{"id":5037,"date":"2010-02-19T05:00:02","date_gmt":"2010-02-19T04:00:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=5037"},"modified":"2012-01-10T03:48:12","modified_gmt":"2012-01-10T01:48:12","slug":"freitag-polizeitag-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2010\/02\/19\/freitag-polizeitag-4\/","title":{"rendered":"Freitag = Polizeitag (4)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die wahrscheinlich haarstr\u00e4ubendste Polizeikontrollen-Geschichte meinerseits geht so:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich fahre mit dem Schwob ganz gem\u00fctlich von einer Behinderten-Tour zur\u00fcck zum Headquarter unseres Arbeitgebers. Es ist Nachmittag, etwa 15 Uhr. Nach dieser Tour haben wir Mittagspause, und uns trennen noch rund 0,9 km vom Abstellplatz des Autos. Wir n\u00e4hern uns langsam dem Olgaeck in Stuttgart und sind gut gelaunt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neben uns h\u00e4lt an der Ampel ein Polizeiwagen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach ausreichenden Erfahrungen vorsichtig geworden, haben wir das registriert und haben uns so unauff\u00e4llig wie m\u00f6glich verhalten. Wahrscheinlich ging es in den Augen der Cops gar nicht, dass sich zwei Behindertenbusfahrer unter 25 &#8211; einer noch dazu mit langen Haaren &#8211; unauff\u00e4llig verhalten. Die Ampel wurde gr\u00fcn, und da Stuttgart eine Vorliebe f\u00fcr stehenden Verkehr hat, standen wir keine 25 Meter weiter &#8211; nach dem Rechtsabbiegen &#8211; wieder vor einer roten Ampel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Polizeifahrzeug ordnete sich hinter uns zum Linksabbiegen ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schwob und ich begannen zu mutma\u00dfen, dass sie uns anhalten w\u00fcrden, machten unsere Witze und freuten uns auf die Mittagspause. Ich bog vorbildlich links ab, hielt mich zu 100% an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Noch 600 Meter bis zur Mittagspause.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir passierten die Bushaltestelle am unteren Ende der Alexanderstra\u00dfe und begannen den langen harten Weg den Berg hoch. Die Spannung im Auto war unertr\u00e4glich. Mit Argusaugen beobachtete ich den Streifenwagen im R\u00fcckspiegel.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir lenkten in die sanfte Linkskurve ein, als die Spannung j\u00e4h zerrissen wurde:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;FAHRNSE RECHTS RAN!!!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">br\u00fcllte es in einer martialischen Lautst\u00e4rke durch den gesamten Talkessel der Schwabenmetropole. V\u00f6gel stieben aus den B\u00e4umen, Rentner drehten sich verwundert um, Anwohner drehten die Musik lauter und Sash fuhr rechts ran. Beide stiegen sie aus, einer steuerte auf meine T\u00fcre zu, der andere postierte sich beim Schwob auf der Beifahrerseite.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;F\u00fchrerschein, Fahrzeugpapiere und Personalausweise.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ungeachtet des Fehlens mehrerer Satzbausteine schien es mir sinnig zu sein, nicht zu sagen<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Is vorhanden, sch\u00f6nen Tag noch!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">sondern kramte die Papiere &#8211; die ohnehin schon in Reichweite gebracht worden waren &#8211; hervor. Mit zackigen Schritten verschwand der Polizist zu seinem eigenen Fahrzeug, um die Dokumente zu \u00fcberpr\u00fcfen. Der andere versuchte sich inzwsichen recht erfolglos mit Smalltalk, was eine komische Komponente bekam, als der Schwob meinte:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Das kann dauern, der kriegt jetzt sicher meine komplette Augsburg*-Akte durchgefunkt&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ging um ein ungl\u00fcckliches Aufeinandertreffen des Schwobs mit ein paar Beamten w\u00e4hrend einer gr\u00f6\u00dferen Demonstration. Das Verfahren war zu diesem Zeitpunkt noch anh\u00e4ngig.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Ach, hatten sie schon mal Kontakt zur Polizei?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">fragte der Gr\u00fcnbem\u00fctzte scheinheilig interessiert.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Ja&#8230;&#8220; <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">st\u00f6hnte der Schwob, den zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich lebhafte Erinnerungen an Fu\u00dftritte, Schlagst\u00f6cke und ein Seil plagten, bei dem die entsprechenden Beamten versucht haben, ihn sowohl dar\u00fcber als auch darunter durchzuziehen.