{"id":947,"date":"2008-03-17T19:34:47","date_gmt":"2008-03-17T17:34:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=947"},"modified":"2012-10-08T03:53:33","modified_gmt":"2012-10-08T01:53:33","slug":"bildde-franz-josef-wagner-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2008\/03\/17\/bildde-franz-josef-wagner-2008\/","title":{"rendered":"bild.de &#8211; Franz Josef Wagner 2008"},"content":{"rendered":"<div style=\"text-align: justify;\">Kaum etwas ist in der BILD-Zeitung so best\u00e4ndig und zugleich so verwirrend wie die Kolumne des Franz Josef Wagner (Post von Wagner). Er richtet t\u00e4glich einen \u201eBrief\u201c an bekannte und unbekannte, echte oder fiktive Personen und kommentiert so die Welt. Seine Ansichten sind streng, bisweilen aber auch widerspr\u00fcchlich. Ich erlaube mir hier, einige interessante \u00c4u\u00dferungen Wagners nachtr\u00e4glich zu kommentieren. Es juckt einfach so in den Fingern! Ein bisschen inspiriert bin ich von der heutigen Kolumne, in der er erz\u00e4hlt, dass in Tibet Steine als Lebewesen gelten. Aber ich bin kein Tibeter, ich kann es nicht widerlegen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die Datumsangaben entsprechen \u00fcbrigens denen auf bild.de.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>01.01.2008 | Liebe letzte Zigarette<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>\u201eheute in Berlin Punkt Mitternacht werde ich Dich im Restaurant Adnan oder in der Paris-Bar beerdigen, bzw. ausdr\u00fccken. Hoffentlich in alkoholisierter Sylvester-Stimmung.<br \/>\nAch, meine Geliebte, wir d\u00fcrfen uns ab 1.1.2008 nie mehr zusammen in einem Restaurant sehen lassen. Du, mein \u00e4ltester Flirt, meine Treueste, oft bis zum Morgengrauen. Was f\u00fcr ein perfektes Paar waren wir! In schlechten und in guten Zeiten. Ich werde, ich wei\u00df es, vor dem Aschenbecher weinen wie vor einem Sarg. Gerne w\u00fcrde ich Erde auf Dich sch\u00fctten.<br \/>\nDu warst immer bei mir. Als ich durchs Abi flog, hatte ich Dich in meiner Stammkneipe geraucht. Als meine Freundin mir sagte, dass sie schwanger ist z\u00fcndete ich mir im Cafe Roma in M\u00fcnchen eine Zigarette an. Es gibt niemanden, der mehr wei\u00df \u00fcber mich als meine Zigaretten.<br \/>\nLiebe Zigarette, schlaf wohl. Ich wei\u00df nicht, wie ich ohne Dich weiterleben kann. Mein Arzt kann sich sowieso nicht erkl\u00e4ren, dass ich nach 40 Jahren Rauchen noch lebe. Er besteht drauf, dass ich tot sein m\u00fcsste.<br \/>\nIch muss leben ohne Dich. Auf Balkonen rauchen, auf der Stra\u00dfe, man wird mich als Menschen ohne Disziplin einordnen, als schlechten Menschen, als Menschen, der sich am laufenden Band scheiden l\u00e4sst, der Frauen schlecht behandelt.<br \/>\nJa, ab 1.1. sind wir Raucher schlechte Menschen \u2013 per Gesetz!\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Franz Josef Wagner als gepeinigter Bald-Ex-Raucher. Dramatisch! Wieviel poetische Liebe zur Sucht liegt in diesen Zeilen, und wieviel davon vergisst er in anderthalb Monaten? Wir werden es sehen&#8230; ich musste es jedenfalls komplett wiedergeben.