9/11 – Wo wart ihr?

Nun ist es also soweit. Der 11. September 2001 jährt sich zum zehnten Mal. Die Medien sind voll davon, das will man sich gar nicht alles antun. In den letzten zehn Jahren nach den Terroranschlägen ist einiges passiert und es ist auch einiges erzählt worden. Es gibt eine Menge interessanter Studien, Berichte und Romane, die sich mit dem Thema befasst haben, und als ob das nicht reichen würde, gibt es auch noch Verschwörungstheorien unterschiedlichster Güte…

Aber darüber wollte ich gar nicht schreiben. Bereits Wochen nach den Anschlägen wurde gemutmaßt, dass sich wohl jeder in Zukunft daran erinnern würde. wo er war und was er gemacht hat, als er davon erfahren hat. Und das interessiert mich.

Meine eigene Geschichte ist höchst unspektakulär, denn ich saß in meinem Zimmer an meinem PC – der damals noch kein Internet hatte – und tat irgendwas belangloses. Zocken, schreiben, whatever.
Irgendwann öffnete mein Vater die Zimmertür und fragte mich, ob ich bereits mitbekommen hätte, was los sei. Und ja, seine Worte hab ich nicht vergessen:

„In Amerika isch Halligalli! Ein Anschlag jagt den Nächsten…“

Also hab auch ich den Fernseher eingeschaltet (im Übrigen derselbe, den ich heute noch habe) und live miterlebt, wie der erste der beiden Zwillingstürme in sich zusammenbrach. All das bekam für mich persönlich zusätzliche Wucht, weil ich anderthalb Jahre zuvor zwischen den beiden Türmen stand und mir gesagt habe:

„Boah! Ich möchte nicht hier sein, wenn die Teile mal zusammenbrechen…“

Und immer wieder hallten mir durch den Kopf die Worte unseres Reiseführers, der sagte, dass in den beiden Türmen etwa 50.000 Menschen arbeiten…

Die wirklich eindrucksvollste Erinnerung meinerseits aber ist die Fahrt zur Schule am nächsten Morgen. Ich habe die S-Bahn genommen und nicht wie normal die Straßenbahn, und dort herrschte Stille. Einfach komplette Stille. Fast jeder hatte eine Zeitung aufgeschlagen und keiner laberte irgendwie in der Gegend herum wie sonst. Das war wirklich gespenstisch.

Nun, wie war es bei euch? Wo habt ihr von der Sache erfahren?

41 Comments

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41 Responses to 9/11 – Wo wart ihr?

  1. Chica

    Ich kam gerade bei Freunden an, die schon vor dem Fernseher hockten. Zuerst dachte ich, sie schauen einen Film…
    Als mir klar wurde, das es echt ist und die Stimme so schockiert und entsetzt klang, da dachte ich mir: „So what?“ Ich fand es in höchstem Maße irritierend, das jeden Tag mehr als 20.000 Menschen an Hunger sterben, aber wenn ein paar Tausend Amis sterben soll ich plötzlich schockiert und und wahnsinnig betroffen sein? Warum soll das soviel wichtiger sein? Natürlich war es ein furchtbarer Tag für alle betroffenen und ich fühle mit ihnen. Aber für die Hungernden waren es furchtbare Wochen bevor es zum Ende kommt und niemand tat etwas.
    Dieser Gegensatz von dem einen, wo Mitgefühl und Trauer erwartet wird, und dem anderen, was fast ignoriert wird, kam mir schon pervers vor.

  2. Am 11.09.01 habe ich irgendeinen Teil meiner Laufbahnprüfung geschrieben (ich habe mal den Vorbereitungsdienst zum gehobenen Beamten durchlaufen, bevor ich dann noch rechtzeitig die Kurve gekriegt habe und doch noch einen ehrlichen Beruf ergriffen habe) – zwei Jahre später bin ich übrigens zum ersten Mal durch die praktische Führerscheinprüfung Klasse DE gefallen, zwei Wochen später klappte es dann. Neben den Erinnerungen an die schreckliche Tragödie von 2001 ist daher der 11.9. für mich auch ein Tag, an dem ich ganz abergläubisch nicht mehr zu irgendwelchen Prüfungen antrete…
    Zurück zur Frage: mitbekommen habe ich es erst, als ich nach der Prüfung von Mannheim nach Hause gefahren war, da ich auch kein Autoradio gehört habe (was denn auch? Radio Regenrinne ist Körperverletzung, SWR3 ertrage ich, wenn überhaupt, nur minutenweise und stark alkoholisiert und die Musikmischung von SWR1 war mir zumindest damals noch absolut unerträglich, auch wenn ich das heute etwas entspannter sehe 🙂 – aber ich schweife schon wieder ab…). Daheim bin ich dann nicht vor den Fernseher gesessen, sondern habe mich an den PC gesetzt und dann gleich auf meiner Internet-Startseite die Nachrichten der Stunde gesehen.

