{"id":5944,"date":"2010-06-06T07:18:58","date_gmt":"2010-06-06T05:18:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=5944"},"modified":"2011-09-02T05:30:11","modified_gmt":"2011-09-02T03:30:11","slug":"kommerz-kommerz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2010\/06\/06\/kommerz-kommerz\/","title":{"rendered":"Kommerz, Kommerz?"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Kommt &#8217;ne Idee angeflattrt, setzt sich nieder in Sashs Blog&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Lassen wir das besser.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/www.flattr.com\" target=\"_blank\">Flattr<\/a> ist gerade in aller Munde, etliche Blogger schw\u00e4rmen, schwadronieren und schwindeln sicher auch \u00fcber die neue M\u00f6glichkeit, Geld f\u00fcr Inhalte im Netz zu erl\u00f6sen. Ich bin grunds\u00e4tzlich immer erst einmal skeptisch, wenn es darum geht. Ich bin ein gro\u00dfer Freund freier Informationen und als solcher auch \u00fcberzeugt davon, dass Informationen nur dann wirklich frei sind, wenn sie m\u00f6glichst wenig und am besten gar nichts kosten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Sch\u00f6ne am Internet ist doch eben, dass es viele Akteure gibt, die im Grunde genau wie ich einfach um des Spa\u00dfes Willen lesens- oder sonstwie konsumierenswerten Content erstellen. Ich treibe mich im Netz fast ausschlie\u00dflich in Blogs herum. Klar, bei besonderen Ereignissen auch mal auf einer Nachrichtenseite. Aber wenn ich ehrlich bin: Selbst dann schaue ich zuerst zumindest bei wikipedia nach, ob die schon was dar\u00fcber haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich denke, vielen Publikationen im Netz tut nichts so gut wie die Tatsache, dass sie unentgeltlich gemacht werden. Das macht sie manches Mal unabh\u00e4ngiger als Berufsjournalisten, im Gegenzug aber nat\u00fcrlich auch subjektiver, keine Frage. Ich hab noch keine einseitige Medaille da draussen gefunden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber gerade als Mensch, der selbst einen (wenn auch nur bedingt informativen, eher unterhaltsamen) Blog betreibt, weiss ich eben auch, wie viel Arbeit das ist. Die mache ich nach wie vor gerne ohne Bezahlung, anders w\u00fcrde das Konzept auch nicht aufgehen. Ich kann nur halbwegs gut schreiben, wenn meine Mietzahlung nicht davon abh\u00e4ngt, und ich niemandem Rechenschaft schuldig bin, der mir gegen\u00fcber was zu sagen hat. Die Kosten sind in meinem Fall auch minimal, die exakt 5,08 \u20ac f\u00fcr den Webspace pro Monat kommen selbst in meinem mitunter knappen Budget unter ferner liefen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mein Geld verdiene ich mit Taxifahren und noch dazu erwirtschafte ich dort auch mein sonstiges &#8222;Kapital&#8220;, meine Ideen f\u00fcr Blog, Buch, und bisweilen sogar Lebenserinnerungen. Dabei soll es auch bleiben, denn ich hatte lange Zeit \u00fcberlegt, ob sich meine Ausbildung nicht in den journalistischen Bereich bewegen sollte. Dass ich hin und wieder ein paar nette Zeilen zu Papier bringen kann, weiss ich seit meinen ersten Schulaufs\u00e4tzen. Der Gedanke an r\u00e4umliche und inhaltliche Begrenzungen f\u00fcr meine Texte hat letztlich zum Nein diesbez\u00fcglich gef\u00fchrt, und wahrscheinlich war das auch besser so. Ich bin sowas wie das fleischgewordene Gegenteil des Wortes &#8222;Ehrgeiz&#8220; und h\u00e4tte mein Leben sicher bis zur Rente in einer Lokalredaktion verbracht, wo ich dann regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber Sch\u00fctzenvereinsfeste und Landwirtschaftsauszeichnungen geschrieben h\u00e4tte. Und das Schreiben zu hassen gelernt h\u00e4tte. Da bin ich ziemlich sicher.