<br \/>\nWarum er ein schlechter Mensch wird, kann ich (auch als Raucher) nur bedingt nachvollziehen. F\u00fcr mich ist Wagner h\u00f6chstens ein schlechter Mensch, weil er nach Jahren journalistischer T\u00e4tigkeit noch immer nicht lernen will, dass man Silvester nicht mit \u201ey\u201c schreibt. Aber gut, ich pflege meine Fehler ja auch \ud83d\ude09<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>14.01.2008 | Liebes Hochzeitspaar Sarkozy &amp; Bruni<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>[&#8230;] \u201eVive la France, Vive le Hintern von Carla Bruni.\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ich hab ewig \u00fcberlegt, ob ich diesen Kommentar mit rein nehmen soll, weil mir einfach nichts dazu eingefallen ist. Aber ich konnte nicht darauf verzichten&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>24.01.2008 |Liebes Mars-M\u00e4nnchen<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>\u201ebleib da, wo Du bist. Bei uns ist die H\u00f6lle los. Der Dax bricht ein, das reinste Geld-Massaker an den B\u00f6rsen, Heulen und Z\u00e4hneklappern bis nach Asien, die gro\u00dfen Wallstreet-Banken nur noch die H\u00e4lfte wert. Schreckliche, unselige Tage auf Deinem Nachbarplaneten Erde. Gr\u00fcn vor Angst sind die Menschen, gr\u00fcner als Du. Die Erde seufzt, nur noch Krisen.<br \/>\nIch wei\u00df, auf dem Mars herrschen minus 85 Grad in der Nacht. Aber der Mars ist ein w\u00e4rmerer, anheimelnderer Ort als die Erde zurzeit. Gaza-Streifen, das blutende Afrika, der verr\u00fcckte iranische Pr\u00e4sident, die Verr\u00fcckten im \u201eDschungel-Camp\u201c. Der Mars muss das Paradies sein. Bleib da, f\u00fchl Dich wohl!<br \/>\nIn der U-Bahn auf der Erde w\u00fcrde man Dich verpr\u00fcgeln, Du d\u00fcrftest nicht rauchen und ohne Feinstaubplakette nicht Auto fahren. Du d\u00fcrftest kein Haus bauen ohne Energie-Pass und keine S\u00fcdfr\u00fcchte essen, weil sie Tausende von Kilometern klimasch\u00e4digend eingeflogen werden.<br \/>\nLiebes Mars-M\u00e4nnchen, ich beneide Dich um Deinen Planeten, wo es den ganzen Quatsch nicht gibt.\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Eine Kolumne, die man nur vollst\u00e4ndig wiedergeben kann. Um es deutlich zu sagen: Franz Josef Wagner schreibt hier an einen gr\u00fcn-braunen Schatten, der zuf\u00e4llig in etwa die Form eines fl\u00fcchtenden Menschen hat. Dieser Schatten \u201elebt\u201c auch bei Temperaturen unter -85\u00b0C (wenn wir irrsinnigerweise davon ausgehen, dass Schatten auch nachts Bestand haben) in einer extrem d\u00fcnnen Atmosph\u00e4re, in der Wagner augenblicklich ersticken w\u00fcrde. Trotz all seinen Leiden mit den Feinstaubplaketten w\u00fcrde ich ihm davon abraten, den n\u00e4chsten Flug zu nehmen&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"padding-left: 30px;\"><em>25.01.2008 | Lieber J\u00e9r\u00f4me Kerviel, gr\u00f6\u00dfter Bankr\u00e4uber aller Zeiten<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>\u201eum 4,9 Milliarden Euro haben Sie die zweitgr\u00f6\u00dfte Bank Frankreichs, die Soci\u00e9t\u00e9 G\u00e9n\u00e9rale, erleichtert \u2013 und Bert Brecht widerlegt. \u201eWas ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gr\u00fcndung einer Bank\u201c (Dreigroschenoper). [&#8230;]<br \/>\nSie sind 31. Sie haben die Bank nicht mit Maschinen-gewehren \u00fcberfallen, nicht mit Tr\u00e4nengas, nicht mit Tunnel-graben. Sie haben keine Geiseln genommen.<br \/>\nSie haben mit 20, 30 Maus-Klicks auf Ihrem Computer alle Kontrollsysteme au\u00dfer Kraft gesetzt. [&#8230;]<br \/>\nMit 31 tragen Sie sicher Schlabberlook, Ihre Hose h\u00e4ngt Ihnen bis zum Arsch. Ich glaube nicht, dass Sie einen Anzug tragen und sich Gel ins Haar schmieren. Ich glaube auch nicht, dass Sie ein Revolution\u00e4r sind \u00e0 la Bert Brecht. Ich glaube, dass Sie ein verr\u00fccktes Genie sind.