{"id":3278,"date":"2008-10-21T12:07:30","date_gmt":"2008-10-21T10:07:30","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/?p=3278"},"modified":"2012-03-19T03:11:16","modified_gmt":"2012-03-19T01:11:16","slug":"computerwissen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sashs-blog.de\/wordpress\/2008\/10\/21\/computerwissen\/","title":{"rendered":"\\Computerwissen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><strong>(ein unsortierter Text \u00fcber sortierte Daten)<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ozie ist vorher in einem Gespr\u00e4ch \u00fcber Datenschutz, Payback-Karten und dergleichen auf eine interessante Geschichte gesto\u00dfen. Was den Einzelhandel angeht, sind wir heute wieder genau da, wo wir vor 30 Jahren auch waren. Diesen Gedanken fand ich interessant, denn nat\u00fcrlich hat sich die Welt um einiges gewandelt. Aber was die Kundenwerbung und -bindung angeht, trifft das witzigerweise zu. Zumindest f\u00fcr den Kunden. Also oberfl\u00e4chlich.<br \/>\nGenau genommen ist nichts wie fr\u00fcher, aber wir sollen es glauben. Habe ich zumindest den Eindruck. Es geht um eines meiner Lieblingsthemen: Computer und Datenschutz. Nervt die meisten hier wahrscheinlich schon ein bisschen, aber ich will es dennoch erkl\u00e4ren.<br \/>\nVor 30 Jahren waren Superm\u00e4rkte noch nicht DER Ort zum Einkaufen. Es gab diese ganzen kleinen L\u00e4den &#8211; wahrscheinlich kommt das Wort Einzelhandel irgendwo aus dieser Umgebung &#8211; aber ich kann es nicht sicher sagen.<br \/>\nIn diesen kleinen L\u00e4den &#8211; die zumeist um die Ecke lagen &#8211; hatte man seinen Kaufmann, der einen mit der Zeit kannte, der wusste, was man gerne isst, und der einem auch gerne mal den Wein B empfohlen hat, weil Wein A &#8211; den wir am liebsten trinken &#8211; so \u00e4hnlich schmeckt.<br \/>\nHeute haben wir Superm\u00e4rkte teilweise internationaler Ketten. Das ist immer ein bisschen unpers\u00f6nlicher als beim Kaufmann um die Ecke, wobei man als Stammkunde durchaus auch in solchen L\u00e4den merken kann, dass das Ende der Fahnenstange nicht ein &#8222;Ihr schon wieder&#8220; der miserabel bezahlten Aushilfskraft ist.<br \/>\nUnd die &#8211; nat\u00fcrlich v\u00f6llig uneigenn\u00fctzige \ud83d\ude09 &#8211; Beratung \u00fcbernehmen heute die Payback- und HappyDigits-Anbieter dieser Welt. Ozie ist heute im Intranet ihrer Firma auf eine Studie gesto\u00dfen, die genau das sagt: Die Auswertung der gesammelten Daten steckt beileibe nicht mehr in den Kinderschuhen. Wenn ich h\u00e4ufig Maggi-Fertigmischungen kaufe, aber bei der W\u00fcrz-So\u00dfe regelm\u00e4\u00dfig auf ein anderes Produkt ausweiche, dann ist es nicht allzu unwahrscheinlich, dass mir mit der Zeit Werbung ins Haus flattert, die die Vorz\u00fcge der Maggi-W\u00fcrze n\u00e4her erl\u00e4utert.<br \/>\nDas kann ich nicht mit pers\u00f6nlichen Daten untermauern, weil ich Werbung in diesen Eimer werfe, der in unserem Hausflur praktischerweise gegen\u00fcber der Briefk\u00e4sten (dem Erfinder dieser Einrichtung ein dickes Lob!) h\u00e4ngt.<br \/>\nIch finde den Gedanken auch nicht sonderlich schlimm, denn das einzige, was mich an Werbung wirklich \u00e4rgert, ist die Menge und die Stupidit\u00e4t derselben.<br \/>\nDas Schlimme ist eigentlich auch nicht, dass diese Daten erhoben werden, sondern dass die meisten Menschen sich nicht bewusst sind, welche Auswirkungen das haben kann. Vielleicht nicht jetzt, vielleicht nicht in 5 Jahren, vielleicht auch nicht in zehn. Vielleicht aber eben auch doch.