  3. Mic

    Ja, ist schon komisch, wie sehr sich so eine Situation ins Gedächtnis einbrennen kann. Ich weiß noch genau, dass meine Frau mich von der Arbeit abholte und sagte, dass es in den USA ein Flugzeugunglück gegeben habe (das war, nachdem das erste Flugzeug eingeschlagen war). Wir fuhren zum Einkaufen zum Real und kamen gerade an der Wand mit den Fernsehern vorbei, als die ersten Wiederholungen des zweiten Einschlags liefen und damit klar war, dass es sich um Anschläge handelt. Die Menschen versammelten sich vor diesen Fernsehern, alle schwiegen, einige weinten glaube ich sogar. Das war das seltsamste Einkaufen meines Lebens, weil man sich sofort fragte, ob das jetzt wohl Krieg und gegen wen geben würde. Ob man sich bevorraten sollte. War schon eine sehr extreme Situation.

  4. Fabi

    Ich war an dem Tag krank zur Hause und lag in eine Decke gekuschelt auf der Couch. Mein Bruder und meine Mutter waren bei der Ergotherapie meines Bruders. Ich hab Kika geguckt (ich war 13…) und irgendwann unterbrachen die ihr Programm und sendeten ebenfalls live aus Amerika die Bilder. Ich hab dann aber auf RTL umgeschaltet und hab da dann gesehen, was zu dem Zeitpunkt tausende (millionen??) Menschen gesehen haben…erstmal das erste Flugzeug, kurz darauf das zweite usw. . Ich war so geschockt. Am nächsten Tag bin ich wieder in die Schule und im Englischunterricht hatten wir kein anderes Thema. Vor allem weil wir in unserem Englischbuch eine Geschichte zum WTC hatten, weil es das erste Jahr „American English“ war…

  5. Jens I.

    Ganz normal auf der Arbeit wie sich das gehört – ich bekam von einem Freund den Hinweis und habe dann bei uns im Betrieb die Fernseher angeschaltet.

    Es wurde dann deutlich ruhiger bei uns und auch im Kundenstamm.

  6. der Schwob

    Oh ja seltsam, aber auch ich erinnere mich, wie ich es erlebt habe. Genauso übrigens ist es mit dem Tod von Lady Di und da war ich noch viel jünger.
    ich saß am Rechner im..naja nennen wir es mal Esszimmer. Aufeinmal kam meine Mutter rein und meinte, das Flugzeuge ins WTC geflogen sind. „Das sieht nicht nach Unfällen aus“ nachdem ich ihr nicht wirklich glaubte, denn ich konnte mir nicht vorstellen das es jemand wagen würde, ging ich ins Wohnzimmer und sah den Südturm in eine Staubwolke verschwinden. Meine Mum meinte noch etwas wie“scheiße,wie soll man das überleben!“ Danach kam die überlegungen was jetzt wird. Die Sowietunion wird es nicht gewesen sein, also Atomkrieg nicht gleich, aber mir wurde klar, das diese Kriege bringen wird…nur gegen wen war zu diesem Zeitpunkt noch nicht klar…das kam erst noch später.

    Und mir fällt gerade auf, das Sash’s Erlebnis mit meinem relativ Identisch sind..man könnte meinen wir wären verwandelt!

  7. Kommentator

    Ich lag in einem Zug in der Sonne (wenn ein Zug längere Zeit in eine Richtung fährt, kann man sich „auf der richtigen Seite“ in die Polster legen und sonnen), und als ich in Köln am HBF ankam, hatte ich das Gefühl, die Welt sei stehengeblieben.
    Der Effekt kam zustande, weil alle Menschen im HBF wirklich standen, und zwar vor der Anzeigetafel in der großen Halle, wo ungewöhnlicherweise TV gezeigt wurde. Wenn man den Kölner HBF so kennt wie ich, ist das _immer_ ein Riesenameisenhaufen, indem Unmengen von Menschen kopflos herumrennen – an dem Tag hat sich (außer mir) quasi niemand bewegt. Ich bin dann in Ruhe durch die Menge durchgegangen, ohne mich für TV zu interessieren (war noch nie mein Ding), und habe erst bei einem Freund erfahren, was passiert ist.
    Abends war in den Kölner Kneipen dann nichts los – wir hatten überall Spitzenplätze am Tresen.

  8. Matthias

    Der 11.9.2001 ist tatsächlich ein Tag, der sich wohl den Meisten ins Gedächtnis eingebrannt hat. Auch ich kann mich nur an wenige Tage meines Lebens so genau erinnern wie an jenen Septembertag.

    Ich war für einen kleines Fotoprojekt auswärts und hörte beim zwischenzeitlichen Umparken im Autoradio (in dem, wenn Radio, dann zu 99% DLF lief und läuft) die Sondernachrichten. Mit Mühe habe ich ich mich dann losreissen können um meine Fotos fertigzubekommen. Anschließend habe ich einen Freund im Nachbarort angerufen und ihn erst gefragt, ob er schon wisse was passiert sei und ob wir uns treffen wollen. Er sagte, er habe schon die ganze Zeit CNN über Internet an und schlug eine Pizzeria als Treffpunkt vor.

    Wir dann später dort rein und als erstes geschaut ob ein Fernseher da war. Es hing einer hinter dem Tresen, wir uns also davor gesetzt und den Wirt gebeten einzuschalten.
    Es hat dann etwas länger gedauert mit bestellen und servieren weil natürlich Wirt, Serviererin und Koch erst mal ungläubig auf den Bildschirm geschaut haben.