\u201c [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unglaublich, dass ein konservativer Mann gehobenen Alters sich derart f\u00fcr einen Verbrecher begeistern kann. Man darf sich zwar fragen, wieso Wagner jetzt Brecht widerlegt sieht, aber ich bin begeistert ob dieser Hingabe an einen Menschen, der eigentlich in den Augen der Bild-Redaktion eines der schlimmsten Verbechen begangen hat: Eines gegen den Geldbeutel.<br \/>\nMan macht sich als bald 30-J\u00e4hriger auch Gedanken, warum man \u201eSchlabberlook\u201c tragen mu\u00df und warum man seine alten Hosen nicht tragen sollte, auch wenn sie nicht \u201ebis zum Arsch\u201c h\u00e4ngen. Wo, Franz Josef, wohnen sie?<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>29.01.2008 | Lieber Oskar Lafontaine<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>\u201eich habe Ihnen noch gar nicht zu Ihren Wahlerfolgen (7,1 und 5,1 Prozent) gratuliert. Ich sage Ihnen, warum. Weil ich einem Doping-Betr\u00fcger auch nicht gratuliere. Sie dopten Ihre W\u00e4hler mit den Drogen \u201eWeg mit Hartz IV\u201c, \u201eWeg mit der Rente mit 67\u201c, \u201eRaus aus Afghanistan\u201c.\u201c [..]<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">\u00c4hm&#8230; Wahlversprechen sind also dem Doping gleichzusetzen? Das ist neu. Was unterscheidet den Herrn Lafontaine denn dann noch von den anderen? Aber vielleicht ist es ja wirklich so wie im Radsport der letzten Jahre: Jeder dopt. Dann muss Herr Wagner immerhin nicht zu viele Gratulationen aussprechen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>03.02.2008 | Liebe Pappnasen<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>[&#8230;] \u201eEs ist wunderbar, wenn der Mainzer eine Unbekannte an den H\u00fcften anfasst und all die Dinge tut, die nur einem Ehemann erlaubt sind.\u201c [..]<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich mu\u00df man hier eine Ausnahme eingestehen: Wenn man es so \u00fcbertreibt, dass die Bild davon Wind kriegt, dann kann das doch unangenehme Folgen haben. Wenn der n\u00e4chste Skandal in Promi-Ehen stattfindet, hat Herr Wagner sicher wieder eine andere Meinung parat.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>05.02.2008 | Liebe Lehrer, liebe Eltern<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>\u201eich mische mich als Schulschw\u00e4nzer in die Debatte um das Turbo-Gymnasium (G 8) ein. Statt 9 Jahre 8 Jahre zum Abitur. Ich habe die Wellen-Theorie des Lichts, das Huygenssche Prinzip nicht mitbekommen. Wenn wir Physik hatten, dann ging ich ins Kino. Mit 13 sah ich James Dean. Meine offizielle Erziehung endete mit 18, als ich durchs Abitur flog. Danach wurde ich ein gl\u00fccklicher Mann. [&#8230;]<br \/>\nDas Pr\u00fcfen ist der Horror \u00fcberhaupt. Wenn man gepr\u00fcft wird, ist man automatisch ein Mensch zweiter Klasse. [&#8230;]<br \/>\nMein Rat an die Sch\u00fcler von heute ist \u2013 schw\u00e4nzt die Schule, lernt Eichelh\u00e4her von Eulen zu unterscheiden, guckt Bussarde an, die am Himmel kreisen, sitzt an kleinen Fl\u00fcssen und guckt, wie die Forellen hochspringen. So wurde ich zwar kein Schriftsteller, aber immerhin der Kolumnist der BILD-Zeitung.<br \/>\nLasst unsere Kinder aufwachsen wie Blumen.