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch wenn ich das Schreiben nicht als finanzielles Standbein nutze, so hab ich nat\u00fcrlich grunds\u00e4tzlich nichts dagegen, wenn mir Anerkennung auch in monet\u00e4rer Form zugeht. Wieso auch? Ich stecke eine Menge Zeit hinein und bin chronisch knapp bei Kasse \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Hauptkriterium f\u00fcr Flattr ist aber der Ansatz der Freiwilligkeit. Es besteht die Option, dass mir Leute ein 5 Cent schweres Schulterklopfen schenken, ohne dass sie es m\u00fcssen, es zu kompliziert w\u00e4re und ohne die Gefahr, dass sie sich damit \u00fcbernehmen. Und auch wenn ich nat\u00fcrlich hoffe, l\u00e4ngerfristig eher Gewinn damit zu machen, erfreut mich auch die Tatsache, dass ich nun als fauler Mensch ebenso die M\u00f6glichkeit habe, liebenswerte Projekte ganz gezielt zu unterst\u00fctzen. Es ist schlicht genial, dass man einzelne Beitr\u00e4ge flattrn kann und nicht nur gleich ganze Zeitungen, Redaktionen oder Blogs. Das ist f\u00fcr Nutzer wie auch Autoren eine gefallene Schranke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, und deswegen gibt es jetzt Flattr-Buttons hier im Blog, und auch ausschlie\u00dflich deshalb ist vor Tagen schon die &#8222;Bettellampe&#8220; mit dem paypal-Link hier in der Seitennavi gelandet &#8211; weil ich mir eigens zu diesem Zweck einen paypal-Account zugelegt habe. Ich finde die Idee super, und wenn ich am Ende auch noch die bl\u00f6den, ehemals der Mehrwertsteuererh\u00f6hung geschuldeten 8 Cent hinter dem Komma bei meinen Webspace-Kosten wegbekommen sollte, dann w\u00e4re das ein Grund f\u00fcr ein L\u00e4cheln im Gesicht meinerselbst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hoffe, ich hab klar genug ausgedr\u00fcckt, dass ich gar nicht erwarte, dass mein Blog sich jetzt in eine Gelddruck-Maschine verwandelt. Und dass ich auch nicht erwarte, dass jeder oder jeder regelm\u00e4\u00dfige User mich jetzt mit Geldgeschenken eindecken soll. Es ist eine M\u00f6glichkeit, mehr nicht. Und die M\u00f6glichkeiten, die Flattr bietet, sind sicher nicht nur das finanzstarke Gruscheln von Blogs, die die eigene Meinung vertreten, sondern eventuell sogar ein Konzept f\u00fcr eine (Teil-)Finanzierung des k\u00fcnftigen Online-Journalismus.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Beenden m\u00f6chte ich diese teilweise schamlose Selbstbeweihr\u00e4ucherung allerdings mit einem Zitat. Keinem historischen, sondern einem Zitat aus der Gegenwart zu eben genau diesem Thema. Die letzten S\u00e4tze, die der gleicherma\u00dfen im Internet bekannte, wie auch von mir gesch\u00e4tzte Medienjournalist <a href=\"http:\/\/www.stefan-niggemeier.de\" target=\"_blank\">Stefan Niggemeier<\/a> in seinem Blog verwendet hat, um seinen Einstieg bei Flattr kundzutun. Es ist immer gut, mit einem Zitat zu enden, wenn jemand anders schon die passenden Worte gefunden hat, und man es selbst nicht besser ausdr\u00fccken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im \u00dcbrigen auch sehr frei zitiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer weiss, wo es herkommt, kriegt von mir einen geflattrt \ud83d\ude09<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und nun mit den Worten Stefan Niggemeiers:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>Ich freue mich, wenn Sie sich bei Flattr anmelden und dann Beitr\u00e4ge, die es Ihnen Wert sind, unterst\u00fctzen \u2014 hier und anderswo. F\u00fcr eine vielf\u00e4ltige Online-Welt, die nicht hinter Bezahlschranken verschwinden muss, um Qualit\u00e4t zu finanzieren.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommt &#8217;ne Idee angeflattrt, setzt sich nieder in Sashs Blog&#8230; Lassen wir das besser. 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