{"id":899,"date":"2008-03-16T05:37:31","date_gmt":"2008-03-16T03:37:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=899"},"modified":"2012-10-08T04:03:16","modified_gmt":"2012-10-08T02:03:16","slug":"meine-bescheidenen-erfahrungen-mit-der-zeitarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2008\/03\/16\/meine-bescheidenen-erfahrungen-mit-der-zeitarbeit\/","title":{"rendered":"Meine bescheidenen Erfahrungen mit der Zeitarbeit"},"content":{"rendered":"<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ich m\u00f6chte gerne noch einmal Richtung Januar zur\u00fcckblicken, als ich f\u00fcr etwa 10 Tage Assistent Chief of Pneumo-Blasting (oder so \u00e4hnlich) war:<\/p>\n<p>Im Oktober 2007 bin ich nach Berlin gezogen. Von Stuttgart aus. Die meisten, denen ich das in den folgenden Monaten erz\u00e4hlt habe, haben ein wenig lachen m\u00fcssen. die Ma\u00dfst\u00e4be \u00e4ndern sich, je nachdem, wo man sich befindet. In Stuttgart jammerten alle in meiner Umgebung, wie provinziell es hier sei, Berlin sei da schon viel cooler, es sei mehr los, etc. Hier in Berlin melden sich vor allem die zu Wort, die mich fragen, weswegen ich aus dieser Hochlohn-Zone nach Berlin gezogen bin.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">Wie dem auch sei. Die ersten anderthalb bis zwei Monate Arbeitslosigkeit habe ich noch relativ locker hinter mich gebracht. Ich hatte es trotz versp\u00e4teter Meldung geschafft, dass mir das Arbeitslosengeld p\u00fcnktlich gezahlt wird, und auch wenn es wenig war, so musste ich mir dennoch keine Sorgen \u00fcber die Finanzierung der neuen Wohnung oder dergleichen machen.<\/div>\n<div style=\"text-align: justify;\">Nach ewigem Ausschau-Halten nach einem neuen Job ist mir bewusst geworden, dass die Hochlohn-Zone Stuttgart auch nur im Bereich der ausgebildeten Fachkr\u00e4fte existiert. Im Niedriglohn-Sektor, den zu bev\u00f6lkern ich mich entschieden habe, ist Berlin prinzipiell attraktiver, da sich die L\u00f6hne nur marginal von denen in Stuttgart unterscheiden, die Lebenshaltungskosten dagegen enorm. Mein Problem war folgendes: Ich hatte in Stuttgart mit dem Personenbef\u00f6rderungsschein ja durchaus eine Qualifikation erworben, leider hier ohne G\u00fcltigkeit. Es ist bedauerlich, dass es in Deutschland keine Trennung zwischen einem Personenbef\u00f6rderungsschein und dem Taxischein gibt. Der Bedarf an Ortskenntnis beim Behindertentransport beispielsweise ist eher gering.<\/div>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ozie ist es gewesen, die mich \u00fcberzeugt hat, ich solle vielleicht \u00fcbergangsweise in die Zeitarbeit gehen als Helfer oder dergleichen, bis ich was richtiges finde. Es gab Momente, in denen ich sie daf\u00fcr geliebt, und andere, in denen ich sie daf\u00fcr gehasst habe.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">So habe ich neben einigen Bewerbungen auf interessant erscheinende Jobs auch reihenweise mein Profil auf diversen Zeitarbeits-Websites in Angriff genommen und wurde tats\u00e4chlich das ein oder andere mal nach einem Anruf gebeten, mich vorzustellen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Mit einem Vorstellungsgespr\u00e4ch bei der Firma Creyf\u2019s habe ich gleich mehrere Dinge \u00fcber den Haufen geworfen. Zum einen die Hoffnung, dass man mit Vollzeit-Jobs \u00fcberleben k\u00f6nnen muss, zum anderen