    Und dann haben wir tatsächlich dagesessen, Pizza gegessen und dabei (in der Wiederholung) zugeschaut, wie tausende Menschen zu Tote kamen.
    Tja, schon irgendwie krass.

  9. Matthias

    Hab ich was falsch gemacht, dass mein Kommentar nicht erscheint?
    Also zweiter Versuch – gegebenenfalls bitte den ersten Post löschen oder überlesen.

    Der 11.9.2001 ist tatsächlich ein Tag, der sich wohl den Meisten ins Gedächtnis eingebrannt hat. Auch ich kann mich nur an wenige Tage meines Lebens so genau erinnern wie an jenen Septembertag.

    Ich war für einen kleines Fotoprojekt auswärts und hörte beim zwischenzeitlichen Umparken im Autoradio (in dem, wenn Radio, dann zu 99% DLF lief und läuft) die Sondernachrichten. Mit Mühe habe ich ich mich dann losreissen können um meine Fotos fertigzubekommen. Währendessen habe ich einen Freund in der benachbarten Stadt angerufen und ihn erst gefragt, ob er schon wisse was passiert sei und ob wir uns treffen wollen. Er sagte, er habe schon die ganze Zeit CNN über Internet an und schlug eine Pizzeria als Treffpunkt vor.

    Wir dann später dort rein und als erstes geschaut ob ein Fernseher da war. Es hing einer hinter dem Tresen, wir uns also davor gesetzt und den Wirt gebeten einzuschalten.
    Es hat dann etwas länger gedauert mit bestellen und servieren weil natürlich Wirt, Serviererin und Koch erst mal ungläubig auf den Bildschirm geschaut haben und wir einiges erklären mussten.

    Und dann haben wir tatsächlich dagesessen, Pizza gegessen und dabei (in der Wiederholung) zugeschaut, wie tausende Menschen zu Tote kamen.
    Tja, schon irgendwie krass.

  10. Christian

    Ich war befand mich in einem Bus von Kairo zum Roten Meer. Auf der Höhe von Suez bekam meine polnische Reisebegleitung eine SMS von ihrer Schwester die berichtete, dass „Die USA mit Bomben angegriffen werden“. Mein erster Blick ging nach links aus dem Bus und ich dachte: „Fuck, nur 100 Kilometer entfernt ist Israel“. Keine Ahnung warum ich das gedacht habe. Im Bus (ein ganz normaler Überlandbus – wir waren die einzigen Nichtägypter) wurde mittlerweile das Radio eingeschaltet und die Menschen unterhielten sich aufgeregt. Einige SMS nach Deutschland und Polen später waren wir besser im Bilde. Den Rest der Fahrt habe ich mich mit einem sehr gut Englisch sprechenden Ägypter über das Nahostproblem, die Außenpolitik der USA und die Rolle von Europa unterhalten. Ich war damals 25 und politisch eher uninteressiert – das waren sehr aufschlussreiche Gespräche. Abends im Hotel am Roten Meer zurück habe ich dann die Bilder gesehen und es hat mich umgehauen. Am nächsten Tag auf dem Tauchboot war es total leer und die Stimmung sehr gelöst. Kein einziges Wort wurde über das Geschehen verloren, alle waren guter Dinge und damit beschäftigt, den Tag in vollen Zügen zu genießen – nachher war ich etwas irritiert darüber.

  11. Der 9/11 spielt auch eine wichtige Rolle in meinem leben. Mit diesem Tag wußte ich das ich kein Wehrdienst mache. Warum? hab ich in meinen Blog geschrieben: http://thomassalomo.wordpress.com/2007/03/16/ende-des-revolutionares-teil-ii-2/

  12. Aloevio

    Da,als hab ich mit meiner Mutter zusammen die Schulbücher für die 5. Klasse eingebundne (lang lang ists her..)
    meiner Vater kam vom arbeiten nach Hause und ist ganz aufgeregt in mein Zimmer gerannt gekommen, wir sind dann alle zusammen vorn Fernseher gewandert…

  13. metalhead84

    War grade aus der Schule nach Hause gekommen. Wie jeden Tag erstmal TV an, Nachrichten schauen. Kippchen geraucht, wollt grad die Glotze aus und den PC an machen, als die Meldung kam.
    Telefon geschnappt und nen Kumpel angerufen, nebenbei noch SMS an ein paar andere geschrieben (war auch vor meiner Vernetzten Zeit, bzw ich hatte die Wahl Telefon oder Internet, da ich nur ein Modem hatte und keinen ISDN Schnick Schnack)

    Und jetzt… 10 Jahre später…
    Für die ca 3000 Leute die in den Türmen, dem Pentagon und den Flugzeugen gestorben sind mussten weitere 9000 Amerikaner ihr Leben lassen in den Rache Kriegen. Und wieviele unschuldige Zivilisten ihr Leben lassen mussten kann keiner sagen. Habe was von 100.000 bis 1.000.000 gelesen und was um die 60.000 Afghanen/Taliban/Iraqis/bewaffnete andere Leute
    Fühlt sich glatt nach einer Rache Aktion des dritten Reichs an „Für jeden unserer Toten werden 10/20/50/100 unschuldige sterben“
    Is doch Kacke

  14. Kat

    Ich hab in meinem Blog (ich sag auch der Blog!) auf deine Frage geantwortet!

