{"id":3406,"date":"2009-08-30T12:17:52","date_gmt":"2009-08-30T10:17:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=3406"},"modified":"2012-01-12T04:44:39","modified_gmt":"2012-01-12T02:44:39","slug":"boses-boses-internet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2009\/08\/30\/boses-boses-internet\/","title":{"rendered":"B\u00f6ses b\u00f6ses Internet"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Das Internet. Unendliche Weiten&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Puh! Seit etwa 15 Jahren weiss die Menschheit, dass das Internet ganz toll und einzigartig ist, und seit rund 2 bis 5 Jahren zudem noch, dass es total b\u00f6se und schlimm ist. Ich schreibe hier eigentlich immer frisch von der Leber weg, und das in dem Wissen, dass das Netz nicht vergisst. Auch ich hab schon Sachen gel\u00f6scht, weil sie mir im Nachhinein dann doch zu privat waren und andere nicht, obwohl viele denken, ich sollte es vielleicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ja, das Netz ist ein gro\u00dfer Kinderspielplatz, dessen ganzer Nutzen &#8211; sowie dessen Gef\u00e4hrlichkeit &#8211; sich einem aber erst als &#8222;Erwachsener&#8220; erschlie\u00dft. Kein Spiegel-Artikel zum Thema l\u00e4sst ja die ahnungslosen Kinder aus, die sich nackt und betrunken bei Facebook zeigen, und dann Blogeintr\u00e4ge \u00fcber die Kreditkartennummer ihrer Eltern schreiben. Oder so \u00e4hnlich. Das sind jetzt eher die Ecken des Netzes, in denen ich mich nicht herumtreibe, aber durch einen aberwitzigen Zufall (\u00fcber die Suchanfragen hier in meinem Blog) bin ich gerade beim Vollspaten des Jahres gelandet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der werte Fridolin (Name ge\u00e4ndert) hat n\u00e4mlich einen Blog aufgemacht. Nicht irgendeinen, sondern den &#8222;Fridolin-liebt-Gudrun-Blog&#8220;. Gudrun heisst nat\u00fcrlich auch anders. Das Prinzip sollte allerdings klar sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da ich &#8211; Generation Scheidungskinder l\u00e4sst gr\u00fc\u00dfen &#8211; trotz anhaltender guter Erfahrungen nur begrenztes Vertrauen in die Haltbarkeit von Beziehungen habe, l\u00e4sst sowas bei mir fast alle Alarmglocken klingeln und reizt irgendwelche Rezeptoren in meinem Hirn, die veranlassen, dass ich spontan ein mildt\u00e4tiges Grinsen aufsetze und in mich hereinfl\u00fcstere: &#8222;Sie an, ein Idiot&#8230;&#8220; Ozie kennt das auch &#8211; von ihrer Arbeit im Callcenter. Sobald jemand schnuckelhase_und_manuel@freeweb.com als Email-Adresse hat &#8211; und die auch noch angibt! &#8211; f\u00e4llt es einem einfach schwer, sich vern\u00fcnftig zu unterhalten. So viel sollte man \u00fcber das Netz inzwischen gelernt haben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber gut, wir waren bei Fridolin. Ich konnte nicht anders und musste hinschauen. Wie das eben auch bei Autounf\u00e4llen ist. Was soll ich sagen? Grandios. Als erstes fiel mir in diesem v\u00f6llig dahingerotzten Freehost-Blog ein Text auf, aus dem ersichtlich wurde, warum der Blog nicht &#8222;Fridolin-und-Gudrun-lieben-sich-gegenseitig&#8220; heisst. Eine Ex-Freundin also! Fridolin, in meinen Augen noch ein tapferer Recke gegen das Machotum, schrieb den Inhalt seines kompletten Gehirns aus Kopf und Hose und beweinte das Dahinscheiden seiner Beziehung mit Gudrun. Inklusive &#8222;Mir ist so schlecht, dass ich st\u00e4ndig kotzen muss&#8220; und all dem, was man fr\u00fcher h\u00f6chstens privat in ein Tagebuch schrieb, das mit 2 Vorh\u00e4ngeschl\u00f6ssern gesichert und mit Totenk\u00f6pfen bemalt war.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr wisst schon &#8211; der eine Band, der nach zwei Monaten und 58 Eintr\u00e4gen in Romanl\u00e4nge feierlich auf einer Waldlichtung dem Feuer \u00fcbergeben wurde, w\u00e4hrend man die andere Hand in der Hose der n\u00e4chsten Holden hatte und ihr was vorlog von wegen da st\u00fcnden nur Dinge \u00fcber einen &#8222;guten Freund&#8220; drin, der nun leider entschlossen hat, die eigene Mutter zu schw\u00e4ngern und auf Adolf Hitlers R\u00fcckkehr via Ufo zu warten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;OK, mutig!&#8220;, dachte ich mir.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;OK, v\u00f6llig bekloppt!&#8220; war dann ohne \u00dcbergang der n\u00e4chste Gedanke, denn ich war auf der Profilseite des tapferen Recken, und dort fand sich nicht nur seine d\u00f6rfliche Adresse, sondern auch ein verpixeltes Webcam-Foto, dessen Qualit\u00e4t leider gut genug war, um einen groben \u00dcberblick \u00fcber die Akne-Plantage unterhalb der Brille des tapferen Fridolon zu geben. Das Alter war auch angegeben: 15.