die Hoffnung, dass es irgend einen Menschen interessiert, was ich wirklich kann. Die Vorstellung von Vorstellungen litt auch ein wenig darunter, dass ich nicht einmal in ein B\u00fcro geladen wurde (was sie dort auch nicht zu haben scheinen). Freundliche Mitarbeiter am runden Tisch erkl\u00e4rten mir, dass mein Stundenlohn 6,42 Euro betragen w\u00fcrde, dass ich einen Vertrag \u00fcber eine 35-Stunden-Woche bekommen w\u00fcrde, diese Zeit mir auch immer bezahlt w\u00fcrde (das sind 973 Euro brutto), der Rest einem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben oder abgezogen werden w\u00fcrde. Auszahlungen w\u00fcrden folgen, wenn ich den Laden verlasse, oder aber mein Arbeitszeitkonto mit \u00fcber 150 (\u00dcber-)Stunden gef\u00fcllt w\u00e4re.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dazu hie\u00df es dann, gerade sei Flaute, aber wenn es Arbeit g\u00e4be, k\u00f6nne ich kommen und den Vertrag unterschreiben. Relativ froh, etwas in Aussicht zu haben, gleichzeitig geknickt, weil ich nicht wusste, ob ich \u00fcberhaupt mit dem Lohn leben k\u00f6nnen w\u00fcrde, verliess ich also das Geb\u00e4ude. Ich war noch keine Verpflichtung eingegangen, hatte noch Vorstellungsgespr\u00e4che bei anderen, so z.B. zwei Tage sp\u00e4ter bei einer anderen Zeitbude.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Am folgenden Tag, es war ein Donnerstag, stand ich \u2013 noch arbeitslos &#8211; leicht erk\u00e4ltet in der K\u00fcche und habe mit etwas zu Essen zubereitet. Es war bereits Nachmittags, ich hatte ein paar nichtige Pl\u00e4ne bez\u00fcglich Einkaufen, schreiben und dergleichen, als das Telefon klingelte. Es war die Mitarbeiterin von Creyf\u2019s, die am Tag zuvor zu besch\u00e4ftigt war, um pers\u00f6nlich mit mir zu sprechen, und verk\u00fcndete in einem frohen Tonfall, dass sie Arbeit f\u00fcr mich h\u00e4tte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ich kann nicht sagen, dass ich mich nicht gefreut h\u00e4tte. Dann meinte sie, ich solle doch sofort vorbeikommen um den Arbeitsvertrag zu unterschreiben, am n\u00e4chsten Morgen um 6 Uhr k\u00f6nnte ich bereits anfangen zu arbeiten. Ich erwiderte, dass das schlecht sei, da ich da bereits einen Termin h\u00e4tte. Etwas ungl\u00e4ubig wunderte sie sich: \u201eAber hier steht, dass sie gerne arbeiten w\u00fcrden.\u201c<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Zudem meinte sie, dass mir doch hoffentlich erkl\u00e4rt worden w\u00e4re, dass ich flexibel sein muss und dergleichen. Ich bejahte, merkte aber auch an, dass ich selbstverst\u00e4ndlich flexibel bin, wenn ich einen Job habe, aber doch nicht im Voraus bereits Gewehr bei Fu\u00df stehen k\u00f6nnte, in der Hoffnung, irgendwann lohne es sich mal, den ganzen Tag keine Pl\u00e4ne zu machen.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Sie war nun etwas sauer \u2013 aber nat\u00fcrlich immer noch freundlich \u2013 und sagte mir, dass sie mich aus dem Pool an Interessierten herausnehme, wenn ich jetzt nicht zusagen w\u00fcrde. Ich hab gemeint, ich k\u00f6nne gern in ein paar Tagen kommen, wenn das helfen w\u00fcrde. Sie bestand darauf, dass ich mich jetzt (mein Essen wurde auf dem Herd langsam unruhig) entscheiden m\u00fcsse. Ich meinte, dass es das dann wohl gewesen sei, woraufhin sie mir eine abenteuerliche Frist von 15 Minuten setzte, in der ich zur\u00fcckrufen