    Viele Grüße, Kat

  15. Michi

    Bei mir wars ähnlich wie bei Sash. Ich hab auch irgendwas am Rechner gemacht. Irgendwann hab ich mal das Radio eingeschaltet und traute meinen Ohren nicht. Die nächste Englisch-Klassenarbeit drehte sich auch nur um dieses Thema.

    @metalhead84: Ähnliche Gedanken gingen mir gerade auch durch den Kopf. Die ganze Woche werden wir aus allen Rohren mit dem 9/11-Gedenken bombardiert und über die Toten in Afghanistan und Irak wird kaum ein Wort verloren. Klar ist es grausam, was da vor 10 Jahren passiert ist, aber was danach folgte, ist fast noch grausamer. Zwei unnötige Kriege, Einschränkungen der Bürgerrechte – alles nur für den „Kampf gegen den Terror“. Ich möchte fast drauf wetten, dass sich die Terroristen angesichts der ganzen „Sicherheits“-Gesetze klammheimlich ins Fäustchen lachen…

  16. Pingback: 9/11 – Wo wart Ihr? - blauerblubb's Gedankenwelt

  17. Micha

    unser Zivi stürmte ins Büro (Haustechnik Altenheim) und plusterte sich auf.
    habe nur soviel mitbekommen, das er wegen irgendwas ziemlich aufgekratzt war.
    Ich: eh komm ma runter du spinnst ja langsam.
    Unser chef hat den TV angeschaltet. Glaube, ab da hat von uns keiner mehr was produktives gemacht.
    Daheim ging der tag ganz normal weiter. wenn ich hier hänge und Trauerschnute ziehe hilft es keinem. Es ist ein Unterschied, Antei zu nehmen oder sich seelisch reinzusteigern.

  18. Wow, da ist ja schon einiges zusammengekommen. Ich fand das jetzt echt spannend zu lesen, ehrlich.
    Vielleicht bekommt unsere Generation ja auch noch sowas positives wie die Mondlandung. Da macht dann auch das Nachfragen mehr Spaß 🙂

  19. Am 11.09.2001 saß ich in meiner Studenten…. (wie nennt man die 20 Quadratmeter Müllhalde eigentlich), sollte eigentlcih abe eine Hausarbeit schreiben. Schockiert war ich hauptsächlich deswegen weil ich, mit Sash zusammen die Türme bestiegen habe (im Aufzug) Abends war ich dann bei meiner Vermieterin zum Essen eingeladen. Hausarbeit habe ich an dem Tag nicht mehr geschrieben.

  20. Kat

    Ich hab mich vertippt. Hier die Erinnerungen zum 9/11: http://yinooyang.wordpress.com/
    Grüße, Kat

  21. Max

    Ich bin damals (ich war 9) von der Schule heimgekommen, hab mich (verbotenerweise!) vor den Fernseher gesetzt und mich gewundert, warum auf jedem Sender das gleiche kommt. Bis ich dann nach 5 Minuten kapiert hab, was los war.

  22. @sachma:
    Ich glaube, ich würde mich heute nicht mehr so gut an 9/11 erinnern, wenn wir nicht am/auf’m WTC gewesen wären. Verschwimmt inhaltlich alles ein bisschen…

    @Kat:
    Hab mich schon gewundert. Danke!

    @Max:
    Ui, so junge Leser hab ich? Da muss ich ja gleich mal den Jugendschutzbeauftragten anrufen.
    Ach ich Dummerchen, das bin ja ich. Alles ok, weitermachen! 😉

  23. max

    Pfah, von wegen jung, stolze 19 inzwischen! 😉 Das O.K zum weitermachen kriegste zurück – ich bitte darum!

  24. Schon seit Anbeginn der Zeiten haben sich die Leute wegen irgendetwas die Köpfe eingeschlagen. Der Mensch ist das einzige Tier, das nicht aus Instinkt tötet, sondern aus „sachlichen“ Erwägungen..
    Es hat vor dem 9. September Kriege, Morde, Attentate und Sterbende durch Hunger und Epidemien gegeben.
    Das „Besondere“ an diesem Tag war, dass wir ohnmächtig den Menschen beim Sterben zusehen mussten. Und trotzdem konnten wir die Fernseher nicht einfach ausmachen. Meine Kinder waren in einem Alter, in dem man fragt. Wie sollte man das erklären, was da passierte?
    Schlimmer aber noch als dieser eine Tag war die Aufarbeitung, herauszufinden, dass die Attentäter jahrelang nur 10 km weg gewohnt und gelebt hatten. Dass man ihnen vielleicht irgendwann mal über den Weg gelaufen ist, in der gleichen Schlange beim Aldi gestanden hat. Eine Nachbarin ein paar Häuser weiter ist bei der TU angestellt, ihre Kinder gleichalt wie meine. Ich habe sie nie gefragt, ob sie Mohammed Atta gekannt hat.
    Genug gegrübelt – Wie ist das Wetter in Berlin??