<br \/>\nKlar, man ist nicht mehr so bl\u00f6d und gibt seine Kontodaten jeder x-beliebigen Website. Man hat eine Firewall auf dem PC, die richtet den Rest. Damit kann ja eigentlich nichts schlimmes mehr passieren&#8230;<br \/>\nMal abgesehen davon, dass eine Firewall nicht zwingend Sicherheit bedeutet, ist es das nicht. Immer wenn es um Datensammlungen geht, wird gegen Kritik daran argumentiert, dass es ja nicht schlimm sei, wichtiges ist ja nicht dabei. Analog zur &#8222;Ich hab ja nichts zu verbergen&#8220;-Argumentation bei staatlichen Eingriffen in die Privatsph\u00e4re. Dabei ist das gerade einfach nur Gl\u00fcck.<br \/>\nDie Firmen gehen eben nicht gerne damit hausieren, was sie an Daten alles sammeln, deswegen sind folgende &#8211; von mir hei\u00df erwarteten Werbesendungen bisher noch nicht aufgetaucht &#8211; aber sie k\u00f6nnten&#8230; irgendwann mal:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Frau Fuchtel, im letzten Halbjahr haben sie dreizehn Euro f\u00fcr 60 Tampons einer No-Name-Firma ausgegeben. Haben sie schon dar\u00fcber nachgedacht, dass sie f\u00fcr 9,99 Euro bereits eine 40er-Packung unserer neuesten &#8222;Super-Saugi-Plus-Stopfen&#8220; erwerben k\u00f6nnen, die sie laut dieser Studie (Link) doppelt so lange nutzen k\u00f6nnen, weil sie w\u00e4hrend ihrer Entwicklung in der Testphase auch andalusische Seek\u00fche luftdicht verschlossen haben? Dazu gibt es einen Gutschein f\u00fcrs &#8222;Fetti-Frust-Fitness-Center&#8220; gratis. So k\u00f6nnen sie der Pornosammlung ihres Mannes endlich das Wasser reichen.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Herr Fuchtel, wir erlauben uns, sie darauf hinzuweisen, dass ihre Frau ausser menstruieren scheinbar nichts anderes im Sinn hat. Damit sie auch diese schweren Stunden (oder Wochen &#8211; haha) entspannt hinter sich bringen, k\u00f6nnen wir ihnen unser Men-Super-Plus-Paket empfehlen, mit dem sie ihr Lieblingsbier noch einmal um 12 Cent billiger bekommen &#8211; oder ihnen zum bisherigen Preis nicht die \u00fcbliche No-Name-Pl\u00f6rre beschert, sondern bestes &#8222;D\u00fcbel-Pils&#8220;. Dazu gibt es v\u00f6llig gratis die Pornosammlung &#8222;Feuchte Tr\u00e4ume im Wasserbett&#8220;, die schon 58% ihrer m\u00e4nnlichen Familienmitglieder als &#8222;sehr befriedigend&#8220; bewertet haben, und die laut unserer Statistik ihre Filmesammlung &#8222;Top of the 90s&#8220; anspruchsvoll erg\u00e4nzt. Das alles gibt es bereits ab 65 \u20ac\/Monat&#8230;&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zu weit hergeholt? Abwarten&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber keine Sorge: Ich will niemanden bekehren. Es liegt bis auf die eventuelle Schn\u00fcffelei des Dr. Wolfgang S. v\u00f6llig in unserer Hand, was wir preisgeben von uns. Wir sollten uns dessen aber bewusst sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und da sind wir beim leidlichen Thema Computer. Wie ihr seht und lest, bin ich ein Mensch, der sein Privatleben recht \u00f6ffentlich lebt. Ich blogge hier und da \u00fcber die WG und mein Privatleben, tue meine politische Meinung der \u00d6ffentlichkeit kund&#8230; aber ich weiss darum Bescheid! Ich bin mir bewusst, dass ein Mensch, der es gelernt hat, mit dem Internet umzugehen, binnen 3 Minuten meinen Namen herausfinden kann. Wenn \u00fcberhaupt. Ich bin mir bewusst, dass ein zuk\u00fcnftiger Chef lesen k\u00f6nnte, dass ich in manchen Dingen ein anspruchsvolles Kerlchen bin, in anderen wieder nicht. Und das, glaube ich, ist einfach noch nicht verbreitet genug.<br \/>\nIch w\u00e4re nicht so bekloppt, es hier zu erz\u00e4hlen, wenn mich Neidgef\u00fchle plagen, weil die Natur mich mit einem zu kurzen Geschlechtsorgan ausgestattet hat, oder mich gar strafrechtlich relevant zu \u00e4u\u00dfern.