k\u00f6nne, wenn ich mich umentscheiden sollte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Ich beschloss, es dabei zu belassen, denn wenn ich ehrlich bin, dann hatte ich kein Interesse, bei einer Firma besch\u00e4ftigt zu sein, die eine derart weltfremde Ansicht an den Tag legte bez\u00fcglich der Verf\u00fcgbarkeit noch nicht einmal verpflichteter Arbeitnehmer. Ich wollte und will mir gar nicht erst ausmalen, wie Creyf\u2019s mit seinen Angestellten umgeht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Tag hatte ich ja bereits ein Vorstellungsgespr\u00e4ch bei einer anderen Firm, und ich war \u00fcberrascht festzustellen, dass die Rahmenkonditionen (dank des BZA-Tarifvertrages) exakt die gleichen waren, man dort aber ein wenig individueller behandelt wurde. Zun\u00e4chst hie\u00df es, werde wahrscheinlich nur eine Besch\u00e4ftigung auf 165 \u20ac-Basis drin sein, sobald m\u00f6glich w\u00fcrde mir eine Vollzeitstelle angeboten werden. Ich bekam das komplette Wochenende Bedenkzeit und wurde gebeten, mich am Montag wieder zu melden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dazu kam ich allerdings gar nicht erst, da ich angerufen wurde. Die fr\u00f6hliche Verk\u00fcndung einer Vollzeitbesch\u00e4ftigung war die Gleiche wie bei Creyf\u2019s, allerdings ohne Ultimatum. Da ich erst zur Sp\u00e4tschicht am n\u00e4chsten Tag loslegen w\u00fcrde, konnte ich den Vertragsabschluss bis zum n\u00e4chsten Morgen hinausz\u00f6gern und \u00fcberhaupt war hier nichts von Druck zu sp\u00fcren.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Der Vetragsabschluss war dann eher die kleinere Geschichte. Zum Arbeiten selber musste ich an den Arsch der Welt (zumindest von Marzahn aus gesehen) mitten nach Reinickendorf fahren. Dort befindet sich eine Firma Namens K\u00f6rber. Ein schniekes Unternehmen in einer Halle, die von au\u00dfen den Anschein erweckt, aus Wellblech und Glas konstruiert zu sein. Eine gew\u00f6hnliche Fabrikationshalle in einem durchschnittlichen Industriegebiet. Um 14 Uhr war Schichtbeginn, um 13.45 Uhr hatte ich bereits einen Termin mit einem Abteilungsleiter, oder irgend so etwas. Warum ich das nicht wei\u00df? Nun, der werte Herr hatte nat\u00fcrlich keine Zeit f\u00fcr meine Wenigkeit. Das war aber noch nicht alles. Auch der Schichtleiter wusste zun\u00e4chst nicht, was ich da tun sollte, warum ich da bin und so weiter.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Bei der Gelegenheit habe ich gleich einen meiner Kollegen kennengelernt, ein gut gelaunter Mittvierziger einer anderen Leihbude, der jetzt mit mir kritisch wartete, was passiert. Wir wurden zu einer Metallb\u00fcrste geleitet, die ein junger Mensch bediente, der sich nach kurzem Hallo auch als Zeitarbeiter herausstellte. Er war es, der uns die Arbeit zeigte. Von da an habe ich zu irgendwelchen Verantwortlichen der Firma nur in der Form Kontakt gehabt, dass ich meinen Stundenzettel jeden Tag vom Schichtleiter unterschreiben habe lassen. Ansonsten wurden ich oder mein Kollege verschont von Erkl\u00e4rungen, Hinweisen, Lob oder Tadel. Niemand sprach mit uns.