  25. Wir hatten gerade zu fünft Lernkreis bei einem Kommilitonen. Sein Bruder stürmte ins Zimmer und meinte, wir sollten schnell den TV anmachen, es sei gerade ein Flieger ins WTC gekracht. Gebannt saßen wir dann vorm TV und konnten dann fast live erleben, wie der 2. Flieger ins WTC krachte und die Türme anschließend zusammenbrachen.

    Die von Sash beobachtete öffentliche Stille in den folgenden Tagen, habe ich auch sehr beängstigend wahrgenommen.

  26. Nihilistin

    Ich sass am Schreibtisch auf Arbeit, als der Azubi eine Mail an alle schickte: „Flugzeug in WTC gestürzt“. N24.de war schon zusammengebrochen, spiegel.de noch erreichbar. wir sassen alle vor unseren Rechnern und schauten. Als der zweite Flieger einschlug, hatte ich nur einen (hellsichtigen) Gedanken: Das gibt Krieg. Mir wurde schlecht, ich fuhr nach Hause und verbrachte den Abend mit Freunden vor dem TV.

  27. Ich sass im Buero, mit einem Kollegen und einer Kollegin. Ein weiterer Kollege war kurz vorher in unsere Niederlassung nach England gewechselt, und sein Schreibtisch war noch nicht wieder besetzt. Meine Kollegin erwaehnte irgendwann, dass ihr Mann ihr im Messenger eine Nachricht geschickt haette, dass ein Flugzeug ins WTC geflogen war.

    Wir haben das anfangs nicht wirklich ernst genommen und mit „war ja nur ne Frage der Zeit bis sowas passiert, mit den ganzen Tourirundfluegen dort“ abgetan. Wird wohl ein Privatflugzeug oder irgendsowas gewesen sein. Halt eines von den typischen Ungluecken, die taeglich in grosser Anzahl geschehen. Die Art von Ungluecken, die fuer Opfer tragisch sind und man mit den Betroffenen natuerlich Mitleid hat, aber die man trotzdem nicht an sich ranlaesst.

    Nach ein paar Minuten meinte die Kollegin, dass es wohl doch ein Passagierjet gewesen sein soll. Wir waren etwas verwundert und ich habe versucht, auf Spiegel Online nachzulesen, was denn eigentlich passiert ist – das einzige was zu lesen war, war eine Eilmeldung dass ein Flugzeug ins WTC gestuerzt sei und weitere Meldungen gleich folgen werden. Im naechsten Moment war Spiegel Online nicht mehr erreichbar. Auch N-TV, tagesschau, CNN und all die anderen waren ploetzlich offline, waren unter dem Ansturm der Aufrufe zusammengebrochen. In diesem Moment wurde uns klar, dass doch etwas groesseres passiert sein muss. Meine Kollegin und ich – ich als Amerikaner, sie als grosser USA-Fan – machen uns auf den Web aus dem Buero in den Bereitschafts/Pausenraum, in dem ein Fernseher steht. Hier sassen bereits drei oder vier Kollegen und schauen im TV die Nachrichten ueber das Unglueck. Als wir die Bilder aus den USA sehen und noch nicht wirklich fassen koennen, was gerade passiert, sehen wir live das zweite Flugzeug ins WTC einschlagen. Auch Bilder vom Pentagon werden irgendwann gezeigt. Es wird im Fernsehen noch spekuliert, was die Ursache dieser Ungluecke sein koennte und bei uns ist die Meinung inzwischen einhellig, dass das ein Angriff sein muss. Es wird offen thematisiert und befuerchtet, dass das der Ausloeser fuer einen grossen Krieg wird.

    Inzwischen kamen mehr und mehr Kollegen in unseren Bereitschaftsraum. Die Stimmung schwankt zwischen Fassungslosigkeit und Verwunderung. Die Kollegen unterhalten sich, waehrend sie auf den Fernseher schauen und man hoert Kollegen die es nicht verstehen koennen, was geschieht. Andere Kollegen sind ebenso fassungslos, aber aeussern sich dass dies dank der heutigen politischen Welt nur eine Frage der Zeit war, bis so etwas geschieht. Ein Kollege neben mir lacht und freut sich offen, dass es mal Zeit gewesen sei und das „den amis“ recht geschieht. Vielleicht ist dieser Moment der Grund, warum ich bis heute recht empfindlich reagiere, wenn jemand die USA pauschal und offensichtlich uninformiert kritisiert.