<br \/>\nAber solange Leute nicht unterscheiden k\u00f6nnen zwischen Festplatte und Internet, Datei und Programm, Firewall und USB&#8230; so lange wird es immer wieder Menschen geben, die unachtsam genug sind, Dinge der Welt mitzuteilen, die sie eigentlich nicht einmal ihrer Freundin mitteilen w\u00fcrden. Und diese Menschen sind es dann im Besonderen, die versuchen, \u00dcberzeugungsarbeit zu leisten, dass Datenschutz eigentlich kein Schwein interessiert &#8211; weil sie nicht einmal wissen, was es zu sch\u00fctzen gilt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ozie hat erz\u00e4hlt, dass ihre Mutter anno dazumal gegen Windows war, weil damit auch Menschen einen PC bedienen k\u00f6nnten, die nicht wissen, wie er funktioniert. Da stimme ich ihr zu! Nicht, weil ich inzwischen Linux nutze, nicht weil ich &#8222;PC-kundig&#8220; bin, sondern weil ich glaube, dass es eine Menge Menschen gibt, die sich, ihre Ideen, ihre Privatsph\u00e4re in Gefahr bringen, weil sie keine Ahnung haben, auf was sie sich einlassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bin kein PC-Hasser, ich bin es nie gewesen und werde es wahrscheinlich nie sein. Ich liebe diese Teile f\u00fcr so viele Dinge! Aber mir ist bewusst, was f\u00fcr ein Werkzeug ich damit in H\u00e4nden halte &#8211; bzw. unter meinem Tisch stehen habe. Ich will auch niemandem den Umgang mit PC&#8217;s verbieten oder schlechtreden &#8211; aber ich bin der Meinung, dass die Menschen, die Computer nutzen &#8211; bei der Arbeit und auch privat &#8211; wissen sollten, was sie machen.<br \/>\nGenau da aber sehe ich einen gef\u00e4hrlichen Trend. &#8222;Intuitive Benutzung&#8220; ist so ein Schlagwort, das seit Jahren durch die Branche geistert, und das in Zukunft eine noch wesentlich gr\u00f6\u00dfere Rolle spielen wird. Man wird in Zukunft immer bl\u00f6der sein k\u00f6nnen, und dennoch die M\u00f6glichkeit haben, Computer zu benutzen, um seine Meinung kundzutun, seine Bankdaten zu verraten und dabei zu glauben, das w\u00fcrde schon niemand merken.<br \/>\nErste Ausw\u00fcchse dieses Trends (in umgekehrter Form) waren sicher die &#8222;Script-Kiddies&#8220;, die es ohne jede Programmier-Erfahrung geschafft haben, mit &#8222;selbst programmierten&#8220; Viren etliche Computer lahmzulegen und enormen Schaden zu verursachen. Dann gibt es nat\u00fcrlich auch noch Leute, die bei ebay etwas ver- oder ersteigert haben, und dachten, es w\u00e4re ok, damit nur einen Scherz gemacht zu haben. Bis sie merken, dass auch das eine Auswirkung auf das &#8222;reale Leben&#8220; haben kann.<br \/>\nIch sage es ja selbst immer wieder: Eine absolute Sicherheit &#8211; in allen Bereichen &#8211; wird es nie geben. Ich finde es nur schade, dass immer wieder auf unterstem Niveau gestritten werden muss, wenn es um Datenschutz geht, nur weil einige der Hauptakteure &#8211; die manchmal das Verschicken von Mails mit 60 Jahren m\u00fchsam gelernt haben &#8211; ebenso wie ein gro\u00dfer Teil der Bev\u00f6lkerung nicht einmal eine Ahnung haben, worum es bei dem Thema \u00fcberhaupt geht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">So, das war ein langer Text, und ich hoffe, dass ihr mir dennoch eine gute Nacht w\u00fcscht \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(ein unsortierter Text \u00fcber sortierte Daten) Ozie ist vorher in einem Gespr\u00e4ch \u00fcber Datenschutz, Payback-Karten und dergleichen auf eine interessante Geschichte gesto\u00dfen. Was den Einzelhandel angeht, sind wir heute wieder genau da, wo wir vor 30 Jahren auch waren. 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