{"id":6881,"date":"2010-11-15T12:04:15","date_gmt":"2010-11-15T11:04:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=6881"},"modified":"2011-06-29T06:17:57","modified_gmt":"2011-06-29T04:17:57","slug":"geschichten-vom-kranksein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2010\/11\/15\/geschichten-vom-kranksein\/","title":{"rendered":"Geschichten vom Kranksein"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Was das Kranksein abgesehen von finanziellem Verlust und den k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen irgendwie am\u00fcsant werden l\u00e4sst, sind die Kontakte zum Gesundheitssystem. In meinem Fall sind das in erster Linie \u00c4rzte und Apotheker, manch anderer kennt sicher noch witzigere Fachm\u00e4nner und -frauen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Also ich muss ja jedes Mal nach Verlassen einer Praxis erst mal wieder die Unterlagen sortieren, weil ich st\u00e4ndig durcheinanderkomme mit Rezepten, Krankschreibungen, ggf. \u00dcberweisungen, K\u00e4rtchen, und was auch immer.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es soll ein hartn\u00e4ckiges Ger\u00fccht sein, dass sich \u00c4rzte Krankheiten ausdenken, um Patienten zu halten, zu bekommen, etc. Nicht dass ich da \u00fcber den wahrscheinlich hinter jeden Geschichte lauernden wahren Kern hinaus dran glaube, aber es macht den Arzt erst einmal nicht unverd\u00e4chtiger, wenn er das von sich aus so anspricht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abenteuerlich wird es dann, wenn die Beweisf\u00fchrung derart skuril ist, dass selbst ich damit nicht vor Gericht auftreten w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So, mich plagten das Wochenende \u00fcber \u00dcbelkeit, Mattheit und Kopfschmerzen. Das ist im Begriff, abzuklingen, ich verbinde mit sowas immer irgendwie eine Hoffnung auf Genesung. Ich hab den Luxus des \u00e4rztlichen Bereitschaftsdienstes an meinem Geburtstagsabend genutzt und mir ein Mittel gegen \u00dcbelkeit geben lassen. So denn, es hat geholfen, nicht dauerhaft, aber das ist ja klar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Inzwischen habe ich die Hoffnung, den ganzen Fall wirklich ohne Brocken lachen hinter mich zu bringen, bin aber nicht undankbar, dass mein Doc mir nochmal Mittel gegen \u00dcbelkeit verschreibt. Frei nach dem Motto: Und wenn ich sie jetzt nicht brauche, kann es sicher mal einen guten Zeitpunkt geben. Und ich bin zumindest juristisch und medizinisch versiert genug, dabei nicht an meine Fahrg\u00e4ste aus den Clubs zu denken \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir ist auch durchaus bewusst, dass eine \u00dcbelkeit allerlei Ursachen haben kann. Von ranzigem Essen bis zu Magenkrebs und potenziell t\u00f6dlichen Allergien auf irgendwas ist sicher alles drin. Aber gl\u00fccklicherweise ist mir eigentlich nicht sonderlich oft in meinem Leben wirklich \u00fcbel, und auch dieses Mal scheint es eine kurzfristige Sache gewesen zu sein, schlie\u00dflich klingt es ja langsam alles ab.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Arzt empfiehlt mir nun, das verordnete Medikament aufzubrauchen, jeden Abend eine Tablette. Dank der Packungsgr\u00f6\u00dfe also etwa bis Anfang Januar. Wenn die \u00dcbelkeit trotzdem wieder auftritt, dann k\u00f6nnte ich als tolles Feature eine Magenspiegelung oder -Gewebeentnahme vornehmen lassen, um mich mal auf irgendwelche bakteriellen Unholde testen zu lassen, die er so nicht nachweisen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ausgehend davon, dass ich noch zwei Tage krankgeschrieben bin, widerstrebt es mir irgendwie anderthalb Monate nach Genesung Tabletten gegen \u00dcbelkeit zu schlucken, um&#8230; zu gucken, ob mir nicht doch irgendwann \u00fcbel wird. Da mich in diesem Moment wohl eine leichte Hebung der Augenbrauen rausgerutscht ist, hat mein Arzt mir versichert, dass das schon seinen Sinn hat und er sich nicht aus Gesch\u00e4ftsinteresse was ausdenkt. In seinem Fall glaube ich das gerne, denn wer mal mitgekriegt hat, dass ein Arzt in Marzahn jeden erdenklichen Patienten kriegen kann, weil alle Kollegen l\u00e4ngst einen Aufnahmestopp verh\u00e4ngt haben, der ist \u00fcberzeugt davon, dass die T\u00f6ffel, die es f\u00fcr eine wunderbare Gesch\u00e4ftsidee halten, ausgerechnet gesetzlich versicherte Geringverdiener in ihren Pool zu packen um sie auszuquetschen, in Wirklichkeit ihr Medizinstudium vor der Vollendung abgebrochen haben, auf BWL umgesattelt haben und nun andersweitig pleite gegangen sind.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sein Beweis war ungleich eindrucksvoller: Er kramte einen in f\u00fcnfter Generation weiterkopierten Zettel hervor, auf dem irgendein Artikel zu besagten Bakterien stand. Dann deutete er auf die Fu\u00dfnoten, die neben dem ein oder anderen unleserlichen handschriftlichen Zeichen fettgedruckt auf irgendwelche Studien im Ausland verwiesen. Seine Meinung:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Man kann bescheissen. Aber man kann nicht die Deutschen, die Franzosen und die Italiener bescheissen. Alle bescheissen geht nicht.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir ist auf Anhieb kein Gegenargument eingefallen, das halbwegs auf gleichem Niveau gelegen h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/8ea8169afcf94c69a9e9aa3b8d9ffd78\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was das Kranksein abgesehen von finanziellem Verlust und den k\u00f6rperlichen Einschr\u00e4nkungen irgendwie am\u00fcsant werden l\u00e4sst, sind die Kontakte zum Gesundheitssystem. 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