phil Connors aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ ist, weil wir dem armen Gerät jeden Tag die gleiche beschissene Aufgabe auferlegen werden. 😉

Was auch noch zu bemerken wäre: Die Lieferung (mit Hermes!) hat problemlos geklappt. Sie lagen super im Zeitfenster, haben wie versprochen eine Stunde vorher angerufen, die Altgerätemitnahme hat prima funktioniert und angemessen nett waren sie auch noch. Meine Skepsis sitzt immer noch tief, aber die DHL hat mich in letzter Zeit mehrfach und heftiger enttäuscht …

PS:

Eigentlich wollte ich trotz lobender Worte keinen Werbetext schreiben. (Im Ernst: Mein Interesse, Euch Spülmaschinen anzudrehen, hält sich in engen Grenzen!) – aber da nach dem vielen Lob sicher sowieso jemand nachfragt, gibt’s hier trotzdem noch den Link zu Amazon: Siemens SN25L280EU

 

13 Comments

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13 Responses to Von Phil und Thilo

  1. Wahlberliner

    Hmm. Ich habe meine Spülmaschine 2007 auf der Straße gefunden. Die war da bei einem Umzug übrig geblieben, und durch Zufall bin ich dort mit einem Kumpel vorbeigekommen, und hatte auch noch einen passenden Wagen, mit dem ich sie nach Hause transportieren konnte. Das einzige, was fehlte, war das Stromkabel, das war abgeschnitten, also hab ich ein neues dran gemacht. Beim ersten Test stellte sich dann heraus, dass sie schäumte und irgendwie wohl verstopft war, also hab ich sie von einem Hausgeräte-Service hier in der Nähe reparieren lassen, was mich 80€ gekostet hat. Ich hab dann auch mal bei Quelle/Privileg angerufen, dort wurde mir gesagt, dass die Maschine ca. 3 Jahre alt sei. Ist ein ganz einfaches Modell, und bisher funktioniert sie immer noch problemlos. Dürfte auch (wie so viele Geräte auf dem deutschen Markt) aus der BSH-Produktion kommen, denn ein Siemens-Gerät von einer Bekannten sah ihr verdächtig ähnlich, zumindest wenn man sich die Details anschaut (also nicht die Bedienelemente auf der Frontblende, sondern innen usw.).
    Vor ca. einer Woche hab ich allerdings ein Plastikdingens in der Maschine gefunden. Das scheint eine Art Düse zu sein, die auf der Unterseite des unteren Propellers befestigt war, und abgegangen ist. Bisher sind die Reinigungsergebnisse aber immer noch durchaus annehmbar (ist erst 1 oder 2x gelaufen, seit ich das Teil gefunden habe) – alleine, ohne selbst viel zu kochen, reicht es ja aus, die einmal in der Woche, oder auch mal erst nach 2 Wochen laufen zu lassen.
    Ich hab den Link zu Amazon aber trotzdem mal zum Anlass genommen, da mal zu schauen, und muss sagen: Boah, im Bereich 200-300€ gibt es da ja wirklich nix, wenn ich mir eine neue Maschine kaufen wollen würde. So werde ich es also wahrscheinlich eher so machen, dass ich mir von einem der unzähligen Gebrauchthändler eine hochwertige Maschine für relativ günstiges Geld holen werde – *wenn* meine bisherige denn überhaupt ersetzt werden muss, denn wie gesagt, trotz des verlorenen Teilchens habe ich bisher noch kein Problem festgestellt. Bleibt zu hoffen, dass sie noch möglichst lange hält! 🙂

  2. 15-20x an einem Tag?! Also ich hasse ja abwaschen auch, aber ich glaube, nachm 3. mal hätte ich dann doch per Hand abgewaschen :’D

    es gibt übrigens Spühlmaschinenreiniger, die man öfter benutzen sollte. Danach wäscht die Maschine auch gleich wieder etwas besser und es verhindert, dass die Rohre vollschmaddern und verkalken. Dann klappts auch mitm Nachbarn.

  3. @Wahlberliner:
    Kann ich alles gut nachvollziehen. Bei uns wird das Teil für einen Zweipersonenhaushalt halt sehr oft genutzt. Wir kochen viel, gerne auch mal einzeln … wir haben die alte Maschine im Grunde ohne es zu provozieren alle ein bis anderthalb Tage weitgehend voll bekommen. Wirklich scharf drauf, viel Geld auszugeben, waren wir freilich auch nicht. Aber Thilo hat uns die letzten Jahre wirklich oft genervt und wir haben es deswegen nicht als Option betrachtet, uns nochmal wie früher ein Bastelmodell für Liebhaber zuzulegen, sondern eines, das hoffentlich einfach tut.