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Drogen, oder?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">jubilierte der selbsternannte Profiler.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Nee, hab &#8217;nen Kollegen von ihnen angegriffen&#8230;&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">res\u00fcmmierte der Schwob trocken und ohne den Kopf zu heben. Der letzte witzige Part an dieser Kontrolle war der gesittete aber hektische Schritt des Polizisten zur Seite, um ausser Reichweite zu gelangen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dann ging es los.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Aussteigen!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Na gut.<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Haben sie irgendwelche Drogen genommen?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Nein.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Sind sie mit einem Test einverstanden?&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Nicht wirklich, aber ich nehme an, dass wir ihnen sonst auf die Wache folgen m\u00fcssen.&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nun ist die Problematik an Drogen-Tests ja folgende: Alkohol kann man mittels Blasen nachweisen. Aber da die Cops stets vermuteten, ich w\u00fcrde kiffen, kamen sie nat\u00fcrlich auf diese Idee gar nicht. Also m\u00fcssten wir pinkeln. Etwa eine Minute dauerte es, bis die Cops einen &#8222;geeigneten&#8220; Hinterhof fanden, in den sie uns nacheinander unter Aufsicht f\u00fchrten, damit wir dort in einen Becher pinkeln k\u00f6nnen. Man kann sagen, was man will: Das ist entw\u00fcrdigend.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich hab den beiden aber nicht die Freude gemacht, unter Parurasie zu leiden und eine gewisse Komik kann man der Situation ja nicht einmal absprechen. Ihr glaubt gar nicht, was einem f\u00fcr vielf\u00e4ltige Dinge durch den Kopf gehen, wenn man von einem Polizisten bewacht in einem Hinterhof in einen Becher pinkeln muss. Der <span style=\"text-decoration: line-through;\">Bull<\/span> Polizist hat nat\u00fcrlich registriert, dass das nicht wirklich eine heitere Situation ist und hat mir mitf\u00fchlend versichert:<\/p>\n<p style=\"padding-left: 30px; text-align: justify;\"><em>&#8222;Wenn sich jemand beschwert, keine Sorge, wir sind ja da!&#8220;<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als ob ich in diesem Moment ernstlich bef\u00fcrchtet h\u00e4tte, dass sich eine schw\u00e4bische Oma beschwert, dass ich in ihrem Hinterhof meine Blase zu entleeren versuche. Im Gegenteil. Das h\u00e4tte die Situation merklich aufgewertet \ud83d\ude42<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schwob, der erst nach mir pinkeln musste, hatte indes ganz andere Sorgen, weil der Kollege des Pinkel-Partners in seiner Tasche eine Tablette gefunden hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Drogen! Extasty! Weltuntergang! Verhaftung! Panik!&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau genommen handelte es sich um eine Tablette gegen Heuschnupfen, die sich aus der Verpackung gel\u00f6st hatte. Aber wenn die Staatsmacht erst einmal ein Vergehen wittert&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nebst dem Urin zweier Fahrer im Behindertenfahrdienst wurde nach dem Einpacken s\u00e4mtlicher K\u00f6rperteile auch die Tablette einem Schnelltest unterzogen. Amphetamine! Der Test sagte, es seien Amphetamine darin.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Schwob hat gleich angeboten, den Cops noch etwas Nachschub zu besorgen, er kenne da eine Apotheke&#8230; die Beamten waren not amused und erstatteten Anzeige wegen eines Versto\u00dfes gegen das BTMG. Dass wir beide sauber waren und der Schwob bereitwillig die Adresse seines Dealers, sowie die d\u00fcsteren Vertriebskan\u00e4le seiner &#8222;Drogen&#8220; offenlegte (ich sag nur &#8222;rezeptfrei&#8220; &#8211; ganz b\u00f6se!), half wenig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So war unsere Mittagspause also eine halbe Stunde k\u00fcrzer und der Schwob um eine v\u00f6llig absurde Anzeige reicher. Selbstverst\u00e4ndlich ist der ganze Quatsch sp\u00e4ter eingestellt worden &#8211; aber man kann es ja mal versuchen&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">* Stadt ge\u00e4ndert<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die wahrscheinlich haarstr\u00e4ubendste Polizeikontrollen-Geschichte meinerseits geht so: Ich fahre mit dem Schwob ganz gem\u00fctlich von einer Behinderten-Tour zur\u00fcck zum Headquarter unseres Arbeitgebers. Es ist Nachmittag, etwa 15 Uhr. 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