    Inzwischen kommen Meldungen durch, dass alle Fluege gegroundet wurden und dass weitere Flugzeuge entfuehrt wurden und auf dem Weg nach Washington und anderen Staedten sind. Kurzzeitig kommt die Meldung, dass es Feuer am Weissen Haus gibt, was sich aber kurz danach als Ente herausstellt. Ich gehe zwischenzeitlich immer wieder zurueck ins Buero und rufe meine Grosseltern an, die in Italien im Urlaub waren und kein Fernsehen eingeschalten hatten. Auch meine Familie in den USA versuche ich zu erreichen, aber komme nicht durch. Irgendwann, nach ein paar Stunden, erreiche ich meine Stiefmutter und hoere, dass mit meiner Familie vaeterlicherseits alles in Ordnung ist. Ebenso die Seite muetterlicherseits, auch hier sind alle sicher. Wir ueberlegen wie es weitergeht und besprechen, wass zu tun ist, sollte die Situation eskalieren. Wir beschliessen dass die paar Brueder, die sich Uebersee befinden, in die USA zurueckfliegen, sollte die Situation sich dahin veraendern, dass wirklich ein Krieg drohen sollte. Aus heutiger Sicht natuerlich daemlich, da es wohl unmoeglich gewesen waere, irgendeinen Flug zu bekommen. Trotzdem dachten wir uns das so einfach, damals.

    Inzwischen war der restliche Arbeitstag gelaufen und ich mache mich auf den Weg nach Hause. Ich laufe durch die Stadt und alles ist seltsam. Es sind nicht weniger Leute unterwegs als sonst auch um diese Zeit. Aber die ganze Stadt ist seltsam tot. Ich stehe am Marktplatz und an der Strassenbahnhaltestelle stehen um mich herum Leute, Laufen Menschen umher, werden Verkaufsstaende abgebaut. Trotzdem ist es ungewoehnlich ruhig. Das sonst vorhandene Hintergrundrauschen sich unterhaltender Menschen, Rufe und Gelaechter, fehlt voellig. Es ist unheimlich still. Jeder steht da und kein Mensch spricht. Man sieht, dass sich fast jeder Mensch sorgen macht und nachdenkt.

    Abends waren wir mit Freunden in unserer Stammbar und auch dort gab es kein anderes Thema. Der Besitzer hatte extra einen Fernseher aufgebaut, auf dem permanent Nachrichten liefen. Wir – ich und ein paar Freunde, teilweise auch Amerikaner – sassen noch die ganze Nacht zusammen um uns ueber das geschehende zu unterhalten. Wir wissen nicht, wie es weitergeht. Wir wissen nicht was passieren wird. Gibt es Krieg? Gibt es sogar einen Weltkrieg? Sollte dies der Fall sein, werden wir in Deutschland bleiben oder werden wir in die USA zurueckgehen? Was wird in 10 Jahren sein? Werden wir uns in 10 Jahren genau an diesen Tag erinnern oder wird es halt ein Tag in der Vergangenheit sein, an dem irgendwas schlimmes geschehen war?

    Ich erinnere mich noch immer an jede Stunde dieses Tages, seit das Unglueck geschah. Und heute ist dieser Tag noch genauso erschreckend wie damals…

  28. Ich war damals noch Student und kam gerade von der Uni heim und habe einen Kumpel angerufen, der nur gesagt hat: Bevor du irgendwas sagst, schalte den Fernseher ein. Kurz nachdem ich das getan hatte, ist die zweite Maschine in den zweiten Turm geflogen. Mir war eigentlich relativ schnell klar, dass das kein Unfall, sondern ein gezielter Anschlag war. Kurz danach kamen dann auch meine Schwester und meine Mutter heim, die erst gar nicht glauben wollten, was ich Ihnen erzählt habe. Wir haben dann bis abends den Fernseher eingeschaltet gelassen und als ich abends noch mit ein paar Freunden unterwegs war, war die Stimmung irgendwie seltsam und gedrückt.

    Die Stille und Bedrücktheit in den nächsten Tagen ist mir auch aufgefallen.

  29. Ich war damals 15. Ich war gerade aus der Schule zurück und saß an meinen Hausaufgaben – naja, ich hab eher so getan. Einer meiner kleinen Brüder kam von einem Kumpel völlig außer Puste nach Hause und meinte, wir sollten den Fernseher anschalten. Er kam sogar extra nochmal in mein Zimmer. Und zwei Minuten, nachdem der Fernseher an war, flog das zweite Flugzeug in das WTC. Und ich dachte nur so bei mir: Das gibt doch wieder Krieg…

  30. Marco

    Ich hatte zu dem Zeitpunkt ein Semesterferien-Praktikum. Auf dem Nachhauseweg im Zug hab ich einen Gesprächsfetzen von Sitznachbarn mitbekommen, inhaltlich in etwa „da wird’s ja heute abend jede Menge Sondersendungen geben“ (ich vermute, sie hatten auch nur Bruchstücke von Informationen gehört). Und ich erinnere mich noch genau, dass ich daraufhin gedacht hab „ach, ist der Scharping jetzt doch zurückgetreten“. Wie ich gerade nachgelesen habe, hatte sich die Flugaffäre wohl zu diesem Zeitpunkt zugespitzt: http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,205875,00.html

    Im Auto auf dem Weg vom Bahnhof nach Hause hab ich dann mit halbem Ohr, weil ich mich gerade auf den Verkehr konzentrieren musste, gehört „Terror in Amerika … World Trade Center ist eingestürzt … Pentagon brennt“. Erst als ich das im Nachklang nochmal rekapitulierte, hab ich so ungefähr verstanden, was ich da gerade gehört hab. Ich war total geschockt und verwirrt und stellte sofort das Radio lauter und konzentrierte mich darauf, was ich da hörte. Zu Hause angekommen wurde ich dann von meiner Familie kurz über die Geschehnisse — soweit man zu diesem Zeitpunkt schon was wusste — informiert und auf den neusten Stand gebracht.

