{"id":7410,"date":"2011-05-30T07:07:57","date_gmt":"2011-05-30T06:07:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=7410"},"modified":"2013-06-18T23:49:27","modified_gmt":"2013-06-18T21:49:27","slug":"reich-durchs-bloggen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2011\/05\/30\/reich-durchs-bloggen\/","title":{"rendered":"Reich durchs Bloggen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Reichtum durchs Schreiben zu erlangen ist nicht so einfach. Etliche hervorragende Dichter und Autoren aller Epochen beweisen das eindrucksvoll, wenngleich der Nebensatz &#8222;konnte aber zu Lebzeiten niemanden \u00fcberzeugen und ist in Armut gestorben&#8220; meist relativ teilnahmslos in irgendwelchen Schulb\u00fcchern steht, die voll mit Texten sind, die man als Sch\u00fcler lesen muss, aber eigentlich nicht will.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun, gl\u00fccklicherweise leben wir in Zeiten des Internets, wo man mit wenig Aufwand viele Leute \u00fcberzeugen kann mit seinen Texten. Und das v\u00f6llig umsonst. Verarmt sterben kann man aber heute immer noch, sogar wenn man nebenher einen &#8222;richtigen&#8220; Beruf hat. Man kann das bedauern oder bejubeln, auch das obliegt einem inzwischen gl\u00fccklicherweise selbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin gerade ziemlich zufrieden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr wisst ja alle, dass ich mit Schreiben noch nicht zu Reicht\u00fcmern ungeahnten Ausma\u00dfes gelangt bin, sonst h\u00e4tte ich ja l\u00e4ngst viel mehr \u00fcber goldverzierte Wasserh\u00e4hne und Nobelrestaurants geschrieben. Aber ja: Auch wenn ich beschlossen habe, mir meine Kohle nicht zwingend durchs Schreiben verdienen zu m\u00fcssen, sehe ich mich doch hier und da nach M\u00f6glichkeiten um. Schlie\u00dflich ist das Bloggen inzwischen durchaus sowas \u00e4hnliches wie Arbeit geworden. Das soll hier auch nicht negativ konnotiert werden, aber ich wende Zeit daf\u00fcr auf, die gelegentlich auch auf Kosten meiner Arbeitszeit geht &#8211; ergo: Die mich Geld kostet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also warum sollte ich durchs Bloggen nichts verdienen?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gerade hab ich einen Haufen Meldungen f\u00fcr die VG Wort erstellt, die mir einen ganz ansehnlichen Betrag von mindestens 500 \u20ac im September sichern sollten. VG Wort? Geld? Etwa f\u00fcrs Bloggen? Ja!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Obwohl ich mich zugegebenerma\u00dfen auch umsehe, was es f\u00fcr M\u00f6glichkeiten gibt, GNIT und Sashs Blog werbem\u00e4\u00dfig ein bisschen lukrativer zu machen, mache ich neben ein paar Euros monatlich mit Flattr meinen ersten Gewinn mit der VG Wort. Diese Verwertungsgesellschaft zahlt n\u00e4mlich ganz nette Betr\u00e4ge f\u00fcr gut frequentierte Texte, wenn man ihre Bedingungen akzeptiert.<br \/>\nDie meisten werden sich immer noch fragen: H\u00e4? Was? Wie geht das?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also: Die <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/VG_Wort\" target=\"_blank\">Verwertungsgesellschaft Wort<\/a> ist ein Wirtschaftsverein. Sie sind im Grunde dazu da, Autoren daf\u00fcr zu entsch\u00e4digen, dass sie ihre Texte der Allgemeinheit kostenlos zur Verf\u00fcgung stellen. Was zun\u00e4chst vielleicht seltsam klingt, hat nat\u00fcrlich einen Hintergrund. Zum Beispiel in Schulen oder bei anderen \u00f6ffentlichen Veranstaltungen k\u00f6nnte ja jeder einen Text (zweit)verwerten. Um den Autoren daf\u00fcr finanziell einen Ausgleich zu bieten, bekommt die VG Wort Geld durch Abgaben beispielsweise auf Drucker und Kopierger\u00e4te &#8211; mit denen ja hin und wieder ein Text vervielf\u00e4ltigt und so f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit nutzbar gemacht wird. Dass sie das auf Internet-Texte ausgeweitet haben, ist zwar teilweise absurd, weil die Texte der \u00d6ffentlichkeit dort ja sowieso zur Verf\u00fcgung stehen &#8211; aber man muss ja nicht alles verstehen.<br \/>\nJedenfalls verwaltet diese Gesellschaft einen millionenschweren Topf an Geld, der unter den bei ihr angemeldeten Autoren verteilt wird. Sich anzumelden und daran teilzuhaben ist f\u00fcr alle Autoren &#8211; also auch Blogger &#8211; kostenlos.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenn man ehrlich ist: Geschenktes Geld!