\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Da hat aber jemand einen liberalen Anfall. \u00c4h, gilt das auch f\u00fcr Kinder aus Migrantenfamilien? Ich frage ja nur. Ich dachte immer, bei denen ist das eher schlimm, wenn sie die Schule schw\u00e4nzen&#8230;<br \/>\nWichtigeres als Schule gibt es sicher, aber es ist ein bisschen fragw\u00fcrdig, vom eigenen Erfolg auf die Gesamtheit zu schlie\u00dfen.<br \/>\nMeine Frage ist eine auch nicht uninteressante: Kann man ohne die Wellentheorie des Lichts zu kennen auch unter den Leuten im Wissenschaftsbereich bei der Bild Karriere machen? Der ein oder andere Artikel l\u00e4sst dies n\u00e4mlich vermuten&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>07.02.2008 | Lieber US-Verteidigungsminister Gates<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>[&#8230;] \u201eUnsere deutschen Soldaten sind nicht feige. Unsere deutschen Soldaten sind eine Parlaments-Armee. Sie gehorchen dem Parlament in Berlin. Die Entscheidung \u00fcber menschliches Blutvergie\u00dfen wird im Parlament beschlossen. Unser Parlament besteht aus unterschiedlichen Parteien, die Volkes Wille kundtun. In unserem Parlament kamen wir \u00fcberein, dass wir Afghanistan beim Wiederaufbau helfen m\u00fcssen. Niemand hat uns W\u00e4hlern gesagt, dass wir in einen Krieg ziehen. In unseren K\u00f6pfen waren unsere Soldaten Verkehrspolizisten, Wasserbohrer, Softie-Soldaten. Unsere Soldaten sind nicht feige, feige ist unsere Politik.\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Lieber Franz Josef Wagner,<br \/>\nwenn man ihrer Logik folgt, dann ist auch unsere Politik mitnichten schuld an der Luschenhaftigkeit unserer Soldaten, sondern das Volk. Allen voran die tapferen Bild-Leser, die durch ihren Arbeitgeber, die BILD-Zeitung, instruiert, darauf verzichtet haben, zuzustimmen, dass ihre Kinder wieder Krieg mit Waffen spielen d\u00fcrfen.<br \/>\nHerzlichst, Ihr Sash.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>10.02.2008 | Liebe Trauernde von Ludwigshafen<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>[&#8230;] \u201eWas ich mir w\u00fcnsche, ist, ein Deutscher zu sein, der im Jahr 3000 geboren wird. Ein Deutscher ohne Vorurteil.\u201c [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die einzigen \u201eVorurteile\u201c, auf die Wagner zu sprechen kam, war der Verdacht, dass es sich bei dem Brand in einem Haus in Ludwigshafen um einen rassistischen Anschlag gehandelt hat. Was will er jetzt damit sagen? Dass man erst in tausend Jahren endlich vergessen haben wird, was Hitler und seine J\u00fcnger angerichtet haben? Ist dieser Wunsch sinnig? Und wenn Wagner nicht gegen seine Vorurteile ank\u00e4mpfen kann, warum l\u00e4sst er uns dann auch noch so unreflektiert daran teilhaben? Fragen \u00fcber Fragen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>11.02.2008 | Liebes Berlin<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>\u201eich bin ersch\u00f6pft von Dir. VW \u201egolden bear lounge\u201c, \u201eMercedes Benz Star Night\u201c, \u201eGoldene Kamera\u201c. Es sind die 58. Internationalen Filmfestspiele. Seit Menschengedenken war noch nie so viel los in Berlin \u2013 was f\u00fcr eine grandiose Stadt bist Du geworden. Keine Universit\u00e4tsluschen in den Taxen, keine Kreuzberg-Chaoten. Berlin, Du bist in die Klasse von New York und Paris aufgestiegen. Deine Star-Qualit\u00e4t ist Deine Legende.