  31. Joni

    Ich war auf der Arbeit und ein Kollege sagte dann: Da ist ein Flugzeug in die Türme geflogen. Er kam aus Bremerhaven und ich wusste nicht, was es dort für Türme geben sollte, bis er dann endlich damit rauskam, dass es in New York war. Wir haben verzeifelt am Internet gehangen, wie die ganze Welt und jede News-Seite ist zusammengebrochen durch den Ansturm.

    Ich war übrigens 2 Monate vorher bei den Türmen und bin mit der U-Bahn da unten reingefahren. Als man dort rauskam stellte man nur den Kopf in den Nacken und dachte sich: Verflucht ist das hoch!

  32. @Petra:
    Wetter ist gut 🙂

    @Kante:
    Mein Antispam-Plugin ist sehr eifrig. Keine Sorge, bisher ist eigentlich jeder Kommentar bei mir im Ordner gelandet. Also einfach abwarten. Ich stehe halt erst abends wieder auf, kann daher wirklich dauern, bis er erscheint…

    @all:
    Ich finde es faszinierend, dass viele von euch offenbar gleich an Krieg gedacht haben. Zugegeben: Unvorhersehbar war es nicht. Aber ich hab damals irgendwie überhaupt nicht daran gedacht.

  33. idriel

    Ich hatte damals(tm) gerade ausgelernt und sass im Büro vor dem PC – und unterhielt ich mich in einem Chatroom mit mehreren Leuten.
    Plötzlich kam jemand neu in den Channel und postete einen Link, den man doch bitte sofort mal anklicken sollte. Derjenige schien sehr aufgeregt zu sein und meinte auch das wäre kein Scherz.
    Hinter dem Link verbarg sich eine Newsseite (ich glaube Spiegel oder etwas in der Art…) auf der die Meldung mit dem Flugzeug zu lesen war und ein Foto vom beschädigtenTower. Ungefähr 20 Sekunden später fror die Seite ein und es ging nichts mehr im Internet – nicht nur diese Seite, sondern gar keine konnte aufgerufen werden. Offensichtlich war die Meldung wie eine riesige Welle durchs Netz geschwappt und hatte einiges überlastet. Sowas hatte ich bis dahin nicht erlebt…

    Den Rest des nachmittags war es sehr ruhig auf dem Büroflur, und abends habe ich dann mit meinem Freund zusammen TV gesehen. An Krieg habe ich nicht gleich gedacht, klar würde es Ärger geben, aber ich habe mich zunächst mal gefragt wer sowas planen würde. Und später nicht nur wie grausam man so viele Unschuldige umbringen kann sondern auch WIE DOOF man sein müsste um sich in dieser Art den Zorn der USA zuzuziehen – und dass dann auch noch zuzugeben.

  34. Madame Unkreativ

    Lang lang ists her. Es war einmal ein 16jähriges Mädchen, das alles liebte, was irgendwie amerikanisch war und nicht zuletzt die US-Politik noch minutiöser verfolgte als die daheim.
    Ich saß zu Hause, hatte nichts zu tun, denn am ersten Schultag gibt es bekanntlich keine Hausaufgaben, machte also dies oder das und hörte nebenbei Radio. Irgendwann kam die Nachricht, ein Flugzeug sein in das World Trade Center geflogen. Nun, ich stellte mir ein Sportflugzeug vor, so dachte ich mir nur „Tja, fliegen müsste man halt können“. Also ab in den Stall, Pferd gesattelt und ab auf die Piste – eine Stunde Schritt reiten zur Rekonvaleszenz des Vierbeiners war angesagt. Ich saß kaum oben, da sagte jemand, es wäre ein weiteres Flugzeug ins WTC geflogen. Ich weiß nur noch, wie die eine Bekannte in ihrem breiten Dialekt sagte „Edds gibds Griech“ – na, wie wir alle wissen, sollte sie Recht behalten. Die nächste Stunde verging jedenfalls damit, dass alle anderen im Casino am Radio klebten und ich nicht von meinem Vierbeiner herunter konnte, da der Doktor ja kontrolliertes Gehen angeordnet hatte. Ab und an kam mal ein Fetzen bei mir an, wenn ich nah genug an der Tür vorbei ritt (was aber nur begrenzt ging, denn enge Wendungen durfte mein edles Ross erst recht nicht machen). So lange war die Stunde Schritt vorher und nachher nie wieder. Bald entbrannte dann eine lebhafte Diskussion auf der Stallgasse, was das wohl für uns alle für Konsequenzen haben würde und ich versuchte, so schnell wie möglich nach Hause zu kommen. Den Rest des Tages habe ich dann wohl vorm Fernseher verbracht.

    10 Jahre später hat mein Englisch einen deutlich britischen Einschlag, ich kann nicht mehr sämtliche Regierungsmitglieder der USA auswendig (um ehrlich zu sein haperts schon beim Vizepräsidenten) und ich war schon eine Woche vorher von den zig Tv-Reportagen genervt. Den 11.9. habe ich im Sonnenschein weitab von TV und Radio verbracht – nur der Nachfolger des o.g. Pferdes, der war dabei.