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unser Kollege an der B\u00fcrste war also unser einziger Hinweisgeber. Klar, solche Kleinigkeiten wie Sicherheitsbelehrungen hat auch er nicht erhalten. Aber wen interessiert das. Der B\u00fcrster war schlie\u00dflich auch erst seit drei Monaten da und stand nach eigener Aussage kurz vor der \u00dcbernahme in den Betrieb, was immerhin 7,50 Euro Brutto-Lohn pro Stunde bedeutet h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">OK, das nur nebenbei. Was mussten wir machen? Wir hatten vor uns Kisten mit Wasser stehen. In diese Kisten legte unser B\u00fcrster Metallblenden. Metallblenden, wie man sie hinten an Servern und dergleichen findet. Dann mussten wir die Blenden aus dem Wasser nehmen, mittels einer Druckluftpistole trocknen und sie dann fein s\u00e4uberlich in daf\u00fcr vorgesehene Kisten stapeln. Nat\u00fcrlich ohne sie zu verkratzen. \u00dcberhaupt: Blenden mit Kratzern mussten aussortiert werden.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Das war alles. Das mussten wir in unserer 8-Stunden-Schicht 7 Stunden machen. Es gab eine St\u00fcckzahlvorgabe von 1800 St\u00fcck. Am ersten Tag schafften wir 1100.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unser B\u00fcrster meinte, das sei super. Andere h\u00e4tten echt weniger gemacht, und man wird mit der Zeit echt schneller. Mir war klar, dass das gelogen war, denn nach 2 Stunden Blenden trockenpusten gibt es nichts, was man an diesem Vorgang noch optimieren k\u00f6nnte. Aber gut.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Die ersten anderthalb Tage waren eigentlich ganz lustig. Es war etwas st\u00f6rend, dass die Pistolen so laut waren, sonst h\u00e4tte man sich besser unterhalten k\u00f6nnen. Bald aber fielen meinem Kollegen und mir seltsame Kleinigkeiten auf, die offensichtlich daf\u00fcr sorgten, dass dies nicht der beste Arbeitsplatz war.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Zun\u00e4chst gab es nirgends in der Halle einen unbesetzten Stuhl. Es wurde offenbar systematisch verhindert, dass man sich setzen kann. Dabei h\u00e4tten wir zum Beispiel unsere Arbeit sehr gerne im Sitzen ver\u00fcbt. Dann h\u00e4tten wir wahrscheinlich auch weniger Pausen gemacht.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unsere Qualit\u00e4tskontrolle war ebenso eine Farce. Selbst wenn die Blenden tiefe Kratzer hatten, die man so nicht weg bekam, wurden sie ein zweites Mal durch die B\u00fcrste gezogen. Das Ganze war eine Art 0-Fehler-Produktion. Theoretisch gab es zwar Ausschuss, dieser landete aber irgendwann auch wieder unter der B\u00fcrste. Mit anderen Worten: Je genauer wir bei der Kontrolle waren, desto schlechter fiel unsere St\u00fcckzahl aus.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dann merkten wir, dass statt uns unser B\u00fcrster unter permanenten Druck gesetzt wurde, die Ziele zu erreichen. Mit anderen Worten: Es wurde verhindert, dass wir uns vor der Arbeit dr\u00fccken, weil wir dem Kollegen nat\u00fcrlich nichts B\u00f6ses wollten \u2013 wenngleich uns seine Unterw\u00fcrfigkeit bei den bescheidenen Aussichten etwas irritierte und nervte.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Es sollte aber etwas witziges passieren: Die B\u00fcrste ging kaputt. Zuerst nur ein wenig, so dass alle Blenden dreifach geb\u00fcrstet werden mussten, schlie\u00dflich komplett. Was mich und meinen Kollegen nur marginal interessierte (dann hatten wir eben mehr Gelegenheiten zum Rauchen), sorgte unseren B\u00fcrster mehr.