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber wie \u00fcberall kriegt man das nicht ohne Gegenleistung. Zum einen nat\u00fcrlich muss man schreiben. Das tun freilich viele Menschen, aber das reicht auch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Bedingungen der VG Wort sind ziemlich undurchsichtig, quasi un\u00fcberpr\u00fcfbar &#8211; und zudem ziemlich umst\u00e4ndlich. Sie zahlen zwar f\u00fcr einen einzelnen Text zwischen 20 und 30 \u20ac (was ja wirklich f\u00fcr einen Blogger im Normalfall viel Geld ist), die Auflagen sind allerdings abenteuerlich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was irgendwie ok sein sollte, ist die Tatsache, dass die Texte mindestens 1800 Zeichen lang sein sollten und mindestens 1500 Leser haben. Das ist die Bedingung, um (dieses Jahr) 20 \u20ac pro Text zu erhalten. Es gibt noch weitere Stufen mit 3000 und 10000 Lesern, die dann 25, bzw. 30 \u20ac bringen. Klingt soweit ganz einfach. Aber halt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erstmal muss man in jeden einzelnen Text eine &#8222;Z\u00e4hlmarke&#8220; einbauen. Also ein Bild. Das Prinzip verwenden viele kostenlose Online-Counter ebenso: Man setzt auf die Seite ein (unsichtbares) Bild in Form eines html-Codes und durch dieses Bild (auf deren Server) werden dann die Zugriffe gez\u00e4hlt.<br \/>\nDer Unterschied zu normalen Countern ist eben, dass man das f\u00fcr jeden Text einzeln machen muss. Man sieht deutlich, dass das System auf Journalisten ausgelegt ist, die einmal die Woche einen Text ver\u00f6ffentlichen. F\u00fcr Blogger, die mehrmals t\u00e4glich schreiben, ist das nervig &#8211; bzw. wenn man von unterwegs bloggt kaum machbar. Naja.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber das war es noch nicht. Die Z\u00e4hlung erfolgt unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit ein Jahr lang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und das meine ich ernst: Man baut so eine Z\u00e4hlmarke ein &#8211; und gibt das praktischerweise bei denen auf der Website schon an (Macht das! Es erspart am Ende viel Arbeit!) &#8211; und dann passiert erst einmal nix. Nach sp\u00e4testens 3 Tagen erh\u00e4lt man die Info, ob der Z\u00e4hler \u00fcberhaupt l\u00e4uft, aber was und wie viel er genau z\u00e4hlt, erf\u00e4hrt man NIE. Das l\u00e4uft so bis zum Ende eines Jahres, und im Mai (!) des darauffolgenden Jahres erh\u00e4lt man dann die Info, ob (nicht etwa, wie viel &#8211; also vielleicht auch auf welcher Stufe) die Mindestanzahl an Besuchern erreicht wurde. Bis zu diesem Punkt (also mitunter \u00fcber ein Jahr nach Ver\u00f6ffentlichung des Textes) erf\u00e4hrt man auch nicht, wie viel Geld das bringt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Daraufhin muss man f\u00fcr jeden einzelnen Text eine &#8222;Meldung&#8220; erstellen, wenn man Geld daf\u00fcr kriegen will. Das heisst: Man muss die Internetadresse in ein Formular eingeben, auf der der Text zu finden ist (das kann man auch schon vorher machen und ich empfehle es!), die \u00dcberschrift angeben und den kompletten Text dorthin kopieren. Zugegeben: Immerhin weiss man dann schon, wie viel einem die Arbeit bringt&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um es kurz zu machen: Es ist ein Mords-Aufwand! Vielleicht markiert man jeden Text aufw\u00e4ndig, am Ende bringt aber keiner wirklich Geld.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich selbst habe dabei unglaubliches Gl\u00fcck und falle neben ein paar Alphabloggern in eine goldene L\u00fccke des Systems. Ich schreibe viele Artikel, lange Artikel und hab die n\u00f6tige Anzahl an Lesern. W\u00e4hrend ich f\u00fcr die letzten beiden Monate des Jahres 2010 im September 2011 etwa 500 \u20ac erwarten kann, k\u00f6nnte es sein, dass ich im laufenden Jahr 2011 so viele Artikel schreibe, dass es (wenn sie nicht die Auszahlungssumme drastisch \u00e4ndern) Ende n\u00e4chsten Jahres f\u00fcr eine satte Zahlung von 3.000 bis 5.000 \u20ac reichen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und ganz ehrlich: In meiner Welt ist das ein Haufen Kohle!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Reich im herk\u00f6mmlichen Sinne bin ich damit sicher noch nicht, aber zweifelsohne lohnt sich der Aufwand daf\u00fcr&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nachtrag:<\/strong> OK, wer vern\u00fcnftig lesen kann, ist klar im Vorteil: Die o.g. Verg\u00fctungen sind die f\u00fcr letztes Jahr. Es sind dieses Jahr jeweils 5 \u20ac weniger. Also 15 \u20ac bei 1.500 Zugriffen, 20 bei 3.000 und 25 bei 10.000. Mein Fehler, sorry!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/94f3c7c463b34599bef99db44e34e569\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reichtum durchs Schreiben zu erlangen ist nicht so einfach. 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