  35. Lifthrael

    Ich hatte ein halbes Date mit einem jungen Mann, den ich schon kannte seit ich 6 war. Wir waren in der Innenstadt hier in Essen und haben von den Anschlägen erstmal so gar nichts mitbekommen. Bis ein Mann auf uns zukam und fragte, ob wir wüssten, wo es ein Geschäft mit Fernsehern gäbe. Da wären zwei Flugzeuge ins WTC geflogen.
    Wir haben das ganze da noch nicht wirklich für voll genommen und als Unfug abgestempelt. Wer würde denn schon einen Anschlag am WTC verüben? Undenkbar. Unsinn.
    Als ich dann am Abend wieder zu Hause war, berichtete mir meine Mutter sofort aufgeregt von den Anschlägen und schleppte mich vor den Fernseher. Ich war dumpf überrascht, obwohl ich ja im Prinzip schon eine Vorwarnung gehabt habe. Aber es so in bewegten Bildern zu sehen machte es eher noch surrealer.
    Ich hatte dann erstmal einiges an Nachrichten aufzuholen und habe noch lange mit meiner Mutter vor dem Fernseher gesessen. Am nächsten Tag gab es dann einen großen Kriegsrat mit meiner Mutter, mir und einer guten Freundin, mit der ich für den Mai 2002 eine New York Reise geplant hatte. Wobei eine wirklich Entscheidung da noch nicht gefällt werden konnte.
    Wir waren dann wie geplant im Mai in New York und haben Ground Zero besucht und ich habe mir von meiner Freundin (die schon mehrmals in NY war) erzählen lassen, wie alles vor den Anschlägen ausgesehen hat.

  36. gala

    irgendwie der einzige tag an dem ich 100% weiß was war: war krank, habe bei meiner ur-oma vor dem tv gesessen und der schwaechste iegt geschaut… und mich tierisch aufgeregt, warum die fuer sowas das programm unterbrechen… danach alles schoen mitgeschrieben und am naechssten tag ne muendliche 1 bekommen… und das nur wegen tv schauen… aber wie sagte schon lucy lectric: meine bildung hab ich ausm fernsehn 🙂

  37. Als ich am nächsten Tag in die Schule gekommen bin, wurde direkt in der ersten Stunde darüber diskutiert. Ich kann mich noch genau dran erinnern, es war eine Deutschstunde. Natürlich war jeder entsetzt. Auch der Lehrerin hat man sichtlich angesehen, dass sie geschockt war… Es war schon eine Tragödie!

  38. McGuffin

    Ich kann mich noch sehr gut an den Tag erinnern, denn es war ein warmer sonniger Tag, den ich bei einem Freund der auch Amerikaner ist, zusammen auf dessen Terrasse verbrachte. Wir sassen da und redeten über alles Mögliche als dessen Freundin plötzlich rausstürzte und meinte, wir sollten uns sofort was im Fernsehen anschauen, da wäre ein Fleugzeug in’s World Trade Center geflogen. Mein Freund wurde sofort Kreidebleich und fing an zu schreien: „Wich one? Wich one?“ Es stellte sich heraus dass er etliche Leute kannte, die dort im Nordturm arbeiteten, ich kann mich allerdings nicht mehr an den Namen der Firma erinnern. Jedenfalls sassen wir für den Rest des Tages wie gebannt am Fernseher und haben uns durch die verschiedenen Berichterstattungen gezappt. Über Krieg wurde damals zu dem Zeitpunkt zwischen uns noch nicht geredet, mein Freund war nur krank vor Sorge ob seine Freunde es schaffen würden oder nicht. Wie sich später herausstellte haben es tatsächlich alle rausgeschafft.

  39. Claudia

    Auf meinem Sofa, im Kinderzimmer. Zuerst dachte ich, das wäre Werbung für irgendeinen Katastrophenfilm, da zunächst irgendwelche Banner durchs Bild liefen. Leider wurde ziemlich schnell klar, dass es keiner war. Meine Mutter kam auch recht bald von der Arbeit und wir haben so ziemlich den ganzen Nachmittag vor dem Fernseher gesessen. Ich weiß noch heute, wie fassungslos ich war und wie furchtbar sich das anfühlte, selbst wenn man direkt die ganze Tragweite ja noch nicht erfasst hat…

    Bringt mir noch immer eine Gänsehaut und Tränen in den Augen.

  40. Ich bin immer noch überwältigt davon, dass sich echt jeder zu erinnern scheint. Es gibt wohl wirklich nicht viele Tage, bei denen das so ist…

  41. Andrea

    Bin so frei, einen Kommentar zu hinterlassen.

    Ich war damals 17, bin bei einer Nachprüfung durchgefallen und habe mich danach bei einer Freundin zum Kartenspielen getroffen.

    Über das politische Ereignis haben wir nicht gesprochen.

    Dafür ist es in der Schule umso mehr erwähnt worden.

    Mehr weiß ich nicht.

    Herzliche Grüße
    Andrea

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