    @schürzenbusenvisage:
    Wie gesagt: Uns hat’s ja auch genervt. Auf der anderen Seite gewöhnt man sich auch dran, immer wenn man in der Küche ist und der Knopf blinkt, einmal draufzudrücken. Mehr war ja meistens nicht nötig. Und irgendwann hat’s dann geklappt. Haben sie ja nicht 20mal aus- und wieder eingeräumt. 😉

  4. Wahlberliner

    Haha, Knopf drücken wenns blinkt – Thilo war eindeutig zu neu! Das geht bei meiner gar nicht. Die hat einen Drehschalter, der sich auf A, B oder C drehen lässt, und einen ein- und ausschalter. Wenn sie an ist, läuft das jeweilige Programm durch, bis der Drehknopf auf die nächste „Stop“ Position gelaufen ist. Wirklich old-school, eben 2004 🙂

  5. @Wahlberliner:
    OK, das ist wieder was anderes. 🙂

  6. Immerhin schon drei Stellungen.
    Bei uns gibt es genau einen Drehregler, mit einer Stopposition zwischendrin und einen Ein-Aus Schalter.
    Reicht.
    Buchstaben sind nicht nötig. Außer im Firmenschriftzug und der Gerätebezeichnung.
    Aber läuft auch schon länger und macht.

    PS: Mal sehen, wann der Erste hier von einem Kasten mit Küchentroll berichtet.

  7. Wahlberliner

    @Roichi: Ich hab noch mal nachgeschaut: Stimmt, es gibt auch nur eine Stoppposition an meinem Drehschalter. Und dann eben die Programme A „Normal mit Vorspülen“, B „Normal ohne Vorspülen“, C „Kalt Vorspülen“. Das heißt, das Ding fängt bei C an und läuft durch A und B, oder bei A (so stelle ich es immer ein) oder B, und läuft bis zum Stopp.

    Aber mit einer Kiste mit Hauself (So heißen die Viecher doch, oder?!) kann ich wirklich nicht dienen… 😉

  8. Jens

    Deine DHL-Enttäuschung teile ich: Bis vor ein paar Monaten hatten wir den weltbesten DHL-Zusteller. Immer pünktlich, absolut zuverlässig und dazu auch noch wahnsinnig nett (er hat auch mal ein Vogelküken von unserer Straße aufgelesen und zuhause bis zur Flugfähigkeit hochgepäppelt). Ich weiß nicht genau wieso, aber der hat jetzt keine festen Schichten mehr sondern wird als Springer eingesetzt und ist darüber recht unglücklich.

    Seine Nachfolger (es sind mindestens drei, die sich die Strecke teilen) sind recht katastrophal. Erst wurde ein 14 kg-Paket nicht bei uns abgeliefert, weil der Fahrer offensichtlich keinen Bock hatte es zu uns hoch zu schleppen) und wir durften es bei Schnee und Eis von der Post holen. Und nur wenige Tage später wurde ein anderes Paket, das wir echt dringend brauchten, erst drei tage zu spät zugestellt, weil der Fahrer die Tour immer wieder unterwegs abgebrochen hatte. (Wir liegen ziemlich am Schluss der Strecke.)

    Ohne interne Einblicke zu haben, vermute ich einfach mal, dass das was mit Sparmaßnahmen zu tun haben dürfte. Frei nach dem Motto „Wenn ihr so tut, als ob ihr uns bezahlt, tun wir auch ur so, als ob wir arbeiten.“ Meine Vertrauen in DHL als Lieferservice ist jedenfalls erstmal dahin.

  9. Morpheus

    Ich finde ja die Amazonempfehlungsalgorithmen faszinierend. Da schau ich mich die Produktseite von „Papa, ich geh zum Zirkus“ an und bekomme unten Vorschläge für „2 Jahre Garantieverlängerung für Geschirrspülmaschinen von 400,00 bis 499,99 Euro“.

    (Ich habe btw in letzer Zeit nicht nach Spülmaschinen geschaut 😉 )

  10. Morpheus

    (Oh, das kommt davon wenn man seine Sätze nur teilweise umbaut)
    *mir

  11. Hübsch, aber für das Geld spül Ich lieber weiter von Hand. Hab ausserdem keinen Platz so ein Ding irgendwo hinzustellen.

    Bekannte von mir denen ging das genauso, also platzmäßig. Deren Trick: Sie stellten die Spülmaschine in den Keller!

    Genial. Wegen jeder dreckigen Tasse 20 Stufen runter und wieder rauf.

    Auf Ideen kommen manche…..

    Nachdenkliche Grüße aus Kaiserslautern

    Philipp

  12. DerInderInDerInderin

    Was? Ganz ohne WLan? Tststs…

    Wir haben letztens unsere Waschmaschine ausgetauscht, und da dann richtig zu gelang und das Top-Modell gekauft. Jetzt kann ich vom Heimweg aus die Waschmaschine an schalten, so dass die Wäsche direkt fertig ist, wenn ich zu Hause ankomme – oder ich kann mich per Signal auf dem Handy informieren lassen, dass die Wäsche gerade fertig wurde, wenn ich zb. im Haus unterwegs bin und gerade staubsauge, etc.
    Leider muss ich auch bei dem Gerät die Wäsche noch selber herum schleppen….da könnten sie mal was erfinden 😉

    Meine nächste Spülmaschine hat auf jeden Fall auch WLan – obs da auch was mit Livestream aus dem Innern gibt? Wäre bestimmt meditativ… 😉

  13. Haha, hätte nicht gedacht, dass man einen so unterhaltsamen Text über eine Spülmaschine schreiben kann. Nachdem ich sehr gerne den Podcast vom Brombeerfalter höre und dieses Blog auf seiner Seite empfohlen wurde, bin ich hier zufällig gelandet aber bestimmt nicht das letzte Mal.

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