<br \/>\n1945 wurde der Nationalsozialismus zerschlagen, dann kam die Mauer. 1989 ging der Kommunismus Bankrott. All dies geschah in Deiner Stadt. Eine Stadt besteht aus allen Seufzern, aus Liebes- und Todesschreien.<br \/>\nAlle Welt bewundert zur Zeit Berlin.<br \/>\nBerlin ist 892 qkm gro\u00df, 42 Kilometer muss man fahren, um von einem Ende ans andere Ende Berlins zu kommen. 59 % der Berliner sind konfessionslos. Berlin hat 11 Synagogen, 2 politische Tempel und 46 Moscheen.<br \/>\nDas Berlin der Partys ist wie ein Raumschiff. Wo wird es landen, zerschellen, in Feuer aufgehen?\u201c<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Diese Post von Wagner musste ich komplett wiedergeben. Denn ich kann mir keinen \u2013 aber wirklich gar keinen &#8211; Reim darauf machen, was er hier sagen will. Ohne ihm etwas unterstellen zu wollen: Sind da Drogen im Spiel?<\/p>\n<p>Bevor wir die\u00a0 folgende Kolumne lesen, denken wir noch einmal daran, wie Wagner seine letzte Zigarette betrauert hat. So, dann geht&#8217;s los:<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>13.02.2008 | Liebe Raucher-Kneipe<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>[&#8230;] \u201eEine Raucherkneipe schwimmt im Zigarettenrauch. Die rauchenden M\u00e4nner an den Tresen sehen aus wie von Sch\u00fcssen vernarbt, vom Laster des Rauches zerfressen. Hustend bestellen sie ein Bier, ihre Finger sind gelb wie das Bier. Eine Raucherkneipe ist eine Kneipe vor dem Tod.\u201c [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Hey, er scheint es aufgegeben zu haben (zumindest das In-der-Kneipe-rauchen-Wollen).<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>28.02.2008 | Lieber Wladimir Putin<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>[&#8230;] \u201eSie bestimmen Ihren Pr\u00e4sidenten und Sie bestimmen mit Ihren Gas- und \u00d6llieferungen die halbe Welt. In Russland sind Sie der viertbeliebteste Russe, seit es Russen gibt. Nr. 1. Zar Peter der Gro\u00dfe. Nr. 2. der Dichter Puschkin, Nr. 3. Stalin, Nr. 4. \u2013 Putin.\u201c [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Was auch immer Wagner sich dabei gedacht hat, anl\u00e4sslich der Pr\u00e4sidentschaftswahl in Russland eine Liste der beliebtesten Russen zu machen, in der Stalin auf Platz 3 liegt (dessen Beliebtheit ich auch nicht an Umfragewerten zu seiner Zeit messen w\u00fcrde)&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>05.03.2008 | Liebe L\u00fcge<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify; padding-left: 30px;\"><em>[&#8230;] \u201eWenn ich mich \u00fcber die L\u00fcgnerin Ypsilanti emp\u00f6re, dann muss ich mir die Frage gefallen lassen, ob ich selbst ein wahrheitsliebender Mensch bin. Als Kolumnist ja, glaube ich. Privat \u2013 das ist Ansichtssache. Privat schummele ich mich durchs Leben. Das beginnt mit \u201eGuten Morgen\u201c, obwohl es mich einen Schei\u00df interessiert, ob jemand einen guten Morgen hat.\u201c [&#8230;]<\/em><\/p>\n<p class=\"MsoNormal\">Immerhin. Er kann ehrlich sein. Ich w\u00fcnsche Herrn Franz Josef Wagner einen sch\u00f6nen Montagmorgen!<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kaum etwas ist in der BILD-Zeitung so best\u00e4ndig und zugleich so verwirrend wie die Kolumne des Franz Josef Wagner (Post von Wagner). 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