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Eigentlich h\u00e4tte ich an dieser Stelle die Seite verlassen m\u00fcssen, und irgendwas vern\u00fcnftiges lesen. Irgendwas weniger peinliches. Meinetwegen den n\u00e4chsten yoursweetpinkbunnyknuddelsstuff-Blog, einen Wikipedia-Eintrag \u00fcber Zuckerr\u00fcben oder einen Briefwechsel zwischen Atheisten und dem Papst. Tat ich aber nicht. Ich kann nicht verleugnen, dass mein Voyeurismus auch zu solch fr\u00fcher Stunde schon hellwach ist. Wacher als ich selbst offenbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der Hoffnung, dass es sich um einen alten toten Blog handelt, habe ich auf Archiv geklickt und mit ehrlichem Mitleid festgestellt, dass der Blog erst vor einem Monat begonnen wurde. Aua! Die anderen Eintr\u00e4ge schienen nicht weniger theatralisch und aus irgendwelchen &#8211; sicher tief in meiner Psyche verankerten &#8211; Gr\u00fcnden habe ich einen zweiten Eintrag aufgemacht. Dort f\u00f6rderten dann die Kommentare das ganze Ausma\u00df der Katastrophe zutage. Denn: Gudrun kennt diesen Blog und kommentiert auch darin!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">9 Monate waren die beiden zusammen. Wow! Das h\u00e4tte ich nun nicht unbedingt erwartet, da die durchschnittliche Halbwertszeit einer Beziehung in diesen jungen Jahren doch weit mehr gegen Null strebt als gegen 4 Monate. F\u00fcr einen kurzen Moment streifte mich einmal mehr ehrliches Mitleid, doch mit meiner n\u00e4chsten Entdeckung starb es. Endg\u00fcltig.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Ja, ich h\u00e4tte vorher schon schreiben k\u00f6nnen, dass es eine Fernbeziehung war&#8220;, l\u00e4sst Fridolin wissen. Man habe sich auch nur einmal gesehen &#8211; via Webcam versteht sich.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Moment wusste ich, dass ich dar\u00fcber schreiben muss. Als therapeuthische Ma\u00dfnahme. Aus Notwehr. Gefahr im Verzug!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass sie sich nie getroffen haben, weiss Fridolin auch zu erkl\u00e4ren. Schlie\u00dflich zerbrach das junge Gl\u00fcck bereits vor den Sommerferien, und folglich hatte er &#8211; nicht wie der neue Lover Mopsi (Name auch ge\u00e4ndert) &#8211; die M\u00f6glichkeit, einfach mal zu ihr zu fahren. Zumal der neue schlie\u00dflich nur knapp eine Stunde zu ihr fahren m\u00fcsste, er jedoch f\u00fcnf. Das ist nat\u00fcrlich eine tragische Geschichte, und es ist nur zu logisch, dass er seiner Flamme, der holden Gudrun, ausrichten lie\u00df, sie solle Mopsi doch bitte nicht k\u00fcssen, weil ihn das in den Selbstmord treiben w\u00fcrde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gudrun selbst antwortete in den Kommentaren, dass er dies doch eh nicht mitbekommen w\u00fcrde, und seine Ausrede mit den Sommerferien ein wenig d\u00fcnn sei, da schlie\u00dflich allerlei andere Ferien den bisherigen Verlauf ihrer Beziehung gepflastert h\u00e4tten. Zumal Mopsi fast drei Stunden zu ihr ben\u00f6tige, und Fridolin wenn es hochkommt, vier.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer nun glaubt, die Geschichte w\u00e4re schon auf dem H\u00f6hepunkt, wer glaubt, all dies sei die Kr\u00f6nung der pubert\u00e4ren Verirrungen eines Menschen, der sich vom Schicksal so richtig hart durchgenommen f\u00fchlt, wer glaubt, Fridolin k\u00f6nnte da nicht noch einen draufsetzen &#8211; der irrt!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im letzten Beitrag, den ich zu lesen wagte &#8211; so langsam tr\u00e4nten mir auch die Augen vor Lachen &#8211; erfuhr ich dann, dass Fridolin derjenige war, der die Beziehung der Zeitaufw\u00e4ndigkeit zugunsten von Computerspielen beendet hatte, und jetzt nat\u00fcrlich viel schlauer sei, jetzt da seine holde Gudrun den bl\u00f6den Mopsi mit den K\u00fcssen beehrt, die ihm eigentlich zust\u00e4nden&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nichts von dem wird das Netz der Netze wieder verlassen! Kein Anderer wird so nett sein, und die Namen \u00e4ndern. Ja, es juckt ja geradezu in den Fingern, die Seite lokal zu speichern&#8230; wahrscheinlich ist der Selbstmord von Fridolin tats\u00e4chlich eine Option.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wenigstens weiss ich jetzt, wo die Medien hierzulande recherchieren, wenn sie &#8222;tief im Netz&#8220; w\u00fchlen und &#8222;ein buntes Potpourri an Perversionen&#8220; zutage f\u00f6rdern, dessen einzige Schlu\u00dffolgerung sein kann: Zensieren! Ganz abschalten! Nutzer internieren!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Puh!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Internet. Unendliche Weiten&#8230; Puh! Seit etwa 15 Jahren weiss die Menschheit, dass das Internet ganz toll und einzigartig ist, und seit rund 2 bis 5 Jahren zudem noch, dass es total b\u00f6se und schlimm ist. 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