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unser Bereichsleiter war ein kleiner Choleriker, und er konnte es wirklich nicht so recht fassen. Was w\u00e4re also die beste L\u00f6sung? Richtig: Unser B\u00fcrster kriegt einen Anschiss, weil die Produktivit\u00e4t sichtlich nachgelassen hat. Da das nur einen Grund haben konnte, wurde \u2013 na? \u2013 genau: uns allen untersagt, mehr als zwei Zigaretten pro Schicht au\u00dferhalb der Pause zu rauchen. Geil, oder?<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Am Tag darauf war allerdings klar, dass die B\u00fcrste repariert werden m\u00fcsste. Mein Kollege und ich durften fr\u00fcher gehen. Wir haben uns beim Schichtleiter erkundigt, ob man unsere Firmen informieren w\u00fcrde, falls die B\u00fcrste morgen immer noch kaputt ist, damit wir nicht \u2013 wir hatten inzwischen Fr\u00fchschicht \u2013 unn\u00f6tig dort antanzen. Die Erkl\u00e4rung \u201eDie B\u00fcrste ist bis morgen wieder in Ordnung. Die muss in Ordnung sein!\u201c war genau das, was ich erwartete.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Am n\u00e4chsten Tag kamen wir, sahen das die B\u00fcrste kaputt war und durften gehen. Naja, so langsam nervte es. Schlie\u00dflich kosteten mich die Fahrkarten jeden Morgen 4,20 Euro, und wenn man dann nur eine Stunde bezahlt bekommt, liegt der Gewinn im Ein-Euro-Bereich. Ich hatte inzwischen bereits die Idee mit der Taxischule, und ich glaubte irgendwie nicht daran, dass die Geschichte f\u00fcr mich noch lange dauert.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Dummerweise erwischte mich dann mein \u2013 wie sich erst sp\u00e4ter herausstellte \u2013 pfeiffersches Dr\u00fcsenfieber, und ich brach den folgenden Arbeitstag ab. Ich tat dies, nachdem ich mich beim Schichtleiter erkundigt hatte, ob das passt, nachdem ich mir meine Stunden von ihm habe abzeichnen lassen und nachdem ich mich dann noch eine Stunde durchgeschleppt habe, um unserem B\u00fcrster (mein Kollege war gar nicht da) ein wenig unter die Arme zu greifen bis \u00fcberhaupt ein Arzt offen hat.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Noch auf der Heimfahrt rief meine Firma an und fragte mich, was los sei. Ich sagte, dass ich krank sei, und ich auf dem Weg zum Arzt bin. Die hingegen erz\u00e4hlten mir, dass sich der Kunde beschwert h\u00e4tte, ich sei gegangen, weil ich \u201ekeinen Bock\u201c mehr hatte. Das war dann meine K\u00fcndigung.<\/p>\n<p class=\"MsoNormal\" style=\"text-align: justify;\">Unter diesen Umst\u00e4nden erinnere ich mich gerne an das Vorabgespr\u00e4ch mit meiner Firma, wo mir gesagt w\u00fcrde, jenes Unternehmen sucht zuverl\u00e4ssige Leute, die lange bei ihnen blieben, dass aber davor schon einige Leiharbeiter dort rausgeflogen seien, weil sie Drogen genommen haben w\u00e4hrend der Arbeit. Ich glaube inzwischen nicht mehr an die Drogengeschichte, wennglich Drogen einem diese Arbeit sicher sinniger h\u00e4tten erscheinen lassen.<\/p>\n<div style=\"text-align: justify;\">Ja, das war mein nicht ganz zweiw\u00f6chiger Ausflug in die Zeitarbeit. Sch\u00f6n, dass das eine wachsende Branche ist!<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich m\u00f6chte gerne noch einmal Richtung Januar zur\u00fcckblicken, als ich f\u00fcr etwa 10 Tage Assistent Chief of Pneumo-Blasting (oder so \u00e4hnlich) war: Im Oktober 2007 bin ich nach Berlin gezogen. 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